Freier Freitag wird „Arbeitskampf auf dem Rücken der Leser“

Erscheinen künftig vielleicht als Notausgaben - Ostwestfalens Zeitungen

Die Zeitungslektüre an ostwestfälischen Frühstückstischen wird am morgigen Samstag wohl etwas kürzer ausfallen. Der Grund: Die Redakteure streiken am heutigen Freitag. Über das „Warum“ gibt es naturgemäß unterschiedliche Darstellungen. Glaubt man der Gewerkschaft Verdi, tun sie dies nicht, weil sie 3 oder 4 Prozent mehr Gehalt kassieren wollen, sondern weil sie sich gegen eine Reduzierung ihrer Bezüge von bis zu 30 Prozent und einen Tarifvertrag zweiter Klasse für Berufseinsteiger und Verlagswechsler wehren.

Das stellt der Bundesverband deutscher Zeitungsverleger auf seiner Website wiederum anders dar: Es gehe zur Sicherung von Arbeitsplätzen um eine „moderate Reform der bestehenden Tarifverträge“, heißt es. Und: Verdi und DJV würden sich einzig darauf konzentrierten, „die Forderungen der Verleger völlig verzerrt darzustellen“. Dazu, wie diese Forderungen denn nun wirklich aussehen, wird in der Top-Schlagzeile der Website jedoch keine Angabe gemacht.

Fest steht in jedem Fall, dass auch die vierte Verhandlungsrunde zur Neuauflage/Gestaltung des  aufgekündigten Manteltarifvertrags für die bundesweit rund 14.000 Tageszeitungsredakteure  bereits am 4. Mai ergebnislos abgebrochen wurde. Ein neuer Termin steht bislang noch nicht fest. Solange spricht BDZV-Verhandlungsführer Werner Hundhausen von einem „unnötigen Arbeitskampf“, den die Gewerkschaften „auf dem Rücken der Anzeigenkunden und Leser“ austragen.

Nach einer kurzfristigen Lösung sieht es also nicht gerade aus. Vielleicht müssen sich die Leser darauf einstellen, demnächst an dem ein oder anderen Morgen eine dünnere Zeitung im Briefkasten zu haben.

 

die vierte Verhandlungsrunde für die bundesweit rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen ist ohne Ergebnis geblieben

2 Gedanken zu „Freier Freitag wird „Arbeitskampf auf dem Rücken der Leser“

  1. textexter

    Was die Verleger und superteure Rotationenanschaffer da so vorhaben, sieht man ja bereits in etlichen Redaktionen und dem Niedergang ehemals interessanter Blätter wie der Frankfurter Rundschau. Allerdings genügt schon ein Blick über den Tellerrand in die münstersche Zeitungslandschaft 🙂

    Rendite, Anzeigenfriedhöfe und Boulevard gehen über alles. Hauptsache, das Blatt ist irgendwie voll und bringt genügend Kohle für die sonstigen Fürze. Die Zeilenschinder stehen da eher als unnützes Kostenwerk auf der Agenda.

  2. Ilmar

    Hey, ich bin mal so frech und schreibe was auf der Seite. Sieht schoen aus! Ich nutze auch WordPress seit kurzem einige Sachen sind mit aber noch fremd. Deine Seite ist mir da immer eine tolle Motivation. Danke!

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