Die Kasse bleibt zu !

am 28. Mai 2010 wird der Bielefelder Stadtrat darüber beraten, ob die Stadt Bielefeld mit 6 Mio. € in die Finanzierung von Arminia Bielefeld bzw. der Alm einsteigt. Drei Aspekte daran nerven ganz besonders:

·           das erpresserische Vorgehen von Wolfgang Brinkmann, der von seinem eingebildeten Thron herab verkündet hat: „Die Stadt muss uns helfen; sie kann gar nicht anders.“

·           der Größenwahn von Kentsch & Konsorten, dessen Denkmal, die unverkäufliche Luxustribüne, jetzt die klamme Stadt übernehmen soll (und zwar von Leuten, die jahrelang das private Unternehmertum als A und O gepredigt haben)

·           die grenzenlose Ignoranz, mit der Brinkmann und andere behaupten, die Stadt müsse die Arminia unterstützen, weil der notorische Absteiger Arminia Bielefeld der einzige Imageträger Bielefelds sei.

Bitte, was? Das wollen wir doch mal sehen!

Hunderte von Bielefelder Vereinen, Initiativen und sozialen Einrichtungen (darunter mindestens 56 andere Fußballvereine) stellen mit ihrem Engagement jedes Jahr Tausende von Ausstellungen und Festivals, Kursen und Konzerten, Touren und Turnieren, Auftritten und Umzügen auf die Beine; locken Hunderttausende von Menschen an; helfen, beraten, lehren, pflegen, gestalten, organisieren usw.; machen Bielefeld zu einer lebens- und liebenswerten, bunten und menschenfreundlichen Stadt. Zeigen wir dem Stadtrat am 28. Mai auf dem Rathausplatz:

Wir sind die Imageträger! Nein, es ist viel mehr: Wir sind der Geist und das Herz von Bielefeld!

Wir lassen uns nicht von den Brinkmännern für irrelevant erklären. Wir lassen nicht zu, dass die Stadt all diejenigen bestraft, die solide gewirtschaftet haben. Genau das würde geschehen, wenn die Stadt die 6 Mio. € an anderer Stelle einsparen müsste.

Es geht nur um eine Bürgschaft; da kann gar nichts passieren? Wenn das so harmlos ist, wie Brinkmann behauptet, dann können genau so gut die knapp 12.000 Arminia-Mitglieder (12.000 * 500 €) und die Arminia-Sponsoren für das Geld bürgen. Steht doch auf und zückt eure Börsen, wenn ihr Arminen seid!

Deshalb haben wir eine Kundgebung auf dem Rathausplatz angemeldet:

Freitag, 28. Mai,  14-15 Uhr, eine Stunde vor Beginn der Ratssitzung

Einige Gruppen haben angekündigt, dort mit Werkzeugen oder Symbolen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit zu erscheinen (z. B. mit Musikinstumenten).

Quelle: BUND Regionalruppe Detmold

6 Gedanken zu „Die Kasse bleibt zu !

  1. textexter

    @ omega: Den von Dir angeführten drei Negativaspekten kann man nur uneingeschränkt zustimmen. Aber die Arminia-Mitglieder (wir sind keine) haben ja sogar einer angeblich unumgänglichen Satzungsänderung zugestimmt, die sie weitgehend entmündigt.

    Sehen wir es so, wie es ist: Kentsch war einer, der gern Sonnenkönig gewesen sein will mit dem „richtigen“ Parteibuch. Wir haben den Kerl hier oft genug an den Pranger gestellt. Dem steht Brinkmann in nichts nach. Sie alle saßen traut in der Aufsichtsratsrunde und ein AR-Chef namens Leopoldseder – Steuerberater! – war weder in der Lage noch hatte er Lust, nachzurechnen, was da vorgelegt wurde. 2 + 2 ergaben eben immer 1, also kaum Schulden, bei ihm. Wie wäre es mit schonungsloser Offenlegung der offensichtlichen Mauscheleien und persönlichem Regreß gegen die Herren?

    Was einen Kredit angeht: Angeblich zahlt die Stadt jährlich 18 Mio. Zuschuß für einen Theaterbetrieb, der weitaus weniger Leute anlockt als die Alm. Dagegen protestiert niemand.

    Es ist viel Populismus dabei, wenn Grüne, Linke, FDP und CDU nein sagen. Haben sie sich doch allesamt im Licht der Almspiele gesonnt. Unvergessen CDU-„Riese“ David mit Arminenschal.

    Ich erinnere mich an den ersten Besuch mit unserem Jüngeren – damals 5 Jahre – auf der Alm. Es hat ihn bis heute nicht mehr losgelassen, obwohl ihm durchaus die grandiose Mißwirtschaft bewußt ist. Der Ältere hat den Topclub Werder Bremen vor der Haustür und steht dennoch zu Arm. Bielefeld.

    Es ist sehr schwer, in einer Stadt, die so gar nichts zu bieten hat, einem Proficlub die weitere Existenz zu verweigern, der zwar beileibe nicht das angebliche „Image“ hat, aber so ziemlich der einzige Identifikationspunkt mit dieser Verliererstadt ist. Auch das muß man in die Waagschale werfen.

    Sehr gespannt darf man sein, was denn nun wirklich von den Großmäulern „der Wirtschaft“ kommt. Immerhin halten sie ja Arm. Bielefeld für unverzichtbarer als zB. einen vernünftig großen See auf Stadtgebiet.

  2. mika

    Die ganze Kohle die jetzt eingesammelt wird, reicht nur, um den Verein weiter am Kacken zu halten. Ein Aufstieg in die 1. Liga ist meilenweit entfernt. Das wissen auch die Politiker.

    Eine Bürgschaft über 2 Mio € von der Stadt(was machbar wäre) und 10 Mio € aus der Wirtschaft, um den Verein in die 1. Liga zu bringen, das wäre mal ein Konzept! Ein Plan A, wo am Ende gesagt werden kann, wir verdienen Geld und alle Geldgeber profitieren.

    Aber da ist nichts außer heiße Luft, Planlosigkeit und einmal pro Tag in die Kirche gehen und ein Stoßgebet in den Himmel schicken, dass irgendwie alles gut geht.

    Mit Lehrling Ziege und Kneipier Schnitzmeier hat man ja schon mal deutlich gemacht, dass sich aber auch rein garnichts ändern wird.

  3. Madamef

    18 Millionen Zuschuß für den Theaterbetrieb, sagt Textexter.
    Von diesen Millionen werden gaaanz viele Menschen bezahlt, deren Löhne bei weitem nicht die Gehälter der Arminen erreichen.

  4. textexter

    @ Madamef: Natürlich werden im Theaterbetrieb ziemlich mickrige Gagen bezahlt. Ist ja auch kein Profibetrieb wie Arm. BI. Aber man muß die Relationen der Besucherzahlen auch sehen. Bei Arm. BI ca. 16 X 15.000 – 20.000 /anno, im Theater wieviele pro Jahr? Irgendwie sind beide notwendig, da die Zielgruppen sicher völlig andere sind (bis auf uns :-))) Allerdings: Theater ist ein Teil unserer Allgemeinbildung (sollte zumindest so sein). Arm. BI ist eher der Pokertisch, den unverantwortlich Handelnde in Vorstand und Aufsichtsrat verzockt haben. Bisher gibt es keine schlüssige Antwort, wo die Millionen letztlich sind. Beim Theater ist es klar: „Verlorener Zuschuß“. Wobei das „verloren“ nicht mißverstanden werden sollte.

  5. Berichte aus der Arbeitswelt

    Über die neue Tribüne regen sich alle auf, dass aber im Stadttheater die neue Bestuhlung absolut Kniefeindlich und UNBEQUEM gebaut worden ist, das ist kein Thema, da leidet das Abonnentenvolk still vor sich hin und Besucher ohne Abo kommen nicht wieder.

Kommentare sind geschlossen.