Das Kleinherzige der Metropole

Und weiter gehts mit den Kommentaren auf den Webseiten der lokalen Medien zum möglichen Herztod des „bundesweit beliebtesten deutschen Profifußballvereins“:

Christian schrieb am 27.05.2010 03:16 Uhr
Das war’s mit der Unterstützung durch die Stadt! Fairerweise muss man zugeben, dass man die Argumentation der Ablehner nachvollziehen kann. Und Schuld am drohenden Ende ist der DSC selbst, keine Frage! Allerdings ignorieren CDU und die anderen Ablehner, dass Arminia eben mehr ist als nur ein „maroder Profiverein“ (dass Arminia das AUCH ist, ist ja leider nur zu wahr). Arminia ist nun mal ein ganz großes Stück Bielefelder Geschichte und lebendiger Kultur, dieses sterben zu lassen, ist eine Entscheidung, die man vom finanziell-technischen Standpunkt aus durchaus treffen kann. Darüber hinaus zeigt die Ablehnung aber auch den engen Kleingeist, der jedem, der wie ich in BI aufgewachsen ist, nur zu gut bekannt ist, den man in BI überall fast mit Händen greifen kann. Hoffen wir also auf die Wirtschaft. Sollte Arminia wider Erwarten überleben – dann in Zukunft bitte so viel Distanz wie möglich von dieser korrekten, sauberen, solide geführten, selbst ja nie Schulden machenden kleinen und kleinherzigen Stadt!
Quelle: NW online.

Och Christian. Das Kleinherzige und Kleinkarierte ist doch gradezu ein Markenzeichen der winzigen Metropole am Teuroburger Wald. Man muß aber den ablehnenden Politikern zugute halten, daß Unternehmen vom Schlage Gerry Weber, Oetker usw. das Maul ziemlich weit aufgerissen haben und „Arminia zu einem unverzichtbaren weichen Standortfaktor“ erklärt haben. Topmanager der lokalen Wirtschaftsgrößen haben schließlich nichts anderes im Sinn, als auf der Alm die guten Haskenhoff-Bratwürstchen zu essen, Niederlagen gegen Erzgebirge Aue zu bejubeln und aus Plastebechern Krombacher Pilsken zu schlürfen. Also „Wirtschaft“, wenn Euch Arminia so lieb und wichtig ist, öffnet mal die Schatullen und tut ein paar Millionen raus. Lassen sich sicher irgendwie von der Steuer absetzen als „weiche Mitarbeiterstandortförderung“.