Sommer ist unterkühlt

Bittere ölffentliche Schelte auch für Bielefelds NRW-Schulministerin Barbara Sommer an den Gymnasiien der Metropole. Besonders die leistungsstarken Schüler klagen über die allzu bürokratische Themenvorbereitung des Zentralabiturs. Dazu passt ein Kommentar der Rheinischen Post von heute Morgen:

Die neue Studie über die Schulpolitik in Deutschland ist allen guten Noten zum Trotz kein Hurra-Pamphlet, auch nicht für NRW mit besonders guten Noten. Immerhin wird man das erst einmal festhalten dürfen und respektieren: Man kann „der Politik“ nicht vorwerfen, auf den Pisa-Schock nicht reagiert zu haben; das deutsche Schulwesen ist in Bewegung, und NRW hat entschlossen gehandelt. Die Studie ist dennoch kein Anlass für Bildungspolitiker, sich selbst zu feiern. Sie gibt vielmehr Fingerzeige, wie es weitergehen kann. So reicht es eben nicht, per Schulgesetz individuelle Förderung vorzuschreiben und von Schulen eigene pädagogische Konzepte einzufordern. Die Schulen müssen tatsächlich auch die Freiheit haben, solche Konzepte zu entwickeln. Und von Schulleitern, die wie Unternehmensführer Lehrer einstellen und nach Leistung bezahlen können, ist Deutschland Lichtjahre entfernt.

Das heimliche Fazit der Studie lautet: Immer noch ist das deutsche Schulwesen vom Obrigkeitsdenken des 19.Jahrhunderts geprägt, immer
noch werden deutsche Schulen stark zentralistisch gesteuert. Die Schule der Zukunft ist viel freier in der Gestaltung von Unterricht und muss sich viel schärfer Leistungsüberprüfungen stellen.