27 Gedanken zu „Gregor war da

  1. sky

    Mal so am Rande: Was hat der NRW-Landtag eigentlich mit Afghanistan zu tun?
    Gut, mit der Linkspartei schon eher, die wissen ja als SED-Nachfolgerin wie man so einen Krieg dort verliert.

  2. Kritiker

    @sky: nicht nach Logik fragen. Für Propaganda ist jedes Mittel recht… das können schließlich auch die Linken.

  3. madamef

    @sky
    Die LINKE SED-Nachfolgerin? Tja, da hat offensichtlich die Propaganda der Plünderclique gewirkt.
    Glauben Sie auch, dass, wenn die LINKE irgendwo irgendwann an einer Regierung beteiligt wird,die Mauer ( z.B. um NRW)
    aufgebaut wird?
    Danach werden umgehend die Bananen aus den Geschäften geräumt.
    Alle Frauen werden gezwungen, ihre Haare wie Sarah Wagenknecht zu tragen. Die Männen gehen nur in etwas, was aussieht wie der Mao-Look in Loden aus dem Haus.
    In den Firmen wird in der Mittagspause „Das Kapital“ gelesen.

  4. Happydigger

    Wenn man die Linke in den Landtag wählt werden die dortigen Clübchen aufgescheucht und Mutti muss sich Gedanken machen … auch zu Afghanistan. So hängt alles an einer Schnur zusammen. Man muss am unteren Ende ziehen.

  5. blitzmerker

    Die Landtagswahl entscheidet auch über die Zusammensetzung des Bundesrates, der u.a. Einspruch gegen den Bundeshaushalt einlegen kann. Die NVA war übrigens meines Wissens nie in Afghanistan stationiert, und Verlieren und Abzug sind ja wohl auch zwei paar Schuhe, gelle?

  6. Happydigger

    @sky: Jede Partei hat ihre Leichen im Keller:

    „Die FDP stimmte im Bundestag gegen das von CDU und SPD Ende 1950 eingebrachte Entnazifizierungsverfahren. Auf ihrem Bundesparteitag 1951 in München verlangte sie die Freilassung aller „so genannten Kriegsverbrecher“ und begrüßte die Gründung des „Verbands Deutscher Soldaten“ aus ehemaligen Wehrmachts- und SS-Angehörigen, um die Integration der nationalistischen Kräfte in die Demokratie voranzubringen. Die nach Werner Naumann benannte Naumann-Affäre (1953) kennzeichnet den Versuch alter Nationalsozialisten, die Partei zu unterwandern, die in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen viele rechtskonservative und nationalistische Mitglieder hatte. Daraufhin wurden parteiintern Nazi-Seilschaften aufgedeckt und der Naumann-Kreis aus der Partei ausgeschlossen. Danach verließen viele nationalistisch gesinnte Mitglieder die Partei. Bei der Bundestagswahl 1953 erhielt die FDP 9,5 Prozent der Zweitstimmen, 10,8 Prozent der Erststimmen (bei 14 Direktmandaten, vor allem in Hamburg, Niedersachsen, Hessen, Württemberg und Oberfranken) und 48 von 487 Mandaten.“

    Quelle: Wikipedia

  7. Kritiker

    @madamef: Ein Blick ins Wiki: „Die Linkspartei.PDS war aus der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) hervorgegangen“. Da „Die Linkspartei.PDS“ Vorgänger der heutigen „Die Linke“ war, kann man das mit der SED-Nachfolge schon so sehen (ohne das jetzt werten zu wollen)

  8. Kritiker

    hach nein noch besser: aus dem Wiki-Eintrag zur SED:

    „Rechtsnachfolger der SED wurde die PDS und schließlich die Linke.“

    In der Hinsicht hat sky nunmal recht

  9. textexter

    Bei der ganzen Diskussion über die „Kommunisten“ und „linken Extremisten“ geht die Diskussion über die sogenannten stramm Pro-SED agierenden „Blockparteien“ völlig unter. Da machten CDU und LDPD (heute FDP) in der DDR ziemlich fleißig mit der SED mit, wollen es aber heute lieber ungeschehen machen. Sich lauthals über „Die Nachfolgepartei“ zu mokieren ist ziemlich verlogen. Die „Linke“ entstand durch die Verschmelzung von PDS und WASG und ist somit eher mittelbarer denn unmittelbarer Rechtsnachfolger der SED. Darüber streiten sich bis heute die Gelehrten. Man kann über „Die Linken“ lästern oder lachen wie man will. Allein ihre pure Existenz treibt den Schwarzen, Gelben und Halbroten den Angstschweiß auf die Stirn. Es gäbe keine „Linke“ mit Wähleranteilen von 10 – 11%, würden CDU/CSU und FDP nicht eine derart eindeutig einseitige Klientelpolitik machen und die unselige SPD Wähler und Mitglieder gleichermaßen (einig mit den bekifften Grünen und den jubelnden charakterlosen Neo- liberalen aus Union/FDP und rechtem Seeheimer Kreis) mit den von einem Kriminellen mit kräftiger Unterstützung des Lippers Schröder erfunden Hartz – und Agendagesetzen völlig vor den Kopf gestoßen haben.

  10. sky

    Huch, da hab ich aber in ein Wespennest gestochen. 🙂

    Zugegeben, der Kommentar war der Umgebung angemessen etwas verkürzt und zugespitzt formuliert. Aber interessant ist es doch schon, dass der Rechtsvorgänger der Linken (danke, Kritiker, fürs Zitat) das mit dem Pazifismus noch ganz anders sah. Auch, aber nicht nur in Afghanistan. Von offizieller Kritik der damaligen Führung in der DDR am Afghanistan-Feldzug der Sowjetunion ist mir jedenfalls nichts bekannt. Aber jeder darf natürlich dazu lernen.

    Nur bleibt meine Frage bestehen: Was hat das alles mit NRW zu tun?

    @blitzmerker: Interessante Argumentation. Es geht bei der NRW-Wahl also um die Ablehnung des Afghanistan-Einsatzes im Bundesrat?
    Dummerweise stimmt der darüber gar nicht ab, sondern nur der BundesTAG:
    http://de.wikipedia.org/wiki/ISAF#Deutsche_Beteiligung
    Oder soll der Bundesrat über das Blockieren des nächsten Bundeshaushaltes dafür den Geldhahn zudrehen? Klingt für mich glücklicherweise sehr hypothetisch und, wenn es denn eintreffen würde, nach einer Missachtung des zuständigen Verfassungsorgans, also des Bundestags.
    So, und jetzt schön weitermachen. Wir wollen doch nicht auch noch hier Tatsachen verschweigen. 😉

  11. sky

    @madamef, Zitat:
    Glauben Sie auch, dass, wenn die LINKE irgendwo irgendwann an einer Regierung beteiligt wird,die Mauer ( z.B. um NRW)
    aufgebaut wird?

    Nein, so plump sind meine Gedankengänge nicht. Ich fürchte ganz andere Sachen von den NRW-linken ‚Plünderern‘ (um mal Ihr Synonym für Politiker zu verwenden). Aber das nur nebenbei, um NRW gehts hier ja eh nicht. 😉

  12. madamef

    @kritiker:
    Ich habe Geschichte studiert (erfolgreich) und die Zusammenhänge sind mir schon klar. Ich habe auch nicht behauptet, dass nicht eventuell doch noch ein paar frühere SED-Mitglieder im Osten in der Partei hocken.
    Wissen Sie eigentlich, wie viele Mitglieder der Ost-CDU und Ost-FDP ( die auch nicht anders waren als die SED-Genossen) von den Westparteien ohne Federlesen aufgenommen wurden?
    Wissen Sie, dass Angela Merkel eine ehemalige FDJ-Sekretärin ( für Agit und Propaganda) war?

    Es geht nur darum, die LINKE zu denunzieren, wenn man sie in die Nähe der DDR-Diktatur rückt.

  13. notepicker

    Was kümmert schon die Leihfedern der Nation, auch die von WB und NW (ich verkneife es mir, Namen zu nennen) die Interressen der Bürger. Zahlen tun schliesslich die Ackermanns, Mohns, Springers, Hundts, Quandts und Fincks. Da muss eine Partei, die ein anderes, ein von Solidarität geprägtes Gesellschaftsbild zeichnet, natürlich diffamiert werden. Siehe: „SED-Nachfolgepartei, Altkommunisten, ewig Gestrige“ usw. Koste es, was es wolle, die vier neoliberalen Kriegsparteien CDU, SPD, FDP und Grüne müssen vor einer Abwahl geschützt werden, denn nur sie garantieren ein „Weiter so,“ dass es den oben genannten Herrschaften erlaubt, weiterhin ihren mafiosen Geschäften nachzugehen.

  14. textexter

    genau notepicker, da brennt ein paar Leuten, die alles im Sinn haben, nur nicht das Wohl des Landes NRW, der Hintern. Da werden dann Charaktersäue sogar wie Clement wohlwollend wieder empfangen. Hauptsache, die Argumentationsrichtung für SchwattGelddoof stimmt. Konservativ bis in die Knochen, gestrig bis ins käuflich-biegsame Rückenmark und die beigegrauhellgrüne Windjacke fest bein Einkauf bei Aldi um die Bierwampe gezogen. Demokratie heißt auch, sich mit anders Denkenden sachlich auseinanderzusetzen anstatt die Meinung des Regierungskampfblattes von Doofchen BILD-Dieckmann ungefiltert zu übernehmen. Beispiel: „Punktsieger Rüttergers. Kraft wackelte“. Jeder, der es bis zum Ende gesehen hat, weiß, das es nicht stimmt. Dieckmann behauptet es gemäß Auftrag SpringerMohn dennoch. Und wenn das primitive Kampfblatt aus Berlin „Linke“ hört, drehen sie vollends durch. Hat aber alles mit Journalismus nichts zu tun. Von einer hochgeschwemmten ehemaligen Kinderfrau und einer Zahnarzthelferin kann man nur einfachste Denkmuster erwarten. Dafür braucht es maximal 500 Wörter. Die kann sogar Dieckmann, der Biograf der dicken Saumagen-Strickjacke aus der Palz. Und der Typ mit dem „Ehrenwort“ ist der eigentliche Totengräber Deutschlands.

  15. blitzmerker

    @sky: Bitte nichts unterstellen, was ich nicht geschrieben habe. Wenn ich ernsthaft gegen das unsägliche Hindukusch-Abenteuer bin (wie die Mehrheit der Bevölkerung es ist), ist mir doch jeder legale Weg recht, dies zu unterbinden – alles andere wäre verlogen. Im übrigen macht sich der Bundesrat mitnichten einer Missachtung schuldig, wenn er Gesetze (der Bundeshaushalt ist ein solches) verhindert oder deren Abänderung erzwingt. Dies ist schlicht seine verfassungsmäßige Aufgabe, und deshalb ist es für die Bundespolitik nicht uninteressant, wer in NRW regiert.
    Ob das nun alles realistisch ist, sei dahingestellt. Man stelle sich zum Vergleich einmal vor, die F.D.P. könne ihr gesamtes offizielles und unausgesprochenes Programm völlig ungehindert durchsetzen…
    Übrigens kommen sehr viele Soldaten im Auslandseinsatz aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland – damit ist das durchaus auch ein lokales Thema.

  16. Kritiker

    @madamef:
    Ich habe ein juristisches Studium (ebenfalls erfolgreich) abgeschlossen und denke daher, auch nicht auf den Kopf gefallen zu sein.

    Ich habe Sie weder angegriffen, noch habe ich geleugnet, dass es in den anderen Parteien Mitglieder aus den Ost-Parteien gibt. Selbstverständlich ist mir die Vergangenheit der Bundeskanzlerin bekannt.

    Ich habe lediglich ihre falsche Aussage: „Die LINKE SED-Nachfolgerin? Tja, da hat offensichtlich die Propaganda der Plünderclique gewirkt.“ korrigiert.

    Nicht mehr und nicht weniger.

  17. Ostwestfale

    Interessante Diskussion.
    Allerdings wird immer wieder übersehen, die Partei “ Die Linke“ ist faktisch eine Neugründung. Da sind im Westen sehr viele ehemalige Sozialdemokraten dabei. Was will man denen eigentlich vorwerfen. Das sie konsequent sozial geblieben sind ? In ORDNUNG. Dann freue ich mich dabei sein zu dürfen.
    Natürlich hat die Landtagswahl enorme Bundespolitische Bedeutung. Kippt NRW, muss die Bundesregierung viel mehr Kompromisse auf allen Politikfeldern machen. Kommt die Linke in den Landtag, wird die Bundespolitik schon deshalb sozialer, um die Linke klein zu machen. Ja so funktioniert Politik, Angebot und Nachfrage ( urkapitalistisch ! )
    Im übrigen ist allein die Schul- und Bildungspolitik ( Landesthema ) ein Grund die Linke zu wählen. Alle die jetzt entscheiden, haben von einer sozialdemokratischen Bildungspolitik in den 70 er Jahren profitiert. Diese Bildungspolitik wird am konsequentesten von der Linken fortgeführt.
    Auch die Frage des Ausbaus von Stadtwerken zur KOntrolle der Strom – und Gaspreise/Wasserpreise kann entscheidend vom Bundesland NRW beeinflusst werden. Die Grünen fordern zwar lauwarm Ausstieg aus der Atomkraft haben aber vollkommen übersehen, die Machtfrage an die Stromkonzerne zu stellen. Ach nein, sie haben lieber Lobbyistenposten bei den Konzernen angenommen.
    Nein alles in allem gibt es hier in NRW nur eine WAhl, das ist “ Die Linke “ .

  18. sky

    @Ostwestfale: Danke, Du öffnest mir die Augen. Wie konnte ich nur so asozial sein und mich von der einzigen Partei, die alles durchschaut und auf alles die richtige Antwort hat, distanzieren. Wie ärgerlich, dass ich schon gewählt habe. Da hab ich wieder alles falsch gemacht. Mea culpa!

    P.S.: Wie wärs mit einem neuen Namen für den Blog: Die-LINKE-blog.de noch frei? 😉

  19. sky

    Ja, textexter. Deshalb halte ich mich auch mit Schimpfwörtern der Sorte „SchwattGelddoof“, „Doofchen“, „Charaktersäue“, „bekiffte Grüne“ zurück (um nur mal ein paar in diesem Strang vertretene zu nennen).

    Aber ironisch anmerken, dass mir ein Wahlaufruf für die Linke an dieser Stelle etwas übel aufstößt, darf ich im Sinne dieser Toleranz doch, oder? Glücklicherweise sieht das der Mod hier so. Danke dafür.

    Jetzt nochmal ohne Ironie:
    Ich halte die LINKE (wohlgemerkt die Partei) nicht für sozial(istisch) sondern populistisch. Auch und gerade in NRW. Meiner Meinung nach erklärt sich so die Plakatkampagne mit eigentlich genau 2 (Bundes-)Themen: „Raus aus Afghanistan“, „Hartz IV abwählen“.

    Und ich kann die Klientel ja sogar verstehen. Niemand will gerne einen Krieg führen und niemand sagt nein, wenn er mehr Geld als Arbeitsloser bekommt. Nur was solch guten Wünsche so nach sich ziehen, wird oft nicht mehr durchdacht. So wie es sich für einen populistischen Politikansatz halt gehört.

    Nur so als Beispiel: Gysi hat in irgendeiner dieser inflationär gewordenen Talkrunden im TV letztens sinngemäß vorgeschlagen, den Afghanistan-Einsatz am besten sofort zu beenden und das eingesparte Geld als Entwicklungshilfe dorthin zu schicken. Das finde ich persönlich eine zynische Einstellung. Wem will man denn dann diese honorige Entwicklungshilfe geben? Den Leiterinnen der ganzen Mädchenschulen, die dann aus dem Boden sprießen? Oder doch wohl eher den Machthabern=Taliban, die dann mal ein paar Ausbildungslager auf den neuesten Stand davon bringen können?

    Tja, das war jetzt zwar nicht so pointiert, sorry für den langen Text, aber mir war danach, auch noch einen inhaltsvollen Beitrag zu schreiben in dieser langen Diskussion hier.

  20. Happydigger

    20% pro
    und
    80% contra
    die Linke,
    da muss man den Blog
    nicht für umbenennen.

  21. notepicker

    Ja sky, immer das alte Schema: Wenn die Argumente fehlen wird eben geholzt!

  22. textexter

    sky, eventuell hast Du ja das TV-Duell im WDR mit fünf Parteien gesehen. Da kam eher von Rüttgers und Pinkwart Populismus pur. Der Vorsitzende der Linken, Wolfgang Zimmermann, wirkte dagegen eher wie ein altgedienter Beamter. Es ist mir zu einfach und zu billig, mit Begriffen wie „Extremisten“ und „Chaoten“ zu operieren, den Verfassungsschutz beobachten zu lassen und selbst die dicksten Schweinereien anzurühren. Es führt leider kein Weg daran vorbei, daß es SchwarzGelb vor dem Hintergrund der verkorksten RotGrünen Landespolitik in den abgelaufenen 5 Jahren keinen Deut besser gemacht haben und jetztr sogar mit hunderten von Pleitegemeinden – und städten dastehen.

    Ansonsten finde ich es gut und einem Blog angemessen, wenn hier konträr diskutiert und auch mal pointiert formuliert wird. Dazu gehört eben auch die Auseinandersetzung mit echten oder scheinbar echten Fakten. In Bielefeld sieht man, wie eine bewußte Vertuschungspolitik der Ampel dazu führt, daß kaum diskutiert wird. Auch die Lokalblätter selektieren ganz bewußt und berichten nur über das, was ihnen genehm oder in die politische Linie passt.

  23. sky

    textexter, das mit der Diskussion find ich ja auch gut. Auch wenn es in der Natur von Blogs liegt, dass hier sicher keiner den anderen in seiner Meinung überzeugen kann. Aber mal ein wenig Dampf ablassen ist ja auch ganz gesund. 😉

  24. textexter

    Also sky, da würde ich jetzt staatstragend sagen: „Da bin ich ganz bei Ihnen“ 🙂

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