Mageres Opelkonzeptchen

GM Europa und der Aufsichtsrat der Adam Opel GmbH haben heute einen langfristigen Zukunftsplan verabschiedet, der in den nächsten Tagen Regierungsvertretern übergeben wird. Danach wird der Plan auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Das umfangreiche vertrauliche Papier beinhaltet eine Finanzierungsanfrage nach Unterstützung in Höhe von 3,3 Milliarden Euro durch Bundes- bzw. Landesregierungen, 3 Milliarden Unterstützung durch GM und 1,2 Milliarden Strukturkostenreduzierung. Durch die Restrukturierung und bei konservativer Markteinschätzung, kann GM Europa/Opel bis 2011 so wieder profitabel werden. GM arbeitet mit Vertretern der Bundesregierung und der Landesregierungen eng zusammen, um offene Fragen zu klären und ergänzende Informationen zu geben, die für den Fortgang des Finanzierungsprozesses noch gebraucht werden.

Die Gespräche mit der Regierung sind angetrieben von der außergewöhnlich schwachen wirtschaftlichen Situation, die einen
starken Rückgang der Auto-Nachfrage mit sich gebracht hat – gleichzeitig ist die Möglichkeit für jedermann schwieriger geworden,
sich auf dem Markt einen Kredit zu besorgen, was für die Nachfrage besonders bedrohlich ist“, sagte Carl-Peter Forster,
Opel-Aufsichtsratsvorsitzender und Präsident von GM Europa. „Wir werden unser Geschäft mit möglichst geringen Auswirkungen auf die Arbeitsplätze restrukturieren, aber Tatsache ist, dass wir uns in einer außergewöhnlichen wirtschaftlichen Situation befinden und eventuell Werksschließungen in Betracht gezogen werden müssen. Dies soll aber durch Einsparungsverhandlungen möglichst verhindert werden.“

„Wir arbeiten mit den Arbeitnehmervertretern an dem besten Weg, um die sozialen Auswirkungen der Restrukturierung abzuschwächen, aber es muss klar sein, dass wir für eine erfolgreiche Zukunft alle drei Teile des Plans benötigen – die Strukturkostenreduzierung, Regierungs- und GM-Unterstützung. Wenn etwas davon fehlt, wird es keine praktikable Lösung geben“, so Forster. GM Europa bleib offen für Diskussionen über Partnerschaften, Beteiligungen oder andere Konstellationen, die die relative Position von Opel/GM stärken. Opel bleibt ein integraler und wichtiger Bestandteil von GMs globalem Geschäft und wird dies auch in Zukunft sein.

Das ist der Kern der Pressemeldung, die jetzt aus Rüsselsheim über die Ticker ging. Mit GM weiter. Mit GM in den Untergang? Oder sollen so mal schnell 3 Mrd. € Steuergelder über den Teich wandern? Wer garantiert, wenn das Strohfeuer des Abwrackens verloschen ist, daß weiter überhaupt Opel gekauft werden? Offensichtlich gab es doch bereits in der Vergangenheit massive Modell – und Marktprobleme. Was da vorgelegt wurde, ist nicht einmal ein Konzeptchen, geschweige denn ein Konzept. Aber die politischen Marktschreier werden schon einen weiteren Rettungsschirm spannen. Den aber bitte auch hier in unsere Gegend OWL, damit die Mitarbeiter bei Hella, Benteler, etc. auch was davon haben.

2 Gedanken zu „Mageres Opelkonzeptchen

  1. herostratos

    Forster ist von GM gebrieft worden, er vertritt nicht die Interessen von Opel Deutschland, sondern hat die Aufgabe, die Tochter mit möglichst viel Subventionskohle dem US-Versagerkonzern zu erhalten.

    Und textexter hat eine wichtige Erkenntnis publiziert, wenn er vom „Strohfeuer des Abwrackens“ sprichst: Im Nächsten Jahr schauen die ganzen Riesenmanager völlig bedröppelt in die Gegend, weil keiner mehr ein Auto kauft – denn der Mensch kann – rein physiologisch bedingt, nur mal mit seinen beiden Beinen allenfalls e i n Auto auf einmal steuern…!! Leider,leider, wir werden von Deppen regiert, und die Mega-Deppen sitzen in den Managementetagen – übrigens schon immer, nur: jetzt merken’s alle!

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