Wenn der arme Frieder Lükex spielt

Am Terror-Szenario sind neben der Stadt Lemgo, der Bezirksregierung, dem Kreis Lippe auch Land und Bund beteiligt. Alle Institutionen bereiten sich seit einem Jahr akribisch auf die erste Katastrophenschutzübung in Lippe vor. Zeitgleich wird dieser Ernstfall in drei weiteren Bundesländern geprobt. In Nordrhein-Westfalen wurden die Städte Dormagen, Köln, Gummersbach und Lemgo für die länderübergreifende Übung des Krisenmanagements, kurz „Lükex“, ausgewählt. „Regelmäßige Proben dieser Art sind unverzichtbar. Wir müssen im Schadensfall schnell und zielgerichtet reagieren. Heute können wir unser gesamtes Krisenmanagement praktisch durchspielen“, erklärte Landrat Friedel Heuwinkel. Quelle: NW Bielefeld.

Ach Frieder. Hast wohl als Bub zu selten mit Deinem Papa „Katastrophe“ spielen dürfen? Oder funkte das weibliche Geschlecht zu früh dazwischen? Wie dem auch sei. „Terrorangriff“ wurde heute auch auf dem Kölner Flughafen gespielt. 5000 Mann, über 200 Feuerwehren, Krankenwagen und Einsatzwägen der „Beschützer“ spielten den Ernstfall, einen Terrorangriff auf ein Flugzeug. Ist ja in Deutschland schon so oft passiert, das man das immer wieder üben muß. Bis auch der letzte BILD-Leser glaubt, wie bedroht wir doch sind. Klar, „Terrorschützer“ können hinter jeder Ecke lauern, getarnt als Beamte oder öffentlich Bedienstete. Schützen sollten sie uns allerdings vor den paranoid-kranken Hirnen derer, die sich so eine Scheiße ausdenken. Tut die Bundeswehr ins Land, stellt an jeder Kreuzung einen Panzer auf, montiert noch ein paar Überwachungskameras mehr und verbietet endlich das gefährliche Denken derer, die sich nicht nur an den Kopf greifen sondern berechtigt fragen, wo der Terror eigentlich beginnt. Offensichtlich doch in den paranoiden Hirnen derer, die uns das alles einreden wollen.

Führer befiehl, wir folgen Dir. Dann laßt mal Frieder weiter Lükex spielen. Jetzt sollten wir aber flott den atomaren Super-GAU draufsetzen. Das wäre eine Übung mit realem Hintergrund. Entdeckt die Möglichkeiten!

10 Gedanken zu „Wenn der arme Frieder Lükex spielt

  1. Doc Schneider

    Fürstenfeldbruck ging ’72 so dermaßen daneben, weil’s keiner geübt hatte (sowas war ja auch kaum vorgekommen, vorher).

  2. Grübel

    Ach ja, deine Kommentare möchte ich mal sehen wenn so ein Szenario mal in echt passiert und es dann keiner geübt hat und alles in die hose geht. Ob jetzt eine bombe im Flieger hoch geht oder ein technischer Defekt die Maschine explodieren läßt ist am Anfang zweitrangig
    Beispiel Übung Lemgo. Die Dekon-Einheit ist neu, für sie war es die erste große Übung. Das Zusammenspiel mit allen anderen Einheiten wie BHP50 und TEL z.B. muß auch erstmal eingespielt werden. Und ob es sich jetzt um einen angenommen Terroranschlag oder ein Chemieunglück in einer Schule/Uni handelt macht für die Einsatzeinheiten keinen großen Unterschied. wichtig ist die schnelle Versorgung aller Betroffenen. Hierzu bedarf es Kräften aus der gesamten Region. So etwas kann weder ein einzelner Kreis noch die „Großstadt“ Bielefeld alleine stemmen.
    Alle eingesetzten Einheiten dienen nicht nur irgendwelcher Terror-Überlegungen sondern auch dem normalen alltäglichen Bevölkerungschutz. Solche Übungen müßen eigentlich viel häufiger statt finden. Und dann noch unter verschärften Bedingungen wie z.B. ohne vorherige langwierige Informationen an die Kräfte.
    Denk immer dran, es könnte auch mal derin Arsch sein der in der Klemme sitzt.

    Nachdenklicher Gruß
    Grübel

  3. textexter Artikelautor

    Na wenigstens einer, bei dem die ständige Angstberieselung mit „Terror“, „Gefahr“, „Katastrophe“ bereits wirkt. Sicher auch vorschriftsmäßig gegen Schweinegrippe geimpft und den Helm beim Überqueren der Herforder aufgesetzt? Ich mag Staatsbürger, die alles treu und brav befolgen, was „von oben“ angeordnet oder verbreitet wird. Das ist dann so richtig deutsch. Man könnte doch auch schon mal den atomaren Super-GAU üben. Monatlich mindestens.

  4. Martin Horn

    Lieber textexter,

    es ist einfach XXXXXXXXXX, so einen xxxxxxx zu schreiben, vieleicht solltest Du an die vielen ehrenamtlichen Personen denken, die auch hoffentlich mal xxxxxxxxxxxxxxx retten. (oder auch nicht)

    zeig Dich – damit Du zu Deinen Aussagen persönlich Stellung nehmen kannst.

    Da hast Du aber völlig am Thema vorbeikommentieret und außerdem persönliche Beschimpfungen losgelassen, die hier nicht hingehören. Der Schreiber hat in keiner Weise ehrenamtliche Personen verunglimpft. Es ging lediglich um den (politisch gewollten) Hype, der mit dem Begriff „Terrorübung“ und einem explodierenden Flugzeug einherging.

    Administrator

  5. Ghostwriter

    Keiner hat etwas gegen Übungen und textexter bestimmt auch nicht, aber wie das alles so hochgespielt wird, in der Öffentlichkeit … dagegen haben viele etwas.

    Sollen die doch Ihre Übungen machen, ist es aber notwendig in der NW es hochzuspielen? Nö. Ist es nicht.

    Das fabriziert doch nur mehr Panik, das etwas passieren könnte, anstatt, das alle beruhigt sind.

  6. Doc Schneider

    Wenn keiner breit sagt, das es eine Übung ist, dann glauben die Leute noch, es ist echt.

    Als es noch Sirenen gab, da wurde über jeden Test vorher in der Tagesschau informiert.

    Außerdem: Streiche „Terror“, setze „Explosion auf Industriegelände“ und das Szenario kann so ziemlich das gleiche sein. Ein paar Tanks mit flüssigem Sauerstoff gehen hoch, weil irgendeiner gepennt hat und WUMM! … Lüttich hoch drei!

  7. Grübel

    Hallo textexter,

    geh mal davon aus das ich mir meine Gedanken machen. Nein, ich bin nicht gegen Schweinegrippe geimpft und bestimmt nicht Obrigkeitshörig! Und ja, mein Helm liegt im Kofferraum. Der ist allerdings beige, hat nen roten Streifen rundum und schützt bei einem Autounfall bestimmt nicht. Nur weil man sich für eine öffentliche Aufgabe engagiert, ist man nicht automatisch ein hirnloser stattshöriger Mensch.
    Den Helfern ist es im Grunde egal wie man eine Übung nennt. Sie sind nur froh endlich mal wieder im großen Rahmen üben zu können. Ständig werden Mittel und dergleichen für die Hilfsdienste gestrichen. Vor Jahren wurden solche Lagen 2 bis 3mal im Jahr mindestens geprobt. Heute ist noch nicht mal eine Veranstaltung im Jahr üblich. Wenn es jetzt aber bumm macht wie in Höxter vor 3 Jahren oder Köln letztes Jahr, wenn mit einem mal einige Häuser nur noch Trümer sind und die Hilfe dann nicht funktioniert ist das Geschreie auch wieder groß.
    Der eine Mensch ist halt gerne Helfer und der 2te schreibt komische Texte und hält alle anderen für blöd.
    Mich würde wirklich interessieren ob du schon jemals was für deine Mitmenschen in einer Notsituation getan hast. Falls ja und Du evtl auch noch in einem technischen oder sanitätlichen Hilfsbereich ausgebildet bist, hätte ich vielleicht ein Angebot an Dich. MACH einfach mal mit.
    Wie wäre es mit einem Hilfseinsatz auf Haiti? Nächste Woche Donnerstag geht der Flieger. Für mich übrigens zum 2ten mal.

  8. textexter Artikelautor

    Lieber Grübel, ich unterstelle Dir durchaus, daß Du Dir Gedanken machst und nachdenkst. Wie übrigens alle Frewilligen und Ehrenamtlichen, ohne die diese Gesellschaft wohl kaum funktionieren würde. Du hast aber bei der Lektüre meines Eintrages einen ganz entscheidenden Fehler gemacht und Vorurteile konstruiert, wo sie nicht sind. Es ging explizit um das Thema „Terror“, das hier aus meiner Sicht – und die billigst Du mir doch sicher ebenso zu wie ich Dir Deine – als populistischer Aufhänger mißbraucht wurde. Gestern Abend brachte das WDR-Lokalfernsehen einen Bericht über die Übungen, in dem sich Frewillige durchaus in meinem Sinne sehr kritisch äußerten. Ich gebe Dir durchaus recht, daß der in anderen – aus meiner Sicht eben nicht unbedingt systemrelevanten – Bereichen ja sehr freigiebige Staat genau da kneift und die Mittel kürzt, wo es eigentlich angebracht wäre.

    Schön wäre aber, wenn Du bei Deiner Betrachtung der Dinge nicht alle die „für blöd halten“ würdest, die mangels entsprechender technischer oder sanitäterlicher Ausbildung nicht nach Haiti fliegen wollen. Wenn Du da helfen kannst, ist das aller Ehren wert.

  9. Grübel

    Hallo textexter,
    >>Der eine Mensch ist halt gerne Helfer und der 2te schreibt komische Texte und hält alle anderen für blöd.

  10. Grübel

    Da fehlte noch was….

    Sorry, war vielleicht ein wenig schlecht formuliert. Ich wollte dir bzw. den meisten Anderen keineswegs unterstellen nichts zu tun, jeder nach seinen Fähigkeiten.
    Aber mich kotzt es einfach an wenn man als Helfer teilweise angepöpelt und von einigen Mitbürgern als bescheuert dagestellt wird und sie selber nichts tun.
    Bin im Moment vielleicht in diesem Bezug einfach überempfindlich.

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