Die NW und der Pressekodex

Heute steht in der NW ein Artikel über eine Person, welche in der Stadtbahn geraucht haben soll. Mobil-Kontrolleure haben deswegen seine Personalien kontrolliert und deswegen soll der Betroffene die Kontrolleure angegriffen haben. Die Kontrolleure hätten den Betroffenen deswegen festgehalten und ihn losgelassen als er seine Freundin aufegfordert hätte, ihm sein Messer zu geben. So die Schilderungen der Kontrolleure bei der Polizei, ob es stimmt ist eine andere Frage. Jedenfalls steht dann am Ende des NW-Artikels:

Den Ausweis (eine Duldung) hatte der Kontrolleur noch bei sich. „Bei dem Mann handelt es sich um einen der Polizei wegen zahlreicher Gewaltdelikte bekannten 37-jährigen Türken“, so Burchard. Die Ermittlungen dauern an.

Zur Erinnerung im Pressekodex Artikel 12 steht:

In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.

Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

5 Gedanken zu „Die NW und der Pressekodex

  1. herostratos

    …mhhh…und was soll das heißen? Dass der Artikel 12 des Pressekodex‘ der Weisheit letzter Schluss ist? Das ist doch immer eine Ermessensfrage und keine Glaubensangelegenheit und erst recht kein Gesetz! Wenn einer wegen der Taten eines Einzelnen sofort Rückschlüsse auf ein ganzes Volk zieht… na ja……..verbieten lässt sich das nicht, die Stammtische der Republik sind voll von diesem Gelaber. Aber der Deutsche muss wohl alles immer per Gesetz oder Codex regeln…und das gilt dann immer und ewiglich, Ausnahmen nicht erlaubt.

  2. epsilon

    Der Codex ist kein Gesetz, sondern Regelungen zum journalistischen Handwerk, welche allenfalls durch Rügen bzw Gegendarstellungen geahndet werden.

    Darum geht es auch nicht, sondern um den Sinn des Codex und der zeigt hier latenten Rassismus der NW und der Polizeipressestelle.

    Insbesondere da hier keiner fragt ob denn die Kontolleure überhaupt den Ausweiss kontrollieren dürfen, wenn sie jemanden beim Rauchen erwischen.

    D.h. es geht hier um Rassismus und nicht um Verstöße gegen irgendwelche Gesetze,

  3. Kaaarl

    tja, so ist das wenn man mit den Pressemitteilungen der Polizei nur Copy&Paste macht…
    NW halt!

  4. Pitje

    “ … wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.“

    Der Sachbezug besteht darin, dass der Anteil krimineller und gewalttätiger Ausländer proportional erheblich höher ist gemessen an der Gesamtbevölkerung. Auch wenn das die meisten Gutmenschen hier sicher nicht wahrhaben wollen.

  5. notepicker

    @Pitje
    Mensch bin ich froh, dass wir Gutmenschen hier nun einen echten Checker unter uns haben, einen der weiß wo’s lang geht. Einer der was versteht von Statistiken und Ausländerkriminalität. Die Bundeszentrale für politische Bildung merkt zu solcher Geistesleistung an: „Die Behauptung, Ausländer seien um ein Vielfaches krimineller als Deutsche, gehört zum Repertoire rechtsradikaler Propaganda…“ http://www.bpb.de/publikationen/HTD7VE,0,Ausl%E4nderkriminalit%E4t.html
    Sie kommt nach einer diverenzierten Auswertung der Statistik zu dem für Dich sicher unakzeptablen Schluss: „Als Ergebnis einer differenzierenden Auswertung der Kriminalstatistik ergibt sich, dass die Kriminalität der ausländischen Wohnbevölkerung (Arbeitsmigranten) gegenüber vergleichbaren deutschen sozialen Gruppen geringer ist. Ausländer, die ständig in Deutschland leben, sind also gesetzestreuer als Deutsche in gleicher sozialer Position.“ (Link s. oben)
    Allein in der Gruppe der 14 bis 17 jährigen ist die Anzahl der Straftaten höher als bei vergleichbaren deutschen Jugendlichen.
    Aber was können schon Tatsachen ausrichten gegen verbohrte Gehirne?

Kommentare sind geschlossen.