Unverschämter Protest vor Reichstag?

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Das ist ein original schwäbischer Sparstrumpf für W. Schäuble, gestrickt von Kinderhänden in Bangladesh.

Auch die Initiatoren des Protests am (heutigen) Freitag setzen auf zivilen Ungehorsam. „Wir haben es auf die Schienen geschafft. Jetzt schaffen wir es vor den Reichstag“, heißt es in einem Mobilisierungsvideo. Um den Reichstag gibt es eine großräumige Bannmeile, in der nur ein eingeschränktes Versammlungsrecht gilt. Im Bündnisaufruf heißt es: „Wir werden in die Bannmeile strömen. Dass wir dadurch eventuell eine Ordnungswidrigkeit begehen, nehmen wir in Kauf.“ Quelle: taz.

Heute also wird in Berlin vor dem Reichstag „Gegen die Sozialkürzungen“ demonstriert. „Wir schützen die Bannmeile“ sagen die Leute mit den automatischen Knarren im schwarzen Dress. Drinnen ratschen sie bei Kaffee und Dresdner Stollen aus dem „Sozialfond notleidende MdBs“ darüber, wie man durch Neuverschuldung angesichts eines Bundesminus von stramm über 1,7 Billionen Euro noch ein bisschen mehr von unten nach oben verteilen, ja verschieben kann. „Alternativlos“ sagt man wie die Physikerin im Kanzlerstuhl, der mehr und mehr der Wind aus fast ganz Europa entgegenweht. „Alternativlos“ sagt der griesgrämige Mann im Rollstuhl zu seinem „Hauschhalt“. Draußen vorm Reichstag greift sich die schwäbische Hausfrau an den Kopf und ruft lautstark: „Merkel raus“.

„Alternativlos“. Welch wunderbares Wort. Wie durch Zauberhand kam plötzlich „der Terror“ über Deutschland, werden verklebte Pappbecher in paranoid-hysterischen Aktionen als Jokebomben enttarnt. Wie soll man da noch demonstrieren, wo dieses Land doch so bedroht ist. Ist das nicht reichlich unverschämt? Schäubles „Terrorischte“ hangeln sich quasi schon über die Glaskuppel das am besten bewachten deutschen Gebäudes und DIE demonstrieren? Ja haben die denn gar keine Achtung vor den über 600 Menschen, die bei Kaffee und Dresdner Christstollen drinnen so hart arbeiten, so hart ringen „um soziale Gerechtigkeit“? Die nur die „Alternativlosigkeit ihrer Haushaltspläne“ hindert, den Menschen mit wenig oder gar keinem Einkommen in diesen vorweihnachtlichen Zeiten etwas Gutes zu tun? Wo sie doch grade den mutigen Spekulanten aus den deutschen Banken den Rücken in Irland gestärkt haben. Damit Irland nicht die sagenhaft niedrigen Unternehmenssteuern erhöhen muss und google, Apple und diverse Superspekulationsbanken am deutschen Fiskus vorbei, usw. plötzlich keine Zuhause mehr haben für ihre Buden, die da billigst Rendite mit ihrem Kram machen. Stattdessen findet man das Klasse, was die irischen Regierungsidioten da tun: Sozialabbau in großem Stil rettet fette Bankerärsche. Wo sie doch grade SchwatzGeld vereinbart haben, notleidende deutsche Unternehmen/Unternehmer ab Januar noch mehr zu „entlasten“ und dem Stimmvieh einfach aufzusatteln. „Wer Krankenversichert sein will, der muss eben Margarine essen“, wird der komische Herr Rösler sagen.

Dagegen vor dem Reichstag – womöglich noch in der Bannmeile – zu demonstrieren, ist einfach unverschämt. Unverschämt, wo sich niedrig entlohnte Staatsbedienstete mit neuen automatischen Waffen aus deutscher Produktion, Pfefferspray und unsichtbar geparkten Wasserwerfern mit Augenausschiessdruck um die Sicherheit derer sorgen, die drinnen Entscheidungen gegen das Volk treffen, dessen scheinbare Mehrheit sie in geistiger Umnachtung (FDP über 14%) sogar gewählt hat. Frankreichs Mininapoleon mit der großen Schnauze, das Carla-Bruni-Begleitmännchen Sakotzy, würde einfach die ersten beiden Reihen „wegkärchern“ lassen und gut wäre es.

Denkt er. Mittlerweile ist der Protest gegen diese Politik zu einer sehr alternativlosen Bewegung angeschwollen. Das ist aber erst der Anfang. Denn wenn Portugal unter den tollen Merkel-Schirm schlüpft, dann analog Spanien und schließlich nach Italien auch Frankreich wird aus dem Letzten klar werden, was sich da „alternativlos“ anbahnt:

Euro-Endzeitstimmung

Wie gut, dass es immer noch Milliarden D-Mark in den Sparstrümpfen der schwäbischen Hausfrauen gibt, die sie sich auch nicht für das „alternativlose“ S 21 abluchsen lassen. Schwäbische Hausfrauen können nämlich im Gegensatz zu Templiner Rouladenbraterinnen rechnen. Schon ein ehemaliger Bundespräsident Köhler hatte sich ziemlich an der Speise verschluckt und machte dem Weichspüler aus Osnabrück, einem gewissen Christian W., Platz.