Sie schütten uns zu

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Wer mehrere Zeitungen abonniert hat, der fängt des Morgens beim Kaffee mitnichten damit an, die Revolvernachrichten zu lesen. Händeweise befördert man die Beilagen aus den Gazetten. „Kauft, kauft, kauft“ schreit es aus jedem Winkel. Wie Ertrinkende im Strudel der Lutter kobern die Händler um Kundschaft. Pünktlich zu diesem Werbetsunami läuft auch die Propagandamaschine an. Die meldet: „Leute kauffreudig“. Dann gibt es die wissenschaftlichen Unken, die jeden Furz untersuchen, wenden und der Seelenanalyse zuführen: „Schlimmste Kreise seit 60 Jahren“. Möglich aber auch, das Volk sagt: „Wißt Ihr was? Ihr könnt uns mal. Wir lassen uns doch nicht verarschen“. Wir werden bald hören, was unser Einzelhandelsverband hierzulande sagt. Noch sind die Stirnen leicht gerunzelt. Hoffen wir mal, dass die 5. Digicam, der 22. WMF-Topf und die gehäkelten Topflappen vom Ramscher des Vertrauens doch Käufer finden.

Wir machen das wie all die Jahre: Nicht mehr. Nicht weniger. Also gleichbleibend wenig. Schenken tun wir dafür das ganze Jahr. Wenn es Zeit und angebracht ist. Dafür brauchts keine Klingelglöckchenaufforderung mit zarten Schellenklängen aus Nanjinger Porzellan. Handgeklöppelt. Irgendwie bekloppt, der Kaufwahn. Aber über Weihnachten kann man ja nicht mal mehr nach Grönland. Da hat die Kanzleuse die Eisflächen grün geguckt und anschließend in Brüssel für die hohe Steuerförderung der größten CO2 -Schleudern plädiert.

3 Gedanken zu „Sie schütten uns zu

  1. mika

    Dieses Jahr sollen die Menschen ruhig nochmal so richtig shoppen gehen und ihr Geld unters Volk bringen. 2009/2010 werden sie, vor lauter Zukunftsangst, ihr Geld nämlich wieder horten.

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