Tabuthema Zwangsarbeit in Bielefeld

Bielefeld hatte ja mal zu Zeiten des tausendsten aller Reiche ziemlich große Unternehmen. Nicht nur die Puddingkreateure, nein, da gab´s auch Dürkopp, Adler usw. Und es gab das Thema „Zwangsarbeit“. Bis heute ziemlich unter der Decke gehalten. Bis heute tabuisiert. Mit der Geschichte der Ravensberger Spinnerei soll auch dieses Thema aufgearbeitet werden. Aus einer Pressemeldung der Stadt Bielefeld:

Die Rolle und die Bedeutung der Zwangsarbeit ausländischer Beschäftigter in der Ravensberger Spinnerei stehen im Zentrum einer Kooperationsveranstaltung von VHS, DGB-Arbeitskreis „Zwangsarbeit in Bielefeld“ und „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ (Sektion Bielefeld). Die Veranstaltung trägt den Titel „Betriebsgemeinschaft – Rüstungsproduktion und Zwangsarbeit: Die Ravensberger Spinnerei in der Zeit des Nationalsozialismus“. Sie beginnt am Donnerstag, 29. November, um 19.30 Uhr in Raum 240 der Ravensberger Spinnerei, Ravensberger Park 1. Der Eintritt ist frei.

Es waren fast ausschließlich Frauen, aus Polen und später dann aus der Sowjetunion, die hier während des 2. Weltkriegs Zwangsarbeit leisten mussten. Die Betroffenen selbst sind bisher nicht zu Wort gekommen. Jetzt ist es uns gelungen, Selbstzeugnisse von ihnen ausfindig zu machen und darüber hinaus Kontakt zu einigen wenigen der ehemaligen Zwangsarbeiterinnen aus Polen herzustellen. Diese Selbstzeugnisse werden vorgestellt. Mit ihrer Hilfe und aus den vorliegenden Dokumenten wird ein Bild von den Bedingungen gezeichnet, unter denen die Zwangsarbeiterinnen eingesetzt wurden.
Dabei wird auch die wirtschaftliche Entwicklung der Ravensberger Spinnerei in dieser Zeit skizziert und danach gefragt, welche Bedeutung die damals herrschende Ideologie und Politik der „Betriebsgemeinschaft“ für den „Ausländer-Einsatz“ hatten.

Sicher, viele werden sagen „Was soll´s?“ und „Ist doch Geschichte“. Aber in einer Zeit, in der unsere Politiker wieder ohne Sinn, Verstand und angegriffenes Deutschland lustvoll deutsche Soldaten an die Fronten der Welt schicken, sei auch ein Blick auf die mit Krieg verbundenen Greuel gestatte. Geschichte widerholt sich bekanntlich. Grade Ostwestfalen hat militärische Standorte der Bundeswehr, in denen viele Soldaten mit der Vorstellung leben müssen, demnächst an den Hindukusch versetzt zu werden. Ach so, wir haben ja Krieg gegen die „Schurkenstaaten“….