Gönüllerin Sampiyonu*

Die, die in Deutschland immer aufjaulen, wenn es um die Integration zB. der türkischen Mitbürger geht, haben gestern Abend nach dem EM-Spiel ziemlich eine auf den Deckel bekommen. Wer die Bilder nach dem Spiel auch hier in Bielefeld sah, miterlebte wie die eigenen Kinder von ihren türkischstämmigen Mitschülern beglückwünscht und umarmt wurden, der hat nichts von den Bildern gesehen die uns gewisse Scharfmacher so wahnsinnig gerne geliefert hätten.

Für Heinz Reinders, Bildungsforscher an der Uni Würzburg ist die Jubelstimmung keine Überraschung. Bereits seit Jahren stellt Reinders in Langzeitstudien eine zunehmende Integrationsbereitschaft bei Jugendlichen türkischer Herkunft fest. Im Gegensatz zu den Gerüchten, die dritte Generation sei für Deutschland praktisch verloren, erweise gerade die sich als der eigentliche Motor der Integration, sagt Reinders.

Bei der Ausfahrt aus dem Parkplatz querte eine kleine Gruppe junger Türken mit riesigen deutschen und türkischen Fahnen unseren Weg. Als wir den Daumen hochreckten skandierten sie: „Deutschlaaaaaaahm, Deutschlaaaaaaaaaahm. Deutschland kommt gleich nach der Türkei. Jetzt drücken wir Daumen für euch“.

* „Sieger der Herzen“. Das waren gestern Abend wirklich alle. Mal abgesehen von den braunen Rechtschaoten im sächsischen Dresden, die meinten, Dönerbuden zur Zielscheibe ihres Hasses machen zu müssen. Als wir bei „unserem“ Türken heute die vier Lahmacun bezahlen wollten, winkte er ab: „Schenk ich Euch. Ihr habt verdient das Finale erreicht“.