Richterklatsche für Arbeitplus Bielefeld

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Weil Hermann K. (Name geändert), 53 Jahre, abhängig von Alkohol ist, kann er keiner Arbeit nachgehen und muß immer wieder in die Klinik. Weil er dort verpflegt werden muß, kürzte die Behörde die 345 Euro monatliche Sozialleistung. Siegfried Kammel, Bielefelder Anwalt , ging bis vor das Landessozialgericht Essen und bekam in letzter Instanz Recht. Kürzungen sind also im Krankheitsfall nicht zulässig, wenn im Krankenhaus verpflegt wird.

Gestern Abend bei „Anne Will“ in der ARD konnte man sich wieder einmal anhören, wes Geistes Kinder in dieser Republik hier auf das abgehängte Mindestenzdrittel der Bürger im Auftrag der neoliberalen Mischpoke hetzen. Stellvertretend sei die Journalistin (für wen schreibt und filmt sie letztendlich?) Rita Knobel-Ulrich zitiert: „Hartz IV alimentiert die Menschen ganz gut. Vater, Mutter und zwei Kinder bekommen 345 Euro pro Erwachsenen, 247 Euro pro Kind, plus Wohngeld, plus Heizung, plus Strom, plus Krankenversicherung. Das sind zirka 2000 Euro im Monat. Das muss man erst mal verdienen! Ein Mann, der vielleicht der einzige Verdiener ist, der im Kindergarten den höchsten Satz zahlt, weil man sagt ‚Du hast ja Arbeit.‘, der jeden Tag sieht, dass seine Tankfüllung teurer wird, dem nicht angeboten wird, dass er ein Sozialticket für die U-bahn bekommt, der muss mit diesen 2000 Euro ganz schön haushalten.“

Liebe Rita. Machen Sie lieber mal einen Film mit Großverdiener GAZgerd Schröder, der die von einem verurteilten Kriminellen im Verein mit der Bertelsmann-Stiftung Gütersloh geschriebenen Gesetze einführte und fragen Sie mal, wie lukrativ das sein mag, eine Gesellschaft in eine derartige Schieflage zu bringen und sich dann gegen Millionensalär ins GAZ zu flüchten. Als Anwalt wäre dieser Mann geblieben, was er mal war: Ein kleiner Hannoverscher Rechtsanwalt. Aber was liest man im „Forum Anne Will“ als Beitrag zu dieser Dame? „Vor der Journalistin Rita Knobel-Ulrich muss ausdrücklich gewarnt werden, da sie dafür bekannt ist im Auftrage des NDR unverfrorene Hetzsendungen gegen Arbeitslose zu produzieren, so nach dem Motto: “Arbeitslose sind nur faul und Sozialschmarotzer” Der Mietmäuler werden leider auch immer mehr in Deutschland.

7 Gedanken zu „Richterklatsche für Arbeitplus Bielefeld

  1. Wollner

    Diese Knobel-Ulrich hatte selbst in der Sendung noch nicht mal die primitivsten Anstandsformen ständig fiel sie Heiner Geißler ins Wort.
    Die Antwort auf seine Frage was sie tun würde wenn die Waschmaschine kaputt geht war an überheblichkeit und Arroganz nicht mehr zu überbieten.
    Diese Frau sollte selber auf HartzIV gesetzt werden sie ist für mich keine kompetente Journalistin sondern eine miese Hetzterin gegen HartzIV-Bezieher!
    Ich verstehe nicht das dieser Frau im öffentlich-rechtlichen-
    Gebührenfinanzierten Fernsehen auch noch ein Forum geboten wird!

  2. textexter Artikelautor

    Danke Roger. Traurig, das wir GEZerpresste Gebühren zahlen für die Selbstdarstellung solcher – gewollten – Hetzer, die mit Unwahrheiten und Plattitüden BILDschnittartig operieren. Man kann nur hoffen, das der Dame eines Tages das passiert, was Millionen passiert, ohne das sie es provozierten, geschweige denn wollten. Lediglich der politische Wahnsinn eines verurteilten Kriminellen im Verein mit einem ins GAZ geflüchteten gescheiterten Kanzler haben das vermocht. Und seine Nachfolgerin auf dem Sesselchen hat es dann optimiert. Kann ja auch nicht angehen, das wir Deutschen einen „ewigen Rechtsanspruch auf Demokratie haben“, wie das FDJ-Wendehälschen dereinst betonte.

  3. Zwangstest

    Ich lebte etwa 1 Jahr unter dem Hartz IV Satz (geringes ALG I und Wohngeld, bei Hartz IV hätte ich etwa 50 EUR mehr gehabt).

    Ich habe gut gelebt, hatte Obst auf dem Tisch, nen Handyvertrag und konnte streßfrei mein Leben genießen.

    Mein Fazit: Eine Einzelperson, die nicht raucht, nicht säuft, nicht zig Handyverträge und völlig schwachsinnige Flatrates hat, kann SEHR gut von Hartz IV leben. Aus der Diskussion mit Kindern halte ich mich raus, da ich da keine Erfahrungen habe, aber die Einzelperson kann ich sehr wohl objektiv beurteilen. Wer es da mit Hartz nicht schafft, hat einfach sein Leben nicht im Griff und benötigt nen Finanzberater, der ihm mal sagt, daß der ipod für Hartz IV eben angespart werden muss, und er seine freie Zeit mit Angebotsprospekten und SChnäppchensuche verbringen kann. So kriegt er auch gute Ware für wenig Geld – kein Hartz IV – Empfänger (aus vorstehender Kategorie) braucht bei Kik ne 3 EUR Hose kaufen. Dieses ewige Gejammere geht mir auf den Angst (natürlich sind Professoren, die meinen, gute 100 Schleifen reichen, auch völlig neben der Kappe).

  4. textexter Artikelautor

    Sie Glückspilz. Ich kann Ihnen locker eine halbe Hundertschaft aus der Zuständigkeit der Bielefelder Tafel nennen und zeigen, die ganz erheblich mehr Probleme haben. Aber die leben wahrscheinlich alle „wie die Maden im Speck“, wenn sie ihr schmales Tütchen bei der schrägen Tante abholen. Hat Sie der überbezahlte Berliner Senator und demnächst Bundesbanker mit dem schrägen Blick bezahlt? Kaufen Sie ruhig weiter Kick. Chinas Kinderarbeiter und Chemiepantscher freuen sich.

  5. Zangstest

    Wieviel Handyverträge haben die ? Was für ein Auto fahren und finanzieren die ? Rauchen und trinken die übermäßig ? Im Übrigen kaufe ich nie KIK und wie ich auch äußerte, muß dies auch kein (alleinstehender) ALG II – Bezieher. Welchen Zoo gönnen die sich ? Welches TV-Internet-Entertainment-Super-Mega-High-Speed Paket mit monatlicher Grundgebühr von 100 EUR gönnen die sich ? Natürlich muß man rechnen, aber die Einzelperson kann es sich von HartzIV gut gehen lassen. Mit Miete kriegt die ja fast das, was so mancher Malocher in der Lohntüte hat. Und wenn man dann bedenkt, dass es oft auch junge Menschen sind, die noch nie was geleistet haben und nie leisten werden… es ist einfach ne Ungerechtigkeit, dass der 50jährige, dem auf dem Arbeitsmarkt viele Chancen verwehrt bleiben, aber über 30 Jahre malocht hat für Heim und Familie auf eine Stufe mit solchen verkorksten Leuten gestellt wird.

  6. themathema

    so, nun mein Senf dazu.

    1. Habe ich in einer „Weiterbildungsmaßnahme“ (finanziert von Arbeitplus) eine Umfrage gestartet, dessen relativ valides Ergebnis war, das (fast) nur Menschen, die selber noch nicht von Hartz 4 betroffen waren, für diese Menschen den Begriff „Sozialschmarotzer“ verwenden. Natürlich gibt es auch Menschen, die von Hartz 4 gut leben können, was aber auch mit unterschiedlichen Sätzen und unterschiedlichen Lebensbedingungen, für die man nicht immer voll selbst verantwortlich ist, erklärt werden kann, und somit die gut klarkommenden wohl eher die Ausnahme sind.
    2. wo ein Schulsystem soziale Trennung zum Schwerpunkt hat, braucht man sich nicht zu wundern, das sozial getrennte Gruppen dabei herauskommen…das Problem liegt an den Schulen und schwierigeren Bedingungen für Jugendliche, die nach Möglichkeit schon vor dem Erwachsenenleben ein Leben wie Ihre Eltern führen sollen, in die Verwertungsmaschine eintreten, und eben nicht bei faulen Jugendlichen, sondern eher an Älteren, von denen nichts als Selbstbereicherung gelernt werden kann, oder wie man sich verbal aggressiv einen Parkplatz sichert oder nen Fahrradfahrer zusammenfaltet…da machen es sich einige Damen und Herren zu einfach…
    3. Erstmal an die eigene Nase fassen: Ask, what you can do for your …, and not what your… can do for you, oder um es mit einem Liedeermacher zu sagen: „warum sind immer die andern schuld, wenn man selbst zu doof ist zum denken…?
    4. Welche Chancen haben Jugendliche auf dem Arbeitsmarkt?
    so das wars fürs erste

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