Und wer kauft die Gebrauchten?

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Der Mann bei Hagemann schüttelt den Kopf und schwenkt den Arm ausladend über die riesige Menge Gebrauchtwagen im weiten Rund. „Wie Blei. Die kauft jetzt keiner mehr, kosten aber Finanzierung“. Tja, in all den Jubel und Trubel, die Dankesgebete an eine so „freigiebige“ Regierung, den nationalen Abwrackwahn weihnachtlichen Ausmasses, mischen sich tatsächlich nachdenkliche Töne? Jetzt, wo die Saabchen heim zu Mamma Hagemann rollen und keiner sie mehr will, macht sich Verwunderung breit bei den Autoleuten. Hagemann begegnet dem mit Nostalgie, man rollt alte Schätzchen heraus. „Senator“ aus der Zeit vor Einsparungs – totengräber Lopez. Als die Schweller noch nicht programmiert rosteten und Bleche nicht wie zu dünn gebackene Eierkuchen mit Magermilch wirkten. Es war die Zeit, als Opel noch eine Automacht war in Deutschland, mit Marktanteilen, die GM in Detroit richtig mästeten und niemals an Kleinwagen denken ließ.

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„Manchmal“, sagt der Mann von Hagemann in die Stille hinein, „manchmal glaube ich, es wäre besser, Opel ginge in die Insolvenz und losgelöst von General Motors und schlanker Ausrichtung neu in den Markt“.

„Löst das Ihr Gebrauchtwagenproblem?“, frage ich.

„Nein“, sagt der Mann von Hagemann, „natürlich nicht“.

Dazu passen die Zahlen aus einer aktuellen Pressemeldung:

– In den letzten drei Monaten gab es 22 Insolvenzen von
Automobilzulieferern, davon sind 32.000 Mitarbeiter betroffen
– Insolvenzwelle wird im März 2009 ihren Höhepunkt erreichen
– 2009 könnten in Deutschland weitere 50 bis 80 Zulieferer
zusammenbrechen
– 100.000 Arbeitsplätze bei insolventen Zulieferern in Gefahr
– Renditen fallen um 65 Prozent

Quelle: Oliver-Wyman-Analyse „Krise in der Automobilindustrie“.

Merke: Unsere oberklugen Faseler in Berlin halten es für viel viel wichtiger, Steuergelder in „Systemimmanente Banken“ zu versenken. Wie verlogen und absolut unwahr das ist, belegen derzeit aktuelle Analysen berufener Leute. Man könnte auch unhöflich sagen: „Die Politiker sind mit den Banken verwoben und versuchen, die Rettung ihrer Ärsche zeitlich hinaus zu zögern bis es nicht mehr geht“. Auf Dauer wird das nicht gelingen. Aber hat Frau Dr. Murkel nicht für alle Sparkonten persönlich gebürgt? Na bitte. Jeder kriegt dann eine hausgebratene Roulade, die laut unserem Horst „so lecker und toll sind“. Mehr kann das Kanzler aber auch wirklich nicht. Erinnert ihre Politik doch täglich an Rouladenbraterei.

2 Gedanken zu „Und wer kauft die Gebrauchten?

  1. blitzmerker

    Früher war alles besser?
    Vielleicht.
    Aber welche Autos gebaut werden, und wo, und zu welchem Preis sie abgesetzt werden, entscheidet letztendlich der Käufer.

    „Was wir wollen geschieht,
    aber was geschieht, will keiner von uns.“

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