Obama am schwimmen?

US-Präsident Obama beschwört in seiner Rede zur Lage der Nation den Gemeinsinn. „Wir kommen gemeinsam voran, oder gar nicht.“ Das Land stehe vor Herausforderungen wie 1957, als die Sowjetunion als erste einen Satelliten ins All schossen. Doch wie will Obama Amerika in die Zukunft führen, wo er nicht mal Herr im eigenen Lande ist?

Keine Mehrheit im Parlament, viel Kritik und außer der Gesundheitsreform und einer relativ guten Rolle bei der Ölkatastrophe nichts gehalten. Die Leute sind enttäuscht. Nicht mehr „Yes, we can“ sondern „Yes, we must/should“. Daß den Präsidenten nicht die alleinige Schuld trifft ist klar. Doch in seiner ersten Amtszeit ist soviel negatives passiert und ist mit ihm in Verbindung gebracht worden, daß die Kongreßwahlen gar nicht anders ausgehen konnten. Nun muß Obama sehen, wie er damit zurechtkommt.

Dazu kommt die bevorstehende, und trotz allem unvorstellbare, Pleite der einstigen Supermacht. Man hat den kalten Krieg gewonnen, aufgrund wirtschaftlicher Nachhaltigkeit und längerem Atem. Doch dieser Atem geht nun aus. Das, was Rußland Ende der 80er geschehen, dies passiert den Amerikanern nun. Ist nur die Frage, wie lange sie noch durchhalten und wie sich das auf uns auswirkt.

Man könnte nun argumentieren, daß Obama als falscher Messias im Angriff auf Amerikas Ur-Werte sein Heil sucht und wie gewohnt ablenkt, durch Verharmlosung seiner Mißerfolge in seiner Amtszeit und die Schuld auf seine gescholtenen Gegner abschiebt. Doch das wäre verkehrt.

Obama war und ist ein Idealist, der das Beste will. Es ist nur die Frage, ob er nicht daran scheitern wird.