Deutsche Klassenjustiz. Zwei(t)klassig

Mal angenommen, Sie fahren mit moBiel und besorgen sich vorher keine Fahrkarte für sagen wir mal, 1,20 €. Werden erwischt und müssen Strafe zahlen. 40 €. Also das 33-fache.

Klaus Zumwinkel, der ehemalige Oberpostler, ist vorsätzlich schwarz gefahren. Hat über eine Million € an Steuern über Liechtenstein hinterzogen, aus denen auf wundersame Weise unter 1 Mio. wurden. Die ermittelnde Staatsanwältin wurde aus der zuständigen Schwerpunktstaatsanwaltschaft Bochum weggemobbt.

Vor Gericht forderten die anklagenden Staatsanwälte nun heute 2 Jahre auf Bewährung und eine Geldstrafe in etwa der Höhe der hinterzogenen Steuern. Steuerhinterziehung lohnt sich also in Deutschland. Schwarzfahren nicht. Ein Fall vor dem Landgericht Bielefeld ging 2008 so aus: 420.000 Euro, drei Jahre und zwei Monate. Pech für den Mann. Er hieß nicht Zumwinkel und brüstete sich auch nicht damit, welche „Werte“ er dem Steuerzahler geschaffen habe. Klaus Zumwinkel hat mit seiner Fehleinschätzung des US-Marktes ungefähr 5 Milliarden € verbrannt. Darüber hinaus „entsorgte“ er Politikfreundlich Tausende von Arbeitsplätzen. So viel zu den „Verdiensten“ und dem Managerkönnen des Nimmersatts.

3 Gedanken zu „Deutsche Klassenjustiz. Zwei(t)klassig

  1. madamef

    Der einzige Moment, der Zumwinkel weh tat, war der seiner Abführung ins Präsidium. Dieser winzige Moment der Ungläubigkeit, dass ihn Geld und Macht eventuell nicht schützen können.
    Der Ablauf des Verfahrens zeigt, wie es in der BRD wirklich läuft.
    Eine „Panne“ zu Zumwinkels Gunsten, ein Schauprozeß und eine gemobbte Staatsanwältin. Bestrafe einen, erziehe viele!

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