Die Stunde der Heuchler

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Wer hat wohl die Gaben unter dem Weihnachtsbaum umgedreht und das listige kleine „Made in China“ wie oft entdeckt? Scheinbar hat es ja nichts mit dem gigantischen Aufmacher des etwas gehobenen „Volksblattes“ BLÖD zu tun, den Spiegel online da heute über eine Verurteilung in China ins Web hob:

Es ist der härteste Richterspruch gegen einen Regimekritiker seit Jahren: China hat Liu Xiaobo zu elf Jahren Haft verurteilt – wegen einiger kritischer Texte. Die KP schert sich nicht um die Menschenrechte, und der Westen hält still. Weil er die Volksrepublik für Milliardengeschäfte braucht.

„Wegen einiger kritischer Texte“. Oh, da sehen mal wieder ein paar Zeilenschinder den Balken im eigenen bundesdeutschen Auge nicht. Auch hier sind – im Gegensatz zu China sind wir ja eine „lupenreine“ Demokratur mit Typen wie Roland Koch oder seinem frechtumben Finanzadlatus Weimar oder von der Leyens Websperren oder Müller-Piepenkötters Webschaltung – Sachen üblich, daß sich einem der feiertägliche Magen umdreht. Da werden Finanzfahnder in Frankfurt für verrückt erklärt, weil sie einigen Mafioso zu nahe kamen, da verlieren Journalisten über Nacht ihren Job, weil sie der Wahrheit zu nahe kamen und da labert eine Templiner Gänsebraterin von der „Demokratie, auf die Deutschland ja wahrlich keinen ständigen Anspruch hat“ und befürwortet Videoüberwachungen aus dem Nichts. Auch hier wurden und werden Demonstranten wie gegen die Scheisse von Heiligendumm erst einmal in Käfige gesteckt, bevor die staatstreuen beamteten Büttel „ermitteln“. Auch hier erzählen Typen wie der etwas schwachbrüstige Innenminister De Maiziere einem vom Lügenpferd, indem sie „Linken Terror“ geißeln und massenhaften rechten schlicht vergessen. Deutschland entwickelt sich zu eimner Hochburg der Schnüffelei, Datenspeicherung, Videoüberwachung und staatlicher Willkür. Was auch angesichts eines Regierungschefin mit mehr als 35 Jahren Stasi-Erfahrung und FDJ-Propaganda- und Agitationskarriere wenig wundert. Die dämliche Story vom naiven Landmädeln mit den bösen Drangsalierungen des „Unrechts- staates“ glauben ihr ohnehin nur die scheinbar naiven Amerikaner, die aber ganz genau wissen, wo Bartel Merkel bei uns den Most holt.

Würden deutsche Unternehmen des simplen Mammons wegen nicht ihren massenhaften Konsumdreck in China für Billigstgeld produzieren lassen und die Arbeitsplätze hier vernichten, ließe sich gegenüber China ganz anders auftreten. Aber so läuft das ganz anders. Derzeit baut China mit massiver deutscher Hilfe eine Autogroßindustrie auf. Viele Werke sind schon ganz in chinesischer Hand. Siehe Volvo, Rover etc.

Aber schon die Bibel erzählt ja vom Balken im eigenen Auge…

3 Gedanken zu „Die Stunde der Heuchler

  1. blitzmerker

    (1) Wie das Bild zeigt, haben andere mächtige Volkswirtschaften auch ordentlich Holz in der Pupille.
    (2) Arbeitsplätze für Digitalkamerazusammenschrauber kann man in Deutschland nicht vernichten, weil es keine (mehr) gibt.
    (3) Protektionismus kann sich ein Noch-Exportweltmeister nicht leisten. Wohlstandsvernichtung im großen Stil wäre die wahrscheinliche Folge.

  2. Gustigo

    Unsere Ausgangssituation ist wirklich nicht entspannend, da wir auf die Produktionen der Chinesen in der Tat garnicht mehr verzichten können. Die Deutschen mögen es doch so gerne billig und sind doch nicht blöd…?!

  3. textexter Artikelautor

    Gustigo, leider ist das absolut richtig. Wenn es dann auch noch „Sale“ und „Prozente“ angeboten wird, treten die Hirnlosen den Ramschern, Mediamärkten und Saturnen die Glastüren ein.

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