Silentmob in Bielefeld am 26.11. 2011 um 13:00 Uhr

am 26.11.2011 findet bundesweit ein Silentmob gegen Rassismus und zum
Gedenken an die Opfer des Rechtsradikalismus in Deutschland statt.
Nähere Informationen zum Gesamtkonzept finden Sie hier:

>https://schweigengegendasschweigen.wordpress.com/die-idee/

Auch Bielefeld ist dabei. Um 13 Uhr beginnt pünktlich die Aktion
„Schweigen gegen das Schweigen“ auf dem Bahnhofsvorplatz beim Mahnmal
für die ermordeten Juden.

Alle TeilnehmerInnen werden den Namen eines der Opfer der Zwickauer
Zelle und ihres Umfelds sowie eine weiße oder rote Rose in der Hand
halten. Nach den etwa 10 Schweigeminuten legen die TeilnehmerInnen
Blumen und Namen in der Nähe des Mahnmals auf den Boden und verlassen
langsam den Ort. Alle TeilnehmerInnen nehmen als Menschen, Nachbarn und
Bürger teil, nicht als Angehörige von Parteien, Verbänden oder anderen
politischen Organisationen.

Ablauf:

Am selben Tag und zur selben Uhrzeit wird ein Silentmob organisiert. Die
Versammelten bleiben stehen und schweigen. Ein DINA4 Blatt mit dem Namen
eines der Opfer soll ausgedruckt mitgebracht werden. Jeder soll
zusätzlich eine weiße/rote Rose mitbringen und diese während des
Silentmobs hochhalten. Das DINA4 Blatt und die Rose sollen dann auf
einen Haufen gelegt werden, bevor die Menge sich auflöst.

Die 10 Namen der Opfer können hier als DIN A4 Druckvorlage (pdf)
heruntergeladen und/oder ausgedruckt werden:

https://schweigengegendasschweigen.wordpress.com/download/

Symbolik:
Weiße Rose als Symbol, da sie ein Zeichen für Frieden darstellt. Das
Symbol erinnert an die Widerstandsbewegung während der Zeit des
Nationalsozialismus die „Weiße Rose“ hieß. Zudem wird es rote Rosen als
Symbol geben, da auch in Norwegen den Opfern des Terroranschlags mit
roten Rosen gedacht wurde.

Städte: Berlin: Brandenburger Tor, Hamburg: Rathausmarkt, Köln: Dom,
Frankfurt: Hauptwache, München: Marienplatz, Bielefeld: Hauptbahnhof

Via Facebook:

>Berlin: (https://www.facebook.com/events/259887764060976/)
>Hamburg: (https://www.facebook.com/events/275369769166089/)
>Frankfurt: (https://www.facebook.com/events/114914425289743/)
>Köln: (https://www.facebook.com/events/223096924427218/)
>München: (https://www.facebook.com/events/297665023589185/)
>Hannover: https://www.facebook.com/event.php?eid=100615180055191
>Nürnberg: https://www.facebook.com/event.php?eid=307394085944917
>Kiel: https://www.facebook.com/event.php?eid=305088946181704
>Bielefeld: https://www.facebook.com/event.php?eid=141981292572071
>Essen: https://www.facebook.com/event.php?eid=283867711652301

Es wäre schön, wenn möglichst viele Menschen eine weiße oder rote Rose
mitbringen könnten. Es wäre auch schön, wenn diese Mail noch möglichst
viele potentiell interessierte Bielefelder Bürgerinnen und Bürger
erreichen würde. Bitte weiter verteilen.

Idee:

Schweigen „= Eines der am schwierigsten zu widerlegenden Argumente.“
(Josh Billings)

Wir schweigen, damit Du Dein Schweigen brichst!
Wir schweigen, weil wir ein Teil dieser Gesellschaft sind!
Wir schweigen, damit etwas gegen Rassismus getan wird!
Wir schweigen, weil wir den Opfern rechter Gewalt gedenken!
Wir schweigen, weil ein Schweigen mehr als 1000 Worte sagt!
Wir schweigen, denn alles was wir sagen, wurde bereits gesagt!
Wir schweigen, weil wir rassistischem Terror keine Chance geben!
Wir schweigen, weil uns nicht egal ist, was in unserer Gesellschaft
passiert!
Wir schweigen, weil schon über sechs Millionen Menschen getötet worden sind!
Wir schweigen, weil wir Gewalt nicht mit Gegengewalt sondern Liebe
begegnen wollen!
Wir schweigen, damit die schweigende Mehrheit endlich ihre Augen öffnet
und in den Spiegel sieht!
Und wenn wir nicht aufhören zu schweigen, dann könnten wir die nächsten
sein.

Egal, wo in Deutschland Du bist … schweige mit uns – am Sa. 26.11.11 um
13 Uhr!

Schweige mit uns und bring DEINE weiße/rote Rose mit!

Wir schweigen, um unsere Sinne für die unmenschlichen Taten zu schärfen.
Wir schweigen, denn unser Herz spricht eine universelle Sprache und
ermöglicht uns über nationale, kulturelle, soziale, religiöse und
ethnische Grenzen hinweg, miteinander zu verbinden. Es geht nicht nur um
Solidarität mit den Opfern. Es geht nicht nur um gewaltlosen Protest. Es
geht vielmehr darum auszudrücken, wie wir uns diese Gesellschaft
vorstellen. Demokratischer und solidarischer. Wir brauchen positive
Zeichen zu negativen Taten.

9 Gedanken zu „Silentmob in Bielefeld am 26.11. 2011 um 13:00 Uhr

  1. zu spät

    Ist man kein Rassist, nur weil man an so einer Mahnwache bzw Silentmob teilnimmt ?

    Wäre wohl sinniger sich mal bei Alltags-Rassismus einzumischen, statt sich jetzt selbst zu vergewissern, dass man zu den Guten gehört.

  2. rainman

    @Onkel Otto

    Ja, wird er. Und er spendet die Gage, die er beim „Schweigen der Lämmer mit einer schlecht gespielten Nebenrolle eingenommen hat.

    @ zu spät

    wie wäre es denn das eine zu tun, ohne das andere zu lassen?

    Ich denke, die Rassisten werden beim Silentmob eher in der Minderheit sein. Aber diese Veranstaltung hindert niemanden sich beim Alltagsrassismus einzumischen.

    Wie mischt du dich denn beim Alltagsrassismus ein?

  3. herostratos

    Mit so nem Schweigekitsch ist kein Staat zu machen, die schweigende Mehrheit hat oft genug in die Irre geführt.Bei diesem Thema sollte man besser sein Maul aufmachen und Stellung beziehen…anstatt solche Selbstdarstellungsszenarien innerhalb der Masse zu inszenieren: Das Schweigen der Facebook-Lämmer…

  4. epsilon

    Na ja beim silentmob geht es ja nicht nur um den Standort Deutschland, wie bei der Kundgebung in Zwickau, sondern schon um das ehrliche Interesse was zu machen.
    Eine Demo gegen den Verfassungsschutz kann natürlich sinniger sein.

  5. omega

    An alle, die sich hier fürs Maulaumachen ausgesprochen haben:

    Ich gebe zu, der Beitragstext ist etwas lang geraten.

    Trotzdem finde ich es sinnvoll, ihn zu lesen, bevor man hier (mal wieder) dagegen ist. Es steht dort beschrieben, warum das Mittel des Schweigens gewählt wurde.

    Maul aufreißen haben und hatten wir gerade in der NS-Zeit genug. Und die TeilnehmerInnen sind, soweit ich das beurteilen kann, keine GewohnheitsschweigerInnen, die sonst nicht Stellung beziehen.

    Ich habe den silentmob als Energiebad erlebt, als Protest der besonderen Art. Wenn wir dort laut z.B. :“Nazis raus“ o.ä. skandiert hätten, wäre damit niemandem (mehr) gedient gewesen.

    Ich bin sehr dafür, den täglichen Rassismus anzuprangern und nicht schweigend hinzunehmen. Und ich tue das auch.

    Aber darum ging es hierbei eben nicht.

  6. rainman

    @HRH

    „Fasse dich kurz“ soll ja früher als Spruch in Telefonzellen gehangen haben. Besser finde ich da den Spruch „Feind hört mit“ der auch in Telefonzellen hing.

    Da dürfte der Feind am Samstag beim Silent- Mob keine Schnitte gekriegt haben.

Kommentare sind geschlossen.