Problemregion Ostwestfalen-Lippe?

Konnte man kürzlich noch von Jubel über die „Musterregion“ Ostwestfalen-Lippe lesen, ist der Hort der Seeligkeit nun laut NW Neue Westfälische Zeitung von heute „zur Problemregion verkommen“. Angeblich die NRW-landesweit höchsten Schrumpfungsraten verzeichne die Region bei Beschäftigten und Unternehmens-wachstum. Wer genau da in den letzten Jahren geschlafen oder bewußt falsch kolportiert hat, mag dahingestellt sein. Tatsache scheint aber zu sein, daß sich die einstige Musterregion NRW´s nun am Ende der Skala des gesamten Bundeslandes wiederfindet. Der Schreiber dieser Zeilen möchte nicht verhehlen, daß er das seit Jahren so und nicht anders gespürt hat. Die westfälische Behäbigkeit, Sprachlosigkeit und „lieber das eigen Haus als andere bestellen“-Mentalität trägt ihr Teil dazu bei.

Nun ist guter Rat teuer. Große Worte aus den Rathäusern, von der Bezirksregierung Detmold und den Landräten helfen sicher nicht weiter. Mit „Brot und Spielen“, wie es die für das Marketing der Region zuständige Bielefeld-Marketing anbietet, ist sicher kaum ein Blumentopf zu gewinnen. Es stellt lediglich ruhig, wenn die Leute gemütlich ihr Bierchen trinken können.

Der Ruf nach „Personal und Geld“ vom Land NRW schallt bereits aus der Bezirksregierung Detmold. Er wird wohl angesichts der leeren Düsseldorfer Kassen kaum gehört werden.

Dabei wären die Voraussetzungen in Ostwestfalen-Lippe mit seinen Weltunternehmen Bertelsmann, Miele, Gildemeister, Dr. Oetker, Storck, der Möbelindustrie, den Textilisten sowie den Großeinkaufsverbänden in Bielefeld eigentlich ziemlich gut. Oder werden zu viele Verluste mit den Steuern verrechnet?