Oh weh, oh weh, denk ich an ‘nen Plansche-See…

Scheiße, ist das warm an Ostern. Und es ist erst April. Ja gut, vermutlich plästert es den ganzen Mai durch, aber dann kommt der Sommer ja erst. Die heiße Jahreszeit. Die Zeit des kalten Bieres und des Grillens an ’nem Baggerloch mit Wasser drin.

In Bielefeld haste vier Möglichkeiten, dich ganzkörperlich zu erfrischen bzw. am Wasser zu erholen. Zum einen Freibad. Da ist es dann an einem selbst, die Wahl zwischen lauwarmem Chlorgemisch oder einem lauwarmen Chlor-/Pisse-/Ozoncocktail zu treffen. Und richtig schön ist’s, wenn der ein oder andere Volleyball sich den Weg in dein seelig schlafendes Gesicht sucht – und findet. Nachdem sie dir in beschriebener Art und Weise die Fresse poliert haben, gibt’s nur ein angenervtes „Schulligunk“ und die in Stein gemeißelte Forderung den Drecks Volleyball wieder rauszurücken. Na danke. Desweiteren ist es auch für Bielefelder drin, in den Urlaub zu fliegen. Glücksache, ob das erfrischend oder erholend ist, ob dem großen Risiko, was alles passieren könnte. Scheiß Airline, Scheiß Hotel mit nem eigenen morgentlichen Tanz am Pool für Bewegungslegastheniker, Arschlöcher im Nachbarzimmer, Drecks Strand. Nicht erfrischend. Nicht erholend. Außerdem ist das nicht wirklich im Sinne des Erfinders. Man will sich doch nur erfrischen. Kurzfristig. OK, Nummer drei sind die Badeseen im Umland. Paderborn hat einiges zu bieten. Oder der Weserbogen. Usw. Die vierte und letzte Möglichkeit ist die eigene verfickte Badewanne. Der Ort, an dem du deine letzte Grippe auskuriert hast. Also ein Ort mit einer zwiespaltigen Relation zum Begriff Erfrischung. Nummer drei gefällt mir am Besten. Ein See in der Natur. Mit Freunden grillen und seinen Scheiß aber danach auch wieder wegräumen… 🙂

Vor einigen Jahren hatte ich schon eine recht feuchte Hose im Schritt als es um den Untersee ging. Und ein paar Jahre später wieder. Der Sennesee. Jetzt sitze ich hier auf meiner wasserlosen Terasse und frage mich: Wo sind die Seen? Ach was, beide. Wo ist irgendein See? In Bielefeld. Meine Fresse, was sind viele Möglichkeiten an dieser verschissenen Stadt vorbei gegangen. Sagte ich verschissen? Nun, ich liebe meine Stadt. Tjahaha, das liest sich nicht so, I fuckin‘ know that! Aber was willste machen? Hier jagt eben eine Provinzposse die nächste. Wenn Bielefeld zweierlei nicht hat, dann Wasser und Ahnung. Ähm… Fußball gibt’s hier auch nicht. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich würde sooo gern einen Plansche-See im Bielefelder Stadtgebiet sehen/haben/bebaden… Hebt den Coolnessfaktor enorm. Wieso kriegen die Freaks im Rathaus das nicht auf die Kette? Scheißen sich ein, wegen der Kosten. Wie immer. Aber wäre eine Investition in solch ein Projekt nicht eine Investition in den wichtigen Erholungsfaktor der Stadt? Wasser lockt wie kaum etwas anderes. Die Nummernschilder auf den Parkplätzen des Obersees sprechen eine deutliche Sprache. Blöd nur, dass man nur um den See ‚rumlatschen kann. Da nutzt auch Minigolf und Beachvolleyball nix. Beachvolleyball. Beach? WTF? Kein Tretboot, kein Ruderboot, kein Schwimmen, kein Wakeboard, kein Segeln. Nur Brot ins Wasser schmeißen und sehen, wie’s die Enten sich reinziehen und danach den See vollkacken. Geil! Der Obersee war wohl von Anfang an nicht auf’s Planschen ausgelegt. Aber der Untersee sollte es sein.

Der Untersee, unendliche Weiten, wir schreiben das Jahr… Scheiße is‘! Isch raff‘ et nisch! Einfach mal oben an den Rad-/Feldweg stellen, da wo die Feuerwache neu gebaut wurde. Anna Herforder Straße. Runtergucken und träumen. Was für ein Fleckchen, hmm? Wie um alles in der Welt kann man sich da keinen See hindenken? Stelle mir schon die Nummernschilder vor. Word Of Mouth, ihr Stadtplaner und Marketing Strategen. „Fahrt ihr mal an den Arsch der Welt, Freunde. Wir fahren an den Bielefelder See. Kannst super parken, kommste gut hin und wieder weg.“ Wird besser, wenn die Ostwestfalenstraße mal an der Herforder andockt. Aber so is auch nicht schlecht.

Gibt’s eigentlich eine Initiative für den See? Für irgendeinen See? Oder nur Initiativen gegen Straßenbau? Sollte man irgendwelche Leute nicht wissen lassen, dass den Bürgern das recht wichtig wäre? Heissa: da gibt es einen eingetragenen Verein. Der heißt Pro Untersee e.V. und hat unter Aktuelles einen Eintrag vom 27. November letzten Jahres. Aktuell ist was anderes. Fällt mir ein Ei aus der Hose (schwierig), wenn ich auf deren Website lese, dass das Ober- / Untersee Konglomerat seit 1910 angedacht/angesprochen/besprochen/geplant wird. Über hundert Jahre! Ja, wollt ihr mich verarschen, liebe Bielefelder Stadtschergen?

Und dass dieser eingetragene Verein im trüben fischt, ist bei dem Erfolg und bei seiner Aktualität wohl mehr als klar. Aber kein Wunder. Bei denen im Vorstand sitzt Rainer „Ihr-Könnt-Das-Droop-Und-Rein-Gelände-Haben“ Ludwig, seines Zeichens Ex-Beigeordneter für Stadtentwicklung. Hatte vor gefühlten 50 Jahren mal mit der fleischgewordenen Entscheidungskraft mal persönlich zun tun, als es um die Nutzung des Kesselbrinks ging. Warner Bros. wollte den Platz kultivieren und weit vor Cinemaxx und Cinestar dort ein Entertainment Zentrum aufbauen. Von der Hinhaltetaktik der Stadt hatte Warner dann die Fresse voll und legte Bielefeld ad acta. So wie Sum, so wie Dresselhaus, so wie die Post, so wie die Telekom und weitere.

So könntet mal aussehen...

Der Untersee muss kommen. Ich stelle mir baden vor. Zum Kühlen Bierkästen im Wasser, Grillplätze, Toilettenhäuschen, Beachvolleyball, Tret- und/oder Ruderboote, Basketballcourt, Bolzplatz. Wenn man es ganz fett sieht, dann kann man auf geplanten 50 Hektar auch segeln und die Hänge wären für eine Sommerodelbahn geeignet. Aber das muss ja keiner haben. Aber Wasser – das brauchen wir. Braucht Bielefeld.

7 Gedanken zu „Oh weh, oh weh, denk ich an ‘nen Plansche-See…

  1. textexter

    Davon träumt die Dixi-Group schon seit einigen Zeiten. Dazu noch chice Badeinselhäuschen vom Kreateur der ARMinischen Skyoffices…. Voilá, die Karibik Ostwestfalens wäre tutto kompletto. Der „Seekrug“ läge dann aber am komplett falschen Tümpelende.

  2. chromacom Artikelautor

    Wie ich gelernt habe, steht der Seekrug also von Anfang an am falschen Ende.

  3. Manfredo

    Zum See wir zu dem Gesabber nach einem Untersee passt: Blubber, blubber!
    Der Untersee wird (zum Glück) nicht kommen. Schon die hübsche Fotomontage ist grundfalsch. Wo sind dort die vielen Parkplätze für die Blechkisten der vielen, vielen Leute, die in den See pissen und ihre Volleybälle in genau Deine Fresse werfen? Wo ist der wasserführende Fluß, der den Untersee mit genügend vielem Frischwasser hinreichender Qualität versorgt, sodass dieser in den Sommermonaten nicht zu warm wird, umkippt oder austrocknet? Die Jölle reicht bekanntlich nicht einmal für den kleineren Obersee.
    Ausserdem ist See völlig out. Viel cooler währe ein richtiger Fluß. Bielefeld, die Weltstadt an den Gestaden von Rhein oder Nil, der Fluß hieße natürlich „Biel“.
    Liest man das Eröffnungs-Posting fällt einem noch als fünfte Möglichkeit ein: Bunker bauen und Planschbecken hinein stellen. Immer schön kühl und niemand, der stört.

  4. Name (erforderlich)

    baut euren scheisssee oder euren scheissfluss woanders. im norden wollen wir den nicht. reicht doch schon, dass die ganzen penner am we immer ganz schildesche und mehr blockieren. da muss man nicht noch mehr von denen anlocken. wir wollen hier keine touris ausser stadt. baut euren scheisssee inner senne. oder wo ihr wollt. hier nicht!
    freiheit.

  5. HRH

    Genau! Schildesche austrocknen und zuschütten. Dann ist Ruhe vor den „touris ausser stadt“. Wer will schon aufs trockene Dorf …

  6. chromacom Artikelautor

    Muhuhaha…, mitten in den Napf!

    @Name (erforderlich): Name erforderlich, du Hirn! Und ja, irgendeiner baut den Scheißsee, some time, you’ll see!

    @Fredo: Wie du posermäßig abgehst, ist schon echt finster. Kennst du Galama? Abba egaaahhlll…

    Die hübsche Fotomontage (das nennt sich Composing heutzutage) ist von dem Schwachoverein, den ich erwähnt hatte. Wollte den Beitrag nun nen bisken aufrüschen mit nem Bild. Wenn der See so laut dir grundfalsch ist, naja, dann ist das halt so. Hab das Kackbild nicht „fotomontiert“… Verrückt, was?

    Und ob das Ding in Schildesche oder Senne kommt, is mir schnuppe. Aber für einen See wär‘ ich schon. Was laberst du da von nem Fluss? Sehe ich ja jetz‘ erst. So, copy/paste von oben: Abba egaaahhlll…

    Noch mal: Ich fände einen See in BI für BI aufwertend und das sehen mit Sicherheit mehr Bielefelder so, als es welche gibt, die dagegen sind. Das ist wie bei der Atomenergie. Da wollen auch die meisten Menschen, dass abgeschaltet wird, aber trotzdem laufen die Scheißdinger erst mal weiter. Ist halt so im Leben. Da muss ich mit klar kommen, Fredo. Ich bin mir durchaus bewusst, dass es schlecht mit nem See aussieht. Nicht aussichtslos, aber schlecht. Kannst ein paar der Mitbewohner deiner Stadt ja mal das Träumen gönnen. Wir haben schon die dritte Liga, da brauchen wir Träume. Auch den, sich ein Örtchen zu schaffen, wo wir uns nach dem Abstieg in die vierte mit nem Steinchen am Hals in die Fluten werfen können…

    Zum Schluss eine Frage. Was bedeutet: „Zum See wir zu dem Gesabber nach einem Untersee passt…“?

    c.

  7. Zugereister

    Wenn man sich die ganzen negativen Kommentare von einigen Bielefeldern mal so durchliest, weiß man warum ea Bielefeld gar nicht gibt. Genau wie bei dem Bau der A 33 steht man sich hier mit dem Begriff Stadtentwicklung seit Jahrzehnten selbst im Weg. Überall wo man weltweit hinkommt, fasziniert die Menschen das Wasser. Ein oder sogar zwei neue Wasserflächen für die Stadt und das Umland wäre nicht nur für die Einwohner super. Gute Freizeitmöglickeiten werden in Zeiten der Demografie immer wichtiger. Wir sprechen hier von Standortvorteilen für die Ansiedlung neuer Industrie und damit verbundenen Arbeitsplätzen. Wenn man hier nicht aufpasst gibt es dann Bielefeld wirklich nicht mehr.

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