So läuft das beim gelben Klüngel

Was genau Westerwelle für seinen Beiratsposten tun musste, ist nicht bekannt. Der liberale Politiker schweigt beharrlich zu solchen Details seines Geschäftstriebs. Auch TellSell-Geschäftsführer Frank Baumgärtner will auf telefonische Nachfrage von sueddeutsche.de öffentlich nicht Stellung nehmen. Doch auf der Internetseite seiner Firma lässt sich nachlesen: „Unsere Beiräte öffnen für Sie Türen und bringen Sie mit relevanten Ansprechpartnern zusammen.“

Was er tun mußte, bedarf keiner großen Phantasie. Klientelpolitik miesester Sorte. Unverblümt, offen und charakterlos wie eine Partei nun mal ist, die Klientelbedienung zum Geschäftszweck hat. Was sonst. Kommentator „und weg“ machte ja hier schon mit einem zur Süddeutschen Zeitung vernetzten Artikel aus der Callcenter-Branche aufmerksam. Grad mal knapp 1,4 Millionen Parteimitglieder zählen die größeren Parteien in Deutschland. Und 80 Millionen wohlfeiles Wahlvieh, für dessen Kreutze die Verarscher auch noch von Staats wegen Steuergelder kassieren, lassen sich nach allen Regeln der primitiven „Politikkunst“ von ihnen verarschen. Aber so offenen wie der gelbe Klüngel hat es bisher kaum einer getrieben.