Angepasst. Verdrängt. Hauptsache unscheinbar. Die deutsche Feigheit

Das alles wiederum machte der stalinhaft-klammheimlichen Kohl-Killerin Merkel Mut, und sie erklärte plötzlich immer öfter, immer lauter, immer schamloser: „Ich war keine Heldin. Ich habe mich angepasst.“ In einer Rezension von Jana Hensels Buch „Zonenkinder“, der traurigen Geschichte der lustigen Ostdeutschen im neuesten Deutschland, ging Angela Merkel sogar noch weiter. Sie machte aus ihrer Vergangenheit ihre und unsere Gegenwart. Sie schrieb, die stilbildenden Folgen dieses Satzes genau einkalkulierend, sie „halte die Regeln, die sich die Zonenkinder auferlegten, für absolut praktikabel: Nichts sagen, Mund halten, alles andere führt zu Chaos.“ Eine solche Extrem-Untertanin darf jetzt also das Drehbuch von sechzig Millionen westdeutschen Leben umschreiben.

Maxim Biller, FAZ.net

Das erinnert mich an einen Besuch aus Dresden. Nicht einmal sehr lange her. Zu DDR-Zeiten „innerer Widerstand“. Die von Dr. Merkel so glorifizierten Regeln „Nichts sagen, Mund halten, alles andere führt zum Chaos“. Sagte er damals. Sagt er heute. Perfekt. Sich aber aufgeigen über die „gemessen an Dresden mickrige Bielfelder Altstadt“, das brachte er fertig. In seiner inneren Nische verharrend hätte er das zu DDR-Zeiten wohl nicht gewagt, zu sagen. Da war die Frauenkirche ein angekokelter Steinhaufen, das Schloß ein Trümmerfeld und man wurde von mißmutigen Kellnern in die Schlange der „Sättungsbeilage“ Erbittenden eingeteilt. Wer das Ganze letztlich gezahlt hat, hat er verdrängt. Daß Dresden sämtliche städtischen Wohnungen – mit Steuergeldern gebaut – an eine „Heuschrecke“ verhökerte und plötzlich Schuldenfrei dastand, hat er verdrängt.

Deutsche Verdrängung. Ganz normaler Alltag heute.