Das wollen die Gütersloher so

Dokusoaps heißt das neue Lieblingskind der Privatsender. Vor einem Millionenpublikum gestehen hochverschuldete Paare tränenreich ein, dass sie nicht mit Geld umgehen können, verzweifelte Mütter müssen sich von einer »Super Nanny« sagen lassen, dass sie ihre Kinder falsch erzogen haben. Unterdessen zeigt Christian Rach versiffte Restaurantküchen und schüttelt den Kopf über völlig versalzene Gerichte. Dokusoaps schüren den Voyeurismus der Zuschauer: Sie machen sich lustig über verklemmte Bauern, Möchtegern-Köche und Chaosfamilien. Weil Dokusoaps inflationär zunehmen, leisten sie ihren Beitrag dazu, dass der Sozialvoyeurismus in der Gesellschaft, wie Wissenschaftler das Phänomen nennen, wächst. Mit wenig Geld produziert, sichern sich RTL und Co. hohe Einschaltquoten. Sie sind genau das richtige Format in einer Zeit, in der die Sender sparen müssen. Dokusoaps lassen das Programm verflachen und befördern Schadenfreude. Auch ARD und ZDF setzen auf Dokusoaps: Sie führen Tiere im Zoo vor. Aber besser Tiere als Menschen. Denn ein Elefant nimmt keinen Schaden, wenn ihn eine Kamera filmt.

Liebes Westfalen-Blatt. Was regt Ihr Euch auf? Die Hauptverantwortlichen für das Verblödungsfernsehen sitzen sogar in Eurem Verbreitungsgebiet und heißen Bertelsmann und Mohn. Das ist alles gewollt. Die „Super-Nanny“ heißt im wirklichen Leben Elisabeth M. und sagt dem Volk auch per „gemein-nütziger“ Bertelsmann-Stiftung, wo es lang zu gehen hat. Wer stupid vor dem TV hängt, der kriegt das Maul nicht mehr auf, wenn ihm die Penunzen zugunsten einiger weniger Gesinnungsgenossen – und lumpen aus der Schwarz-gelben Schiene nur so aus der Tasche geklaut werden. Nur so kann ein charakterloser Hampelmann wie Guido mit seiner Ministermischpoke überhaupt auf solche Stühle gelangen. Oder ist irgendjemand in der bisherigen Regierungszeit schon irgendeine Tat des Herrn Außenminister und Vizekanzler aufgefallen?