So kann`s gehen…

Ein Mann ist in Bielefeld an einer Haltestelle zweimal von Straßenbahnen überrollt und getötet worden. Erst der Fahrer einer dritten Bahn entdeckte den leblosen Körper auf den Gleisen. Er konnte aber nicht verhindern, daß auch er über den Toten fuhr.

Nach Angaben der Polizei gesch das Unglück am Donnerstagabend in Bielefeld an einem Hochbahnsteig. Dort sei der 66-Jährige vermutlich zwischen Zug und Anhänger geraten, dann mitgeschleift und von den nachfolgenden Wagen überfahren worden. Auch eine zweite Bahn fuhr über den Mann. Offenbar hatten die Zugführer nichts bemerkt. Erst der Fahrer einer dritten Bahn leitete eine Notbremsung ein, die aber auch nichts mehr nützte.

„Der gesamte Hergang ist auch für uns nur schwer nachvollziehbar“, sagte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen. Zur Unfallzeit hätten womöglich bis zu 20 Menschen an der Haltestelle, die nicht videoüberwacht ist, gestanden. Die Bahnen verkehren dort im 15-Minuten-Takt. Der Tote lag demnach etwa eine halbe Stunde auf den Gleisen – im abendlichen Dunkel anscheinend unbemerkt. Die Ermittlungen konzentrieren sich jetzt auf Zeugen.

Ein Gedanke zu „So kann`s gehen…

  1. Nightrider

    So schwer nachvollziehbar finde ich dieses Unglück gar nicht. Die ca. 20 Leute vorher warteten auf die Bahn – wenn die anfährt, sind sie drin und nicht mehr auf dem Behnsteig; wer ausstieg, ist (fast) schon gegangen – die allermeisten in Richtung JK / Schildescher Straße. Und im Übrigen den Kopf voll mit anderen Dingen als auf ‚komische‘, aber wohl eher unaufdringliche Geräusche zu achten.

    Dann zwischen die beiden Wagen geraten: davon merkt der Fahrer nichts.

    Allenfalls hätte es noch einen lauten Schrei geben können; den aber gab es wohl nicht. Möglichkeiten dazu gibt es viele – wie ohnmächtig geworden und dann gestolpert – oder mit dem Kopf so aufgschlagen, dass Schreien nicht mehr möglich war – ..

    1 x überfahren reicht zu schwersten Verletzungen völlig aus; leichte Bewegungen, leises Stöhnen (falls noch gelebt) sind weder vom Hochbahnsteig noch vom Taxistend (zumal, wenn der Fahrer alleine ist und die Fenster geschlossen hat) kaum mehr wahrnehmbar.

    Und schließlich liegt der Unglücksort in einer leichten Kurve – so, das der Bahnsteig einen weiten Blick nach vorn au den Gleiskörper nicht mehr zulässt. Der Fahre muss schon auf das Gleisbett unmittelbar vor der Bahn schauen, um dort etwas zu sehen. Doch gerade bei der Einfahrt in die Haltestelle dürfte sich seine Aufmerksamkeit auf andere Dinge richten.

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