Effekthascherei

Wer seine Tageszeitung gewohnt kritisch und distanziert liest, kommt nicht umhin, an der einen oder anderen Stelle die Frage zu stellen, ob der Journalismus mit den großen Buchstaben auch in einem ProvinzLokalblatt wie der NW Neue Westfälische Zeitung angebracht ist. Und so liest man heute den Aufmacher „Kommunen in OWL jagen Schuldner „. Wer jetzt vermummte Sonderermittler aus OB Davids Kemenate erwartet und Millionenbeträge wittert, wird bei weiterer Lektüre schnell enttäuscht. Es entpuppt sich schlicht als PR-Veranstaltung und Neukundenakquise der überaus rührigen, aber im Alltag wenig effektiven und auf dem neusten Stand der Inkassodinge befindlichen privaten Inkassoanstalt Creditreform. Die Frage bleibt, warum diese Organsisation derart oft in der NW zu Worte kommt. Gestattet sei auch die abschließende Frage, warum die Kommunen Handwerker nicht 30 Tage sondern meist 60, 90 oder noch länger auf Geld warten lassen. Weil die bösen Millionenbuben sich in der Karibik mit geklauten Steuern abgesetzt haben? Kritik und Distanz seien gestattet.

15022007-017.jpg

3 Gedanken zu „Effekthascherei

  1. witheboard

    Die NW macht nichts anderes, als mittlerweile fast alle anderen Medien auch, nämlich die Verquickung von redaktionellen Inhalten mit mehr oder weniger offensichtlicher Werbung. Dazu kommt dann noch der Spruch: „Wess Brot ich ess, des Lied ich sing!“
    Kritischer Journalismus hat es in der heutigen Zeit nicht leicht.
    Beispiele? Ohne Ende hier:

    http://www.nachdenkseiten.de

    Gruß witheboard

  2. textexter Artikelautor

    Leider wahr. Übrigens: Die Nachdenkseiten sind wirklich lesens – und empfehlenswert.

Kommentare sind geschlossen.