Windhorst windet wieder

Wohl kaum ein Name hier in der Region Ostwesfalen/Bielefeld ist mehr mit Vorwürfen, Undurchsichtigkeiten und windigen Geschäftemachereien verbunden wie der des 29 jährigen Lars Windhorst. Ende 2004 mußte der wegen eines Schuldenberges von 80 Millionen Euro in die Insolvenz gehehen. Der Jungunternehmer – mit Elektronikgeschäften, Kuckucksheimen und virtuellen Wolkenkratzerbauten in Fernost bekannt gewordene einstige Liebling und Vorzeigedynamiker von Helmut Kohl – taucht nun wieder auf im Zusammenhang mit unliebsamen Hedgefond-Aktivitäten („Heuschrecken“) bei der Balda AG in Bad Oeynhausen, einem der führenden Handy-Zulieferer. Seltsamerweise ist der hoch Verschuldete und mehrfach Havarierte Geschäftsführer der Berliner Vatas Holding GmbH, Tochterfirma einer britischen Investmentfirma namens Sapinda, die wiederum zehn Prozent der Balda-Aktien besitzt. Und Schmankerl obendrauf: Als Windhorst Privatinsolvenz anmeldete, stand sein jetziger Arbeitgeber mit 4,3 Mio. Euro Forderungen auf der Gläubigerliste.

Da bleibt doch die Frage, wozu es eine BAFIN, eine Bundesanstalt für Finanzaufsicht gibt…… Es scheint den ehemals von Helmut Kohl und anderen offenbar sehr naiven Wirtschaftlern hoch hofierten Jungdynamiker wenig anzufechten. Auf ein Neues. Einigen tausend Balda-Mitarbeitern wird das Blut in den Adern gefrieren, lesen sie seinen Namen. Und das schafftt wahrlich nicht jeder 29 jährige Insolvenzler. Von Hartz 4 dürfte das windige Bürschchen jedenfalls Lichtjahre entfernt sein.