Archiv für den Monat: April 2014

Forderungen Bielefelder Umweltverbände zur Kommunalpolitik 2014

Die Umweltverbände haben sich entschlossen, über 6 Kernforderungen, wie sie unten ausgeführt und an Beispielen untermauert sind, eine Veranstaltung mit VertrerInnen der Bielefelder Parteien im Vorfeld der Kommunalwahl durchzuführen. Diese findet statt am

Donnerstag, dem 15. Mai um 18.30 Uhr im Vortragssaal des Historischen Museums (Ravensberger Park).

 

Es geht natürlich vor allem auch darum, dass am Thema Umwelt interessierte BürgerInnen, Vereine, Initiativen, Verbände usw. an dem Abend selbst zu Wort kommen, Fragen stellen, Anregungen und Kritik gegenüber den politischen Podiumsteilnehmrn formulieren.

Die Bielefelder Natur- und Umweltschutzverbände halten es für dringlich, dass der Natur- und Umweltschutz in unserer Stadt im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger wieder deutlich mehr Bedeutung bekommt. Deshalb fordern wir, dem Ratsausschuss für Umwelt- und Klimaschutz mehr Mitwirkungs- und Entscheidungskompetenzen zu geben. Rat und Verwaltung sollen das 2013 novellierte Zielkonzept Naturschutz verstärkt als Grundlage im Umgang mit Boden und Landschaft nutzen.

Zudem ist in den letzten Wahlperioden der Boden- und Gewässerschutz vernachlässigt worden. Auch in den Bereichen Klimaund Lärmschutz ist eine Intensivierung der Anstrengungen unbedingt erforderlich. Für derzeit unzureichend wahrgenommen Pflichtaufgaben der Verwaltung sollte der Rat die erforderlichen Mittel bereitstellen. Freiwerdende Stellen in der Umweltverwaltung, die Pflichtaufgaben zu erfüllen haben, sollen schnellstmöglich wieder besetzt werden.

Unsere fachlichen Forderungen im Einzelnen:

1Erholung im Grünen ermöglichen und Gesundheitsvorsorge vorantreiben

Einige Beispiele:

Lutter-Grünzug und Stauteiche: Die Stadt soll den von der Innenstadt bis Heepen reichende Lutter-Grünzug weiterentwickeln: die Lutter offen legen, die drei Stauteiche entschlammen und umgestalten sowie weitere Trittsteine zur naturnahen Erholung anlegen.

Stadtbäume: Das Umweltamt soll ein Konzept zum verbesserten Erhalt unserer Stadtbäume vorlegen. Dabei könnte z.B. die Liste der Naturdenkmale für den Siedlungsbereich erweitert werden, um auch Ensembles wie die Platanenallee zwischen Teutoburger Straße und Stauteich I verstärkt zu schützen. Auch der private ökologisch wertvolle Baumbestand soll durch eine neue Baumschutzsatzung möglichst erhalten werden, da Stadtbäume eine Wohlfahrtswirkung für die Bevölkerung haben.

Grünzüge: Die Stadt soll die charakteristischen und wohnungsnahen Grünzüge mit Blick auf die Erholung und die langfristig drohenden klimatischen Veränderungen deutlich weiterentwickeln. Auch die schutzwürdigen Sennegrünzüge (einschl. Dünen) gehören dazu.

Lärm schutz: Wir halten es für notwendig, die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt verstärkt vor Verkehrslärm zu schützen. Akuten Handlungsbedarf sehen wir unter anderem an der Altenhagener Straße und der A 33. Immissionsschutz: Wir halten die Einrichtung einer Umweltzone in der Innenstadt für zwingend erforderlich, um Anwohner vor Ruß, Feinstaub und Stickoxiden zu schützen.

2Die weitere Zunahme der Siedlungs und Verkehrsfläche eindämmen

Flächenverbrauch: Bielefeld soll seinen Flächenverbrauch mindestens auf das bundesweit angestrebte Niveau reduzieren, entsprechend ca. 8 ha pro Jahr.

Bebauungsplanverfahren, welche die Siedlungsflächen erheblich vergrößern, sollen eingestellt werden. Dazu gehören beispielsweise die Verfahren 2 Brake West, 2 Graf-Bernadotte-Straße, 2 Plackenweg, 2 Peppmeierssiek .

Beim Bebauungsplan Twellbachtal / Dornberger Straße muss die geplante bauliche Entwicklung auf das „Dreieck“ Dornberger Straße / Twellbachtal begrenzt bleiben.

In Wasserschutzgebieten sollen keine Bebauungspläne mit einer zusätzlichen Versiegelung zugelassen werden.

Hochwassersicherheit stärken: Keine neuen Bebauungspläne ohne Gewährleistung eines ausreichenden Abflusses in den Gewässern. Viele Gewässer in Bielefeld sind bei Starkregen überlastet, wie Hochwässer in Heepen wiederholt gezeigt haben. Auch dürfen in potentiellen Überschwemmungsgebieten keine Neubauten zugelassen werden.

Das Projekt der L 712n zieht weitreichende verkehrsplanerische Auswirkungen nach sich, so v.a. den Ausbau der Herforder und der Grafenheider Straße. Dabei führt das gesamte Verkehrskonzept nicht zu einer Entlastung der am meisten betroffenen Straßenanwohner (an der Altenhagener Straße) sondern zu einer Mehrbelastung. Aus dem Grunde lehnen wir alle drei Straßenprojekte ab. Sollte sich dennoch ein Ausbau der Herforder Straße in Baumheide als zwingend herausstellen, muss dies auf der vorhandenen Trasse geschehen, etwa durch eine dreispurige Lösung. In dem Fall benötigt der Stadtteil Baumheide eine großzügige, fußläufige Anbindung  an den Erholungsraum Johannisbachaue.

Die Verwaltung soll die Planung für die B 66n in Bielefeld einstellen und den entsprechenden Grünzug ist insgesamt als Freiraum sichern.

Die geplante Ortsumgehung Ummeln zerstört wertvolle Landschaftsteile. Statt neuer Straßen sollten  vorhandene repariert und ertüchtigt werden. Wir unterstützen den Ausbau des ÖPNV, insbesondere den Bau der Stadtbahnlinie 5, um die weitere Zunahme des Individualverkehrs einzudämmen.

3Natur, Landschaft und Wald entwickeln

Waldnaturschutz: Die im Naturwaldkonzept der Bielefelder Naturschutzverbände formulierten Ziele und Maßnahmen zum Waldnaturschutz (vgl. 51. Bericht des Naturwissenschaftlichen Vereins Bielefeld, 2013) sollen vom Rat beschlossen und umgesetzt werden.

Sie müssen als Nahziel in das aktuelle Forsteinrichtungswerk aufgenommen werden. Der Forstbetrieb muss dafür eine angemessene Ausstattung zur baldigen Umsetzung erhalten.

Strothbachwald und Evessell-Grünzug: Den Versuchen einer Spedition sich in geschützte Naturbereiche hinein auszudehnen muss endgültig ein Riegel vorgeschoben werden. Die geschützten und schutzwürdigen Flächen (NSG Strothbachwald, regionaler Grünzug Evessell-Bruch) sollen planungsrechtlich unangreifbar als Naturschutzgebiete festgelegt werden.

Johannisbachaue: Die Stadt muss den nordöstlich gelegenen Landschaftsraum mit dem Kernbereich der Johannisbachaue und den angrenzenden Freiräumen Großer Bruch und Aatal im Sinne des Naturschutzes vernetzen und weiterentwickeln. Naturschutzwürdige Landschaftsteile sollen den Status eines Naturschutzgebietes erhalten.

Bielefeld soll das Freiraum-Projekt „Modell Schelphof“ in der Heeper Dankmarsch bewahren. Entsprechend des Ratsbeschlusses ist die zusammenhängende Kulturlandschaft zwischen Heepen, Milse und Altenhagen als Erholungsraum zu erhalten. Es darf keinen weiteren Verkauf von artenreichen extensiven Teilflächen als Gülle-Entsorgungsort mehr geben.

Förderung der Biologischen Vielfalt: Neben dem Wald bestehen auch für andere Lebensräume Defizite im Arten- und Naturschutz. Um die Biologische Vielfalt auf der gesamten Stadtfläche (auch im besiedelten Bereich) zu stärken, soll das Umweltamt ein Maßnahmenkonzept zur Förderung der Biologischen Vielfalt in der Stadt Bielefeld erarbeiten und dem Rat zur Umsetzung vorlegen. Als Bausteine sehen wir u.a. Naturschutz, Artenschutz, Biotopverbund, Landschaftsplan-Umsetzung und Naturbildung. Ziel muss es sein, den Artenschwund in Übereinstimmung mit der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (BMU 2007) kurzfristig zu stoppen und mittelfristig die Biodiversität wieder zu erhöhen. Zum Monitoring sind geeignete Indikatoren der biologischen Vielfalt in die Kommunale Naturhaushaltswirtschaft Bielefeld aufzunehmen und regelmäßig entsprechende Kontrolldaten zu erheben.

Nationalpark Senne: Die Stadt Bielefeld muss sich verstärkt für die Einrichtung des Nationalparks Senne einsetzen und konzeptionelle Überlegungen entwickeln, wie sie als Randgemeinde am Nationalparkkonzept teilhaben kann

4Klimaschutz zur Erreichung der CO2-Reduktionsziele verstärken

Umsetzung der EU-Klimaziele: Die Verwaltung soll die Klimaziele auf lokaler Ebene nach der Formel 20-20-20 mit einem Fahrplan definieren, und der Rat soll sie umsetzen (d.h. bis 2020 sollen 20% des Bedarfs mit Ökostrom gedeckt werden, um die CO2-Emission um 20% zu senken bei Steigerung der Energieeffizienz um 20% – jeweils gegenüber dem Niveau des Jahres 1990). Der Ausbau der Fernwärme und weiterer Nahwärmeinseln auf Basis der Kraft-Wärme- Kopplung, die Nutzung regenerativer Energien (soweit hinsichtlich der Biodiversitätsziele unschädlich möglich), sowie Maßnahmen zur Absenkung des Wärmebedarfs in Haushalten und Gewerbe und der weitere Ausbau des ÖPNV zur Verringerung des klimaschädlichen Individualverkehrs sind dabei wichtige Bausteine.

5Boden- und Gewässerschutz gewährleisten

Umsetzung der Anforderungen aus der EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL): In Bielefeld werden die rechtlichen Vorgaben des ganzheitlichen Gewässerschutzes (EU-WRRL) bisher nur unbefriedigend umgesetzt. Dabei trägt die Umsetzung zu sauberen  Trinkwasserquellen, erholsamen Gewässerlandschaften, Reduzierung des Hochwasserrisikos und zur Artenvielfalt bei. Der Umsetzungsfahrplan der Bezirksregierung Detmold sollte von der Stadt Bielefeld öffentlich gemacht und konsequent vollzogen werden. Renaturierungsmaßnahmen an Fließgewässern zur Erzielung eines guten ökologischen Gewässerzustandes sollen so intensiviert werden, dass die Zeitvorgaben der WRRL sicher eingehalten werden.

Bielefeld soll die Trinkwasserversorgung durch ortsnahe Wassergewinnung sichern: Das Wasserwerk Flughafen Windelsbleiche sollte auf Dauer erhalten bleiben, um die Abhängigkeit von weiter entfernt liegenden Wasserwerken in der Senne zu reduzieren (Versorgungssicherheit) und das Bewusstsein der Bevölkerung für die Verantwortung einer lokalen, eigenen Wasserversorgung und deren Schutz zu stärken. Wasserschutzgebiete zeitnah ausweisen: Für die Wasserwerke Sennestadt, Sennestadt-West und Windelsbleiche müssen Wasserschutzgebiete in Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Detmold zügig erneuert bzw. ausgewiesen werden.

Ein Guter Zustand des Grundwassers soll hergestellt werden. So sollen z.B. die Dichtheit der öffentlichen und privaten Kanäle festgestellt und nach Dringlichkeit saniert werden, um den Eintrag von Nähr- und Schadstoffen zu stoppen. Hierzu zählt eine flächendeckende Kooperation Landwirtschaft/Wasserwirtschaft zum Schutz des Grundwassers ebenso wie die ökologische Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen, zumindest derjenigen im städtischen Eigentum. All dies ist im vitalen Interesse nachfolgender Generationen.

Unter Federführung des Umweltamtes müssen alle Betriebe, die mit wassergefährdenden Stoffen umgehen, intensiv kontrolliert werden: Ziel ist die Verhinderung von Boden- und Gewässerverunreinigungen

6Öffentlichkeitsarbeit und naturpädagogische Angebote sichern und verbessern

Naturpädagogische Arbeit: In Bielefeld besteht ein bundesweit einzigartiges Netzwerk für naturpädagogische Bildung (Bielefelder Natur Schule). Es verfolgt das Ziel, jedem Bielefelder Kind/Jugendlichen in den Altersstufen Vorschule, Primarstufe und Sekundarstufe I mindestens einen Besuch einer außerschulischen naturpädagogischen Veranstaltung pro Stufe zu ermöglichen. Verwaltung und Rat werden aufgefordert, a. in Kooperation mit dem Netzwerk, den Schulen und Jugendeinrichtungen geeignete Konzepte und Maßnahmen zu entwickeln, damit dieses Ziel innerhalb der Wahlperiode erreicht werden kann und b. die dafür erforderlichen Mittel in den Bildungsetat einzustellen.

Naturkundemuseum erweitern: Die Aktions- und Ausstellungsmöglichkeiten sowie wissenschaftlichen Arbeitskapazitäten des namu sollen ausgebaut und langfristig gesichert werden. Dies kann gewährleistet werden, indem z.B. die Neue Hechelei im Museumspark Ravensberger Spinnerei als zukünftiger Museumsstandort hergerichtet und die für eine kontinuierliche und effektive Arbeit erforderliche Personalkapazität durch feste Stellen bereitgestellt wird.

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UNSERE FORDERUNGEN:

Erholung im Grünen ermöglichen und Gesundheitsvorsorge vorantreiben!

Die weitere Zunahme der Siedlungs und Verkehrsfläche eindämmen!

Natur, Landschaft und Wald entwickeln!

Klimaschutz zur Erreichung der CO2-Reduktionsziele verstärken!

Boden- und Gewässerschutz gewährleisten!

Öffentlichkeitsarbeit und naturpädagogische Angebote sichern und stärken!

Boden- und Gewässerschutz gewährleisten!geährleisten

 

 

Naturwissenschaftlicher Verein für Bielefeld und Umgegend e.V.
BUND Kreisgruppe Bielefeld e.V.
NABU Kreisverband Bielefeld e.V.
pro grün e.V.

 

FDP schickt merkwürdige „Menschen“ in den Kommunalwahlkampf

 

Sicher, für eine kleine unbedeutende Partei wie die FDP ist es sehr schwer, für jeden der 33 Wahlbezirke in Bielefeld einen Kandidaten oder eine Kandidatin zu finden.

Mir drängt sich der Verdacht auf, dass die FDP deshalb auf künstliche Menschen zurück greifen mußte.

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Fotoquelle FDP Bielefeld

Veranstaltungshinweis – Objektschalen von Hiawatha Seiffert

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PAPALAGI
800 Objektschalen und andere Relikte
(Ausstellung) Hiawatha Seiffert
30.Mai – 15.Juni 2014

Eröffnung: Freitag, 30. Mai, 19 Uhr
Eröffnungsrede: Michael Strauss, Museum Bünde

Statement des Künstlers Hiawatha Seiffert:
Die Arbeiten meiner neue Reihe sind im Wachsausschmelzverfahren und
Sandguss hergestellt, eines der ältesten Verfahren (Guss) zur technischen
Reproduktion von Kunstwerken.
Ornamentik und Form sind zum Original verfremdet. Die Anmutung wirkt
bekannt und doch anders, alt und doch neu.
Nutzbar und doch Ausdruck künstlerischem Schaffen, Einzigartig und Echt.
Erinnerung an archäologische Funde als Zeugnis vergangener Kulturen.
Gegossene Modifikation der Bewahrung:

Objektschalen

Öffnungszeiten im Ausstellungszeitraum:
dienstags – freitags 16-19 Uhr
samstags + sonntags 14-17 Uhr

Führungen oder die Ausstellung außerhalb der Öffnungszeiten zu besichtigen sind jederzeit möglich und erwünscht. Rufen Sie diesbezüglich gerne Ricarda Enderweit unter 0177 – 260 37 15 an oder schreiben Sie eine Email an: press@artists-unlimited.de

 

Ausstellungsort:
Artists Unlimited Galerie
Viktoriastr.24
33602 Bielefeld
Der Eingang der Galerie befindet sich im Biergarten des Café Milestones

 

Objekte RE-BRO 26-14_Hiawatha_Seiffert

Mondscheinprozente und Tourismusmagnet

Erstaunlich:  In der moBiel-Werbung für die Linie 5 wird die geplante Straßenbahn ganz offensichtlich als Tourismusfördernde Attraktion verkauft, die (siehe Grafik) dem Einzelhandel kaufkäftige Touristen bringt, was dazu führt, das die Läden mehr Verkaufspersonal einstellen und dann steigen auch noch die Immobilienpreise (weil immer mehr Touristen sich in Bielefeld ein Feriendomizil kaufen, der sogennate „Sylt-Effekt“), was der Stadtentwicklung dient und dann sagenumwobene 1000% „Bielefelder Nutzen“ bringt.

moon

Oder ist das ganze nicht eher doch nur ein Märchen aus 1001 Nacht?