Archiv für den Monat: Dezember 2012

Fragwürdige Gestalten in der City

Sie bleiben am Ende der Rolltreppe einfach erst mal stehen, weil sie im Traume nicht damit rechnen, dass die Rolltreppe hinter ihnen weitere Menschen transportiert.

Sie drängen sich im Jahnplatztunnel vor die Türen der eingefahrenen S-Bahnen und weichen nicht zur Seite, sondern wundern sich wie angewurzelt, dass  genau dort Leute aussteigen wollen, wo sie in die Bahn hinein wollen.

Sie betreten Fahrstühle als Erste um sich abrupt genau  in deren Mitte zu platzieren, denn sie nehmen die Omis mit Rollatoren, Kinderwagenmuttis und Einkaufstaschenpackesel nicht wahr, die mit ihnen zum Fahrstuhl geeilt sind

Sie stellen ihre Kinderwagen stets quer zur Laufrichtung hinter sich, wenn sie an Nadelöhren in der Fußgängerzone  palavernde Grüppchen bilden und an engen Stellen Schaufenster gucken.

Sie praktizieren das gleiche mit Einkaufswagen, wenn sie in Supermärkten die Ware bestaunen und mit ihrer Bagage unentschlossen darüber diskutieren.

Achtung!

Lipper, Schieda-Schwalenberger, Niederdornberg-Deppendorfer und anderes Landvolk ist zwischen den Jahren wieder verstärkt in der großen Stadt unterwegs!

 

Fröhliche Weihnachten und ein gutes neues Jahr.

Weihnachtszeit

Hört, es schallen Himmelslieder
Lieblich zu der Erde nieder:
In der heil’gen Nacht
Gottes Liebe wacht!
Halleluja!

In den Festesklang der Glocken
Mischt sich jubelndes Frohlocken:
Gnade wird uns heut
In der Weihnachtszeit!
Halleluja!

Die so treu am Heiland hangen,
Mög‘ sie alle lieb umfangen
Bei dem Lichterbaum
Sel’ger Kindheit Traum!
Halleluja!

Julius Gersdorff

Qualitätsjournalismus

Was Pressevergleich an ‚Qualität’sjoutnalismus zu Tage fördert, zeigen NW(-online) und Westfalenblatt mal wieder eindruckvoll – und viele andere auch: die Artikelüberschrift „Arbeitskosten im Euroraum entwickeln sich auseinander“ zeigt mal wieder reichlich Treffer; viele Zeitungen, ein Artikel – einer schmiert vor, die anderen ab; eigene Leistung: Fehlanzeige. – Was anginge, wäre die Meldung von Bedeutung. ‚Experten‘ „erklären die Spreizung mit der unterschiedlichen Wirtschaftsentwicklung“ – das zu sehen, zumindest zu vermuten braucht’s ‚Experten‘ nicht. Auch ist dies keine Erklärung, sondern immer noch eine Beschreibung.

Was überhaupt sind ‚Arbeitskosten‘? – Offenbar sind die Lohnkosten gemeint, die ein Unternehmen so je Mitarbeiter hat – also der ausgewiesene Bruttolohn plus (in Deutschland zumindest) so genannte Arbeitgeberanteile zu den Sozialversicherung, die für diesen Lohnkosten (und keine Neben- oder Sonstwaskosten) sind. Das alleine sagt nun – nichts! Außer, dass Löhne zuweilen verschieden sind: welch Erkenntnis!

Doch könnte dies auch was bedeuten? – Konstruieren wir mal ein Land: Bananien. Die Banania AG produziert dort Autos, hoch modern und voll automatisiert. Nur einen Mitarbeiter ist noch nötig die gesamte Anlage zu überwachen und zu steuern – hoch qualifiziert, weshalb die Lohnkosten hoch sind – sagen wir: € 250,- / Stunde – in der nun 25 Kleinwagen à € 25.000 fertig seien. – Und dann noch ein Land, Citronien, mit der Citronia AG, die auch Autos macht – 25 Kleinwagen à € 25.000 in 1 Stunde, doch nicht ganz so modern: noch sind 25 Männekes oder Ladies nötig, die Produktion zu überwachen, doch fallen dafür pro Nase auch nur € 100,- Lohnkosten an .. Klar: so sind die Arbeitskosten in Bananien höher als in Citronien. – Und nun rechnen wir mal ein bisschen und stellen fest: in Bananien stecken in jedem Wagen sozusagen € 10,- an Lohn – in Citronien jedoch € 100,-. Da muss bei gleichem Wagen-(Stück-)preis der Wagen irgendwie minderer sein als der aus Bananien oder die Citronia AG sich mit weniger Gewinn begnügen. Denn zwei völlig gleiche Wagen von der Citronia AG müssten ja sonst um € 90.- teurer sein, € 25.090 kosten .. Hier macht die Arbeit, die in einem Stück Auto steckt, einen Unterschied – das meint gemeinhin Produktivität. Arbeit in Lohnkosten ausgedrückt wird so zu Lohn_Stück_kosten, der Anteil der Lohnkosten an den summierten Gesamtkosten der Herstellung eines ‚Stückes‘. Und diese Lohnstückkosten können fallen durch gedrückte Löhne oder gesteigerte Produktivität. Die Lohnkosten alleine aber sagen gar nichts.

Ein ganzer Artikel über eine Nullnummer also? – Doch schau’n wir mal, was sonst so drin steckt – und finden, dass im EU-Vergleich die Lohnkosten hoch sind. Und war da nicht mal was? Seien die Lohnkosten in Deutschland nicht ZU hoch gewesen? Sind sie womöglich immer noch zu hoch? Und ist das die Botschaft? – Anknüpfen lässt sich ja daran.

Und noch was ist da hergefaselt: „Während viele Krisenländer in tiefen Rezession feststecken und der Druck auf die Löhne groß ist, lässt die immer noch robuste Arbeitsmarktlage in Deutschland steigende Löhne zu.“ – Ach nee? – Durch Hartz IV in Leih- und Minijobs gezwungen steigen nun die Löhne kaum über die Inflation – aber es liest sich Klasse. Sagen wir mal so: in der DDR waren die Fünfjahrespläne auch immer übererfüllt – komisch, dass die so marode war ..

Wer wenig Geld hat, kann auch nur wenig kaufen. Für ein Auto reicht’s da oft nicht mehr, was die Automobilindustrie längst merkt. DIE Automobilindustrie? – Oh nein, nicht alle: ein paar Nobelkarossenhersteller gibt sich noch, die verdienen sich weiter dumm und dämlich – aber klar doch: die Reichen werden immer reicher, die haben noch das Geld. Und die Presse müllt zu statt aufzudecken.

Qualitätsjournalismus eben.

Beleuchtungsprobe bei verschneitem Kesselbrink zeugt von Weitsicht der Bielefelder Verwaltung

Die Gelegenheit war günstig. Nicht sehr oft gibt es in Bielefeld eine geschlossene Schneedecke. Eine Beleuchtungsprobe für den Kesselbrink war schon seit längerem für den 12. 12. terminiert. Kleingeister, wie z. B. die Redakteure der NW, die dreist meldeten: „Der Schnee verhinderte ein Ergebnis“, hätten diese kurzfristig abgesagt, da die weisse Pracht ein verfälschtes Bild abgeben würde. Nicht so die Bielefelder Stadtverwaltung. Die sah die Chance gekommen einmal ihre Weitsicht unter Beweis zu stellen.

Bekanntlich gehen einige Wissenschaftler davon aus, dass bei steigender Erderwärmung der Golfstrom, der verantwortlich ist für das Klima in Europa, versiegen könnte. Das würde dazu führen, dass in Bielefeld Witterungsbedingungen wie auf Island herrschten, mit Schnee an mehr als 100 Tagen im Jahr.

Zu diesem Zeitpunkt, so ist man sich zumindest einigermassen sicher, dürfte der Kesselbrink fertiggestellt sein, mitsamt einer dann viel zu hellen Beleuchtung. Eine Änderung des Beleuchtungskonzeptes ist zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr möglich. Deswegen, und nur deswegen hat man den Beleuchtungstest nicht abgesagt und Fachleute aus der gesamten Bundesrepublik anreisen lassen.

Ob die Beleuchtung für das derzeit vorherrschende Klima ausreicht, bei der eine geschlossene Schneedecke eher die Ausnahme ist, kann man schliesslich noch im Frühjahr überprüfen.

Unvorhersehbare Ereignisse verhindern termingerechte Fertigstellung des Kesselbrinks

Sieh mal einer an: Der Kesselbrink wird nun doch nicht termingerecht zum Jahresende fertig. Monate lang hatte man mit aller Kraft an seiner Fertigstellung gearbeitet.

Und nun das: Winterwetter im Dezember! Wer konnte damit rechnen? Ein Umstand, der im Bielefelder Rathaus beim besten Willen nicht in die Planung mit einberechnet werden konnte.

Ein Bild aus besseren Tagen. Aufopferungsvoll kämpfen Bauarbeiter um die termingerechte Fertigstellung des Kesselbrinks

Fortschritte auf dem Kesselbrink

Mieten aus Baumgranulat und Glasschaumschotter (links) vorbereitete Baumgruben mit Anschlüssen für Wasser und Wurzelbelüftung (rechts) 2012-07-05

Obige Ansicht als Video (4:55 Min) von Ende September

siehe diesen Video-Link: Kesselbrink Baustelle September 2012

 

Webcam Friedrich-Verleger-Str. /  Turnerstr.   2012-12-04 um 15:00 Uhr

Obige Ansicht im Zeitraffer-Video (4:44 Min) (von Januar bis 12. Oktober 2012)

siehe diesen Video-Link: Kesselbrink Baustelle Zeitraffer

 

Panorama Südblick, vom Telekom Parkhaus (sehr hoch aufgelöst)  2012-12-03

Obige Ansicht samt Rundblick als Video (3,45 Min)

siehe diesen Video-Link: 3. Dezember 2012, Baustelle Kesselbrink

 

Die umstrittene Mehlbaumbeere bildet Ende November einen herbstlichen Nebelwald.  2012-11-22

Polizeigebäude im künftigen Kesselbrink-Wald.  2012-11-22

6 Riesige sog. Tuchrollen/Stoffballen (Attribut an die Leineweberstadt) bestehend aus je 8 solchen Elementen bestimmen den Marktplatzbereich und sollen als monströse Sitzbänke genutzt werden.

Am 5. Dez. 12 wurde die erste Tuchrolle im Pflaster eingepasst. Sieht eigentlich gar nicht so schlecht aus.

Die künftige Struktur des gesamten Kesselbrink-Konzeptes  ist inzwischen schon sehr deutlich geworden. Die gesamte Ostseite als Riegel gehört den Skatern. Die Nord- und Südseite ist auf der gesamten Länge jeweils mit 4 Baumreihen bestückt und dient dem Flanieren und verweilen. Der mittlere Bereich ist Markt- und Veranstaltungsplatz. Die Ostseite führt zwischen Springbrunnenanlage und Pavillon auf die Platzmitte.

 Bereits über 90 Bäume sind gepflanzt und Teile der Rasenfläche verlegt.
Seit Anfang 2012 werden hier täglich Schicht auf Schicht Folien, Matten, Fliese, Granitpflaster, Steinblöcke, Leitungen, Kabel, Rohre, Baumgranulat, Glasschaumschotter, Sand und vieles mehr in hochentwickelter Logistik zu einem neuen Ganzen zusammengefügt.

Gespannt sind die Bielefelder wie wohl Ende des Jahres der neue Platz mit über 170 neu gepflanzten Bäumen, Rasen, Steinstufen, Granitpflaster und der Skate-Anlage aussehen mag. Die den Platz umgebenden Straßen, wie auch der Pavillon werden erst 2013 in Angriff genommen. Die größten verkehrstechnischen Veränderungen sind der Rückbau der Straßen an der Nord- und Südseite (Friedrich- Verleger/Ebert) zu Einbahnstraßen. Die Sperrung der Straße auf der Westseite (Am Kesselbrink) für den nicht öffentlichen Verkehr. Die August-Bebel-Str. an der Ostseite erhält außer neuen Radwegen noch einen bebaumten Mittelstreifen. Sowie der Wegfall von 2 Tiefgaragenzufahrten. Alles in allem eine extreme Vergrößerung der gesamten Fußgängerfläche zu einem parkähnlichen Objekt. Hoffentlich finden sich auch die Flaneure und Marktbesucher für diesen Platz der Superlative ein. Dass die Skater von weit angereist kommen werden, dürfte schon jetzt feststehen.