Archiv für den Monat: Februar 2011

Rechtsempfinden „a la Stoiber“

Der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber stellte sich hinter Guttenberg. Die gegenwärtige Diskussion sei „völlig überzogen“, sagte Stoiber. Es werde versucht, „einen außerordentlich populären und tatkräftigen und mutigen Politiker im Grunde genommen am Lack zu kratzen, ihm am Zeug zu flicken“. Die Bevölkerung werde das „mit Sicherheit“ nicht akzeptieren, betonte der frühere bayerische Ministerpräsident. Denn es werde klar, das hinter den Angriffen auf Guttenberg der Wunsch stehe, „ein Mittel zu finden, wie man diesen populären Mann ein Stück ankratzen kann“.

… sagt „Eddy“ Stoiber, der in Brüssel für Deutschland stümpernde ehemalige bayerische Minipräses auf Welt.online. Hat mal jemand grade „Eddys“ Superstück von der Schwebebahnverbindung in Minga parat? Oder die „HypoAlpeAdria-Posse“? Passt ungefähr auch in diese Schiene. Komm „Eddy“, gib uns grad mal Dein Ehrenwort und dann fahr nach Genf.

12:02 auf WDR 2/Nachrichten. Zitat: Wie sagte Hochwohlgeboren doch soeben vor „ausgewählten“ Journalisten? „“Ich werde gerne bis zum Ergebnis dieser Prüfung vorübergehend, ich betone vorübergehend, auf die Führung des Titels verzichten.“

Wie sagte sinngemäß jener schleswig-holsteinische Minipräses ebenfalls vor „ausgewählten“ Journalisten damals?“ Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, ich betone, mein Ehrenwort“. Oder so. Näheres in den Kommentaren hier.

Würden Politiker weniger betonen und mit Ehrenwörtern arbeiten, sie hätten schon ein wenig Glaubwürdigkeit gewonnen.

Zu Karl-Theodors Ausraster-Pressekonferenz vor „handverlesenen Journalisten“ gibt es auch Stellungnahmen. Hier stellvertretend für alle:

DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. „Von einem Mitglied der Bundesregierung erwarten die Journalistinnen und Journalisten Transparenz und nicht eine Informationspolitik nach Gutsherrenart.“ Quelle: djv

Die Causa Gauselmann

Am 1. Juni letzten Jahres erwähnten wir hier den Namen Paul Gauselmann in Zusammenhang mit einer Millionenunterstützung für ARMinia B. Der sehr in der Region sportaffine Glücksspiel-Unternehmer gerät momentan auf eine andere Weise ins Rampenlicht. Übereinstimmend berichten die Pressedienste über eine Story der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ), das Unternehmen (Gauselmann AG im ostwestfälischen Espelkammp) habe seit 1990 verdeckt über eine Million Euro an der Parteien CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne gespendet. Dabei sei es um Lobbyarbeit gegen die strengen Auflagen für die umstrittenen Spielhallen gegangen. Die Gauselmann AG ist nach eigener Aussage Deutschlands führender Spielhallen-Konzern und stellt selbst Glücksspielgeräte her. Die CDU untersucht jetzt die Zahlungen und hat den Bundestag informiert.

In der vorgeschriebenen Offenlegung der Spenden tauchten die Gauselmannschen Zuwendungen nicht auf, weil die Beträge unter der Grenze von 10.000 € pro Einzelspende lagen. Nach Angaben der „SZ“ hatte man offensichtlich hunderte von Schecks übergeben.

Eigentlich wirft das Ganz nur ein bezeichnendes Licht auf die Verkommenheit der politischen Sitten und der handelnden Personen der Gebenden und Annehmenden. Um 5€ mehr Hartz 4 wird gefeilscht wie bei den Kesselflickern, um den Stammtischen reichlich ablenkenden Sarrazin-Stoff zu geben., während bei den richtigen Kalibern meist Schweigen im Walde herrscht.

So pragmatisch lösen Ostwestfalen Guttis Problem

Die Menschen ziemlich hoch oben im Norden von NRW gelten ja als „stur“, „wortkarg“, „pragmatisch“, „verwurzelt“. Deshalb berichten auch die hiesigen Gazetten nicht einfach nur über den „Weg von Gutti, der kein leichter sein wird“ sondern legen bereits Lösungsansätze vor. Die NW präsentiert heute auf Seite 2 mit der Karikatur von Horst Haitzinger den sozusagen „Königsweg“, auch wenn es hier nur um einen Freiherrn oder Baron oder wohl eher Raubritter (Wer weiß das so genau?) geht:

Doktorvater sofort feuern

Der Verfasser dieser Zeilen, der das Wort „Gutti“ in den eigenen vier Wänden in Anwesenheit der schöneren und besseren Hälfte nicht mehr in den Mund nehmen darf und sich mit „Baronsbrücken“ wie „Der den Betonhelm trägt“ oder „Gutti. Innocence in Danger“ („Unschuld in Gefahr“) bei der Erwähnung des ministeriellen Plagiators behilft, findet diesen NWlichen Vorchlag einfach Supi für Gutti. Das ist die Lösung und absolut in der Tradition der bisherigen politischen „Leistungen“ dieses Lieblings der Stammtische und der „Volkszeitung Nr. 1“ mit dem schmalen Hirn.

Also. Was wartet er noch 14 Tage. Wie hieß gleich noch der Doktorvater in Bayreuth? Guttis Kundus-Laudator, Johannes Baptist Kerner, soll ja schon eine große Samstagabendshow mit dem Titel „Return of a Superstar. The Durchgreifer“ in Vorbereitung haben. Die Kulisse ist diesmal südamerikanisch. Im Bildhintergrund dümpelt die Gorch Fock. Der suspendierte Käptn wird in einer breiter angelegten Showpassage mit den reaktivierten Rosi-Singers und der Bigband der Bundeswehr unter Günther Noris „geteert, gefedert und kielgeholt“. Bertelsmann-Tochter arvata, in Würzburg grade mit so ner Public Dingsbumsgeschichte grandios gescheitert – hat einen TED geschaltet. Für 1 Euro die Minute – davon 50 Cent für „Rehabilitierung gescheiterter Minister“ kan jeder anrufen und die Performance des Ministers bewerten. Dem Sieger winkt ein 14 tägiger Aufenthalt auf der Raubritterburg Guttenberg mit fränkischer Brotsuppe und Roschtbroatwürsteln unter persönlicher Kümmerung von Guttigattin Stefferl.

Grade liest man, Gutti sei heute bei Mutti. Wo war noch grade die Stasiakte der Dame? Aus der Opposition (Wozu gibt es die überhaupt noch?) sollen schon „erste Rücktrittsforderunbgen“ kommen. Ja sakra, wo kommen wir den n da hin, wenn ein MNinister wegen so einen „Lappalia“ zurücktritt? Andere sitzen heute noch ein Undeklarierten Geldkoffern, gell, Herr Schäuble? Nein, einen Rücktritt ist das nicht wert. Eher einen Vortritt. Wie sagen die Bayern doch: „A Sauhund issa ja. A kroatziger. Aber guat“ 🙁 Ein gewisser Franz-Josef Strauß hat damit ein ganzes politisches Leben überlebt.

Dougan macht uns den Karl Theodor

Am 12.Januar veröffentlicht Textexter den Beitrag „Nach Adam Riese“

Am 19. Januar kann man im ZDF-Blog Kennzeichen Digital (http://blog.zdf.de/zdfdasblog/2011/01/danke-fur-290-euro.html#more) folgenden Kommentar zu dem Beitrag „Schwarz-Gelb – Danke für 2,90 Euro!“ von Stefan Leifert lesen:

Jeder Hinweis auf den eigentlichen Autor oder den Bielefeld Blog fehlt.

Mit vor Stolz geschwellter Brust legt der Kommentator noch einmal nach und beansprucht eigene Urheberschaft.

Nach dem schönen alten Motto: „Lieber Gott ich bin nicht dumm, ich kann es auch noch andersrum korrigiert er am 19. Januar im Bielefeld Blog den Autor Textexter in einem Kommentar mit einer Zusammenfassung zweier Blogbeiträge aus dem ZDF-Blog.

Auch hier kein Hinweis auf die Autoren.

Zum Vergleich die Kommentare aus dem ZDF-Blog:

und:

A 33-Weiterbau drei Jahre später?

Sage niemand, die Sozialen Demokraten und die Grünen in der Düsseldorfer Landesregierung seinen keine Schlaumeier. So ganz nebenbei erfährt man via Westfalen-Blatt-Presseverteiler, wo das Land nun „Mittel umschichtet“, um der Schlaglochpalette flickend Herr zu werden: Der Bau der A 33 und A 30 wird sich ziemlich verzögern. Das gibt man aber nicht so offen bekannt oder zu sondern macht das, was Politiker immer machen: Man verschleiert, argumentiert labernd und redet sich raus. Die Schuld liege aber beim Bund, der die Mittel gekürzt habe. Haben Sie darüber irgendwo gelesen? Nein. Stattdessen beherrschte neben des Artisten Guttenbergs Freiluftaufführung vor allem die unsägliche Debatte über „5 Euro mehr für H 4-Empfänger“ die Debatte. Der Text:

Das Landesverkehrsministerium stellt alle Straßenbauvorhaben in Nordrhein-Westfalen auf den Prüfstand. Das berichtet das in Bielefeld erscheinende Westfalen-Blatt (Heutige Ausgabe). Derzeit werde eine neue Prioritätenliste für sämtliche Straßenbauvorhaben in NRW erstellt, sagte Ministeriumssprecherin Mirjam Grotjahn der Zeitung. Nach Angaben der Sprecherin hat der Bund die Mittel für den Autobahnneubau gekürzt. Für das laufende Jahr rechne das Land nur noch mit 183 Millionen Euro. Hinzu kämen aus dem Konjunkturpaket II weitere 121 Millionen Euro, die aber auf Neubauvorhaben und Straßen-unterhaltungsmaßnahmen aufgeteilt werden müssten. Im Jahr 2010 habe der Bund dem Land noch 288 Millionen Euro für Autobahnneubauten gezahlt, im Jahr davor sogar 489 Millionen Euro. Erhöht habe der Bund hingegen die Fördermittel für Straßenunterhaltung. Diese Summe seit von 163,7 Millionen Euro im Jahr 2008 auf jetzt 373 Millionen Euro gestiegen, sagte die Sprecherin der Zeitung weiter. Bei ersten Autobahnneubauten gibt es nach Informationen der Zeitung bereits Verzögerungen. So seien Bauaufträge für den Weiterbau der A 33 von Bielefeld in Richtung Osnabrück nicht erteilt worden, obwohl mittlerweile Baurecht besteht, berichtet das Westfalen-Blatt weiter. Werde die Auftragsvergabe weiter gestreckt, könne sich die Fertigstellung der Autobahn um zwei bis drei Jahre verzögern. Betroffen ist auch der geplante Lückenschluss der A30 in Bad Oeynhausen (Kreis Minden-Lübbecke). Auf dem noch fehlenden, 9,5 Kilometer langen Teilstück sollte in diesem Frühjahr mit dem Bau eines Tunnels begonnen werden. Im aktuellen Projekt-Report ist dieses Tunnelbauwerk nicht mehr aufgeführt.

Es sind wirklich nicht die Klügsten, Integersten und Ehrlichsten, die in die Politik gehen. Aber in den meisten Fällen können sie nichts anderes…..

TuS Dornberg schlägt ARM. BI….

Stell Dir vor, es wäre irgendeine Fußballmeisterschaft oder DFB-Pokal und der TuS Dornberg schlüge die erste Mannschaft des DSC ARMinia mit 1:0. So müssen sich gestern die Kicker des FC St. Pauli vorgekommen sein, als sie vor über 50.000 den Hamburger SV düperten. Um das Füllhorn fußballerischer Überraschungen zu komplettieren: Das von SAT1 übertragene Spiel der Champions League des „unschlagbaren“ FC Barcelona gegen Arsenal London gewannen die „Gunners“ mit 2:1. Von wegen „unschlagbar“.

Sogar ARMinia ist schlagbar 🙂 Lass Sie mal erst mit TuS Dornberg in einer Liga kicken.

„Wirkliche Besserung ist kaum absehbar“

Nun kommt also auch der selbst ernannte publizistische „Meinungsführer“ der Metropole aus der Deckung und zeichnet die (wenigen) Stationen der fränkischen Lichtgestalt aus der Provinz nach:

– Jesus am Times Square NY
– In besonderer Tradition des 3. Reiches: Bayreuth (Deren Uni ihn „summa cum laudete“)
– Feldherr in der Transall in Pose
– Talkshow vom Kriegsschauplatz mit TV-Dummi Kerner und umtriebiger Mediengattin Stefferl

Das ist alles? Komm, komm. Da gibt es noch Gorch Fock, Geschenke in x-facher Millionenhöhe an EADS (vor seiner bayerischen Haustür), vorschnell gefeuerte Militärs und, und, und…. Alles war bisher auch bei der NW eher eine Marginalie, Kritik fand – wenn überhaupt – eher in Blogs statt. Distanz? Warum, wenn man den politischen Papst doch praktisch greifbar vor sich hat. „Der Mann, der durchgreift“. Auch wenn es hirnrissiger Unfug war, den er da in sperriger hölzerner Sprache verbreitete.

Schließen wir dieses unsägliche Kapitel, in dem er momentan – da ähnelt er stark einem gewissen Sarrazin und dessen Gattin – von glühenden, distanzlosen und unkritischen Anhängern schon mal zum „Eigentlich Märtyrer“ hochstilisiert wird, mit den letzten Sätzen aus unserer NW-Alexandra Abrechnung mit KTzuG:

„Wirkliche Besserung ist kaum absehbar“, endet seine plagatiöse Doktorarbeit, die ausgerechnet von einem der linken Politseite eher näher stehenden Professor (Ach was, wie schäumt die Schwarze Front in der ihr eigenen konservativ-dämlichen Diktion? „Vaterlandsloser Geselle“, „Wichtigtuer“, „Mamasöhnchen“) rezensiert wurde. Es stünde den Medien, die nicht im Umkreis SpringerMohnBurdaDuMont schwimmen, gut zu Gesicht, sich zukünftig jener kritischen Distanziertheit zu bedienen, die hinterfragt, was der junge Mann mit seinen hohlen Attitüden, Plattitüden und Großkotzgesten denn da eigentlich sagen will. Die Kanzleuse – vorerst eines Konkurrenten ledig – sagt wie immer: „Det müssen wa ma abwarten“. Det ham wa och nich anders erwartet.

Halleluja. Das sind sie, unsere Politiker.

Westfalen-Blatt kommentiert Gutti (noch) „verhalten“

Wenn in der Früh des morgigen 17. Februar das Westfalen-Blatt in den Kästen der Metropole nebst Umland liegt, kann man das hier lesen:

Das ist weit mehr als ein Sturm im Wasserglas. Sollten sich die massiven Plagiatsvorwürfe gegen Karl-Theodor zu Guttenberg bestätigen, steht nicht weniger als seine Glaubwürdigkeit auf dem Spiel. Nicht nur die als Politiker, sondern auch die als Mensch, denn wie bitteschön sollte man das eine vom anderen trennen? Noch muss für Dr. zu Guttenberg die Unschuldsvermutung gelten – auch wenn es schwerfallen mag, weil der Verdacht, geistiges Eigentum gestohlen zu haben, gleich von mehreren verschiedenen Stellen geäußert wurde. Auch sind die inkriminierten Textstellen allesamt sehr signifikant. Was daraus für die politische Karriere folgt, muss der Verteidigungsminister zuerst für sich selbst entscheiden. Noch hat er Gelegenheit dazu. In einer ersten Stellungnahme hat sich zu Guttenberg keiner Schuld bewusst gezeigt. Im Gegenteil: Er hat die Vorwürfe als »abstrus« bezeichnet. Das ist sein gutes Recht, wird aber seine Lage verschärfen, wenn sich der Verdacht bestätigt. Auch kann zu Guttenberg in keiner Weise auf mildernde Umstände hoffen, weil er selbst zuletzt in Personalfragen nicht vor schnellen und für einen Generalinspekteur und einen Schiffskapitän einschneidenden Maßnahmen zurückgeschreckt ist. Zudem ist der CSU-Politiker selten verlegen, Aufrichtigkeit und Anstand einzufordern. Umso mehr hat er nun guten Grund, quasi eine Personalentscheidung in eigener Sache zu treffen. Eine mögliche Aberkennung seines Doktortitels ist hingegen das geringste Problem. Ohnehin tragen mittlerweile so viele Politiker einen Ehrendoktortitel, dass man oft nicht so ganz genau weiß, wie ernst der akademische Grad im Einzelfall zu nehmen ist. Überdies ist der »Dr.« für die Qualifikation eines Politikers ganz sicher von nachgeordneter Bedeutung. Dem Volk reichte schon gutes Regieren, ob nun mit oder ohne »summa cum laude«. Darauf aber wird sich zu Guttenberg in den nächsten Tagen nicht allein berufen können. Nach den Gesetzmäßigkeiten des politischen Betriebes könnte die Frage schon bald lauten: Kann der Verteidigungsminister weiter Karl-Theodor zu Guttenberg heißen? Für diesen Fall würde ohne Zweifel sein politisches Umfeld, würde auch Kanzlerin Angela Merkel eine Abwägung zu treffen haben, ob der Minister weiter zu stützen ist oder ob der daraus möglicherweise zu erwartende Schaden für Union und Bundesregierung zu groß werden könnte. Viel hängt in diesem Spiel auch davon ab, was der politische Gegner tut – kurz: Kommt es zur Treibjagd oder zum Stillhalteabkommen? Sogleich hob gestern das bekannte Schauspiel von Empörung und Gegenempörung an. Es wird sich noch verschärfen, so viel steht fest. Nicht nur viele Oppositionspolitiker würden zu Guttenberg gerne fallen sehen. Das aber ist momentan gar nicht die entscheidende Frage. Die entscheidende Frage ist, wie zu Guttenberg sich und sein Verhalten selbst sieht.

Ziemlich verhalten. Ist es doch einer aus der eigenen politischen Richtung, dem der Heiligenschein abhanden gekommen ist. Mal sehen, wie die NW das aufmacht.

„Den hatte ich mal an der Uni Bielefeld“

Gutti und kein Ende. Jeden Tag ein neuer Joke um oder aus dem Umfeld des Mannes aus der fränkischen Provinz. Ein Bremer Juraprofessor hat in der Doktorarbeit des „Helden von Kundus“, „ehrlichen Politikers“, „Anwaltes der Armen und ungerecht Behandelten“ Stellen entdeckt, die abgeschrieben sein sollen. Ist ja hier in der Gegend nichts Neues, gucken wir mal Richtung Lippe, Richtung Vorsteher Landschaftsverband selig. Passiert sicher öfter „als wie man denkt“ (O-Ton Poth, Verona).

Es steht also auf Spiegel.online. Was damit losgetreten wurde, ist schon einer Betrachtung wert, werden doch jetzt die zu Guttenbergschen Verteidigungsheerscharen auch hier in der Metropole am Teuto wach. Zitieren wir einen Kommentar aus Hunderten, die entweder in Bayern getürkt oder rasant aus dem schwarzen Lager gepostet werden. Schließlich ist der „Held“ in Gefahr, der so „tolle“ Politik macht:

SA schrieb: am 16. Februar 2011 um 08:22:30
Fischer-Lescano
Ich hatte diesen grandiosen Professor mal an der Uni-Bielefeld
– genauuuuu so – genau so sieht der auch aus als würde der hinterm Rücken von anderen nach Mami rufen!

Was genau der Mann/die Frau da in seinem/ihrem Kommentar angeblich aus unserer Metropoluni sagen will, entgeht uns zwar, aber immerhin: „Einen Freiherrn kritisiert man nicht. Das ist Bääääää“. Fische inne Butter. Hat der Mann nun Passagen abgeschrieben und wortwörtlich verwandt. Oder nicht? Wenn nicht, Schwamm drüber. Wenn ja, mal kurz die verblendeten Augen auf und fragen, wie das so nahtlos an die Pressekonferenz anknüpft, als die Lichtgestalt aus Bayern der Öffentlichkeit als „Lenker eines börsennotierten Konzerns“ vorgestellt wurde, der sich als kleines 3-Mann-Familienunternehmen entpuppte. Usw., usw. Majestät scheinen zur Flunkerei zu neigen. Doch verwandt mit Baron zu Münchhausen? Wir werden uns noch viel am bayerischen Trachtenjanker des „Politstars“ zu reiben haben. Gibt es ziemliche Parallelen zur damaligen Verblendungsorgie um einen kleinen Gummistiefel-Napoleon hier aus der Gegend, der heute in GAZ macht und sein Weibchen die Karstadt Aufsichtsratet. Und da hat Gutti-Frauchen Stefferl noch nichts Neues geliefert. Kommt aber ganz sicher. Man muss die Kanzlersuppe kochen, so lange es solche Foristen wie auf Spiegel-online gibt, die auch einen schwarzen Popanz bedingungs- und kritiklos anbeten würden.

Wer von den glühenden Verteidigern der kleinen Lapsi des Gottähnlichen, dem bei völlig verwirrten Geistern und Konservativen „besten Politikers, den Deutschland je hatte“ noch intensiver in seiner Diss nachlesen und vor allem die Stellen sehen will, um die es geht, tut das in der „Süddeutschen Zeitung“. Seite für Seite.

Das eigentlich blöde ist jetzt nur: Da ist kein Kapitän der Gorch Fock., da sind keine hochrangigen Militärs, die man jetzt ministerlich feuern könnte. Ob der „Showman von Kundus“ nun mal selbst ran muss? Oder hatte ihn gar Stefferl zu sehr mit ihren Reizen von der Disse abgelenkt?

Horror auf komprimierten ca. 30 x 15 cm

Es soll ja bereits Leute geben, die sich der Lektüre der Morgenzeitungen nur noch mit einem Stamperl Magenbitter in Griffweite widmen. Wir haben das heute mal auf die mediale Spitze getrieben und noch den Fleischhauer nebendran dabei getan. Da schließt sich nämlich der Kreis. Weil das breite Volk nach Billigkoteletts giert, jagt der Schalke-Tribun (da gehen viele erschlachtete Mio´s hin) mehr als 15 Millionen Schweine übers Tötungsband und für die Discounter & Co. tut er noch Plastik drum. Was nichts direkt mit dem Mafiatrottel darüber zu tun hat. Aber schließlich gibt es immer noch genug Leute auf dem italienischen Stiefel, die den Typ gewählt haben. Und Klimawandel? Ja, hier kann man die Schweine wieder einbauen. Momentan kippen die Agronomen nämlich in den Wasserschutzgebieten rings um die Metropole an der A 2 jede Menge Schweinegülle auf die Wiesen und Felder, während der Rat dieser Stadt grade die bescheuerte Brüsseler „Kanalüberprüfungspflicht für Hausbesitzer“ ausgesetzt hat. Ob sie mitbekommen haben, dass die Agroleute das ziemlich konterkarieren? So gross könnten Undichtigkeiten in Kanälen überhaupt nicht sein, um derartige Mengen in den Untergrund abzulassen wie da versickern.

Fehlen nur noch ein paar Sätze zu ARMinia auf den Titeln. Aber da gibts grad wenig Neues. Außer: Die ebenfalls vor dem Abstieg stehende U23 machte es gestern gegen den Wuppertaler SV trotz vieler Spieler aus dem Zweitligateam den „Stars“ nach und verlor gegen den Wuppertaler SV. Steht aber innen den Blättern.

GfdGFe

GfdGFe? Neue Show von Heidi Klum mit hochbegabten Fastmodels aus einer abgeschirmten Ein-Kind-Familien? Nein. Viel, viel schöner:

G(utti)f(liegt)d(er)G(orch)F(ock) e(ntgegen)!

Der Gutste will nicht warte, bis das Segelschulschiff wieder in seinem Heimathafen ist. Angeblich hat sich SAT 1 mit Gallionslaberer Kerner schon die Erstvermarktungsrechte an der Show gesichert. Der Verteidmin soll aus einem der neuen – eigenhändig von ihm hoch rabattierten – Airbusmilitärtransporter im Kampftauchergewand (Stromlinienförmiger Helm mit bayerischer Schnorchelbrille – Merkmal verklebte Augen – und überdimensionalen Schwimmflossen ikn weissblau mit BMW-Propeller) abspringen, dann eine Weile mit dem befragenden Kerner um die Wette bis zur GR schnorcheln und dann an der Leiter in einer Eurovisionssonderschaltung zur Abendstunde das Deck betreten. Christian Rach hat derweil das Bordrestaurant getestet, Lafer ein Ministersüppchen a la Ozean gekocht und die Balletttruppe des Berliner Friedrichstadtpalastes eine Polonaise eingeübt.

Schrecklich, wenn einer ständig den Aktivisten und „Macher“ herauskehrt und nur heiße Luft hinterlässt.

Sven-Georg und seine „33 Nebentätigkeiten“

Sven-Georg, der Tausendsassahafte Landrat des Kreises Gütersloh, direkt neben der Metropole des Teutoburger Waldes, kann offenbar von seinem „kärglichen“Salär als Landrat nicht leben. So muß er 33 Nebentätigkeiten ausüben – die er auch brav veröffentlicht – und „nebenbei“ schaffen. Die Belohnung für 12 dieser Tätigkeiten darf er behalten. Als Aufsichtsrat diverser Spasskassen-Dinger bekommt er diese Almosen. Der Enkel des ersten Kanzlers der Republik ist eben kein einfacher Postbote, dem der Staat schnell einen Nebentätigkeitsriegel vorgeschoben hätte, wäre er auf die Idee auch nur einer Tätigkeit nebenher gekommen. Aber als Landrat arbeitet man ohnehin 24 Stunden am Tag und hängt noch mal satte Überstunden dran. 33 Nebentätigkeiten fordern den ganzen Mann. Und drüber hinaus. Was bisher nur an den Stammtischen diskutiert wurde, geht jetzt auch durch diverse Gazetten.

… im Niemandsland

Um es zu verstehen, muss man einen etwas genaueren Blick auf diesen Verein werfen. Arminia war immer Aushängeschild und Sorgenkind zugleich für die Kaufmannsstadt Bielefeld, irgendwo im Niemandsland zwischen dem Ruhrgebiet und Hannover.

NW.online
veröffentlicht heute eine Betrachtung des Fußballmagazins „11 Freunde“ zur Befindlichkeit der ARMinia. So geballt wird einem dann doch noch einmal klar, wie sehr der Narren-Club von der Alm die angeblichen Karnevalsvereine Mainz 05 und 1. FC Köln und den „Kultverein“ St. Pauli zu toppen vermag….

Eine Sorge weniger

Endlich mal eine wundervolle Nachricht über die Kaste der Bohrmeister, Lochbefüller und Plombierer: Sie werden nicht unter Hartz 4 fallen. Wie heute diversen Presseveröffentlichungen zu entnehmen war, sind wohl auch die hiesigen Zahnartisten der drohenden Armut entronnen. 70% mehr, wenn sie privat abrechnen. Das ist doch ein Wort. Da lässt sich umso erleichterter bohren. Geht aber alles nur, weil das Gesundheitssystem in sich „für den A…… ist“.

Darauf ein gerührtes und nicht geschütteltes Spatelchen Amalgam.

Die Allee im Outback

Im westlichen Outback vor den Toren der Stadt, die den Teutoburger Wald beherrscht, gibt es noch das, worauf z.B. Mecklenburg-Vorpommern so stolz ist: Alte Alleen. Verpasst man einer simplen Aufnahme einen Stichs ins Sepia, wirken sie so, wie einst Bielefelder Bürger in den zwanziger Jahren sie erlebt haben mögen. Noch stehen die weit über 100 Jahre alten Eichen.

Ex-Kultnahversorger entdeckt neue Verkaufsförderungsmethode

Manchmal kommen die wirklich ganzganz großen Ideen ja nicht aus – wir dürfen das ja jetzt nicht mehr schreiben – der ehemaligen „Glitzermetropole“ (neues Wort: „Stadt wo niemals die Lichter ausgehen. Formerly Glitzermetropole“, gilt auch für „Almdudler“. Stattdessen: „Leute, die auf schlechtem Rasen in dünner Almluft Fußball spielen“) sondern aus dem Outback Richtung Gütersloh. Der Ex-Kultnahversorger Jibi testet grade eine neue Verkaufsförderungsmethode:

Mehr Absatz durch „Deep Frozing“. Und wer hats erfunden? Die „orange Partei“. Guckst Du hier.

Der erste Test lief jetzt im Samstag im Schnapsdorf Steinhagen, Heimat so manchen ARMinen-Fußballers. Im dortigen Jibi-Markt standen 25 Leute auf Kommando aus der Lautsprecher-Anlage des Marktes für 2 Minuten wie eingefroren still. Zack. „Frozen Flashmob“ nennt das Initiator Sebastian Noak, der das in enger Zusammenarbeit mit den Strategen des Marktes ausgedacht, angeleiert, Web-mäßig und per 200 ausgelegter Flyer beworben hat und ein wenig unzufrieden ist. 25 eingefrorene Leute um 11 Uhr seien ja nicht grade viel.

Wie man hört, willl Jibi aber nicht aufgeben und die Strategie ändern. So sollen alle Millisekunden vor dem Kommando „einfrieren“, etwas möglichst Hochpreisiges aus dem Regal vor sich nehmen und nach Ende der Aktion verpflichtet sein, es an der Kasse zu bezahlen. Vielleicht ist das der tiefere, wirkliche Sinn der Aktion? Verhaltensforscher der Uni Bielefeld sollen schon in einem überaus breiten matschigen Feldversuch (man munkelt., bei Deppendorf) den ganzen Versuchsaufbau nachgestellt und untersucht haben.

3,2,1…………….Flashmob, jetzt!

„Die kleine Kneipe“. Für immer dicht

Ich hätte Ihnen ja gerne noch mal „Die kleine Kneipe in unserer Straße“ gezeigt. Aber die hiesigen Gesetze erlauben den You Tube-Spass nicht (Spielverderber, Ihr Sonysten). Ach so, Sie kennen „Die kleine Kneipe“ gar nicht? Ich mein ja auch nicht die kleine Butze im hintersten Jöllenbeck, wo die ewige Natur des Teuto schon wieder Besitz von der Ausläufern der Glitzermetropole nimmt. „Die kleine Kneipe in unserer Straße“ war ein Song von jenem Peter Alexander, der jetzt mit seinem Tod den Schlüssel derselben umgedreht. 1976 sang er die Schmonzette, war einer der Hauptgestalter der „Großen Samstagabendunterhaltung“ und ein gewisser Inbegriff jener Zeit, die jugendlich erlebt wurde und eher als „extrem spießig“ empfunden wurde. Nun ist der Zapfhahn abgestellt und „Die kleine Kneipe“ nicht mehr.

Gestern Abend kündigte auch ein TV-Unterhalter angesichts seines 60ten Lebensjahres seine Demission an. Mr. Goldbär, Thomas Gottschalk, empfindet offenbar den Druck des Schalkes im Nacken doch als zu schwer und geht im Sommer von der Bühne. Gestern Abend ebenso mal reingezappt wie bei Herrn Bohlen, „El Zote“ am weißen Strand der Raffaelo-Kulisse. Beide Formate haben sich irgendwie überlebt, wie die „Große Samstagabendunterhaltung“ allgemein.

Oder gucken wir nur zu selten hin, was da in 16 mal 9 vor sich hinblubbert oder „aus“gedrückt wird?

Die weiße Wucht

Mubarrak hat hingeschmissen und der Winter schlägt zurück. Ratzfatz liegen ein paar Zentimeter Schnee auf Bäumen, Sträuchern, Wiesen und ein scharfer Wind peitscht die Teutohänge hoch. Die Queller Skilehrer haben noch mal die Latten ausgepackt und freuen sich schon wieder auf die Jagerteeabende mit den Skihaserln beim Olson auf der Carl-Severing. Ja, so ist das, wenn man an den Bergen wohnt, die manche zügige Abfahrt bedeuten. Hatten wir schon erwähnt, dass der Vorsitzende der hiesigen CDU, der Herr Landgraf, die Stadtwerke der Glitzerstadt verlässt und jenseits des Teuro, im Osnabrückerischen angeheuert hat?

Wer kommt, wer geht? Dr. Weber steht…

jedenfalls nicht mehr an der Spitze der Deutschen Bundesbank.

War ja irgend wie schon seit langem zu erwarten. Herr Dr. Weber wollte ja eigentlich noch am deutsch-französischen Wirtschaftsrat teilnehmen. Bloß diesen sagte er ab. Nun gut, ich denke zwar nicht, daß er an den Euro nicht mehr glaubte, und daß er gegen den Kauf von griechischen Staatsanleihen war, wird wohl auch nichts zwingendes damit zu tun gehabt haben. Wahrscheinlich schwankte er zwischen Geldgier, was den Ruf zur Nachfolge Dr. Ackermanns bei der Deutschen Bank betraf und dem Ruf des Staates, in persona Merkel.

Just nach dem Gespräch im Berliner Kanzleramt nannte er, Dr. Weber, persönliche Gründe. Soll das wirklich den Ruhestand bedeuten? Mit Mitte 50 erst (Jahrgang 1957)?

Nun ja, Fakt ist:

Die Bundesbank stand mal als Synonym für eine besonders harte Währung und damit verbundener Wirtschafts- und Finanzpolitk. Doch diesen Status hat sie schon lange verloren, durch diese DeFacto-Unterordnung der EZB, worin der Chef der BB nicht mehr als Vor- und Leitbild gilt, sondern als einer von vielen.

Es gibt insgesamt 4 Kandidaten für die Nachfolge.

Webers Ziehsohn, Jens Weitmann, seit 2006 im Kanzleramt in der Abteilung Wirtschafts- und Finanzpolitik. Wäre ein klassischer Fall, wenn man ihn, den „Ziehsohn“ nehmen würde.

Weiter Klaus Regling. Meiner Meinung nach als Chef des Euro-Rettungsfonds (EFSF, heißt anders, doch mir geht die Zunge dabei auseinander) der beste Kandidat als Werkzeug für Frau Dr. Schwarzwälder Rotkelchen (Kennen Sie das Farbenspiel von Ossi-Angie?).

Drittens Jürgen Stark, seines Zeichens Chefvolkswirt der EZB, Ex-BB-Vize und Mitarbeiter von Kohl.

Viertens, last not least, Andreas Dombret, Bundesbanker und im Vorstand zuständig für Finanzstabilität, Statistik und Risiko-Controlling.

Sucht Euch einen aus.

Dougan

PS:
:-), wenn Dr. Ackermann Lust hat, was leider unwahrscheinlich ist, so könnte man ihm ja (endlich) einen deutschen Paß aufs Auge drücken und als EZB-Chef vorschlagen. Dann bräuchte er nicht mal umziehen. Doch mehr als Aufsichtsratsein möchte dieser ja anscheinend nicht.

„Respektlosigkeit gegenüber Amtspersonen“?

In den vergangenen Jahren ist die Respektlosigkeit und Aggressivität gegenüber Polizisten, Feuerwehrleuten und Rettungskräften allem Anschein nach gestiegen. Bei Demonstrationen, Volksfesten, Sportveranstaltungen oder auch im ganz normalen Alltag gibt es offenbar eine Spirale der Gewalt. „Immer häufiger und immer schneller wird getreten, geschlagen oder es werden unvermittelt Steine oder Glasflaschen auf die Einsatzkräfte geworfen.“ So steht es in einem Antrag der CDU-Fraktion im Düsseldorfer Landtag, mit dem sie die rot-grüne Landesregierung unter anderem auffordert, sich auf Bundesebene für die Schaffung eines neuen Straftatbestandes („Tätlicher Angriff auf Amtsträger“) einzusetzen.

Die NW beschäftigt sich mit einem heißen Eisen. „Mangelnder Respekt gegenüber Amtspersonen“. Halleluja. Erinnert irgendwie in der Formulierung an bestimmte dunkle deutsche Zeiten. Oder ist einfach nur unglücklich formuliert. Angesichts der Eskalationen polizeilicher Gewalt, dem Einsatz „schwerer Waffen“ und Knüppelorgien taucht die Frage auf, wann „Respekt vor Amtspersonen“ zu beginnen hat oder was eher wirkt wie das idiotische Grüßen des „Gessler-Hutes“ in Schillers „Wilhelm Tell“.

Man kann Respekt vor einem Amt haben. Trägern rabenschwarzer Roben oder gewählten Präsidenten. Wenn jemand aber partout seinen Namen nicht per Nummer oder Namensschild preisgeben will, ist es schwierig mit dem „Respekt“. Führen wir doch einfach „vorauseilenden Gehorsam“ wieder ein und niederknien vor einer Person, die „amtlich unterwegs“ ist. Die auch schon mal anordnet, das Du „polizeilich behandelt“ wirst, per Wasserwerfer das Auge ausgeschossen bekommst oder von Tornados fotografierend überflogen wirst. Oder so wie das offensichtlich jede Menge Hart 4-Empfänger bei ihrem Bittgang tun müssen. Ach Sie kennen niemand, der mit „Beamtens und Respektspersonen“ zu tun? Dann wirds aber Zeit und das Knie bitte vorauseilend gebeugt. Es ist nun einmal ein schlimmes Merkmal bestimmter konservativer Kreise mit Hang zum leichten Rechtsdrall, auch normalen bürgerlichen Protest, den das GG abdeckt, als „respektlos“ abzutun. Respektlos im Sinne von „normal mit jemand umgehen“, um das auch hier noch festzuhalten, sind wir allerdings gegenüber all denen, die gegen gute Bezahlung und lebenslange Absicherung lediglich ihren Job ausüben. Möge sich jeder denken, wen wir meinen.

Blechorden für KTzG

Einfaches kann jeder, Unmögliches offensichtlich nur einer: Karl-Theodor zu Guttenberg. Smart und stark sorgt er für Glanz im grauen Politikeralltag. Als Antityp des staatstragenden Politikers sagt er, was er denkt – nachdem er vorher nachgedacht hat. Die Fähigkeit, dabei über sich selbst zu lachen, macht ihn zum Überflieger, der das Kunststück vollbringt, nicht abzuheben. Klarer Fall für höhere Weihen, munkeln die Medien und sehen in ihm bereits den künftigen Kanzler. Die Zeichen dafür stehen gut, denn der Aachener Karnevalsverein (AKV) macht schon mal den Weg frei: Mit der Verleihung des 61. Ordens Wider den Tierischen Ernst rückt er den unkonventionellen Freiherrn an die Seite von Konrad Adenauer und Helmut Schmidt.

Diesen Platz nimmt er jedoch nur aus der Ferne wahr. Denn der Verteidigungsminister kommt nicht selber zur Ordensverleihung, sondern schickt seinen Bruder Philipp. In der Rolle des Knappen, der ihn im Narrenkäfig vertritt, revanchiert sich der ehrenamtliche Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzer getreu dem Motto „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück“. Ein Schelm, wer unter Brüdern Böses dabei denkt. Die ARD überträgt die Ordensverleihung am 21. Februar ab 20.15 Uhr. Mit einem furiosen Feuerwerk aus Musik, Humor und so vielen Rittern wie lange nicht mehr feiert der AKV den närrischen Staatsakt. Vor ausverkauftem Saal geben sich Spitzenkünstler des regionalen Karnevals und bundesweit bekannte Kabarettisten ein spritzig-witziges Stelldichein. An erster Stelle Jürgen Rüttgers, der als wortgewaltiger Laudator die Gunst der Stunde nutzen wird. Fürstin
Gloria brilliert in einem heiter-hoheitlichen Zwiegespräch mit Kabarettist Jürgen Beckers. Als bundesweit beliebte Botschafter mit Oecher Herz begeistern Josef, Jupp und Jüppchen, Dirk von Pezold als Lennet Kann sowie die 4 Amigos.

Nein, nein, das ist nicht die große Prunksitzung aus dem Gürzenich zu Kölle mit dem Papst als Heiligsprecher. Das ist die Pressemeldung der Aachener Jecken zur Verleihung des komischen Ordens „Wider den tierischen Ernst“ an KTzG, die Lichtgestalt aus der fränkischen Provinz. Jener Mann, der in Begleitung seiner zu Höherem strebenden Gattin Kundus mit Kerner im deutschen TV rockte. Seltsam nur, das er nicht selbst in den Karnevalskäfig zu Ooche steigt. Da würde er nämliche eine glänzende Figur als bunter Geck abgeben. Wie weiland unsern Guido. Ach ja. Die Gloria TT wird auch da sein. Hoffentlich „schnakselt“ sie nicht zu heftig mit einem „Schwarzen“.

„Aufschwung“ dank Inflation

Der Verbraucherpreisindex für Deutschland lag im Januar 2011 um 2,0% höher als im Vorjahresmonat (Dezember 2010: + 1,7% gegenüber Dezember 2009). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurde damit der für die Geldpolitik wichtige Schwellenwert von zwei Prozent im Januar 2011 erreicht. Eine höhere Inflationsrate wurde zuletzt im Oktober 2008 mit + 2,4% ermittelt. Im Vergleich zum Vormonat Dezember 2010 sank der Verbraucherpreisindex um 0,4%. Die Schätzung für Januar 2011 wurde somit leicht nach oben korrigiert. Die Inflationsrate im Januar 2011 wurde maßgeblich durch den Preisauftrieb bei Energie geprägt, deren Preise insgesamt um 8,6% über dem Vorjahresniveau lagen.

Ach, Sie fragen sich grade, so Sie Angestellter oder Beamter sind, wo Ihre LohnGehaltserhöhung geblieben ist? Lesen Sie das oben noch mal. Ganz langsam. Zum Genießen. Es ist Ihr Aufschwung. Von Angela Merkel und Herrn Brüderle prophezeit und in unendlicher Weisheit eingefädelt…..

Kaufmannsrumoren in der Innenstadt

Es rumort ziemlich in der Innenstadt der Glitzermetropole. Da, wo die Niedernstraße 17 noch Packpapierfenster zeigt, wollen bald Dänen beweisen, das sie „nicht lügen“ und einen „Jackpot“ anbieten. Geht man auf die Website der in Dänemark ziemlich bekannten Modegruppe mit einer ganzen Reihe von Labeln und gibt den Namen dieser größten Stadt zwischen Hannover und Hamm ein, werden gleich drei gegenwärtige Verkaufsstellen (Amtsstraße, Hillegosser und Herforder) angezeigt. So ganz neu ist den Dänen aus Kopenhagen also die Verkaufe in der altehrwürdigen Einkaufsstadt am Teutoburger Wald nicht. Die diversen Modeketten in Bahnhofstraße und Niedernstraße freuen sich bereits. Endlich Konkurrenz für „New Yorker“ und Co. und grandiose Möglichkeiten, sein mit dänischem Buko (arla) bestrichenes Starbucks-Bagel da mal ein wenig an den Rundständern auszuführen.

Ganz anders sieht es im Jahnplatzforum aus, das ja einmal besseren Zeiten entgegensehen sollte, als es 2008 für14 Millionen Euro von der israelischen Investorengruppe Tshuva übernommen wurde. 1 Millionen Euro wollte man investieren. Getan hat sich bis heute unterirdisch ebenso wenig wie oberirdisch. Nun ziehen die Mieter aus dem Tunnel unten scharenweise ans Tageslicht. Fleischer Damisch, der ab April seinen Verkaufsstand schließen wird, sagt laut NW: „Die Mieter haben sich geändert und verkaufen Dinge, die nicht unbedingt dem täglichen Bedarf entsprechen“. Vornehm ausgedrückt von Siegfried, dem Metzger. Es ist ziemlicher Ramsch, der da unten in der Tiefe der Passage liegt.

Geisterstunde mit Husni

Wer die ZDF-Sonderberichterstattung „Life aus Kairo“ mit dem hektischen Anchorman Klaus Kleber als Moderator zu nächtlicher Stunde erlebte, fragt sich schon, ob das nun journalistische Wirklichkeit oder bereits Fiktion war. Splitscreen: Auf der linken Seite des Bildschirm schwadroniert der greise 82 jährige Staatschef wie in ein einem „Märchen aus TausendundeinerNacht“, rechts zeigt eine Kamera den nächtlichen Tahrir-Platz, auf dem sich Hunderttausende versammelt hatten und viele von ihnen die Schuhe ausgezogen hatten und damit winkten. Eine arabische Geste, die tiefste Missachtung ausdrückt. Wie es nun weitergehe, fragte gestern Autor Dougan.

Offensichtlich weiß es niemand. Oder haben Angela Merkel und Guido Westerwelle noch ein europäisches Ass im Ärmel? Klaus Kleber hätte so gerne „in Echtzeit ägyptische Weltgeschichte geschrieben“. Die Enttäuschung merkte man ihm förmlich an.

Aber: Es geht ja weiter. Husni klebt offiziell wie Pattex am Stuhl und das Militär „garantiert die Ruhe“.

Was geschieht nun…?

Das Chaos wird offenkundig immer größer. Die Armeeführung fühlt sich nicht mehr in der Lage, Recht, Ordnung und Gesetz aufrechtzuerhalten, geschweige denn die reguläre Polizei. Ist nur die Frage, wie Herr Mubarak einen relativ würdigen Abgang bekommt. Ins Ausland wollte er nicht gehen, da ihm dann wahrscheinlich das selbe Schicksal in Deutschland erwartet hätte, wie einst Herrn Arafat in Paris. Dieser starb in einem Krankenhaus, Mubarak will in Ägypten sterben und wird selbst das wohl nicht mehr können. Und so wird er die Macht an Suleiman vorraussichtlich abtreten und irgend wo ins Exil gehen. Geld genug hat er. Die Frage ist, ob das Volk den Suleiman akzeptiert, oder nur als Übergang bis zur nächsten Wahl duldet.

Und wenn Neuwahlen, wie frei werden sie sein und wie wenig Manipulation. Ein zweites Teheran, wegen Wahlfälschung? Wir werden sehen.

Das Militär jedenfalls wird nur dann putschen, wenn Suleiman entweder nicht akzeptiert wird, was aber unwahrscheinlich ist, oder falls die Wahlen in den kommenden 60 Tagen nichts vernünftiges bringen. Es ist nicht unklar, was Mubarak vor hat, sondern wie es nach ihm nun weitergeht. Und dies ist das Probleme. Wer hat nach 30 Jahren und in der westlichen Welt Bock auf eine, wenn auch zeitweilige Militärdiktatur und schleichendem Übergang? Solche Erfahrungen machte man schon mit Franco in Spanien.

Es besteht natürlich die Möglichkeit, daß Mubarak ein letzes Mal versuchen wird, das Militär auf seine Seite zu ziehen und den Aufstand doch noch mit Panzern niederzuwalzen, aber das ist absurd.