Archiv für den Monat: Februar 2011

Auch hiesige Blätter hypten Gutti hoch

Es knirscht in diesen Tagen in Deutschland zwischen der öffentlichen Meinung und der veröffentlichten. Je nach Umfrage fordern bis zu 87 Prozent der Menschen, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg solle im Amt bleiben – auch ohne Doktortitel. Damit steht Volkes Stimme im Gegensatz zu der Position, die nahezu alle Zeitungen, Fernsehsender und Magazine einnehmen. Abgesehen von der Bild-Zeitung, die »KT« lange vor der Plagiatsaffäre zu ihrem Liebling erklärt hat und nun nichts auf ihn kommen lässt. Hat die Presse ihr Ohr nicht am Puls der Menschen? Hat sie die Bodenhaftung verloren? Will sie sich nur mit der Trophäe schmücken, einen weiteren Politiker zur Strecke gebracht zu haben? Mitnichten. Nichts wäre für Kommentatoren einfacher, als auf den Zug der Pro-Guttenberg-Bewegung aufzuspringen. Den Baron zu loben, weil er als erster vom Krieg in Afghanistan gesprochen hat. Ihn zu preisen, weil er die Bundeswehr neu aufstellt. Ihm zu danken, weil er frischen Wind ins Kabinett gebracht hat. Wirklich, nichts wäre einfacher. Aber das ist eben nicht die vordringliche Aufgabe von Journalisten. Wenn das Bundesverfassungsgericht die Pressefreiheit als »konstituierend für die Demokratie« bezeichnet, dann ist damit auch die Wächterfunktion angesprochen, die Zeitungen, Radio und Fernsehen zufällt. Es ist einer der wichtigsten Aufträge der Presse, Betrug, Korruption, Steuerverschwendung, Mauscheleien und Amtsmissbrauch an die Öffentlichkeit zu bringen. So wird die Demokratie gestärkt, so wird das Zutrauen in den Rechtsstaat erhalten. Es ist keine Hetzjagd auf Guttenberg, die Deutschlands Medien im Moment umtreibt, sondern der Versuch, die Affäre so transparent wie möglich zu machen. Erst die detaillierte Offenlegung der Abläufe und Verantwortlichkeiten ermöglicht es jedem von uns, sich eine fundierte Meinung zu bilden. Der eine kommt dabei zu dem Schluss, der Makel des Plagiats trete weit hinter die Verdienste Guttenbergs zurück. Der nächste will den Minister abtreten sehen, weil er ihm grundsätzliche charakterliche Mängel unterstellt und in seinem Festhalten am Amt eine Bagatellisierung des Vergehens sieht. In diesem Spannungsfeld drückt sich die Presse nicht davor, das Vergehen Guttenbergs einzuordnen. Ist es vertretbar, eine Kassiererin, die einen Leergutbon unterschlagen hat, zu entlassen, wenn ein Regierungsmitglied, das über Jahre mit verbotenen Methoden an seiner Promotion herumgedoktert hat, bleiben darf? Wohl in der Sorge, Demokratie und Rechtsstaat könnten Kratzer bekommen, wenn man einem Bundesminister erst einmal so etwas durchgehen lässt, gelangen selbst konservative Kommentatoren zu dem zugegeben unpopulären Schluss, Guttenberg müsse gehen. Aber: Jeder darf ganz anderer Meinung sein. Das ist gut, und die Presse wacht darüber, dass es so bleibt.

Liebes Westfalen-Blatt. Das ist schon alles richtig, was Ihr da in Eurem Leitartikel schreibt. Aber werft bitte nicht nur Diekmanns BILD auf den medialen Müllhaufen mit der restlichen Presse. Leider habt auch Ihr seinerzeit an dem gewaltigen Hype mitgeschrieben, der dem jungen Freiherrn aus Bayern wohl die Sinne vernebelte und ihn abheben ließ. Auch Ihr habt selten eine Chance ausgelassen, Freiherrliche Bilder von „Gutti und Steffie“ zu zeigen und zu beschreiben. Also fasst Euch an die Nase und fragt mal, wem Ihr nun welchen völlig unkritischen Gefallen zusammen mit einer großen Herde von Journalisten – allen voran „Deutschlands Meinungsmacher Nr. 1 – Diekmanns Käseblatt BILD“ – getan habt.

Fragen muss sich das auch der greise Doktorvater Guttenbergs, der nun von „unvorstellbaren Mängeln in der Doktorarbeit“ spricht. Hat der Name des Mannes von der Burg überm Dorf so sehr geblendet, dass die Hirne „der anerkanntesten juristischen Koryphäen“ zeitweise aussetzten? Das wäre fast ebenso fatal wie die Betrugsaffäre selbst.

Ergänzung 1.03.2011:
http://www.sueddeutsche.de/politik/guttenberg-biographie-auf-dem-sonnendeck-der-titanic-1.1066174

…und das hier war auch bereits im Mai 2009 zu lesen und im Web jedermann zugänglich: http://www.zeitgeist-online.de/exklusivonline/dossiers-und-analysen/632-das-guttenberg-dossier-teil-2.html Auch „Hurra-Journalisten“.

Altersschach in Isingdorf

Wer z.B. bei der NW redaktionell arbeitet und am frühen Morgen die eigene Zeitung aufschlägt, in die er gestern noch eine Headline gestempelt hat, dann entdeckt, er habe „altersschach statt altersschwach“ geschrieben beißt sich aller Wahrscheinlichkeit nach in den selbigen 🙂 Aber dieser kleine Fehler macht die Redakteure nur menschlicher, volksnaher. Da sind sie ganz „guttenbergt“. Allerdings haben sie für ihre sonntägliche Arbeit keine 7 Jahre Zeit….

Bei Licht betrachtet, ist „Altersschach“ gar nicht so unübel. Ob aber 20jährige Pferde den Turm von E 7 nach F 3 verschieben können?

Diekmann, es reicht!

…und so leidet die Uni, den der saubere, ehrliche, verantwortungsvolle, anständige, großmäulige Plagiator mit in den Sumpf kleiner Gauner gerissen hat:

http://www.youtube.com/watch?v=6cDZuQBtpVA

Dank für den Link, madamef!

Übrigens, die „Belohnung“ für die massive PR-Arbeit für Gutti bekommt BLÖD ja dann: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,747581,00.html Das blaufingrige Kindermädchen und ihre Freundinnen Angela und Elisabeth rocken eben die Republik.

Wie in diesem unsäglichen Blatt die Meinung von Hein Durchschnittsdoof im Stile des „Der Stürmer“ oder ehemaliges „Neues Deutschland“ manipiuliert wird, zeigt diese Tabelle aus Spiegel.online.

Westfalen-Blatt über „Fremdinszenierung“

Nina Richel, Schülerin aus Hildesheim, und Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg haben eines gemeinsam: Sie sind öffentliche Menschen, Kameras sind auf sie gerichtet. Nina Richel hofft in der Castingshow »Deutschland sucht den Superstar« auf eine Gesangskarriere, der Adlige im Kabinett Merkel darauf, dass die Doktortitel-Affäre schnell in Vergessenheit gerät. Eines unterscheidet die beiden aber grundsätzlich: der eine ist ein Profi in der Selbstinszenierung in den Medien, die andere wird vom Privatsender RTL fremdbestimmt. Karl-Theodor zu Guttenberg ist ein Medienprofi. Er schließt Bündnisse mit Sendern und Zeitungen – wie Mitte Dezember, als er mit seiner Ehefrau Stephanie die deutschen Soldaten in Afghanistan besuchte und den unter Quotenschwund leidenden Sat1-Moderator Johannes B. Kerner mitnahm. Hinzu kommt die auffällige Hofierung des Ministers in der auflagenstärksten deutschen Boulevardzeitung »Bild«. Nina Richel, Marco Angelini und die übrigen acht »DSDS«-Kandidaten hingegen sind weniger Akteure als vielmehr Spielbälle des Senders RTL. DSDS ist eine Art Striptease-Show, bei der die Kandidaten die Jeans anbehalten dürfen, aber ihr Gefühlsleben bloßstellen (müssen). Jede Träne wird von einer Kamera eingefangen, der Verlust von lieben Menschen in Geschichten ausgewalzt. Der Dramaturgie wegen werden Kandidaten in Schubladen gesteckt (»die Zicke«). Das enge Aufeinanderhocken in der DSDS-Villa soll die ohnehin vorhandene Konkurrenz der jungen Leute
untereinander anheizen. Peter Boudgoust, der Intendant des Südwestrundfunks, nennt das »Sozialpornografie«, wenn Laien beispielsweise in Dokusoaps Konflikte austragen sollen. Fast 35 000 junge Menschen bewarben sich für die aktuelle Staffel von »Deutschland sucht den Superstar«, einige von ihnen wurden von der Jury um Dieter Bohlen bewusst lächerlich gemacht – anstatt sie erst gar nicht einzuladen, weil ihnen offensichtlich das Talent fehlt.
Darunter werden die Vorgeführten noch lange leiden, weil Mitschüler mit dem Finger auf sie zeigen. Die zehn Übriggebliebenen haben in den Mottoshows keine andere Wahl, als sich den Regieanweisungen zu fügen. Wer es sich mit Bohlen verscherzt, kann einpacken. RTL spielt mit der Hoffnung der Kandidaten auf die große Karriere und macht daraus ein Geschäft. Nina Richel und die anderen sind Werkzeuge für eine hohe Einschaltquote. So wie es 2010 Menowin Fröhlich war, dessen kriminelle Vergangenheit (Betrug und Körperverletzung) in den Mittelpunkt gerückt wurde. Weil sie heiß auf Aufmerksamkeit sind und wie ihre Eltern die Gesetze einer Castingshow nicht kennen, bewerben sich jedes Jahr Tausende bei RTL oder Pro7. Sie sollten sich keine Illusionen machen: Diese Shows sind moralisch fragwürdig, reine Fremdinszenierung, und ihre Sieger sind schnell vergessen.

Liebes Westfalen-Blatt. Nicht nur DSDS ist mehr als fragwürdig. Zählt in Deutschland bei der Mehrheit denn noch Moral? Ist Moral mit der angeblichen Beliebtheit des verlogenen Ministers vereinbar? Findet das die Mehrheit wirklich gut? Oder heisst die „Mehrheit“ eher Schattenkanzler und Volksverdummer Diekmann von BLÖD? Fragwürdig ist auch, warum Ihr Euch in die Reihen der Hochschreiber eingereiht hattet und nicht erkanntet, was für ein Blender und Hochstapler da auf seinem visuellen Bobbycar sitzt und sich von einem abgefeimten Club Idioten hochjubeln ließ und lässt. Immer noch ist er angeblich „der beliebteste Politiker“ vor Angela Merkel. Und die hat ziemlich sicher ihre Doktorarbeit nicht abgekupfert und schon vor Verleihung den Titel tragen wollen.

Jetzt scheint auch die Uni Bayreuth aus ihrer Schockstarre erwacht zu sein. Und er hat eine sehr klare Meinung über den ehemaligen Doktor: Lepsius hält den Verteidigungsminister für einen Betrüger. So sagt er das. „Wir sind einem Betrüger aufgesessen. Es ist eine Dreistigkeit ohnegleichen, wie er honorige Personen der Universität hintergangen hat.“ Quelle: Süddeutsche Zeitung.

Wie kann dann ein „Betrüger“ immer noch Minister sein? Oder sind die diversen Vorwürfe von Experten aus dem Kanzleramt zur „heißen Luft Richtung Bundeswehrreform“ schon Frau Merkels eleganter Ansatz, die Hohlpfeife aus Franken auf dem „fachlichen“ Weg aus dem Amt zu entfernen?

Bäumt sich ARMinia noch einmal auf?

„High noon“ ist im Western ja Mittags 12 Uhr. Ostwestfalen hat das mal auf 13 Uhr verschoben. Der Ort des Duells ist die ehrwürdige Bielefelder Alm, unter dessen Anstoßkreis ja bekanntlich das heimlich für Ex-Präses S. angelegte Mausoleum liegt. Heute treten da ab besagter Uhrzeit der beste Zweitligist der Region, der SC Paderborn, und der mutmaßliche Absteiger in die 3. Liga, der DSC ARMinia B.….., gegeneinander an. Weltweit, so wird kolportiert, werde diese Abschiedsparty der Metropolmannschaft übertragen.

Mal sehen, was der Kampf um die goldene Ananas heute bringt…..

Näheres über Guttis Stefferl

Ja, wir sind schon gemein. Gucken nach. Lesen nach. Fragen Leute, die bestimmte Leute kennen. Gestern fragte eine ziemlich intelligente Person, warum man eigentlich so wenig „Inoffizielles“ weiß über den Plagiator und seine RTL2-Moderatorgattin, das halbschwedische Barbie-Stefferl.

Näheres nachlesen kann man beim – nach eigener Aussage „auf Bewährung vorbestrafte“n – Herrn Tauss, ehemals MdB SPD auf seiner Webseite „tauss-Gezwitscher“. Die Risse in der Freiherrlichen Scheinfassade sind wohl kaum zu kitten:

Und noch ein Problem wird im Buch klar benannt: Steffi versteht nicht, dass das nach Erkenntnis aller Fachleute sinnlose und wirkungslose Zugangserschwerungsgesetz des Gatten zu Guttenberg nicht umgesetzt wurde. An diesem Gesetz soll sie Gerüchten zufolge sogar mitgearbeitet haben! Da wird alles klar. Genau so liest sich das als “Zensursula” bekanntgewordene Gesetzeswerk Guttenberg / von der Leyen auch! So etwas passiert halt, wenn Leute Gesetze schreiben, die zuvor in Mama Charlottes Inneneinrichtungsfirma vorwiegend nur Zugang zu Farben und Stoffen hatte. Nichts für ungut, Steffi. Man kann nicht alles können!

Doch, doch. Wir nennen die Quelle und verlinken sogar! Ist doch immer lustig, was „feine Burgherren und -damen“ so von sich spucken.

Welche Luftnummer ihr Gatte über das Bekannte Erschwafelte hinaus ist, enthüllt Heise hier. Allerdings ist das fränkische Pärchen wohl der Gipfel des grandiosen Merkelschen Kabinettsgeschmacks:

Im Kabinett der Angela Merkel aber sind derartige Details nebensächlich. Kritik am Minister mit dem schönen Lebenslauf wird als [extern] Unverschämtheit abgetan. Allerdings könnte die Angelegenheit für zu Guttenberg doch noch ein Nachspiel haben. Ein ehemaliger Bundeswehroffizier [extern] kündigte bereits an, gegen ihn Strafanzeige wegen Titelmissbrauchs zu stellen. Denn der Minister schrieb das Vorwort zu seiner Dissertation erst 2008. Er nannte sich jedoch schon 2007 auf seiner Internetseite [extern] Doktor.

Die nächsten Aufreger

So so. Der nächste Aufreger im Pressesalat. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat also in Kumpanei mit der Bundesbank die Banken der europäischen Schuldenstaaten intensivst und freundlichst mit überaus günstigen Krediten subventioniert. Es soll sich um 338 Milliarden Euro handeln. Deutschland haftet für mehr als 90 Milliarden Euro. Bemerkt habe die Geldinfusion – und jetzt wird es richtig pikant – durch die Hintertür ausgerechnet Hans-Werner Sinn, der Chef des ifo-Institutes. Die Bundesbank habe den Kapitaltransfer mittlerweile indirekt eingeräumt. Ifo-Chef Sinn, der König der Talkrunden, entdeckt also was hintenrum und die Untergangspropheten stimmen in den Chor ein. Warten wir doch mal ab, ob die Bundesbank „ihre Glaubwürdigkeit vollends verloren hat und den Verbrauchern und Sparern eine Inflation mit steigenden Preisen und dem Wertverlust des Ersparten“ droht. Trüge der Prophet nicht den Namen „Sinn“ und säße nicht bald das fiskalische Schoßhündchen von Mecklenburg-Vorpommerns ganzem intellektuellem Stolz als Chefbundesbanker da, man könnte es sich zusammenreimen. So bleibt es nebulös.


Kriegt in der NW grad was auf die Ohren: CDU-Mann Elmar Brok

Dagegen erlebt jetzt mal unser „Freund“, die Speerspitze Bertelsmanns in Brüssel, der OWL-CDU-Kreisvorsitzende Elmar Brok, wie das so mit dem Staatsanwalt ist. Der will nämlich die Immunität des überaus kräftigen Mannes im Europaparlament aufheben lassen. Es ginge um eine Steuerschuld von ca. 2300 Euro, die laut Brok „längst bezahlt sei“. Siehste Elmar, die pöse, pöse Presse handelt wie im Falle Lügen-Guttis. Sie schreibt einfach darüber. „Normale“ Menschen ohne Immunität hätten Ratzfatz die Steuerfahnder im Haus und wären angeklagt. Bei Teflon-Ministern und Eurofightern muss man erstmal die Immunität aufheben. Was selten gelingt. Denn „Volkes Stimme“ schützt ja die Ehrenwerten. Allerdings mußten wir auch gestern wieder feststellen, das selbst als intelligent eingestufte Menschen der Meinung waren, die „BILD verfolge den armen Guttenberg“. Die BILD. Ha, das ist großes Kino!

Warten wirs ab.

Wie EMNID-Schöppi es „erklärt“

Auch die Online-Abstimmung auf BILD.de kam zu einem ganz anderen Ergebnis: Danach votieren 55 Prozent für einen Rücktritt Guttenbergs (Stand: 24. Februar um 15.47 Uhr).

Pro Guttenberg, contra Guttenberg – warum gibt es unterschiedliche Umfrage-Ergebnisse?

DAS SAGEN EXPERTEN

Meinungsforscher Klaus-Peter Schöppner, Chef von TNS-Emnid (Bielefeld), erklärt sich die Differenz zwischen repräsentativen Meinungsumfragen und Online-Abstimmungen so:

„Ich kann mir vorstellen, dass im Netz gezielt manipuliert wurde, denn wir bekommen bei unseren repräsentativen Umfragen ganz andere Ergebnisse.“

Ja Schöppi, grad mal wieder „500 Repräsentative CDU-Mitglieder“ umgefragt? Dieses pöse, pöse Internetz aber auch. Gleich verbieten. Vor allem, wenn in dem Zusammenhang der Name „Tobias Huch“ in engster Zusammenarbeit mit der gedruckten BLÖD auftaucht wirds kritisch….

Sarrazins Sohn lebt von Hartz 4?

Der Sohn von Ex-Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin (66), Richard, lebt von Hartz IV und fühlt sich als Außenseiter. Seine Eltern sagten „eigentlich selten etwas Gutes über mein Leben“, sagte der 30-Jährige der Illustrierten BUNTE. „Ich bin für meinen Vater der Sündenbock, das schwarze Schaf der Familie.“ Derzeit arbeitet Richard Sarrazin, der eine Ausbildung als Bürokaufmann absolviert hatte, als Ein-Euro-Jobber als Garten- und Landschaftshelfer auf einem Friedhof. „Es ist eigentlich ganz gut, arbeitslos zu sein und nicht gebraucht zu werden, weil man dann sein Lebenstempo selbst bestimmen kann.“
Quelle: BUNTE

Huch? Bitte verbessert mich, die ihr über den von einem Kriminellen entworfenen Themenkomplex besser Bescheid wisst. Aber ist es nicht so, dass Eltern, so sie denn ausreichend Einkommen/Vermögen haben, zunächst einmal zur Sicherung des Lebensunterhaltes des Sohnes herangezogen werden? Oder gelten da die Gesetze wie im Falle des fränkischen Lügenbarons auch nicht?

Kann ja sein, das das bei der Deutschen liebstem „Wahrheitssager“ und „Zierde der Sozialdemokraten“ ähnlich ist wie Lügenbaron Gutti. Da gilt lediglich das eigenhändig vom bayerischen Kini damals verfasste Gesetzbuch „Heiliges Bayern“: „Alle Menschen sind gleich. Wir sind gleicher“. Aber Thilo wird das schon gecheckt haben, der Politchecker.

Volksverdummung auf Klopapier

Gestern hatten wir Kontakt mit ungefähr 50 Menschen, mit denen wir über das Thema Guttenberg diskutierten. Nicht ein einziger hatte Verständnis für Aktion, Haltung und Attitüde des flotten Lügners aus der fränkischen Provinz. Der seit über 20 Jahren in Deutschland lebende niederländische Geschäftsführer eines weltweit agierenden Yachtausrüsters meinte lakonisch: „Mein gutes Bild von Deutschland hat Risse bekommen. Damals die Dolchstoßlegende der Nazis, jetzt die angebliche Medienkampagne gegen einen Hochstapler. Wenn wir jetzt Mitarbeiter beim Lügen ertappen, haben wir schlechte Karten. Ab sofort sind das alles nur noch Kavaliersdelikte. Die Bild wurde in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat für unsere 600 Mitarbeiter aus den Firmenräumen verbannt“. Lassen wir mal das Elaborat von Guttis Bruder im Geiste, dem Bielefeld-affinen Herrn Diekmann, einfach so stehen als das was es ist:

Auf den Gipfel getriebene Beknacktheit und Persilschein für zukünftige Gauner dieser Art in der Bananenrepublik Deutschland

Da die Universität Bayreuth jedoch auf eine nähere Prüfung der Plagiatsvorwürfe verzichtet, hat sie sich als akademische Lehrstätte sehr wohl unmöglich gemacht. Und da soll es „keinerlei politischen Einfluss“ (Unipräses Bormann) gegeben haben? Ob das jetzt so lauthals für ihren Hero plärrende geistige Prekariat wirklich weiß, worum es geht? Es ist sehr zu bezweifeln. Die tumbe Masse erregt sich über angebliche „Jagd in den Medien“ und feiert gleichzeitig das Diekmannsche Brechelaborat auf Klopapier. Das ist der Boden, auf dem schwarze Dummheit prächtig gedeiht. Jetzt noch eine „Promi-im-Dschungel“- Sonderserie auf RTL mit Gutti, Stefferl und dem feisten CSU-Generalsekretärsgrinser, und die Krönung zum Kaiser im Bamberger Dom ist nicht mehr aufzuhalten. Sammelt schon mal Bananen für die Röckchen und übt „Bunga-Bunga beim Weißbier“.

Blogger „Don Alphonso“ zieht auf „Rebellen ohne Markt“ eine nicht einmal weit hergeholte Parallele zum „phantastischen“ TV-Auftritt eines Herrn Mubarrak zum Auftritt des Lügenbarons aus Franken. Die Kommentare dazu – insbesondere zur BLÖD – sind entsprechend.

Narrahallamarsch!

PS: Eine Frage an die Universität Bielefeld, so sie denn einen ähnliche gelagerten prominenten Fall hätte. Würde sie sich öffentlich von Frau Bundeskanzlerin i. G. (im Niedergang) bescheinigen lassen, der „Empfehlung von Herrn Guttenberg gefolgt“ zu sein?

Strahlend vorbei

Der gestrige Gutti-beherrschte Tag führte zu einem Termin im weitläufigen Emsland. Vorbei am AKW Lingen, dessen hoher Schornstein kilometerweit die grüne Landschaft beherrscht. Unwillkürlich denkt man an das Kernkraftwerk Grohnde, von dem die Metropole und das Umland auch Strom beziehen. Zufällig war beim Termin oben im Norden auch ein ehemaliger Kraftwerkmeister dabei, der „schöne“ Geschichten aus einer für ihn überhaupt nicht „strahlenden“ Vergangenheit erzählen konnte. Sparen wir uns hier die negativen Details. Angesichts der gestrigen Gutterie meinte er aber abschließend: „AKW-Betreiber sind wie Guttenberg. Sie können alle negativen Seiten aufgezählt haben, um die Tricksereien wissen und dennoch glauben jede Menge Menschen, es sei immer noch eine tolle Sache“.

Guttis Doktor-Hut ist weg

Die Uni Bayreuth hat schnell und schmerzlos entschieden und dem sauberen Herrn Minister Karl-Theodor Guttenberg-Münchhausen den Doktortitel aberkannt. Dennoch gibt es immer noch genügend glühende Verehrer, die eine „Hetzkampagne“ und eine „Lapalie“ sehen. Schlaft weiter, Freunde. Aber geigt Euch zukünftig nicht mehr über wirkliche Geringfügigkeiten von Menschen auf, die nicht „zu Guttenberg“ heißen.

Wie sagte eben der frühere Stern-Journalisit Heiner Bremer auf n-tv? „Dieser Mann ist nicht mehr minestrabel“. Eben. (Aber in einer Banananrepublik mit Mutti aus der Walachei an der Spitze schon, Heiner!)

Leute aus der Plebejer-Befürworter-Riege, die sich gradezu danach sehen, vom „elitären Adel“ mal wieder so richtig rangenommen zu werden, schreiben so:

ist ja lustig…
….dieses superschlaue Völkchen aus Doks und Profs hat ihm jetzt den Titel aberkannt.
Diese selbsternannte Schlaumeiersippe war zu doof das vorher zu erkennen und müssen das erst aus der Zeitung erfahren das was nicht stimmt, oder wie?
Ich lach mich krümelig. Und die wollen mir was von Wissenschaft verklickern? Ein Haufen von Wichtigtuern, die meistens früher in der Schuler vermöbelt wurden. Arme Würstchen…..dieses superschlaue Völkchen aus Doks und Profs hat ihm jetzt den Titel aberkannt. Diese selbsternannte Schlaumeiersippe war zu doof das vorher zu erkennen und müssen das erst aus der Zeitung erfahren das was nicht stimmt, oder wie? Ich lach mich krümelig. Und die wollen mir was von Wissenschaft verklickern? Ein Haufen von Wichtigtuern, die meistens früher in der Schuler vermöbelt wurden. Arme Würstchen.“
Quelle: hier.

„Verwöhnung in privater Atmosphäre“

Donnerwetter. Das ist ja mal ein Fund. Unser großes journalistisches, mediales und Marketingtechnisches „Vorbild“ (der „Bielefeld Blog“) ist also auch Twittermäßig für die „schönen Seiten“ des Lebens verantwortlich und nimmt die am rechten Rand ablaufende Twitteranzeige offensichtlich freufdig auf.

„Hast du keinen, twitter Dir einen“. Oder so. Aber sie zeigen ja auch nur die „schönen, freudigen, positiven Seiten“ dieser herzigen Metropole an der blitzenden A2.

250.000 „Gefällt mir“ auf Facebook gekauft?

Während ich diesen Artikel verfasse sind es bereits präzise 194.730, also knappe 200.000 Unterstützer bzw. Fans.

Frage: Wie geht sowas? Möglicherweise genauso wie Sarah Palin und andere Mitmenschen, die hoffen, glauben und beten, ihren Hals innerhalb kürzester Zeit mittels einer starken öffentlichen Meinung – und sei sie auch nur zusammengekauft – aus der Schlinge ziehen zu können, hat eben auch Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg bzw. ein «Fan» von ihm, möglicherweise die «Stimmen» schlicht gekauft. Quelle: Meerschweinchenblog

Hamlet Hamster, 17A Cole Park Road, TW1 1HP London
erklärt die Flut der angeblichen „Unterstützer“ auf der vom Mainzer Konstrukteur für Altersverifikationssystemen zu Erotik – und Pornoseiten, dem 29 jährigen Tobias Huch (FDP-Mitglied), eingerichteten „Pro Guttenberg“-Seite.

Schattenkanzler Diekmann läßt abstimmen

Das bei dem Ex-Bielefelder Kai Diekmann im Oberstübchen nicht alles so ganz fest verschraubt ist wie notwendig, wissen wir ja. Aber nachdem neulich in der „Gorch-Fock-Affäre“ ein Redaktionsmitglied bei Herrn Lügenbaron mitfuhr und er daraufhin per BLÖD den Kapitän des Segelschulschiffes suspendierte, das hat neue Qualitäten. Von Herrn Diekmann möchten wir uns nun wirklich nicht „regieren lassen“. Wer Freunde wie dieses Plebejer-Blatt hat, der braucht keine Feinde mehr.

Ach so, bevor wir es vergessen: 12 Stimmen von hier für „Rücktritt“. Die 12 x 14 Cent für die Anrufe waren es uns wert.

Es tut mir ja auch leid, wenn wir Bielefelder und Ostwestfalen noch ein wenig Karl-Theodor Barn von zu Guttenberg-Münchhausen etragen müssen. Aber wer ihn nicht als näcjhsten Kanzler einer CSU-geführten Banananrepublik haben will, muss ihn eben sezieren und seine Hohlheit entlarven. So wie das Hans Hütt auf „Carta“ mit der Kelkheimer Rede vor bedingungslos Huldigenden getan hat. Da kommt dann schön zu Tage, wes hohlen Geistes Kind der junge Herr aus der fränkischen Provinz wirklich ist:

Hier inszeniert sich der Narziss in einem Naturbild, das ihn als Solitär, als standhaft, in uralter Tradition von Schutz und Gehorsam stehend, überhöht. Das Bild versetzt zugleich die durch Geschäftsordnung der Bundesregierung und geltende Gesetze definierte Funktion seines Amtes in eine post-zivile Höhenluft, die ihm, wie die folgende Passage belegt, nicht gut bekommt. Er hyperventiliert. Kommt vom Weg ab. Vergreift sich in der Metapher. Begeht Bergfrevel. Kann also nicht einmal in der familialen rhetorischen Domäne reüssieren, ohne Spuren zu hinterlassen, die den Täuschungsversuch – oder sollte ich besser sagen: den Selbsttäuschungsversuch? – offenbaren.

Wie weiland bei Adolf

Die Stilisierung als Opfer: Seit der Opel-Krise vor zwei Jahren hat sich Guttenberg immer wieder als Anti-Politiker in Szene gesetzt, als der Unabhängige unter den Angepassten. Es ist seine Art des Populismus. Am Montagabend in Kelkheim ein ähnliches Muster, diesmal bezogen auf die Medien: Hier das Volk, dort die böse „Hauptstadtpresse“. Man müsse aufpassen, dass sich im Land nicht einige „Maßstäbe“ verschöben, sagt Guttenberg: „Dass am vergangenen Freitag das Hauptaugenmerk mit Sondersendungen und allem Pipapo auf die Fußnoten in einer ministeriellen Doktorarbeit gelegt wurde, gleichzeitig aber der Umstand, dass in Afghanistan drei Soldaten gefallen sind, zur Randnotiz verkommen ist, das ist kein Beispiel exzellenten Journalismus.“ Jubel im Saal. Am Ende sagt Guttenberg, dass er an diesem Abend in Kelkheim „Kraft getankt“ habe – für den „Zinnober“, der ihn nun wieder erwarte. Wir gegen die. Jetzt applaudieren die Leute stehend. Spiegel.online 23.02.2011

Danke, Karl-Theodor. Tiefsten Dank. Endlich ist Deutschland auch offiziell da angekommen, wo wir schon lange die Vermutung hatten: Provinzielle Bananenrepublik, wo verblendete Idioten (war gestern Abend auf hr3 im TV zu besichtigen) einem offensichtlichen Lügner, Betrüger und Lebenslaufanpasser zujubeln. Zwar geschah das im hessischen Heimatort eines gewissen Roland Koch, der das ja alles auch nicht genau nahm, aber es lässt tief blicken. Muttchen wurden mit Tränen in den Augen gezeigt, die verzückt den Ärmel des feschen Lügenbarons streichelten, verklärte Rentner im seidenen KiK-Blouson warfen IHM Kußhändchen zu, Trampeln, ekstatische Schreie. Schon mal gesehen? Klar. Anfang der dreißiger Jahre, als ein gewisser Anstreicher mit Braunhemdbewährten Schlägern um sich herum ähnlich idiotische Gesten auslöste. Schwarzweiß, Wochenschau. Statt AC/DC „Horst-Wessel-Lied“. Unterschied: Jetzt kann man das in Farbe sehen und in bestem Ton erleben und sie spielen AC/DC und den „Bayerischen Defiliermarsch“.

Geschichte wiederholt sich. Betrug ist jetzt ministrabel und befähigt zu höchsten Ämtern. Hört also auf, Ihr Pharisäer, Euch über Italien, den Kongo oder Tunesien oder Libyens Schwachmat zu echauffieren. Hier ist das sogar – gedeckt von der Regierungschefin – ganz „demokratisch“ möglich.

Und noch einmal Spiegel: Das ist die Gefahr für Guttenberg. Sollte sich herausstellen, dass er nicht nur schlampig gearbeitet hat, sondern seine Dissertation in Teilen vorsätzlich zusammengeklaut hat, dann wäre das ganze nicht mehr einfach nur unendlich peinlich für den politischen Überflieger. Dann wäre nicht mehr nur die Glaubwürdigkeit des Ministers beschädigt. Dann wäre Guttenberg ein Betrüger und müsste zurücktreten.

Zurücktreten? Der „beliebteste deutsche Politiker?“. Der „Konzernherr“? Liebe Freunde aus jenem Magazin, das ein bayerischer „Herrscher“ schon einmal Knall auf Fall „ausräuchern“ ließ. Das würde der Lügenbaron aus der tiefsten Provinz auch locker bringen. Vorher muß er aber noch Rektor, Dekan und seinen emeritierten Doktorvater von „Buyreuth“ entlassen. Zackzack, damit Muttchen und Vati was zu klatschen haben in ihrer besoffenen Blödheit. „So ein fescher Mensch. Und so ehrlich. Er verzichtet freiwillig auf seinen mühevollst erarbeiteten Doktortitel. Er benutzt nur noch goldenes Klopapier, was Stefferl-Barbie ihm bestickt hat mit AC/DC-Reimen“. Wie es eigentlich gehen muss, dokumentiert die Lippische Landeszeitung.

Gut, das ich noch nicht gefrühstückt habe.

NW: „Falscher Doktor nicht mehr tragbar“

Damit wird deutlich, was Guttenberg geopfert hat: seine Glaubwürdigkeit. Dieses höchste Gut einer Politikerpersönlichkeit fiel der großen Verlockung des persönlichen Fortkommens zum Opfer.

Solch ein falscher Doktor ist nicht mehr tragbar.

Jens Reddecker/NW.online

Richtig. Aber nicht nur der Lügner im Ministereramt ist nicht tragbar sondern die gesamte Regierung. Denn sie decken den offenen Betrug alle. Und der angeblich „größte Teil der Bevölkerung“ (laut Umfrage von Infratest Dimap) gleich mit. Sollte der Anteil von Idioten in diesem Land noch größer sein als ohnehin schon befürchtet? Oder ist das nur der seit Antritt dieser schwarzgelben Schrottregierung immens gestiegene Verlust an Moral, Anstand und Können? Zumindest der Chefin muss man attestieren, was Schröder einmal gesagt hat: „Sie kann es nicht“. Eben. Der Fisch stinkt immer vom Kopfe her.

Gutti haut schon wieder auf die Kacke

Der beginnt mit einem Paukenschlag. Denn der Freiherr verzichtet auf seinen Doktortitel, die Prüfung der Universität Bayreuth wartet er gar nicht mehr ab. Zu erdrückend offenbar findet er nun selbst die Plagiatsvorwürfe. „Ich habe mich am Wochenende noch mal mit meiner Doktorarbeit beschäftigt und feststellen müssen, dass ich gravierende Fehler gemacht habe“, gesteht Guttenberg ein. Das seien Fehler, die den wissenschaftlichen Kodex nicht erfüllten. Er habe aber nicht bewusst getäuscht, versichert er. Quelle: Spiegel.online von heute

So, jetzt kommt „der neue Guttenberg“. Der angesichts der erdrückenden Belege seiner Plagiatorentums – unter den Abgeschriebenen auch der Bielefelder Juraprofessor Franz C. Mayer – sich hinstellt, den „Reumütigen“ spielt und dann auf die verbale Pauke haut. „Kampfansage an die Medien“. Muster: Franz Josef Strauß, Roland Koch, und ähnliche „Größen“. Wer sich immer noch wundert, warum das Image von Berufspoilitikern noch unterhalb von Zuhältern und Mafiosi rangiert, bekommt hier den neuesten Beweis. Und wie regiert die breite, doofe Masse des Wahlvolkes? Stellt sich hin, breitet die DOOF aus und steckt den leeren Kopf dahinter: „Ha. Ein Aufrechter. Ein Ehrlicher. Verzichtet sogar auf den Doktortitel. Den kann ich wählen“. Vor allem sein beginnender Rechtsdrall („Ich habe Sarrazins Buch gelesen und finde die Ansätze sehr interessant“. Eine neue „Deutsche Tea-Party“ mit tosendem Beifall?) gibt zu denken.

Der Grad seiner politischen und menschlichen Verkommenheit lässt sich aber bereits ablesen, wenn er laut Spiegel.online selbst den Tod dreier Bundeswehrsoldaten in Afghanistan instrumentalisiert für seine perversen Spielchen:

Es sei in der letzten Woche „mit Sondersendungen und allem Pipapo“ über seine Dissertation berichtet worden, gleichzeitig aber der Tod dreier Soldaten in Afghanistan zur „Randnotiz verkommen“.

Nein, dieser Mann mit dem Gelhelm hat wahrlich nicht mehr alle Tassen im Schrank.

Das war so. Das ist so. Das wird immer so sein. Weil „die Medien“ vom Schlage BUNTE. BILD, Focus, RTL, SAT-Gruppe aus bestimmten Häusern leider die Lufthoheit in Sachen Volksdummheit haben, wird der Vogel bald wieder als „Hoffnungsträger und Lichtgestalt“ dastehen. Mal sehen, was er als Nächstes plagiiert. Seine Geburtsurkunde? Der Lebenlauf ist ja schon angepasst. Da wird aus einem läppischen kleinen Praktikum bei der „Welt“ eben flott ein „Freier Journalist“ und aus Praktika in Frankfurt und NY werden „Berufsstationen“.

Vielleicht möchte die Masse aber auch nur getäuscht und geblendet werden. Die daraus entstehende gärende Suppe solcher zwielichtigen Gestalten müssen wir aber leider mit auslöffeln. Siehe die bereits jetzt völlig verkorkste „Bundeswehrreform“.

Max Steinbeis analysiert auf seinem „Verfassungsblog“, warum sich bestimmte Schichten mit dem plagiierenden Freiherrn solidarisch erklären und nennt das den „Sarah-Palin-Effekt“. Ich glaube, der Bub aus dem Fränkischen ist zwar bauernschlau, aber wie der Umgang mit seiner eigenen Doktorarbeit und seine überaus schlappe Verteidigungsstrategie zeigt, letztlich nicht intelligent genug, diese Scharade durchzuziehen. Mutti Merkel wird ihn dann fallen lassen, wenn die Felle endgültig davon geschwommen sind. Was sich momentan ja schon klar abzeichnet. Es gab bekanntlich auch bei der letzten Bundestagswahl über 14%, die ihr Kreuz bei den hohlen Nieten der FDP gemacht haben und den zum Gespött degradierte Guido Westerwelle „Klasse“ fanden. Meist dauert es nicht lange, bis das Volk seine Fähnchen wieder woanders hin schwenkt.

Time to say goodbye…

…hieß es am Sonntag Nachmittag für Arminia Bielefeld. Time to say „goodbye“ zum Aufstieg in die 1.Liga. Durch die knappe Auswärtsniederlage kann Arminia so kurz vor Ende der Saison jegliche Aufstiegshoffnung begraben. Ein Platz im grauen Niemandsland der 2.Liga bliebe noch. Aber damit lässt sich eine echte Spitzenmannschaft wie Arminia nicht abspeisen. Wenn es mit dem Aufstieg in die 1.Liga nicht klappt, so muss ein neues Ziel her: Aufstieg in die 2.Liga. Voraussetzung hierfür: Abstieg in die 3.Liga. Arminia ist somit voll im Soll.

Da man in Zukunft für gewisse Zeit auf das Derby gegen den ostwestfälischen Nachbarn aus Paderborn verzichten muss, bietet sich am Samstag zum vorerst letzten Mal die Gelegenheit, ein Derby zu besuchen. Ob wieder eine knappe Auswärtsniederlage drin ist, bleibt abzuwarten.

Für mich bleibt für heute nur noch eins zu sagen: Time to say goodbye. Wir sehen uns Samstag!

Nicht den Kasper vergessen!

Die brisanteste Nachricht sucht man bislang aber vergebens. Sie betrifft einen Strafbefehl über 9.000 Euro (90 Tagessätze), den das Amtsgericht Göttingen jetzt auf Antrag der Staatsanwaltschaft wegen Verstoßes gegen das Urhebergesetz gegen Andreas Kasper erlassen hat. Deshalb muss der lippische Landesverbandsvorsteher nicht nur um seine Reputation, sondern auch um seinen Posten bangen. Die lippische SPD hat gestern klipp und klar Kaspers Rücktritt verlangt. Dieser habe die Landesverbandsversammlung, das sogenannte „Lippe-Parlament“, bei seiner Bewerbung „getäuscht“, deshalb sei „die Vertrauensbasis zerstört“, sagte der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der lippischen SPD, Dirk Becker.

Kasper wird, wie berichtet, vorgeworfen, in seiner im Jahr 2004 vorgelegten Doktorarbeit zum Thema „Sozialsponsoring“ in erheblichem Umfang geistigen Diebstahl begangen zu haben. Die Dissertation stelle sich „auf etlichen Seiten als Flickenteppich aus den Texten anderer Autoren dar“, die nicht kenntlich gemacht worden seien, sagte gestern der Göttinger Oberstaatsanwalt Hans-Hugo Heimgärtner. Quelle: NW vom 20.01.2010

Siehste. Ist ja wirklich noch nicht lange her, unser OWL-eigener Dottore-Plagiatus-Fall. Jetzt ist er in die allgemeinen Annalen und Fußzeilen auf den Internetseiten rund um den fränkischen „weltgewandten, eloquenten, charmanten, gut aussehenden“ Täuscher und Abschreiber im (Noch)Ministeramt eingegangen. Kasper musste damals nach elendunwürdigem Hickhack gehen. Von Gutti rückt „die Elite“ langsam aber sicher ab, was der seltsam-verkicherte Auftritt der Monika Hohlmeier (Europaabgeordnete, Tochter vom ollen Gauner F.-J. Strauß und selbst wegen Unsauberkeiten zurückgetreten) gestern Abend bei Anne Will in der ARD deutlich zeigt. Da hätte man auch den Kasper einladen können, OWL hätte wenigstens was zu lachen gehabt. Ob Kasper Vorbild für KTzuG war? Ach ne, der brauchte ja „7 Jahre mühevollster Kleinarbeit zwischen verkackten Kinderwindeln, ACDC-hören und Stefferls Drängen nach Karriere“, um das Elaborat zu „summe cum laude“ zu bringen. Immer weder fragte wohl auch sein Ghostwriter auf der Burg nach.

2 Billionen Miese fast erreicht

Die öffentlichen Haushalte waren nach ersten vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) am 31. Dezember 2010 mit insgesamt 1 998,8 Milliarden Euro verschuldet. Dies entsprach rechnerisch einer Schuldenlast von 24 450 Euro pro Kopf. Gegenüber dem 31. Dezember 2009 hat sich der Schuldenstand um 18,0% beziehungsweise 304,4 Milliarden Euro erhöht. Dies war der höchste absolute Zuwachs des Schuldenstandes in einem Jahr seit Bestehen der Statistik. Die Ergebnisse umfassen die Kreditmarktschulden und Kassenkredite und beziehen sich auf die Kernhaushalte des Bundes, der Länder, der Gemeinden und Gemeindeverbände und ihre jeweiligen Extrahaushalte.

Wesentlich zum Anstieg beigetragen haben die im Jahr 2010 neu gegründeten (beziehungsweise in Geschäftsbetrieb gegangenen) „Bad Banks“. Die Übertragung von Risikopapieren der Hypo Real Estate in die FMS Wertmanagement sowie die Stützungsmaßnahmen der Ersten Abwicklungsanstalt für die WestLB erhöhten den Schuldenstand zum Jahresende um 232,2 Milliarden Euro.

Quelle: Pressemeldung des Statistischen Bundesamts vom 21. Februar. Wie lange haben die noch mal über ein paar Euro Hartz IV hin oder her gesessen?

Zweierlei Westfalen-Maß?

Welch ein Desaster für die CDU in Hamburg: Der Start ins Superwahljahr kommt einer Pleite gleich, wie sie die Partei an der Elbe noch nie erlebt hat. Innerhalb von nur zwei Jahren verlor die CDU nach dem Scheitern der schwarz-grünen Koalition mehr als 20 Prozentpunkte – also etwa 250 000 Wähler. Das zeigt, wie heftig und schnell eine Partei abstürzen kann, wenn sie die falsche Politik mit dem falschen Personal macht. Hauptverantwortlich für die Schlappe in der Hansestadt ist neben politischen Fehlern ein ehemaliger Hoffnungsträger. Ole von Beust galt als Garant des schwarz-grünen Projekts. Als der ehemalige Bürgermeister die Brocken hinwarf, wandten sich die Wähler enttäuscht ab. Nachfolger Christoph Ahlhaus hatte es schwer. Um sein biederes Image aufzupeppen, ließ er sich mit Hochglanzfotos in der Illustrierten »Bunte« ablichten. Die Bilder in Schlossherrenmanier entstanden in einem Hamburger Nobelhotel und machten Ahlhaus noch unbeliebter, als er ohnehin schon war. Er wird trotz seiner Abwahl in die Geschichte der Stadt eingehen: als Hamburgs Bürgermeister mit der kürzesten Amtszeit. Der strahlende Sieger zum Auftakt des Superwahljahres heißt Olaf Scholz. Mit seiner neuen, zurückhaltenden Art und einer wirtschaftsfreundlichen Politik hat er den Nerv der Hanseaten getroffen. Obwohl Hamburg nicht gleich Sachsen-Anhalt (Wahl am 20. März) und erst recht nicht Baden-Württemberg (27. März) ist, wird die schwächelnde SPD auf Bundesebene an Selbstbewusstsein hinzugewinnen. Der Sieg von Scholz mit absoluter Mehrheit ist auch ein Erfolg des liberalen Kurses innerhalb der SPD und zugleich eine Niederlage des linken Flügels um Parteichef Gabriel. Scholz selbst könnte nach diesem Ergebnis sogar in die Reihe der SPD-Kanzlerkandidaten aufsteigen, aber das ist noch Zukunftsmusik. Erst mal muss er unter Beweis stellen, dass sein Kurs der Mitte mit einer Partei zu vereinbaren ist, in der Gewerkschaftsbosse im Schattenkabinett bereits auf ihren Einsatz warten. Die Grünen haben mit Zitronen gehandelt. Sie ließen die Koalition platzen und haben teuer mit dem Machtverlust im Hamburger Rathaus bezahlt. Ihre Taktik ist nicht aufgegangen. Die Hamburger haben die GAL zu Recht auf die harte Oppositionsbank geschickt. Für die FDP ist der Einzug in die Hamburger Bürgerschaft ein ganz neues Gefühl. Die Liberalen haben von der Schwäche der CDU profitiert. Der Erfolg an der Elbe macht den Liberalen Mut. Den hat die Partei angesichts ihrer insgesamt schwierigen Lage allemal nötig. Auch wenn die SPD etwas anderes behaupten wird: Die Hamburg-Wahl wird die Kräfteverhältnisse im Bundesrat zwar leicht verändern, Auswirkungen auf die folgenden sechs Wahlen auf Landesebene sind nicht zu erwarten. Bundespolitisch hat nur eine einzige der kommenden Landtagswahlen echte Bedeutung: die in Baden-Württemberg in fünf Wochen.

Da guck mal an, unser biederes Westfalen-Blättchen. „Hochglanzfotos in BUNTE“ hat der abgesägte Hamburg OB machen lassen. Als Dr. a.D. Karl-Theodor zu Plagiatsburg samt Barbiegattin doppelseitig wie ein Pfau durch BUNTE schritt, brandete Jubel auf und man verstieg sich feuchten Auges in die Eloge dieser wunderbaren Bilder. BUNTE kann nicht anders. Nur Jörg Kachelmann war Professor Burdas Oberzeilenschindern nicht genehm, da wandte man andere „Methoden“ an. Siehe „Vernehmung“ einer „laut Focus wichtigsten Zeugin“, die dann absolut nichts zum Thema Wetterfrosch zu sagen hatte. Soviel zur Wahrhaftigkeit der Elaborate aus dem Offenburg/Münchner Verlag.

Erdrutsch an der Elbe

Die Wahlen zur Hamburger Bürgerschaft sind gelaufen, die SPD hat mit Olaf Scholz die absolute Mehrheit erreicht. Die sich schon länger abzeichnende Niederlage der CDU fiel mit nur noch knapp über 21% noch krasser als erwartet aus. Was das für die nun kommenden weiteren Landtagswahlen in der Republik bedeutet, bleibt abzuwarten.

Gutti schummelte auch bei Doktorspielen

Ach Manno, immer muss man Quelle angeben. Die gibts doch gar nicht mehr. Von Thommy M. versemmelt. Gutti war ja gleich für Insolvenz. Wie schon bei Opel. Damit seine amerikanischen transatlantischen Freunde und die Bilderberger das billigst aufkaufen können sollten. Fachmann, der er ist und 3-Mann-Konzernlenker, da weiß man sowas. Nur Steffi schmollt jetzt ein wenig. So gern wäre sie doch Kanzlergattin geworden und hätte sicher demächst mit Gutti „Wetten daß“ von ihrem Freund Thomas Gotterbarmuns übernehmen können. Na gut, weil ihr das seid tu ich das mal nicht nur uns Literaturverzeichnis: http://www.titanic-magazin.de/home.html

„Hoffnungstrainer“ Lienen kriegt auch in Aue Haue

Nicht einmal zwei Monate dauerte die letzte Trainerstation des Ewald Lienen, Olympiakos Piräus. Man trennte sich ganz flott wegen „Erfolglosigkeit“. Davor riss er bei 1860 München auch nicht grade Bäume als Trainer aus. Jetzt hier am Teutoburger Wald wird er aller Wahrscheinlichkeit nach den Niederlagenrekord seines ach so erfolglosen Vorgängers Christian Ziege trotz Großeinkaufs in der Winterpause wohl brechen und mit dem Team von der Alm in die Niederungen der 3. Liga absteigen. Ob so ein Trainer aussieht, der „die 2. Liga rockt“, wie sich einer dieser Ahnungslosen aus der „Führungsetage“ der ARMinia verbal verstieg? Was üben die Übungsleiter mit den Eleven eigentlich auf dem tollen Trainingsgelände an der Friedrich-Hagemann? Rasenhalma? Verstecken? Weiss der Präsident eigentlich, wie man da überhaupt hin findet?

Die Lage ist nach der Niederlage in Aue ernst und hoffnungslos. Oder glaubt noch jemand an 33 Punkte aus den letzten 11 Spielen?

Mehrheit? Da lachen ja die Hühner

Ob es der allerletzte Versuch ist, dem arroganten „Heilsbringer“ noch einmal den Rücken zu stärken oder einfach die Dummheit, aus dapd-Material abzupinseln, erschließt sich bei der Titelseite der Sonntagsanzeigengazette des Westfalen-Blattes nicht. Wer simpel das Wochenende nutzte und Menschen, die mit universitärem Betrieb, Prüfungsordnungen und Voraussetzungen für „summa cum laude“ nicht vertraut sind (zwangsläufig die Mehrheit) erklärt, um was es letztlich überhaupt geht, erntet keinerlei Zustimmung für den Herrn ehemals Dr. Das wird „bei der Mehrheit“ ebenso sein, auch wenn die Umfragehengste das so hinbiegen wollten. Überhaupt: Hört einfach mal auf mit der dämlichen – bestellten – Umfragerei.

Der Kundusauftritt des Blenders und der Blenderin mit Kerner war wohl das i-Tüpfelchen auf der so sorgsam eingestielten Inszenierung, die wohl doch nicht sorgsam genug war. Was nützen die schönen Bayereuth-Bildchen einer Burda-Clique? Was nutzt Friede Springers dümmliches BILD-Getue? Wer möchte jemand als Kanzler haben, dem Fassade über alles geht, flottes Gehampel und Egomanie an der Tagesordung sind und Hirn ersetzen? Auch Elisabeth Mohns Liebling langer Jahre, „Überflieger“ und Erzgauner Thommy M., musste letztlich gehen, als die letzte Fassade abgebröckelt war und ein armseliges Würtstchen mit Größenwahn und gestörtem Verhältnis zur Wahrheit übrig blieb.

Schönen Sonntag noch!

PS. Wer die Homepage dieser „Lichtgestalt“ sucht, die momentan auf Facebook „die Massen mobilisiert“, findet sie hier: http://www.zuguttenberg.de/index.php

Wie hieß noch jener jugendliche Berufspolitiker fernab dem Alltag von Arbeit, Menschen und Realität? Ach ja. „Philip Mißfelder“. Da hatte der liebe Gott schon dafür gesorgt, dass der Name Programm wurde und jetzt Junggauner dieses Schlages (Motto: „Ich bin zwar nicht intelligent, nicht beliebt, aber ich habe Ellenbogen und mache Parteikarriere“) und alte, kernige „Recken“ den Facebook-Daumen für „Gefällt mir“ heben können.

ARMinia II: Wie die „Großen“

Wer hat nach 20 Spielen lediglich 9 Punkte und ein Torverhältnis von minus 25? Nein, nein. Hier ist nicht die Rede vom „Vorzeigeteam“ der Alm sondern vom „Unterbau“. Ausgerechnet („alte“ Arminen wissen, warum) bei Spitzenreiter Preußen Münster verlieren die Mannen aus dem Dunstkreis von „Erfolgstrainer“ Ewald Lienen mit 0:2. Preußen Münster! In der nächsten Saison, so alles so läuft wie es derzeit läuft, treffen sich dann ARMinia und Preußen Münster wieder zu nervenaufreibenden Kämpfen. Wie früher. Nur 3. Liga.

Morgen treten die Almbubis bei Aufstiegsaspirant Aue zur Mittagszeit an. Hoffentlich haben sie dann nicht zu schwer gegessen.

„Terrorgefahr“ löst sich wie Schweinegrippe auf

Nun haben deutsche Ermittler bei der Terroraufklärung einen Rückschlag erlitten. Nach Infomationen des SPIEGEL haben sie den Kontakt zu dem Informanten verloren, der mit für die massiven Warnungen vom vergangenen November verantwortlich war. In der Bundesregierung wachsen allerdings inzwischen auch Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Mannes, der dem Qaida-Umfeld zugerechnet wird. Das liest man u.a. auf Spiegel.online.

Ob Herr de Misere, seines Zeichens Innenminister dieses Landes mit stets sehr „besorgter Mine“, zu tief in „Grimms Märchen“ geschaut hat?

„Zwei Drittel der Deutschen“ angeblich hinter KT

So, so. Ein Politologe versteigt sich zu der Behauptung, die Schummelei (und das Gutsherrengehabe) „stählen“ zu Guttenberg. Angeblich stünden „zwei Drittel der Deutschen“ hinter dem Minister*. Nur? Hinter Honecker standen 112%, hinter Hitler „die ganze Welt“ 🙂

Gucken wir mal, was in hiesigen Gefilden so verbreitet wird. Die NW macht vornehm und im Blatt reduziert mit einem zeitlich versetzten Homepagevergleich des Freiherren auf, an dem man das Verschwinden des Dr.-Titels ablesen kann. Das Westfalen-Blatt kommentiert mit Sorge um den seit Jesus beliebtesten Mann der Öffentlichkeit so:

Typisch zu Guttenberg: Es war zu erwarten, dass der Minister in seinem eigenen Verteidigungsfall zum Angriff übergeht. Deutschlands noch immer beliebtester Politiker hat aber auch Fehler eingestanden und sich entschuldigt. Er will seinen Doktortitel zumindest zwei Wochen lang ruhen lassen – welche Bedeutung das auch immer in der Praxis hat. Aber die entscheidende Frage in der Affäre um die Plagiatsvorwürfe lautet: Wie glaubwürdig ist Karl-Theodor zu Guttenberg noch? Und: Kann er Vertrauen zurückgewinnen? So beliebt der Bundesverteidigungsminister auch ist: Sein Image hat Kratzer erhalten. Auch deshalb, weil es sich in seiner Dissertation nicht nur um ein, zwei oder drei fehlende Fußnoten handelt, sondern dutzendfach Textpassagen fremder Autoren komplett übernommen worden sind, inklusive eines Teils der Einleitung. Das geht über Schummelei weit hinaus. Betrug im strafrechtlichen Sinne ist das Fehlverhalten aber nicht. Die Forderungen nach dem sofortigen Rücktritt sind genauso übertrieben, wie etwa Aussagen, hier werde eine Mücke zum Elefanten gemacht. Die Wahrheit liegt dazwischen. Fachleute der Universität Bayreuth werden die Doktorarbeit Guttenbergs genauestens kontrollieren und dann eine Entscheidung treffen. Diese Prüfung gilt es abzuwarten. Wenn zu Guttenberg tatsächlich eine Täuschungsabsicht nach Paragraph 16 der Promotionsordnung nachgewiesen wird, muss die Doktorprüfung nachträglich für nicht bestanden erklärt werden, mit allen Konsequenzen, die damit verbunden wären. Aber auch dieser für zu Guttenberg schlimmste Fall muss nicht zwangsläufig seinen Rücktritt bedeuten. »Jeder Mensch macht Fehler.« Den Worten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der nicht gerade als ein Unterstützer des Freiherrn gilt, möchte man hinzufügen: »Und jeder Mensch sollte die Chance haben, aus seinen Fehlern zu lernen.« Ausgerechnet an diesem Samstag bekommt Karl-Theodor zu Guttenberg den Orden wider dem tierischen Ernst – in seiner Abwesenheit. Der Minister wird vom Aachener Karnevalsverein als »Überflieger mit Bodenhaftung« ausgezeichnet. Er habe Mut zum Widerspruch und »akrobatischem Querdenken«. Spätestens nach Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe steht fest, dass der »Überflieger« hart gelandet ist. Guttenberg muss Vertrauen und Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Da spielt es keine Rolle, ob er einen Doktortitel trägt oder nicht. Die Menschen erwarten, dass er seine Arbeit gut macht – nicht zuletzt wegen der aktuellen, sehr traurigen Geschehnisse in Afghanistan mit zwei toten und acht verletzten Soldaten. Karl-Theodor zu Guttenberg kommt als Bundesverteidigungsminister eine besondere Verantwortung zu. Er steht 350 000 Männern und Frauen der Bundeswehr vor. Zuletzt hat sich zu Guttenberg nicht immer glücklich verhalten. Noch mehr Fehler darf er sich nicht erlauben. Sonst ist er nicht mehr zu retten.

Nun ja. Lassen wir den Spruch des ehemaligen Geldkofferträgers mal so stehen Den Gipfel schießt ohnehin Friede Springers Volksverdummungsblatt Nr. 1 ab:

Da Karl-Theo in seiner ganzen Großkotzigkeit nicht anders kann wird sich das Thema so oder so in absehbarer Zeit erledigen. Darauf einen westfälischen Korn. Reiht er sich doch überaus würdig und mit hoher B-Note für die „künstlerische Leistung“ in die Phalanx der Strauß, Kohl, Barschel, Koch´s ein.

*…sagt unser immer stramm auf CDU/CSU-Kurs segelnder Emnid-Menschenbefrager Klaus-Peter Schöppner in BLÖD: Der Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts Emnid, Klaus-Peter Schöppner, sieht keinen politischen Schaden für Guttenberg. „Selbst wenn er am Ende auf den Doktortitel verzichten sollte, würde ihn das nur menschlicher machen“, sagte Schöppner der Online-Ausgabe der „Bild“-Zeitung. Ein Doktortitel mache noch keinen guten Politiker. „Die Deutschen vergeben gerne demjenigen, der Schwächen zugibt, Fehler bereut.“

Also Klaus-Peter, hättest Du jetzt was anderes herumgefragt, wir wären vom Glauben an die völlige Wahrheit der Umfrageinstitute vollends abgefallen. Aber so. Alles paletti. Passt zur politischen Verhaltensweise. Stell doch mal demnächst die Frage, ob die Erde sich wirklich noch um die Sonne dreht….

Ich bin gespannt, was da noch kommt. Aber wahrscheinlich kommt gar nichts, wahrscheinlich versickert alles irgendwie langsam, bleibt nicht kleben, und in ein paar Monaten kommt wieder so eine Dressboy-Fotostrecke in der Bild und das Volk findet ihn super, weil er sogar den arroganten Akademikern ein Schnippchen geschlagen hat, der tolle Hund, der tolle. Schreibt die Frankfurter FAZ-Journalistin Andrea Diener. Ich befürchte so etwas auch, obwohl wir hier ganz sicher Seiner Gegeltheit und Ghostriderin (is scho richtig gschriebe 🙂 Ihro Mediengeilheit Stephanie keine Ruhe geben werden.

Und die Idiotensammlung auf „Facebook“: http://www.facebook.com/ProGuttenberg