Archiv für den Monat: Oktober 2010

Zeitungs-Stammleser quo vadis?

„Die Zeitungen schaffen es inzwischen sogar, ihre Stammleser zu verlieren,
die älteren, nicht mehr nur die jüngeren. Und ich sage: Der Großteil der Schuld
dafür liegt bei uns Journalisten selbst.“

Klagt Paul-Josef Raue, Chefredakteur der „Thüringer Allgemeinen“.

Quelle: meedia.de

Auf meedia.de ist dazu noch ein wenig mehr zu lesen. Natürlich hat es auch mit mangelnder Aktualität zu tun. Beispiel: Die heutige „Speckgürtelausgabe“ der NW erwähnt mit keinem Satz das Ergebnis des Pokalspieles der ARMinia am gestrigen Abend.Mman wird argumentieren, das Ergebnis sei online gebracht worden. Warum dann aber gedruckte Zeitung lesen, wenn es online aktuell kostenlos da steht?. „Hintergrund“ wird das nächste Argument sein. Der kommt aber auch online.

Beispiel „Qualität“: Bielefelds Umweltdezernentin erzählt was vom immer wärmer werdenden Bielefeld. Im 30-Jahre-Mittel. 1 Grad. Wo bleibt der kritische Kommentar?

Zeitungen in der Zwickmühle. Lösungen nicht in Sicht. Aber vielleicht ist diese „Hymne“ auf das neue Kaiserpaar die Lösung. „Powered by BILD-Journaille, von SPIEGEL übernommen und schließlich auch bei T-online“ veröffentlicht:

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Dann doch lieber via Andreas K. „Ritterspiele auf Youtube“. Auf der Sparrenburg oben natürlich. Aber bei Licht betrachtet, ist jemand mit mittelmässiger Schreibe, schlechtem Gewissen ob seines vielleicht selbst angezettelten „Administrator“-Eintrags auf seinem Posting und wenig Humor auf seiner eigenen Website auch nicht der Richtige. Ignorieren wir ihn einfach.

Freiburger Verhältnisse?

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Heute in der NW: Subtropisches Bielefeld

Seit heute ist es sozusagen amtlich: Umweltdezernentin Anja Ritschel – das ist die Dame, die den OWD blitzen lässt und immer einen leicht erschrocken-gejagten Eindruck macht – behauptet laut „Witterungsbericht“ zusammen mit der Uni Bielefeld, die Glitzermetropole rücke „klimatisch an den Breisgau“. Die NW thematisiert das in einem größeren Bericht und liefert auch „Beweise“:

– Der Winter 2008/2009 sei „0,5 Grad zu kalt“ gewesen
– Der Winter 2009/2010 sei um „2,0 Grad zu kalt“ gewesen
– Im Mittelwert aus 30 Jahren ( ! ) sei es in der Region um sagenhafte 1,0 Grad „zu warm“
– In Bielefeld sei es „deutlich trockener als in anderen Regionen Deutschlands“

Man könnte jetzt trefflich über das Thema streiten. Aber Freiburger und Bielefelder Klima auf quasi ein Niveau zu heben, ist doch wohl ziemlich abwegig. Wer Freiburg (Jahresmittel + 10,8 Grad) ein wenig kennt, hat zumindest subjektiv einen völlig anderen Eindruck als in der Teutometropole. Aber wir sind ja auch keine Umweltdezernenten, die jetzt ab April 2011 im Bikini am Schreibtisch sitzen werden. Weil wir hier bald subtropische Verhältnisse haben werden, geht das so weiter.

Fangen wir doch schon mal an, die Linden am Niederwall gegen die ersten Palmen zu tauschen. Beim Blick aus dem Rathausfenster kommt dann sicher „Hulahula-Feeling“ auf.

Letzte Trainingseinheit

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Unser Außenreporter Hans Ziege, nicht verwandt und verschwägert mit dem Cheftrainer der ARMinia, Christian, hatte soeben noch mal Gelegenheit, auf dem Trainingsplatz vor dem Kaiserslauterer Fritz-Walter-Stadion die letzte Trainingseinheit des Zweitliga-Tabellenletzten aus der versteckten Teutostadt vor dem Pokalspiel („Der Pokal hat seine eigenen Gesetze“) zu beobachten.

Ziemlich aufgeregt berichtete er von der Situation, die er hier per iPad eingefangen hat: Die ARMinenabwehr hat eine Art unüberwindliches Bollwerk aufgebaut, das in seiner architektonischen Handschrift der neuen Nissenhütte an der Stadthalle ähnelt. Deshalb benötigt das Team nur noch einen einzigen Abwehrspieler. Die anderen haben sich im zentral-offensiven Mittelfeld und in der Spitze postiert und verfolgen gespannt, welchen einstudierten Spielzug Ziege (ganz rechts) nun ausführen lässt:

„3 = 6
6 Punkte aus den nächsten drei Spielen“

Essen in der Region

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Diese Gegend – öfter mal spaßig als „Speckgürtel mit Metropole drin“ bezeichnet – ist ja Heimat einer ganzen Reihe von Unternehmen der Lebensmittelbranche. Das ist nicht nur der PizzaPuddingBankBrauSchiffahrt-Multiunternehmen am Westfalendamm. Das ist Fleisch aus Massentötung, Wurst und Schinken und Brot. Die ARD thematisiert zur Zeit das Thema „Essen ist Leben“ und zeigt und nennt dabei auch Unternehmen aus unserer Gegend. Interessant die gegensätzlichen Auffassungen von Herstellern, Verbrauchern, Politik und Foodkritikern. Man darf gespannt sein, wie und welcher Form das Thema „Nahrungsmittel“ jetzt diskutiert wird. Die ARD ist ja nur ein medialer Teil des Ganzen. Vor allem auch, ob sich dahinter letztlich nur eine Kampagne gegen „Fettleibigkeit“ geschickt verbirgt. Hoffen wir das mal nicht.

„Neuer Dialog“ mit Harald, Inge, Georg und Pit

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Wohin zeigt der OB nur auf dieser Andreas-Frücht-Montage in der NW? Wahrscheinlich westwärts. Da kommt nach Brackwede/Quelle die wundervolle Kleinstadt an der langen Straße, Gütersloh. Erwartet er hilfe bei der Entscheidung über die Schließung/Nichtschließung der in der der Diskussion stehenden Grundschulen? Immerhin gibt es ja jeden Menge „Material“ seitens der gemein nützigen Stiftung mit dem B. davor.

Jetzt möchte man erst einmal in einen „Neuen Dialog“ eintreten. Wie aber sollen sich Fronten aufweichen lassen, wenn sich genau die Leute wieder treffen, die bisher schon sehr konträre Standpunkte hatten?

Ergänzt: Gedanken zum Admin

Vorab: Als ich den untenstehenden Post schrieb, hatte ich eine „Admin“-Erscheinung, und zwar hier. Jemand hat die Admin-Funktion dazu missbraucht, mir direkt in meine Kommentare zu schreiben. Aber nicht etwa, um eine Löschung kenntlich zu machen, sondern eine lustige Bemerkung. Auf Nachfrage kam die Antwort, das sei der hier oft auftretende „Dougan“. Ob das stimmt? Keine Ahnung. Ich bin wegen der „Administrator“-Aktivitäten in diesem Weblog mittelschwer verwirrt. Vielleicht liege ich mit den folgenden Vermutungen deshalb auch total falsch,aber urteilt selbst:

Es häufen sich Kommentare und Kritik über die Vorgehensweise eines „Administrators“ in diesem Weblog. Ein Grund, dem nachzugehen und zu schauen, was dran ist. Vorweggenommen sei, dass alle folgenden Vergleiche Indizien sind. Die Masse und die leichte Auffindbarkeit von Ähnlichkeiten sind aber beeindruckend.

Mir fällt nicht allein auf, dass der Autor „textexter“ und der in Kommentaren auftretende „Administrator“ inhaltlich oft einer Meinung sind. Dies gilt für politische Ansichten genauso wie für den Zeitpunkt, wann ein Kommentator eventuell eine Grenze überschritten hat. Sie mögen sich vielleicht, kennen sich eventuell sogar?! Es ist doch denkbar, dass die beiden sich über’s Weblog-Texten kennen gelernt haben? Das alleine wäre höchstens Stoff für Verschwörungen.

Weiterlesen

Deutscher Lach – und Schießfußballclub behält Ziege (vorerst)

Bielefeld (-sg-/red/röß). Obwohl es zunächst andres ausgesehen hatte, bleibt Christian Ziege
Trainer bei Arminia Bielefeld. Wie es am Mittag auf einer Pressekonferenz des DSC hieß, betreut
der Ex-Nationalspieler die Zweitligamannschaft am Dienstag beim DFB-Pokalspiel in Kaiserslautern.


Quelle: NW online um 13.17 Uhr

Muss das was heißen bei den Almdudlern unter dem Marschallstab von Wolferl Brinkmann? Nö. Der ARMinia-Bus kann ja noch heimlich irgendwo in der Pfalz auf einem Autobahnparkplatz halten, Ziege ausladen, neuen Trainer rein und schwupps sieht die Bank im Fritz-Walter-Stadion anders besetzt aus. Merkt dieser Club bzw. seine „Führung“ eigentlich immer noch nicht, wie lächerlich sie sich machen? Hieß es nicht zu Beginn dieser Saison „Neuanfang mit einem jungen unbelasteten Trainer und neuen jungen Kräften“? Glaube jemand ernsthaft, ohne einigermaßen anständigen Etat könn man was reißen?

Möchten Sie da wirklich Mitglied sein? Oder Sie? Oder Sie?

Teils Nebel

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Während draußen im Outback noch die Nebel über der Gülle geschwängerten Erde wabert, wird die Glitzermetropole schon von schönstem Sonnenschein heimgesucht. „Welch eine Stadt, welch Glühen der Bäume“ würde ein Dichter wallen, den es niemals nach Bielepudding zog. Wie wohl auch nicht den 74 jährigen Jean Pütz („Tütchen auf, drübba, Tütchen zu“), der sicher physikalisch eine ganze Menge zum Zeugungsvorgang im hohen Alter referieren könnte, hätte er noch seine WDR-Hobbythek. Nun kann er sich den Fläschchen widmen, wurde er doch soeben wieder Vater. Interessant, wenn er der Einschulung dann als 80jähriger beiwohnt. „Kau rein, Jean“, mag man rufen.

„Grüßaugust“ im Spülgang

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Langsam aber sicher geht es mit der FDP dem Sprung unter die 5%-Sperrklausel zu. Aus der Hirnspülung, die der ziemlich leise gewordene Lautsprecher mit der politischen Hampelmannattitüde am Wochenende über seine Parteimitglieder gießen wollte, wurde eine deftige Abrechnung mit den Lindners, Westerwelle, Niebels, Röslers, Brüderles und der seltsamen Fraktionsführerin im Bundestag. Wie heißt die noch, deren Name einem da glatt schon entfallen ist?

Selten hat eine Partei in nur einem Jahr Regierungszugehörigkeit gezeigt, wie überflüssig sie eigentlich ist. Die Klientel der Apotheker, Ärzte und einen paar Freiberuflern kann der rechte Flügel der Union locker mitbedienen. Parteispenden gegen Klientelbedienung hat ja schließlich nicht Guido erfunden.

„Trink, trink, Brüderle trink“ mag man da mitsingen. Aber die „tolle Oktoberfestsause“, die laut NW die 7000 Besucher schon nach ein paar Minuten „auf die Tische trieb“, ist ja schon wieder vorbei. Vielleicht gingen die aber auch wegen der FDP auf die Tische? Nicht, das unsere Gudrun uns nun wieder abmahnt hier.

740 Seiten Franzen

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Wir haben das Buch schon eine ganze Weile. 740 Seiten Familiensaga vom amerikanischen Autor der „Korrekturen“. Wir nahmen es mit nach Sylt. Wir öffneten es nicht. Die schönere und bessere Hälfte stapelte es – wie so viele andere Bücher – auf einem Buch-Wolkenkratzer neben dem Nachtisch. „Lies Du zuerst“. „Geht nicht. Das ist so schwer und fällt mit dann noch ins Weinglas“.

Der Tages des Erbarmens ist da. Die Lesung beginnt. Falls der Wälzer nicht plötzlich ins Wasserglas fällt. Mitlesende Buchhändler – deren „Schätzchen“ wir ohnehin sind – werden jetzt die Augenbrauen rümpfen und sagen: „Keine Achtung vor dem Autor“.

Kleine ARMinia hört zu viel „Tatatataaaaaaaaaaaa“

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Heute schreibt ein Herr Kaspers in „NW Sport Bielefeld“ über ein Regionalliga-Spiel. Nun haben die Meister der langen Bälle, Übersteiger und den Toren, die dem Spiel gut tun würden, ja ohnehin eine eher martialisch-drastische Formulierungskunst. Wenn aber Mozart plötzlich im Bericht über die 0:3-Klatsche der „Kleinen ARMinia“ in der Regionalliga gegen Bochum II Mozart im Schlußsatz aufgefordert wird, den Jung-Almdudlern Beethovens „Eroica“ zu schmettern, dann hat „Die kleine Nachtmusik“ den Mann bereits eingelullt wie das Arminen-Spiel.

Wie „Tatatataaaaaaaaaa“ richtig geht zeigt Hans Liberg, Hollands Antwort auf die Stille, in diesem Youtube-Video.

Die „Kleine Arminia“ ziert ebenso wie „Die Große“ den letzten Tabellenplatz. Noch Fragen, Herr Brinkmann?

Genug Mumm für den Pokal?

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„Solch eine große Portion „Mumm“ können die ARMinen überhaupt nicht im Mannschaftsbus haben, um am morgigen Dienstagabend als Sieger im DFB-Pokalspiel bei 1. FC Kaiserslautern die Heimfahrt anzutreten“, sagt die schönere, bessere und Zwangsfußballaffine Hälfte zur Situation bei ARMinia BXXXX. Heute wird bis 11.30 Uhr seitens des „Führungsgremiums“ des Clubs nochmal auf Trainer Ziege eingehämmert. Danach ist dann Training angesagt und schließlich gehts auf die Fahrt in die Pfalz. Böse Zungen unken ja schon, Präses Wolferl Brinkmann traue sich auch dieses Amt zu. Schließlich habe er ja seit Jahren als Stadtwerke-Chef Hundertschaften von Mitarbeitern gezähmt und trainiert. Lustige Tricks habe er eingeübt und manchmal auf den Außenbahnen sich selbst überholt, wenn der rote Paß in die Tiefe kam.

Viel Hoffnung wird da wohl nicht mit auf die Reise gehen. Dafür sitzen zu viele Unken im Kofferraum.

Die Wirklichkeit salzt anders

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Aus: OWL am Sonntag

Wer erinnert sich nicht an die Säckeweisen Salzungen aus privater Hand im letzten Winter? Mal sehen, ob die Glitzermetropole diesmal „Salzinspektoren“ einsetzt. Soll ja hinter vorgehaltenem Regenschirm schon so Pläne geben. Zwecks Auffüllung der städtischen Kasse. Wenn wir also demnächst Damen und Herren in Sicherheitsdienstdunkelblau mit städtischem Sparrenwappen auf dem Oberarm bäuchlings mit der Zunge am Boden die Detmolder hinauflecken sehen, ist es so weit: „Guten Tag. Salzpolizei Bielefeld. Sie salzen. Macht 20 Euro Strafe“. Da werden Sie sich nicht damit hinausreden können, die Mittagskartoffeln mit zu viel Salz gekocht zu haben. Die lecken alles in dieser Stadt des erlesenen Geschmacks. Testweise soll neulich Nacht ab o.oo Uhr eine Leckstaffel zwei Stunden über die Herforder gerobbt sein.

Die Blicke werden freier

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Jetzt geben die Bäume die Blicke langsam wieder frei auf die Silhouetten der Glitzermetropole. Wie hier an der Teutoburger Straße. Wer hat schon einen Supermarkt mit solcher Fassade? Andere Städte wie München oder Berlin müssen da extra Bildersammlungen einbringen. Hier ist der Eintritt frei und „Einmal hin. Alles drin“. Sagen die so. Aber an den Kassen fangen sie einen ab. Geht wohl doch nicht ohne Bezahlung. Gehste nämlich einfach durch mit Deinem vollen rollenden Gitterwagen piepst es erbärmlich. Spielverderber.

Hauptsache, die Kohle stimmt

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Die Führungsleute und insbesondere die Inhaberin aus dem komischen Konzern drüben im langweiligen Straßendorf mit G. am Anfang, haben schon eine ziemlich seltsame Moral. Während bei Schwestertittensender RTL2 die verschrobene Barbiegattin des Verteidigungsministers angebliche Pädophile jagt, ergötzt sich RTL an „Lolita-Sex“ und wirbt in einem Trailer für das „Reportage-Highlight“ mit Namen „Deutschlands erstes Teeny-Bordell“. Der Journalist Stefan Niggemeier schreibt auf FAZ-net über diese Konzernübliche Verquickung von Kommerz/Trash/Scheinmoral. Hauptsache Kohle stimmt. Die Sonderausgabe von Herrn H`s „Mein Kampf“ bräuchte auch mal eine neue Edition. Wo man doch so stark „im Brechen von Tabus“ ist. Das könnte dann der fränkische Baron mit der Betonfrisur moderieren: „Nicht alles war schlecht. Man muss da differenzen“. Allerdings: In einer Neuauflage der Muppetshow würden sie sich als „Steffi und Theo“ besser machen.

„Bielefeld 2016 pleite“

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Ausschnitt aus der NW

Im allgemeinen Sprachgebrauch gelten Unken vom Stamme der Feuerkröten als „Unheilsprophet und Verkünder schlechter Omen“. Der Kämmerer der Glitzermetropole, Franz-Josef Löseke würde es sich verbitten, mit den kleinen Viechern verglichen zu werden. So unken dann die Herren der Nissenhütte an der Stadthalle (fast 15 Mio. Baukosten) und Träumer von einem neuen Technischen Rathaus (ähnliche Bausumme) im Gespräch mit NW-Lokalmann Wilfried Massmann lieber vor sich hin. Es klingt irgendwie hilflos, was da von Kämmerer und vom kleinen schmalen Mann an der Stadtspitze – einem sehr scheuen Pit – Eine gesamtverschuldinhg von bal 1 Milliarde Euro steht ikm Raume. Klingt nochs eltsamer,w enn man das seltsame Geschwafel aus Berlin über „Kolossalen Aufschwung, zustätzliche Steuermilliarden etc. pp. “ liest und hört. In der Kasse der Glitzermetropole kommt jedenfalls so gut wie nichts an. Und daß, obwohl hier ziemlich potente Unternehmen sitzen und die Gewerbesteuer doch eigentlich gut fließen müsste.

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Ausschnitt aus der NW

Hektisch aufkichern muß man dann aber doch angesichts des Menetekels, das Massmann an das Ende seines Berichtes setzt:

Vielleicht verkünde der Oberbürgermeister dieser Stadt bald, „Bielefeld ist arm aber sexy“. Boooaaaaa. was haben wir da bloß verpasst. Mit Berlin hat Bielefeld allerdings das „B“ vorne gemeinsam. Von „sexy“ kann in der Glitzermetropole höchstens die Rede sein, wenn man seine weiblichen Einwohner auf der Obernstraße defilieren lässt. Aber „sexy“ sind die bei Gott auch nicht alle. Vielleicht sieht die Traumwelt von Tourismus-Zar Hans-Rudi H. aber auch so aus wie die Friedrichstraße, der Gendamenmarkt, Kudamm und Brandenburger Tor?

Sensation: DFB ändert für ARMinia die Statuten

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München ist bekanntlich die Stadt der Weißwurst, des süßen Senf und der reschen Brezn. das isst bzw. „zutzelt“ man vor dem Mittagsessen. Ab 13 Uhr wird dann „vernascht“. 1860 M. tritt gegen ARMinia Bxxxxx an. Was die Münchner noch nicht wissen: Der DFB hat über Nacht die Statuten geändert und ARMinia spielt Hand – statt Fußball. Die stets an der Grasnatbe lauschenden NW-Sportredakteure hatten das natürlich schon erfahren, bevor sich das DFB-Gras überhaupt entschloß, zu wachsen:

„Zieges Schicksal in den Händen der Spieler“

Jojojojojo. Wenn es mit den Füßen nicht klappt bleiben ja nur die Hände. Ein paar Kreisläufer und Rückraumschützen des TBV Lemgo sollen ja in ARMinia-Kluft für Druck sorgen.

Und was sagt uns das für unseren Blog?

Verdeckte PR im Internet

Künstliche Kundenkommentare, gezüchtete Graswurzeln

Ein Firmenchef, der als vermeintlicher Kunde sein Produkt bei Amazon über den grünen Klee lobt. Eine Agentur, die hunderte Bewertungen für ein Shopping-Portal fälscht. Blogger, die hinter „Stuttgart 21“-Befürwortern gesteuerte Interessen vermuten. PR unter falschen Namen gilt Profis als tabu, ist im Web aber Realität.

Es war der aufsehenerregende Tiefpunkt einer ungeschickten PR-Kampagne für den als deutsche iPad-Konkurrenz angepriesenen Tablett-Computer „WePad“. Nachdem die Fachpresse erst begeistert, dann hämisch über das Gerät geschrieben hatte, fanden sich beim Online-Händler Amazon zwei ausgesprochen positive Kunden-Rezensionen. „Nicht sehr gut, sondern sehr sehr gut“, befand ein „Peter Glaser“ und vergab fünf Sternchen für das WePad. Deutliches Lob kam auch von einer „Claudia Kaden“. Andere Internetnutzer argwöhnten jedoch rasch, dass es sich bei „Peter Glaser“ um einen Amazon-Kunden handeln könnte, der kurz zuvor noch unter einem anderen dem Namen firmiert hatte. Und zwar als „“Helmut Hoffer von Ankershoffen“ – so hieß der Chef der „WePad“-Herstellerfirma.

http://www.tagesschau.de/inland/verdecktepr100.html

Auch Marktpassage insolvent

Marktpassage Bielefeld auch pleite

Nach der Mindener Obermarktpassage steht jetzt auch die Bielefelder Marktpassage vor der Pleite. Die Eigentümergesellschaft aus Wiesbaden hat für beide Objekte ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Die Secur Verwaltungs GmbH wollte die Einkaufspassagen umbauen. Allein in Minden sollten mehr als 10 Millionen Euro investiert werden.
http://www.wdr.de/studio/bielefeld/nachrichten/index.html

Das meldete WDR 2 heute in seinen regionalen Nachrichten. Bei den Medien ist diesbezüglich noch nichts zu finden (16 Uhr). Welche Auswirkungen das auf „Vitaminchen“, Fleischer, Bäcker, den Chinesen mit der Eßbar usw. hat, erfuhr man bisher nicht. „Secur“ wurde im Zusammenhang mit der Mindener Obermarktpassage als „Hedgefonds“ bezeichnet. Die NW stellte bereits am 19. Oktober 2010 die Frage, ob die Obermarktpassage „vor der Pleite stehe“.

Blitzmerker hat zu recht angemerkt, Vitaminchen etc. lägen nicht in der Markt – sondern Citypassage. Aber da ists ja auch nicht so dolle…..

In Sachen Sozialhilfe

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden im Laufe des Jahres 2009 in Deutschland rund 23,0 Milliarden Euro brutto für Sozialhilfeleistungen nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe“) ausgegeben. Nach Abzug der Einnahmen in Höhe von circa 2,1 Milliarden Euro, größtenteils Erstattungen anderer Sozialleistungsträger, betrugen die Sozialhilfeausgaben netto etwa 20,9 Milliarden Euro. Damit stiegen sie gegenüber dem Vorjahr um 5,9%. Pro Kopf wurden in Deutschland im Jahr 2009 für die Sozialhilfe rechnerisch 255 Euro (Vorjahr: 241 Euro) netto aufgewendet. Im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) waren die Pro Kopf-Ausgaben mit 264 Euro wesentlich höher als in den neuen Ländern (ohne Berlin) mit 172 Euro. Die höchsten Pro-Kopf-Ausgaben hatten im Jahr 2009 – wie im Vorjahr – die drei Stadtstaaten Bremen (418 Euro), Hamburg (396 Euro) und Berlin (391 Euro). In den alten Flächenländern verbuchte Baden-Württemberg die niedrigsten Pro-Kopf-Ausgaben (188 Euro), Schleswig-Holstein die höchsten (305 Euro). In den neuen Ländern gab Sachsen je Einwohner am wenigsten für Sozialhilfe aus (134 Euro), Mecklenburg-Vorpommern am meisten (215 Euro). Wie in den Vorjahren floss der mit Abstand größte Teil der Nettoausgaben für Sozialhilfe (57%) in die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen.

Aus einer Pressemeldung des Statistischen Bundesamtes von heute. Vielleicht findet sich ja unter den Blog-Lesern jemand aus dem sozialen Bereich, der einmal aufdröselt, wie es sich mit Hart IV, Sozialhilfe und den Voraussetzungen und Bedingungen verhält. Schon, um nicht wieder eine Debatte über Höhe und Berechtigung los zutreten. Durch den Ortsteil Bethel ist Bielefeld sicher in einer anderen Situation als vergleichbare Städte.

Was macht den Mann zum Mann: Gel!

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Gordon Gekko, die schmierige Wallstreet-Figur aus Oliver Stones Film, trug sie. Victoria von Schweden, des Deutschen mächtige Kronprinzessin, sang ein einsames Lied davon, als sie noch des Nachts auf Filzpantoffeln durch Schloß Drottningholm schlurfte: „Gel, Gel, nur Du allein, sollst der Klebstoff meiner Liebe sein…“. Bis der Träger des „Schwedischen Kassengestells des Jahres“ vom Fitness-Frosch zum schwedischen Prinzen wurde. Huub, ein ehemaliger Schalker Trainer aus den Niederlanden, jagte der schöneren und besseren Hälfte immer Schauer über den Rücken: „Ich stelle mir vor, mich überkommt Ekstase und ich fahre entseelt mit den Fingern durch Beton“. Und, tamtamtantaaam, Seine Excellenz Karl-Theodor, der Wallstreetblender im Range eines Hindukusch-Ministers, Gatte der Kinderpo-Barbie mit Kanzleramtsattitüde, trägt sie: die ultimative Gelfrisur.

Heute muß wohl sowas wie ein „Tag des männlichen Haargels“ sein, denn nicht nur die NW thema – und dramatisiert den haarigen Stoff. Sogar Berlins Haarweiser Udo Walz greift in die Debatte ein: „Gel-Klacks in der Größe eines 2-Cent-Stücks“. was für eine Schmiererei beim Abwägen. Ganz schön pomadig, die Herren. Tangoeintänzer aus der Fischbratbude trugen sowas auch.

Provinzjustizposse mit erschütterndem Hintergrund

Wenn man von den 132 Tagen, wo sie mit Kachelmann in den 11 Jahren zusammen war, einmal absieht,
bleiben noch 3.883 Tage, die sie ja nicht nur im stillen Kämmerlein verbracht haben kann. Urlaube, Events,
Feste etc! 3.883 Tage als Heilige Johanna von Schwetzingen verbracht? Nur in der stillen Betrachtung der
Autogrammkarte, gepinnt an den Eisschrank, versunken?

Man wird ja leider jeden Abend im TV mit der ziemlich wahrscheinlich erlogenen Story des „Opfers von Kachelmann“ konfrontiert. Das häßlich – verzogene Schwarzer-Gesicht spricht Bände, das Kampfblättchen der „Damen“ Springer und Mohn nebst der „BUNTEN“ der drittklassigen Journalistin in Chefrang legen nach. Obwohl der Prozeß ständig „nicht öffentlich“ ist. Obwohl der Prozeß eine der größten Justizfarcen ist, die jemals in dieser Republik abliefen.

Wer sich im fernen Mannheim anmaßt, Anklage zu führen und „Recht zu sprechen“ ist ein Hohn. Der wohl größte deutsche Dramatiker, Friedrich Schiller flüchtete aus Stuttgart (Nein, damals noch nicht wegen S21 sondern Willkür von oben). Sein Stück „Die Räuber“ mit der „Canaille Franz“ wurde 1781 im Mannheimer Theater uraufgeführt. (Flüchtete nicht eine Bielefelder Intendantin nach Mannheim?).

Würde Schiller heute auferstehen und nach Mannheim gehen, er wüßte, wie die Canaillen von Richtern und Anklägern hießen.

Mehr über den Justizskandal von Mannheim kann man auf diesem akribisch von Rita Eva Neeser geführten Blog lesen: hier.

Ich vergaß: Claudia Simone Dinkel heißt das Blondchen, das in 11 Jahren ganze 132 Tage „etwas hatte“.

Pinki macht die Fliege

Der nordrhein-westfälische FDP-Chef und stellvertretende Bundesvorsitzende der Liberalen, Andreas Pinkwart, zieht sich sich aus der Politik zurück. Er will angeblich aus beruflichen Gründen alle Ämter aufgeben und in den Hochschulbereich wechseln.

Ach Mensch, Pinki. Jetzt, wo Deine gelbe Truppe dank Superdupiklientelpolitik und mangels sonstiger (überhaupt welcher?) Themen und wohl auch ziemlich hohler Köpfe locker auf 3% und das wählbare Nirwana zustolpert, hauste ab? Jetzt, wo Euer Karren im Westerwellemist steckt, gibste auf? Oder hast Du gar so grandiose Politiker der Weltgeschichte wie Rüttgers, Beust & Co. als Vorbilder? Mensch, die steckste doch locker weg, wenn Ihr nicht mal mehr die Sperrklauseln schafft. Was sollen die Apotheker, Ärzte, Anwälte und Aadabeis sagen, die Euch so inbrünstig gewählt hatten und jetzt sogar offen sagen:

„War ich völlig bekloppt? Oder sah ich nur gelb?“

Sagen wir mal so: Die Gelbsuchtepidemie ist überstanden und kommt wohl nicht mehr wieder. Der Vierzteles-Brüderle hampelt ja noch ein bißchen rum und erzählt seine Weihnachstgeschichte vom sich völlig überschlagenden Aufschwung dank Billigstlohn und H 4-Aufstockung. Der schwäbische Hampelmann verwechselt da wohl das Licht, das man sieht, wenn man in in tiefen Graben gefallen ist und die Sonne verschämt über den Grabenrand blinzelt. Wie hoch war das Minus 2009? Minus über 5? Wie kann man da bei 3,5% mehr von „Aufschwung“ reden? Da aber bei den meisten nicht nur nichts ankommt sondern die Rupfung mit kommunalen Gebührenerhöhungen in ungeahnten Höhen weitergeht, ist das wohl nur: „Nutto vom Bretto“. Was dann wieder zur gelben Truppe passt. Sie sollten mehr Fallschirm springen.

Wollt Ihr Volker Pispers den Stoff aus dem Kabarett ist allein aus dem FDJ – Kanzlerinfundus überlassen? Da lacht ja nicht mal Mesut Özil in halbnackt.

Der unsägliche Rösler

Die Invasion der Nutzlos-Pillen

In wessen Sinne die Regierung handelt, zeigt der Fall des Prüf-Instituts IQWiG. Das soll die Bürger vor nutzloser Medizin schützen. Dies wird ihm künftig sehr schwer gemacht.

Eine aufmerksame und treue Leserin und Kommentatorin des Blogs macht auf einen Artikel in der „taz“ aufmerksam, der sich mit den Machenschaften der staatlich äußerst komfortabel gepamperten Pharmamafia und dem Verständnis des Minister Übenden Herrn beschäftigt. Da wird der exotische Vogel im Ministeramt dann nochmals zitiert:

Der Bundesgesundheitsminister hat gesprochen, auf Einladung eines Wirtschaftsverbands in Berlin und über sein Verständnis gelungener Amtsführung: „Gesundheits wirtschaft statt Staatsmedizin“. Er hat das Tempo seiner Reformen verteidigt, das manchen im Publikum zu langsam ist. Jetzt lächelt er: „Auch der längste Weg fängt mit dem ersten Schritt an.“ Das sei ein asiatisches Sprichwort, sagt der in Vietnam geborene Philipp Rösler augenzwinkernd, „und wirkt bei mir extrem authentisch“.

„Gesundheitswirtschaft“. Genau, junger Mann. das ist es. Patient als „Humannummer“. So lange künstlich am Leben erhalten, bis sich die Konten der jeweils am „Heilungsprozeß“ Beteiligten wundersam gefüllt haben. Meistens sogar noch über den Tod hinaus. Man müßte zehn Arme und Hände haben, um nur die einschlägige Fälle aus Bekannten – und Familienkreis aufzuzählen.

Mehr ist zu Vietnams Strafe für Deutschlands Patienten hier zu lesen.

Und das war`s.

Trauer um Frau des Altkanzlers

Loki Schmidt ist tot

Loki Schmidt ist tot. Die 91-Jährige Ehefrau des Altkanzlers Helmut Schmidt starb in der Nacht in ihrem Haus in Hamburg-Langenhorn, sagte eine Sprecherin des Hamburger Büros von Helmut Schmidt der Tagesschau. Ende September hatte sich Loki Schmidt bei einem Sturz am Fuß verletzt und musste operiert werden.

http://www.tagesschau.de/inland/lokischmidt106.html

Eine starke Frau an der Seite eines starken Mannes. Ich hätte ihnen gewünscht, daß sie noch lange glücklich und zufrieden leben und unsere Gesellschaft bereichern.