Uli Hoeneß will Liga-Präsident werden. Da fragt man sich: Reicht ihm nicht erstmal sein Amt als Bayern-Präsident, welches er erst vor kurzem angetreten ist?

Die wichtigere Frage ist allerdings: Warum soll Dr. Reinhard Rauball abgelöst werden? T-Online sagt dazu folgendes: “Rauball führt den Fußball-Dachverband seit drei Jahren eher geräuschlos, dafür umso erfolgreicher. Die Liga boomt, verzeichnet den höchsten Zuschauerschnitt in ganz Europa. Die Fernseh-Verträge konnten trotz des spektakulären Scheiterns des milliardenschweren “Kirch-Deals” abgesichert werden. Unter Rauballs Regie leistet die Geschäftsführung hervorragende Arbeit.”

Und die letzte Frage ist wohl: Welche Ziele hat Hoeneß? Ich befürchte, dass er vermehrt die Interessen Bayerns durchsetzen wird. Seit Jahren heulen die Bayern, dass sie zu wenig Geld hätten, um in der ChampionsLeague zu bestehen. Die vergangene Saison zeigt: Scheinbar reicht es doch bis zum Finale, wenn man anständig spielt. Hoeneß wird der Antreiber sein, dass die reichen Vereine noch reicher werden und die kleineren Vereine bald keine Rolle mehr spielen. Rauball hat die ganze Liga vertreten und nicht nur die Interessen von Borussia Dortmund. Da bleibt nur die Hoffnung, dass sich Rauball einer Kampfabstimmung stellt und nicht eine weitere Kandidatur ausschließt. Laut T-Online wird Hoeneß wohl die “großen Klubs mit ihren internationalen Interessen (…) sehr schnell auf seine Seite bringen”.
Ich hoffe, dass Rauball eine Abstimmung am 18.August gewinnt, um die Bundesliga auf dem Erfolgskurs zu halten. Vor ein paar Monaten laß ich einen Artikel, dass uns viele Länder darum beneiden, eine so spannende Liga zu haben. Sollte die Fernsehgeldverteilung, über die sich Hoeneß immer wieder beschwerte, zu Gunsten der “großen Klubs” geändert werden, werden wir bald spanische Verhätnisse haben: Die großen Klubs gewinnen 31 Spiele und werden mit fast 100Punkten Meister.
Hoffentlich bringt Rauball die kleinen Klubs hinter sich um weiter ein Präsident zu sein, der die Interessen der 1. und 2. Liga vertritt und nicht nur die Interessen seines Vereins. Sonst wird es bald ungerecht, langweilig und teurer für die TV-Zuschauer in der Bundesliga.
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