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Di
13
Jul '10

Wenn das die Bahnhofstraße wüßte….

Hinter den Kulissen muß es wohl zwischen Highstreet-Konsortium (das sind die, die die Immobilien haben) und Karstadt-Investor Berggruen erheblich mehr knallen, als nach außen dringt. Da bekommt man von Highstreet eine niedliche Pressemeldung zur Einigung des Investors mit der Valovis-Bank. Das wird die Karstadt-Mitarbeiter an der Bahnhofstraße weiter zweifeln lassen:

Nicht nur Herrn Berggruen, sondern allen Beteiligten geht es darum, Karstadt zu retten. Allerdings wurde einmal mehr eine Einigung verkündet, die keine ist. Die Einbußen des Highstreet Konsortiums sind wesentlich höher als die von Herrn Berggruen. Die entscheidende Frage der verkündeten Lösung setzt voraus, dass ein Dritter das Darlehen der Valovis Bank in Höhe von 850 Mio. Euro über Nacht ablöst. Bisher hat Herr Berggruen noch nicht bestätigt, dass er dazu bereit ist. Des Weiteren hat Herr Berggruen noch kein tragfähiges und zukunftsorientiertes Warenhauskonzept für Karstadt vorgelegt.

Zack. Wobei man nicht vergessen darf, daß die bis an die Schmerzgrenze erhöhten Mieten den Konzern abwürgten.

Die Stunde der Gesundheitssommerlöchner

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Man sollte den sogenannten Gesundheitsexperten der SPD das »Organon der Heilkunst« zur Pflichtlektüre gemachen. Samuel Hahnemanns Grundlagen-Buch der Homöopathie erschien in der ersten Auflage 1810. In einer Medizin, die auf langfristige Veränderungen zielt, ist Grundlegendes auch nach genau 200 Jahren noch nicht veraltet. Mit der Forderung, den Kassen die Möglichkeit der Erstattung homöopathischer Leistungen zu streichen, schießen Karl Lauterbach & Co. mit Kanonen auf Spatzen oder, in der Sprache der Mediziner, mit starken Antibiotika auf Erkältungsviren. Homöopathie spielt in den Etats keine Rolle. Angeboten werden kann sie nur als Wahltarif. Unterm Strich wurden 2009 ganze 25 Millionen Euro für homöopathische Arzneimittel erstattet – ein Promille der Kosten für Medikamente. Noch gravierender: Bei ambulanten Leistungen haben die Kassen Homöopathie mit sieben Millionen Euro vergütet – weniger als 0,25 Promille von gesamt 26 Milliarden. Sparversuche in derart homöopathischen Dosen sind nicht hilfreich. Es schadet dem System, wenn kein Raum für alternative Behandlungen bleibt.

Liebes Westfalen-Blatt, da seht Ihr was falsch. Die Sommerferien brechen doch grade über dieser Republik herein. Die Stunde der Hinterbänkler, der Seltsamen, der Schwätzer in Reichstag und Landtagen hat geschlagen. Jetzt wird wieder abgesondert, was nur abzusondern geht. Jetzt laufen die Lauterbachs, Spahns und sonstigen Komisch-immer-noch-Abgeordnete-ein-Hoch-der-Landesliste zu ganz großer Form auf. Nichts ist zu trivial, nichts zu blöd, um im Angesicht einer Kamera die Stimme zu heben. Schaut ihnen einfach in die stupiden Geischter, achtet auf die falschen Worte. Und nicht vergessen: Diese Hirnriesen waren es, die der Pharmamafia den Steuergelderbeutel für die Schweinegrippelüge öffneten.

Oh, welche Lust….

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… den Atem frei zu heben, singt im 1. Akt von Beethovens Oper “Fidelio” der Gefangenenchor. So mag es uns hier am Teuto heut in der Früh auch gehen. Ringsum tosten Wind, Gewitter, Tornados. Hier in der vom Teuro geschützten Diaspora aber klingelten nur ein wenig die Bambusblätter im leichten Regen. Die “Toscana Ostwestfalens” blieb verschont. Wie so oft. Ein gesegneter Landstrich, dem Beethoven leider nie ein musikalisches Stück gewidmet hat. Wie sagte doch am Wochenende die junge Dame aus dem herrlichen Bremen? “Wo ist eigentlich die Mauer rings um die Stadt? Unsichtbar?”

Ach was. Wir spüren sie ja nicht mehr und schleichen die halbseitig fertige Detmolder hinaus in den tiefen Wald Richtung Hermannsdenkmal. “Oh welche Lust, den Atem frei zu heben”. Geht auch im Lippischen.