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Mo
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Jun '10

Westfalen-Blatt und Parteipräsidentenwahl

Morgen steht wieder ein K.o-Spiel an. Nein, nicht in Südafrika, die Fußball-WM macht doch Pause. Austragungsort ist der Reichstag in Berlin, es geht um den Titel des Bundespräsidenten. Die Sache ist einfach: Christian Wulff, noch CDU-Minister – präsident in Niedersachsen, hat eine klare Mehrheit in der Bundesversammlung, Joachim Gauck, Kandidat von SPD und Grünen, eine gefühlte Mehrheit im Volk und sicher eine in der veröffentlichten Meinung. Nie zuvor waren zwei Kandidaten so sehr auch Projektionsfläche. Während Wulff quasi als Bauernopfer für alles Verwerfliche der Parteipolitik steht, ruhen auf Gauck schier unerfüllbare Hoffnungen und Wünsche, die nicht nur mit seinen unbestreitbar großartigen Talenten zu tun haben. Der 71-Jährige ist so etwas wie »der Bundespräsident der Herzen«. Auch weil Gaucks Ansehen und seine Chancen, gewählt zu werden, im Missverhältnis stehen, hat man zuletzt vor allem zweierlei gehört: den Ruf nach einer Direktwahl des Bundespräsidenten und den Wunsch, sich auf einen überparteilichen Kandidaten zu einigen. Beide Forderungen sind verständlich, führen aber trotzdem in die Irre. Für eine Direktwahl des Bundespräsidenten bedürfte es einer Änderung des Grundgesetzes. Die war und ist nicht in Sicht. Doch selbst, wenn das anders wäre, bliebe die Idee von zweifelhaftem Nutzen. Wie nämlich sollte sich ein Bundespräsident, der vom Volk gewählt und damit stärker legitimiert ist als der Bundeskanzler, mit repräsentativen Aufgaben zufrieden geben? Auch würde eine Direktwahl den Kampf um den Posten des Staatsoberhaupts erst recht in Gang bringen. Joachim Gauck verteilt Blümchen in der Bielefelder Innenstadt, Christian Wulff lächelt von tausenden Plakaten – soll das der Würde des Amtes zuträglich sein? Und schließlich die Frage nach der Kandidatenkür: Würde direkt gewählt, hätte Joachim Gauck wohl kaum eine Chance bekommen, weil Günther Jauch, Lena Meyer-Landrut und auch Jogi Löw einfach populärer sind. Vor diesem Hintergrund ist auch die Forderung nach einer Überparteilichkeit der Kandidaten scheinheilig. Man kann es nicht oft genug sagen: Nicht nur Christian Wulff ist parteilich, sondern auch Joachim Gauck. SPD und Grüne haben ihn ins Rennen geschickt. Und sie haben es nicht nur getan, weil sie ihn für den besten Mann halten, sonst hätten sie ihn früher nominieren müssen, beispielsweise im Mai 2009. Sie haben Gauck vor allem nominiert, um das schwarz-gelbe Regierungslager und Kanzlerin Angela Merkel auf die Probe zu stellen. Das ist nicht ehrenrührig, sondern in der Parteiendemokratie vollkommen legitim und noch dazu ein genialer Schachzug. Ebenso legitim aber ist Merkels Entscheidung für Wulff. Schließlich muss nicht der Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten überparteilich sein, der Bundespräsident muss es sein.

Liebes Westfalen-Blatt. Am morgigen Dienstag steht dieser Kommentar zur bevorstehenden Bundesversammlung in Eurem Blatt. Ihr findet es also besser, die Entscheidung über das angebliche “Oberhaupt” des Staates einer Parteipolitikern wie Angela Merkel, X oder Y zu überlassen? Einer Frau, die die Deutschen – außer sich selbst – für schlicht zu dämlich hält, die hohen hehren und haarsträubenden Entscheidungen der Politiker auch niur annähernd selbst mitbestimmen zu können? Wie Größenwahnsinnig muß man sein, so zu denken? Oder ist es schlichte Angst, das “Volk” entschiede anders als die Hütchenspieler in den Parteizentralen? Wieso ist der Merkel-Kandidat Wulff überparteilich als in der Osnabrücker Wolle gewaschener Parteisoldat? Parteilicher geht doch wohl nicht mehr. Oder hat er sein CDU-Parteibuch schon in die Onabrücker Hase geworfen?

No comment

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Gefunden hier.

Diese Oranjes sind schlagbar

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Auch wenn ARD-Moderator Tom Bartels immer wieder die Stimme beschwörend hob, wenn “Weltstar Robben” am Bälleken war – vom Hocker haute das nicht, was die Niederländer da im Achtelfinale gegen die Slowakei ablieferten. In der letzten Sekunde verkürzten die Italien-Besieger dann sogar noch per Elfer auf 1:2. Im Web formiert sich langsam eine “Anti-Bela-Rhety”. Nicht ganz so schlimm wie der gruslige Beckmann oder “The Gutfried” Kerner, aber immer noch ziemlich schwatzhaft, der ZDF-Mann.

Im Abendspiel ließ dann Brasilien wenigstens zeitweise gegen Chile beim 3:0 aufblitzen, warum es derzeit als Topfavorit dieser WM gehandelt wird. Jetzt werden sie sich im Viertelfinale mit den Oranjes duellieren, die wohl das Finale nicht erreichen werden.

Her mit dem “Im-Cabrio-jubeln” – Verbot

Nach dem WM-Sieg der deutschen Elf gegen England sind in Nordrhein-Westfalen am Sonntag zehn feiernde Fußballfans bei zwei Autounfällen verletzt worden. In Mülheim an der Ruhr trugen zwei 16-Jährige nach Polizeiangaben schwere Blessuren davon, als sie bei einem Zusammenstoß während der Jubelfahrt aus einem Cabrio geschleudert wurden. Nach ersten Erkenntnissen hatten die jungen Männer bei der Kollision mit einem weiteren Pkw hinten auf dem Cabrio gesessen.

Wer dieses teuflische, gefährliche und an einen Salto oben in der Circuskuppel erinnernde jubeln im offenen Cabrio im WM-Jubelkorso am Jahnplatz mal gesehen hat, hat nur einen Gedanken: Ein Gesetz muß her. Ein ganz klares Gesetz. Jubel nur mit geschlossenem Mund. Keine großen Hüpfereien. Im Cabrio nur geschlossen corsieren.

Schnell muß es vor allen Dingen gehen. Der nächste Corso droht schon am Mittwoch, Verzeihung, da ist ja Jubel über den neuen Bundeschristian, also Samstagabend nach dem Argentinienspiel.

Fähnchenfrei!

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2./3. Oktober 2010

Stadthalle Minden

10-18 Uhr

 

Arm. XX vor 40 Jahren

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40 Jahre ist es her, seit der blauschwarze Werks-Club von der Alm erstmals die große Fußballbühne per Aufstieg betreten hat. So langsam bekrabbelt man sich bei Arminia und rüstet für eine sicher nicht einfach werdende Saison. Wer vor dem Testspiel am Mittwoch im Steinhagener Outback noch mal wissen will, wie das so war mit den “Schlachten”,, die den Mythos begründeten, wird auf der Webseite des Vereins mit dem unaussprechlichen Stadtnamen hier fündig.

1.711.000.000.000

Nach ersten vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren die öffentlichen Haushalte in Deutschland am 31. März 2010 mit insgesamt 1 711,3 Milliarden Euro verschuldet. Gegenüber dem nun ebenfalls vorliegenden endgültigen
Schuldenstand am 31.12.2009 von 1 691,9 Milliarden Euro entsprach dies einem Anstieg von 19,4 Milliarden Euro oder 1,1%. Die Ergebnisse umfassen die Kreditmarktschulden und Kassenkredite und beziehen sich auf die Kernhaushalte des Bundes und der Länder einschließlich ihrer jeweiligen Extrahaushalte sowie die Kernhaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände.

Siehste. Und deshalb sparen sie jetzt wie die Bekloppten bei denen, die ohnehin schon wenig haben damit die, die Millionen wegschaffen können, auch reichlich bekommen. In dem Zusammenhang: Porsche plant grad einen “kleineren” Cayenne. Sozusagen der Cayenne für die kleineren Einkäufe. Schön was?

Schmerz laß nach

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“Das war ein tolles Spiel und ein toller Sieg”, schwärmte die Kanzlerin unmittelbar nach dem Schlusspfiff am Sonntag. Sie hatte beim G20-Gipfel in Toronto zuvor die zweite Halbzeit der Begegnung zusammen mit dem britischen Premier David Cameron im Fernsehen verfolgt. “Ich bin noch ganz bewegt”, meinte sie. “Der Mannschaft kann man nur gratulieren und ich kann nur sagen: weiter so”, sprudelte die Kanzlerin. “Ich glaube, heute hat in den Beinen und in den Köpfen alles gestimmt.”

Siehste Angela, das ist eben der Unterschied zu dem Mist der von Euch beim sauteuren Gipfel in Toronto fabriziert wurde. Vage Absichtserklärungen einer Horde politischer Pauschaltouristen. Unverbindlich wie das Geschwafel dieser Menschen. Sollten die Löwbuben einen der Podiumsplätze der WM belegen, nicht auszudenken, wie die politische Mischpoke das wieder für sich instrumentalisieren wird. Einschließlich neuem Bundespräsidenten.

Am liebsten würden sie ja den Jahnplatz abriegeln

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Wenn man so darüber nachdenkt, daß die Glitzermetropole wohl die einzige Großstadt Deutschland ist, die zur WM keine Partymeile mit tausenden von Rudelguckern hat, ist erstaunt bei einem Blick auf die Bicos-Webcams überm metropolen Schmuckkästchen Jahnplatz. Aber diese Stadt unterm Steinhaufen, eingezwängt in die grünen Steilhänge des Teuro ist eben anders als andere Städte. Ernster, provinzieller, nachdenklich ohne Tiefgang. Ja, wenn da nicht die Fußballfans wären, die das Bild fröhlich stören. Jedenfalls zeigt das Westfalen-Blatt auf seiner Website, wie die Region anderswo in Traurrand-rot-gold ertrinkt. Warum auch nicht, drängt es doch die Parteidiktatorisch verordnete Bundespräsidentenwahl am Mittwoch in Berlin in den Hintergrund. Am Samstag, wenn dann ab 16 Uhr ein gewisser Herr Müller Argentina zum Weinen bringen wird, sollten die Fans den Jahnplatz einfach ganz großflächig besetzen. Wir schauen uns das gerne auf den Webcams an.

Vierlinge mit Obama

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Das sind sie also, die Weltenlenker. Zumindest ein Teil von ihnen. Wichtige Dame und viele Herren. Mit wichtigen, besorgten Minen. Wo kriegen wir die nächsten Milliarden bloß aus den Taschen der Steuerzahler? Nein, nicht um die Hungernden, Armen, Frierenden dieser Welt zu füttern, sondern die überbordenden Konten auf den Caymans, usw. unter Volldampf zu halten. Irgendwie verströmen die Dame und die Herren kein Vertrauen. 19.000 Polizisten waren angeblich notwendig, diese Sympathieträger vor der Liebe ihrer Mitmenschen zu schützen. 900 Millionen Euro hat der Mummenschanz gekostet.

Wofür?