Besuch war da. Aus dem Land des von Kaiserin Merkel oktroyierten Kandidaten Wulff. Die resolute Dame sah sich in Halle die Tennismaschine Roger Federer an und war enttäuscht ob seines emotionslosen Spieles. “Wie unser Christian Wulff”, meinte sie.
Schönes Stichwort. Eben jener talentierte Mr. Wulff gab “Focus” ein Interview und verstieg sich zu einer Art “Bürgerbeschimpfung”:
Eine Mitschuld an der wachsenden Distanz zwischen Volk und Volksvertretern gibt Wulff auch den Bürgern: “Wir erleben heute ungeduldiger werdende Bürger, die gelegentlich nicht bereit sind, das zu tun, was die Politiker machen.” Die Bürger würden sich manchmal auch so parteienfeindlich profilieren, weil sie sich dann sagen könnten: “Ich habe einen guten Charakter, die in den Parteien haben alle einen schlechten Charakter.” Dies sei die falsche Herangehensweise: “Ich sage: Wer einen guten Charakter hat, kann den in der Politik behalten; wer vorher keinen hatte, wird ihn in der Politik wohl auch nicht bekommen”, sagte Wulff. /em>
Wir sind also “nicht bereit zu tun, was die Politiker machen”. Aha. Nun, nicht jeder ist in der Lage, sein Fähnlein stets in den richtigen Wind zu drehen, Abends nicht mehr zu wissen, was er am Nachmittag gesagt hat, zu lügen, zu betrügen, zu hinterziehen, zu hintergehen. Diese Tugenden, lieber Herr Wulff, sind überwiegend Menschen zu eigen, die im realen Leben eher selten durch größere Taten auffallen. Wenn es aber darum geht, von Steuergeldern alimentiert, Reden zu schwingen, deren Inhalt man niemals selbst einlösen muß, wird es schon sehr dünn im Überstübchen.
Unser Präsident, Herr Wulff, werden Sie niemals. Herr Gauck(ler) mit den neoliberalen Ansichten und dem zutiefst antiquierten Kommunistenhaß allerdings auch nicht.
Wir sind allerdings auch einfach zu dämlich, dem zu folgen, was die Politiker tun. Da liegen Sie schon richtig. Aber manchmal ist es auch für einen “Vollblutpolitiker” besser, zurückzutreten bevor man in der in Parteienmanipulation befindlichen Bundesversammlung überhaupt angetreten ist.
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