Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Di
8
Jun '10

Wulff im Scha(r)fspelz

Klasse Schote, die der design. Bundespräsident Wulff von Trude Templins Gnaden da vor dem Hintergrund der gestern in Berlin-Mitte von der Merkel-Westerwave-Junta, die scheinbar Deutschland gekapert hat, verkündeten Pläne gehobener Idiotie losgelassen hat:

“Hannover 08.Juni 2010(dpa/lni) – Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hält die umstrittene Diäten-Erhöhung für die Landtagsabgeordneten für richtig. «Die Abgeordneten sind wichtiger denn je, vor allem in der Vermittlung schwieriger Entscheidungen. Vor dem Hintergrund der Arbeitsbelastung sollte der Beruf nicht immer unattraktiver werden», sagte Wulff am Dienstag in Hannover. Die 152 Abgeordneten wollen am Nachmittag im Parlament eine Erhöhung ihrer Bezüge vom 1. Juli an beschließen. Die Diäten sollen um rund 205 Euro auf 5800 Euro monatlich steigen. «Es steht auch den Abgeordneten regelmäßig eine angemessene Erhöhung zu», sagte Wulff.”

Wie komme ich bloß auf die Idee, daß die aus Steuergeldern alimentierten Sesseldrücker vor dem Hintergrund des gestern Verkündeten kein unmittelbares Anrecht auf Erhöhung der Diäten hat und warum fällt mir so urplötzlich der von den volksfernen Handelsvertretern (“Volk? Ich handel auf eigene Rechnung”) in den Parlamenten so gern gebrauchte Begriff “Schmarotzer” ein? Kann ich denn so daneben liegen, wenn ich Politik nicht als “ordentliche Arbeit” bezeichne? Huch. jetzt kriegen wir aber wieder Gudrun Kopp auf den Hals…

rien ne vas plus – nichts geht mehr…

es sei denn es hat einen Akku, wie mein Laptop.

Stromausfall in meiner Wohnung, in meinem Haus und ich denke in meiner Gegend.

Aber Bums! Während ich gerade schreibe geht aufeinmal das Licht wieder an und mein Beitrag ist überflüssig…

Ein Hoch auf die Stadtwerke!

Die Wut kocht hoch

Ich frage mich, wann jemand aus der Bevölkerung durchdreht
und seine Wut z.B. in einem (Mord-)Anschlag auf Westerwelle
bzw. Merkel rausläßt. Auch wenn Mord kein wirkliches Mittel ist,
aber ich könnte es verstehen und würde durchaus Beifall klatschen.

Dieser Satz steht in einem Forum von Spiegel-online zum Thema “Sparpaket der Regierung” und ist doch nur Gipfel der Wut, die sich in Deutschland ausbreitet. Es ist müßig, den ausgemachten Schwachsinn von Merkel, Westerwelle und Co. noch zu kommentieren. Dafür haben wir ja Mietmäuler wie Professor (Un)sinn aus München, dem das Staatsfernsehen gestern Abend wieder eine Bühne bot. Dieses unsoziale Paket wird der Berliner Junta noch so heftig auf die Plattfüße fallen, daß sie schreiend aus ihren bewachten Bunkern flüchten. Ob ihre Begünstigten in den Tessiner Villen sie allerdings dann aufnehmen, ist fraglich. Willige Lakaien lassen Neoliberale Gauner schnell erschießen, wenn sie zur Last fallen sollten.

Es Berggruen(t) an der Bahnhofstraße

Karstadt ist gerettet. Das ist gerade für die 25 000 Mitarbeiter eine gute Nachricht. Eine sehr gute ist, für welchen Retter sich die Gläubiger entschieden haben. Der Berliner Immobilieninvestor Nicolas Berggruen hat von vorneherein als einziger Interessent Stellenstreichungen ausgeschlossen. Berggruen ist kein Mann, der auf schnelles Geld aus ist. Er kommt aus einer bekannten Familie. Er hat einen Namen und damit einen Ruf zu verteidigen. Er will sich langfristig bei Karstadt engagieren, Arbeitsplätze erhalten, Kunden und Lieferanten Verlässlichkeit bieten. Das alles war bei Karstadt in den vergangenen Jahren nicht selbstverständlich. Man erinnere sich nur daran, wie allein Thomas Middelhoff, als er noch Vorstandsvorsitzender des damaligen Mutterkonzerns Arcandor war, das Image der Warenhauskette ramponiert hat. Wie Berggruens Engagement sich nun konkret im Sortiment und in der Einrichtung niederschlägt, wie Karstadt in Zukunft aussieht, davon können sich die Kunden bald ein Bild machen. Denn auch das ist eine gute Nachricht für alle Karstadt-Fans: Die 120 Häuser bleiben erhalten.

Siehste, liebes Westfalen-Blatt, jetzt könnt Ihr auch beruhigt wieder dem schmalen Mann in der Lampenabteilung in die Augen schauen. Hoffentlich hat man aber auch daran gedacht, einem gewissen Super-Thommy bundesweit Hausverbot zu geben.

Wenn der Lux seine Brust trommelt

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In der Natur ist der Luchs eine eher scheue Wildkatze mit niedlichem Schnurrbart. In der Bielefelder Politik ist der Lux, Rainer nicht nur Fraktionschef der CDU sondern auch Erfinder des ersten bundesdeutschen Ratskabaretts. Was angesichts der Kapriolen dieser Stadt ja auch nur eine zwangsläufige Entwicklung war. Als neulich die Arminia-Schnurre im Stadtrat mit der Entscheidung einer überaus seltsamen Allianz völlig entgegengesetzt denkender Parteien 500.000 Euro aus dem ohnehin leeren Stadtsäckel in die Arena zu streuen brillierte, fasste man sich an den Kopf. Jetzt brüstet sich der Mann, den der Landtag in Düsseldorf nicht mehr haben will, man habe “der Stadt viel Geld gerettet”. Kamelle, Tusch. Jaja, Rainer. Dafür lacht die Republik sich jetzt schief über diese Kabarettveranstaltung mit über 60 Mitwirkenden, die einen neuen Namen und eine weitere Attraktion der Glitzermetropole an der reißenden Lutter ist: “Komische Oper am Niederwall”. Zukünftig wird jede öffentliche Sitzung des Rates ausverkauft sein und Lachsalven über Bielefeld-Mitte zerplatzen, wenn der so gar nicht scheue Lux sein Ständchen schmettert: “Ich habe gerettet der Stadt viel Geld, werte Bürger”. Man sollte ihm allerdings erst einmal Nachhilfestunden im benachbarten Theater spendieren.

Denn die ganze Schmierenkomödie hat nur einen einzigen Titel: “Gorillakampf auf Bielefelder Mist zwischen Lux und Brinkmann”. Da geht es in Wirklichkeit nicht um Arminia und die Stadt. Da geht es um “den Längsten, den Dicksten, den Tollsten und Eitelkeiten”. Gorillatrommelhände auf Hühnerbrüsten ist nur lächerlich.