Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Mi
26
Mai '10

“Kinder, gebt fein acht…”

Die dicken Backen der “Wirtschaft”, sie blasen offensichtlich noch nicht bei Arm. Bielefeld. Wie der dank Aufsichtsratsposten zumindest “Mitkenner” des gequirlten Mists beim Zweitligisten heute bei der Vorstellung von Trainereleve Ziege und Bruchhagen-Empfehlung Schnitzi zugab, ist zwei Tage vor der entscheidenden Ratssitzung um den Kredit an den Verein eigentlich noch wenig an Voraussetzungen passiert, auch wenn die Seiltänzer der SPD das schon sehen. Aber unterstellen wir da mal offensichtliche Ahnungslosigkeit und Gefolgschaft ihres Genossen Standwerkekumpels. In der PK sagte Brinkmann laut NW online:

Arminias designierter Präsident Wolfgang Brinkmann nutzte derweil die Gelegenheit, bei der Vorstellung von Cheftrainer Christian Ziege und Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier einen flammenden Apell an die heimische Wirtschaft zu richten: “Wir brauchen drei Millionen Euro aus der Wirtschaft, um Arminia zu retten. Das ist absolute Voraussetzung, damit der Rat überhaupt eine Entscheidung treffen kann.” Damit ließ er durchblicken, dass zwei Tage vor der entscheidenden Ratssitzung noch Geld aus der Wirtschaft fehlt.

Der Clou kommt allerdings von der Bezirksregierung in Detmold, die das ganze Gehampel der Bielefelder absegnen müssen. Detmold bemängelt die Qualität und Aussagekraft der eingereichten Unterlagen. Sollte da der große, einzige, wahre kommende Präsident so gearbeitet haben wie als stellvertretender Aufsichtsratchef? “Augen zu und durch. Geld fällt schon vom Himmel”. Sollte man immer noch glauben, den Kopf schütteln zu müssen, kommt derweil einen 360-Grad-Turn mit Schleudertrauma heraus.

Avanti dilletanti! Oder geruht OBPit auch die Stadt am Teuroburger Wald so offensichtlich ahnungslos zu führen? Dann “Guts Nächtle, Glitzermetropole”.

KiK mal: So kriegt man vor Gericht geholfen

Die Kik Textilien und Non-Food GmbH hat vor dem Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen den NDR erwirkt. Anlass der gerichtlichen Auseinandersetzung war eine Reportage des Norddeutschen Rundfunks im Sendeformat “Panorama-die Reporter” vom 07. April 2010, in der unter dem Titel “Die KiK-Story- die miesen Methoden des Textildiscounters” dem Textildiscounter Dumpinglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen vorgeworfen wurden. Die Richter erließen nun eine einstweilige Verfügung gegen den NDR. Das Gericht begründete seine Entscheidung mit mehreren unrichtigen Behauptungen über das Unternehmen, die in der NDR-Sendung verbreitet worden seien. Quelle: turi2

Na da dürfen wir ja alle gespannt sein, ob die Stadtteilverschandler und Rundständerramscher final wirklich gewinnen. Vielleicht mag ein Richter aber auch dat Kiksche Werbemodel Verona.

Die (es) bei Arminia richten sollen …

Eine der Hauptaufgaben Schnitzmeiers soll die Gründung einer Stadiongesellschaft sein, an der sich unter anderem die ostwestfälische Wirtschaft und die Stadt Bielefeld mit Millionenbeträgen beteiligen sollen. Schnitzmeier hat bei Hannover 96 in diesem Bereich bereits Erfahrung gesammelt. An der Entwicklung der Hannoveraner AWD-Arena war der Steinheimer (Kreis Höxter), der zuletzt für den Unternehmensberater »Unity AG« arbeitete, maßgeblich beteiligt. Schnitzmeier fungierte auch schon als Betreiber der Fan-Gaststätte Nordkurve direkt an der AWD-Arena. Die Empfehlung, sich zur Besetzung der vakanten Posten um Ziege und Schnitzmeier zu kümmern, soll dem DSC sein ehemaliger Manager Heribert Bruchhagen ausgesprochen haben. Quelle: Westfalen-Blatt.

Viel Gestaltungsmöglichkeiten bezüglich des leitenden Personals hat Arm. Bielefeld ja nicht. Das wird wohl heute so offiziell. Fakt bleibt aber: Christian Ziege hat kaum Erfahrungen und Unternehmensberater Schnitzmeiers Name hat hier in der Region bei manchen Menschen einen gewissen “Beigeschmack”.

Aber warten wirs ab. Arminia ist ja immer für eine humoristische Schelmerei gut. Da fällt mir grad ein: Was hat eigentlich HHSchwick für sein unterirdisch begehbares und beheiztes Mausoleum im Anstoßkreis der Alm angezahlt?

Die SPD, “die drückt sich nicht”

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Die SPD hat sich also schon bezüglich “Kredit für Arm. Bielefeld” festgelegt und stimmt zu. Dabei entglitt dem Fraktionsvorsitzender ein Satz, wie in Stein gemeißelt: “Es ist wieder einmal die SPD, die in einer schwierigen Situation sich nicht um die Entscheidung herumdrückt”. Lassen wir das mal so stehen, denken uns unser Teil und huldigen der strammen Seilschaft Stadtwerke/Brinkmann – Rathaus/OBPit – und eben Fraktion im Rat. Da wird dann aus einer “Entscheidung” ganz schnell ein simpler Zwang.

Nun schwingt Mutti allein den Kochlöffel

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Karikatur in der NW von heute

Man muss Roland Koch nicht mögen und erst recht nicht lieben, aber ganz sachlich betrachtet verlässt mit ihm ein sehr kluger Kopf und zugleich ein äußerst qualifizierter Querulant die politische Bühne. Die Entscheidung des 52-Jährigen verdient Respekt. Der Schritt, alle politische Ämter auf einen Schlag aufzugeben, wird dem Vollblutpolitiker nicht leicht gefallen sein. Die Art und Weise, wie er es getan hat, passt zu Koch, einem der letzten konservativen Krawallpolitiker, die die CDU noch in ihren Reihen hat. Koch, der gerne die verbale Keule schwang, nie ein Blatt vor den Mund nahm, Mahner und Kritiker in einer Person war, hat für einen politischen Paukenschlag gesorgt, dessen Klang bis nach Berlin reichte. Der Gong war sogar so heftig, dass er bis in die Vereinigten Arabischen Emirate unüberhörbar gewesen sein dürfte. Bis zur Bundeskanzlerin, die sich dort auf Auslandsreise befindet. Somit passt die Wahl der Bekanntgabe genau zu Koch. Ausgerechnet, als seine größte Rivalin nicht im Land ist, nutzt er die politische Bühne. Die Frage, warum der 52-Jährige alles hinwirft, ist gar nicht so schwer zu beantworten. Roland Koch hat alles erreicht, was für ihn politisch möglich ist. Elf Jahre lang regierte er in Hessen. Der Machtpolitiker hat alle Stürme überstanden. Sogar der eine oder andere Orkan konnte ihn nicht stoppen. Koch befindet sich auf dem Höhepunkt seiner politischen Karriere. Der 52 Jahre alte Wirtschaftsjurist strebt zwar nach mehr, aber Angela Merkel lässt das nicht zu. Die Kanzlerin schätzt bedingungslose Loyalität. Die hat Koch seiner Chefin nur bedingt entgegengebracht. So konnte der Querkopf und Kritiker Koch nicht Karriere machen – ebenso wenig wie Friedrich Merz und Edmund Stoiber und mit Abstrichen auch nicht Günther Oettinger, den Merkel geschickt auf dem EU-Abstellgleis parkte, weil er ihr ebenfalls zu laut war. Koch ist jemand, der auf der großen politischen Bühne mitmischen möchte – nicht nur in Hessen. Aber er zählte eben nicht zu Merkels Vertrauten. Er stand wie Oettinger im Abseits, war kaltgestellt. Koch musste sich als lame duck gefühlt haben, als lahme Ente, die nicht mitlaufen darf. Angela Merkel hat mit folgenden Worten auf den Rückzug reagiert: »Roland Koch war mir immer ein guter, freundschaftlicher Ratgeber. Wir werden auch in Zukunft fest auf seinen Rat bauen.« Ein Schelm, der dabei Böses denkt. In Wahrheit war Merkel immer der Koch und Koch nur der Kellner. Roland Kochs politische Karriere ist zu Ende, aber an beruflichen Ambitionen mangelt es ihm gewiss nicht. Er wird weiter eine mächtige Rolle spielen – egal, ob als Wirtschaftsboss oder als Jurist. Seine politische Meinung wird auch künftig gefragt sein – nur nicht von Angela Merkel. Seine Rivalin wird er im Auge behalten. Koch bleibt in Lauerstellung und kommt vielleicht zurück. Irgendwann.

Liebes Westfalen-Blatt. Angesichts der bundesweiten leicht verklärten Elogen auf einen populistischen Politiker sei mal angemerkt, daß die watschelnde arrogante und beratungsresistente Mutti aus Templin noch auch den Hüter der jüdischen Vermächtnisse der Union geschafft hat. Die Frage sei erlaubt, was weiß die Ostfrau, die niemals ein politisches Amt in den Bundesländern bekleidete und eigentlich keine Hausmacht außer den Stiefel – und Speichelleckern vom Schlage Maiziere, Kauder oder Pofalla hat, wirklich über alle die, die auf dem Felde der Schlacht um die Macht in der CDU im Staube liegen? Die Tochter des Pfarrers der einst von West nach Ost ging und mit dem DDR-Regime paktierte wird immer unheimlicher.