
Die Urbielefelderin und schönere und bessere Hälfte hatte bei der Landtagswahl Hannelore Kraft und die SPD gewählt, weil sie die Frau “für kompetent, durchsetzungsfähig und bereit, Rüttgers abzulösen” hielt. Jetzt, nach Hannelörchens Posse mit den Linken ist sie anderer Meinung: “Das war es dann mit den Sozen. Ich habe nicht SPD gewählt, um dann Rüttgers wieder am Rhein als Minipräses hocken zu sehen”. So werden wohl viele denken. Der dicke SPD-Chef Gabriel wird zufrieden sein. Das hatte er sicher so vorgegeben. Hauptsache, man kann das Löffelchen wieder in den Regierungsbrei tunken und mitnaschen.
Beim Blogger “Feynsinn” kann man dazu einen feynen Satz lesen: Wie zu erwarten war, wird es in NRW keine Landesregierung unter Einbeziehung der Linken geben. Wie leider auch nicht anders vorstellbar, ist die Präsentation des Ergebnisses frei von Bezügen auf relevante politische Inhalte. Stattdessen ein durchsichtiges Spielchen um das angebliche Verhältnis zur DDR. Dabei ist sogar nach Parteiräson die DDR auch für die Linke eine Diktatur. Sie hätte aber durch den Reifen springen sollen, sich vermutlich zur SED-Nachfolgerin erklären, damit zur stalinistischen Kraft, von der sie sich dann überzeugend hätte distanzieren müssen. Wer, wie die SPD, in Wirklichkeit gar keinen Politikwechsel will, sollte seine Wähler nicht auch noch für dumm verkaufen. Sie merkeln es. Siehe FDP.

Aber das ist ja gegen das, was grad hier in der ostwestfälischen Provinz mit der Glitzermetropole mittendrin abgeht, gradezu eine Lappalie. In den Zeitungen kochen die Leserstimmen über die “Klüngelpolitik” bezüglich dem Berufsfußballclub Arm. Bielefeld höher und höher, während derweil die Clubs im Breitensport an der zurückgezogenen Gnadenhand des Schildaesken Rathauses verhungern dürfen. Eine ganze Reihe Clubs sollen also ihre Sportplätze schließen. Grandios.

Aber es gibt ja eine tolle Lösung. Sobald die “für die Stadt, die Region, Deutschland und den Erdkreis so wichtige U 23-WM” mit 700.000 Euro städtischem Zuschuß aus dem Pleitehaushalt abgearbeitet ist, werden die betroffenen Vereine bei Arm. Bielefeld zwangsmitgliedschaftet und spielen ab sofort auf der Alm. Ist doch egal, ob Dein Spielfeld, auf dem Du Spaß hast, in Jöllenbeck, Hoberge, Gadderbaum oder eben auf der Alm liegt.

So egal übrigens wie das, was die Uniführung mit den Studiengebühren macht. Da werden sich nicht grad Wenige die Augen gerieben haben, als sie erfuhren, daß damit eine Professorenstelle per Stellenanzeige ausgeschrieben wurde. Als ob es in Sanierungsfällen dort nichts Anderes zu beheben gäbe.

Aber auch das ist nur eine Momentaufnahme eines grandiosen Possenspiels in der kleinen geduckten Metropole unter der Sparrenburg. Pleitestadt verzichtet generös für das Karstadt-”Sanierungskonzept” einer Heuschrecke auf Steuern. Da können sich ja jetzt auch die paar tausend Handwerksbetriebe der Kommune freuen, denn denen könnte man nun auch die Gewerbesteuer erlassen. Gleiches Recht für alle, gell?

Ja, den haben wir auch noch. Wir wissen ja alle, daß Bielefeld sowas wie die Hauptstadt der Toscana ist und die Lutter durchaus mit den Flüssen vergleichbar, an denen man auf chicen Terassen den Capuccino schlürfen kann. Deshalb langt die Junta im Rathaus auch bei der Besteuerung der Außengastronomie hin, als ob es kein Morgen gäbe. Mit 1000 Euro Gebühr liegt die Glitzermetropole weit über dem NRW-Durchschnitt von 610 Euro.
In so einer wundervollen Stadt draußen das Kännchen Kaffee mit Blick auf Kesselbrink, wunderbar begrünte Brachflächen oder das pulsierende Leben auf der Obernstraße genießen zu wollen, hat hier eben seinen Preis.
Schönen Tach noch!
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