Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Mi
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Mai '10

Das saure Sahnehäubchen

Es ging uns ja schon seit Wochen, seit Monaten, eigentlich irgendwie immer schon dreckig. Krisen allerorten, Mord und Totschlag, Gewalt und Unterdrückung an allen abgerundeten Ecken der Weltkugel. Derzeitig hier Griechenland, dort das obligatorisch gewordene Weiter so! der politischen Kaste – und irgendwo am nebligen Horizont befehdet sich Thailand untereinander. Und nun das Krönchen, das i-Tüpfelchen, das saure Sahnehäubchen des gesamten Elendes! Wenn auch alles Vorherige schon schlimm, schon garstig war – das was uns nun ereilt hat, sprengt das letzte Fünkchen Zuversicht: denn Michael Ballack wird im Juni nur Zuschauer sein!

Es regnet. Da macht es keinen Spaß, die ostwestfäliche Erde zu beschreiten. Schirm halten ist doof und immer die gleichen Einkaufspassagen der wundervollen Glitzerstadt am Teuroburger Wald zu durchwandern, ätzt mit der Weile. Da ist es richtig vergnüglich, das oben Angerissene zum Thema “Knöchel der Fußballnation” auf dem Blog “ad sinistram” zu lesen.

Endlich: Latrine auf Sparrenburg gefunden!

Die archäologischen Ausgrabungsarbeiten, die die laufenden Sanierungsarbeiten auf der Sparrenburg begleiten, haben neue interessante Erkenntnisse ans Tageslicht gebracht. An der Südwestseite der Sparrenburg war es in der Vergangenheit immer wieder zu Geländeabsackungen im Bereich zwischen dem Restaurantgebäude und den öffentlichen Toiletten gekommen, die sich auch die Fachleute des städtischen Immobilienservicebetriebs nicht erklären konnten. Diesen Absackungen wollte man im Rahmen der laufenden Sanierungsarbeiten im besten Wortsinn auf den Grund gehen und hat entsprechende Grabungen vorgenommen. Im Ergebnis ist man auf einen U-förmigen, etwa sechs Meter tiefen Raum gestoßen, dessen offene Seite auf das Restaurantgebäude zuweist. Auf der Sohle dieses Raumes befindet sich ein etwa ein Meter starkes torfiges Schichtenpaket, das als Ursache für die Absenkung zu sehen ist. Die hinzugezogenen LWL-Archäologen deuten den Raum als Latrine und messen seiner unteren Füllung durchaus eine wichtige Bedeutung für die wissenschaftliche Erforschung der Geschichte der Sparrenburg bei. Außer den menschlichen organischen „Hinterlassenschaften“, die Aufschluss über Umwelt und Ernährung der damaligen Bewohner geben können, enthält ein solches Schichtenpaket erfahrungsgemäß auch Gebrauchsgegenstände aus dem vergangenen Alltag. Durch diese Gegenstände erhoffen sich die Archäologen wertvolle Informationen über das Leben und den Sozialstand der damaligen Nutzer der Festung. Die fachgerechte Sanierung verlangt den Austausch der nicht tragfähigen Torfschicht gegen verdichtungsfähigen Boden und das lagenweise Verfüllen der Latrine. Dafür muss die Grube durch Stahlspundwände gesichert werden. Diese Arbeiten sind für Donnerstag, 20. Mai, vorgesehen. Pressemeldung der Stadt Bielefeld.

“Tina” regiert alles

Die mächtigste Frau der Welt heißt nicht mehr Angela Merkel – sondern “Tina”. Sie regiert die Politik und dirigiert die Kanzlerin. Angela Merkel gilt als die mächtigste Frau der Welt; aber das stimmt nicht. Die mächtigste Frau heißt Tina, sie wird auch von der Kanzlerin gern in Anspruch genommen. Tina ist das Kürzel für there is no alternative.

Schreibt Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung. Aber Tina regiert nicht nur Deutschland und Europa. Tina regiert auch Arm. Bielefeld. Wie sagte Wölfchen Brinkmann doch so neckisch: “Es gibt keine Alternative zur 6 Mio. – Bürgschaft der Stadt Bielefeld”. Tina ist immer hellwach und das absolute Totschlagargument für Menschen, die weder kreativ noch entscheidungsfreudig noch sonderlich mit irgendwas gesegnet sind.

Wie wäre es mit “Ulrich Deppendorf”?

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Ortsschelm Heinz Flottmann sucht Leute, die wie Bielefelder Stadtteile heißen. Die sollen dann auf dem uns Ende Mai überziehenden Leinewebermarkt einen “”lebenden Stadtteilchor” bilden. Warum fällt einem dabei immer die politische Fernsehgröße Ulrich Deppendorf ein?

Und “Die Wirtschaft”?

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Nur ein durchtriebener Schelm hätte wohl erwartet, daß die Bezirksregierung Detmold als oberste Hüterin der leeren Kassen der Glitzermetropole “Hurra” in ihrem Brieflein an OBPit geschrieben und die 6-Mio.-Bürgschaft für die Almdudler einfach so abgenickt hätte. “Andere Modelle seien nicht ausgeschlossen”. Hier kommt dann wieder “Die Wirtschaft” ins Spiel, die doch vor einiger Zeit den Mund so übervoll genommen hatte und den Profifußballclub zu “dem” Standortfaktor unter der Sparrenburg überhaupt erkärt hatte.

Irgendwie zieren sich die halbglobalen Spieler aber immer noch ziemlich.