… sagte der Mann vom botanischen Garten der Glitzermetropole. “Erfroren, verhungert, verdurstet” seien die Knospen der großen Kamelie hinterm Haus. Vor ein paar Wochen hielt er es noch für eine Frage der Zeit, wann die rote Blütenflut losgeht.
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Am letzten Donnerstag war Josef Ackermann in Maybrit Illners Talkshow zu Gast. In den, von Illner per Stichwort abgeforderten Sprüchen, die uns zeigen sollten das der Joe etwas von der weltweiten Finanzwirtschaft versteht und wie verzweifelt er versucht den Euro zu retten, versteckte Ackermann eine Botschaft an seine Kumpels, die anderen Zocker dieser Welt. NW vom Samstag: ” Kaum hatte Josef Ackermann seine Zweifel daran geäußert, ob Griechenland seine Schulden jemals zurückzahlen kann, da stürzte der Euro weiter ab.” In Kurzform: “Kollegen spekuliert auf fallenden Euro.” Ein Schelm wer eine Absicht vermutet.
Nehmen wir mal an, der Josef spekuliert, – sagen dürfen wir das natürlich nicht, denn Insiderhandel ist strafbar und wer traut sich schon gegen die Deutschen Bank vor Gericht, besonders vor einem deutschen Gericht anzutreten.?
Also nehmen wir mal an: Die Deutsche Bank kauft beim Stand von 1,28 Dollar für einen Euro, z. B. 1 Mrd. Dollar (in Wirklichkeit natürlich wesentlich mehr. 1 Mrd. Dollar sind Peanuts, Spielgeld) und zahlt dafür rund 781.510.000 Euro. Dann lässt Joe mal nebenbei, obige Sprüche in dem, von der doofen Allgemeinheit finanziertem Fernsehen ab und Innerhalb von 2 Tagen ist der Euro nur noch 1,24 Dollar wert.
Unser Schweizer Kleverle verkauft seine 1 Mrd. Dollar und erhält dafür 809.200.000. Euro. Macht einen Gewinn von 27,69 Mio. Euro, oder 3,54% in 2 Tagen. Auf ein Jahr hochgerechnet sind das bei 360 angenommenen Tagen, stolze 637,2%.
Aber Joe ist ja nicht doof. Der nimmt, nur so wenig wie eben nötig, eigenes Geld in die Hand, um zu spekulieren. Das Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdmittel bei solchen Geschäften beträgt bei der Deutschen Bank bis zu 1Euro eigenes Kapital zu 50 Euro Fremdkapital und ist somit weltweit eins der höchsten. (Man nennt das übrigens einen Hebel von 50.)
Also nehmen wir einen Hebel von 50 an, so bedeutet der Währungsgewinn von 3,54% auf das gesamte Kapital, einen Gewinn von 177%, auf das eingesetzte eigene Kapital in 2 Tagen (ich möchte das nicht aufs Jahr hochrechnen, das möge jeder für sich tun).
Aber nicht nur, dass der Euro dramatisch an Wert verloren hat, Gold hat andererseits ebenso dramatisch an Wert gewonnen. Vor der Talkshow ordentlich Gold gekauft, ein paar Tage später wieder verkauft… auch hier Milliardengewinne; – Wetten auf Kreditversicherungen für Griechenland, Portugal, Spanien, Italien, Irland… Milliarden in die Taschen der Spekulanten. Wir finanzieren mit unseren Gebühren fürs Öffentlich-Rechtliche Fernsehen mittlerweile nicht nur hirnloses Schwachmatenfernsehen, sondern auch die Übermittlung geheimer Codes für Finanzjongleure.
Zum Schluss hier noch einmal, besonders für die Justitiare der Deutschen Bank: Alles geschriebene ist natürlich reine Fiktion. Aber Menschen oder Institute, die keine so hohe ethische Maßstäbe an ihr Handeln legen, wie Herr Ackermann und die Deutsche Bank könnten durchaus der Versuchung erliegen.

Da stand er noch als oberster Opelretter an der Front, der Hessenrambo Roland Koch (Rechtsaußen natürlich)
Der Vorstoß von Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) für Einschnitte nach der Rasenmäher-Methode – also auch im Bildungssektor – spaltet zusehends die Union: Schon Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bildungsministerin Annette Schavan hatten Koch vergangene Woche eine Absage erteilte. Jetzt kommt der Gegenwind auch aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Alleine steht Koch trotzdem nicht da – immer mehr Ministerpräsidenten der Union stärken ihm den Rücken.
Diese wunderbare Nachricht geht jetzt über die Ticker. Die Herren Minipräsidenten haben das Unwort “Sparen” entdeckt und möchten mit dem Rasenmäher durch die Ausgabenlandschaft fuhrwerken. Aber die Rolle des Kochs aus Hessen ist ja auch klar: Austesten, wie das Wahlvieh reagiert. Wenn es nicht klappt, den Sündenbock und das Ekel spielen. Diese Rolle beherrscht der Unsympath weitaus besser als das vernünftige Regieren. Eigentlich geht es um das ja auch gar nicht. Das meint das Volk nur. Es geht darum, auf einem weichen, gut bezahlten Sesselchen seinen Hintern so lange über Wasser zu halten, bis die kommende Pension den gewohnten Lebensstil abdeckt.
Ziemlich durchsichtig die Aktion. Sparen wir doch an vorderster Front gleich mal den Koch ein. Doseninhalte aufwärmen kann schließlich jede Familie selbst.
Da wo die Drahtesel der Kunsthallenbesucher ihren Stand haben, war mal dieses Schild mit Widmung an die Stifter der Halle, die Bielefelder Puddingkönige. Jetzt ist es weg. Wer mag es abgeschraubt und mitgenommen haben? Oder haben die Herrscher über die “Ofenfrische” final die Lust an dem Bau verloren? Oder steckt gar Schelm Kellein dahinter, von dem man schon länger nichts Lautes mehr gehört hat? Er soll ja eine ganz spezielle Ausstellung in der Glitzermetropole vorbereiten: “Gestohlene Symbole unter drei Sparren”.
Ach ja. Es war ja mal wieder “La Strada”-Zeit in der Innenstadt. Wagen neben Wagen säumten die Straßen der Glitzermetropole und ließen sich übers gefaltete Blech streichen. Wohl keiner der Besucher dachte bei diesem gefühlt seit 1907 veranstalteten absoluten Highlight städtischen Marketings an die Anfänge.
Es soll ein kalter Märztag gewesen sein, als ein Bielefelder Werbemann damals mit rauchiger Stimme dem BI-Marktetinghäuptling die Idee vorstellte, Automobile statt Pferdekutschen zwischen Deutschlands schönstem städtischem Platz, dem Jahnplatz, und dem Alten Markt aufzustellen und das geneigte Publikum bei Bockwurst mit Kaisersenf oder Jöllenbecker Grünkohl aus der Hand flanieren zu lassen. Das hatte weltweit noch niemand gewagt. Das war so einmalig. Selbst verwöhnte New Yorker Marketer würden später sagen: “Very great the charming Leinewebers”. Schließlich gab es ja sonst keine Gelegenheit, unverkaufte Chrysler-Fahrzeuge aus der Nähe zu betrachten.
Etwas aber war dieses Jahr anders als bei den vergangenen Stradas. Nahe Niederwall, neben dem Pizzahut, zog ein Bollerwagen alle Blicke auf sich. Schließlich ist es das Gefährt, mit dem der heutige OB Pit die WDR-Besatzung an der Detmolder im schlimmen Kriegswinter 2008/2009 mitten in der Bankenkrise mit Schinken aus dem Speckgürtel versorgte.
Pit “griente” aber nicht wie der NW-Schreiber jetzt in seiner Bildunterschrift Irmgard T. zuschrieb. Dabei hatte sie die rauchige Präsentation des La Strada-Konzeptes als kleine Ubbedissenerin auf der Haupttribüne des BI-Marketingsaales noch selbst erlebt. Es war jener bewegende Moment, als der damalige Oberbürgermeister Gerhard Bunnemann erregt aufsprang und rief: “La Strada. Das ist es. Das klingt so herrlich ausländisch. Hans-Rudolf, Du bist ein Reklamegenie”. Ein schwacher Hauch von Eigenrauch zog durch den Saal. Später sollen Bielefelder das als Weihrauch empfunden haben.
In Dänemark machen sie es sich einfacher. Da fahren sie zu Hochzeiten mitten auf dem hyggeligen Land mit alten Chryslers, Volvos oder Saabs. Guckste hier. Es nennt sich “Lange gade”:




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