Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Di
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Mai '10

Selbst Westfalen-Blatt durchschaut Ackermanns Taktik

Es kommt auf jeden Euro an. Wenn sich die deutsche Finanzwirtschaft am milliardenschweren Hilfspaket für Griechenland beteiligt, haben sie ein Lob des deutschen Finanzministers verdient. Jeder gibt nach seinen Möglichkeiten, sagt der Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der mit dem Hut herumgehen um die Milliarden einsammeln will. Wenn das stimmt, stehen die deutschen Institute kurz vor der Pleite, denn was gestern öffentlichkeitswirksam als Signal präsentiert wurde, dient nicht der Beruhigung der Märkte, sondern der Öffentlichkeit. Wenn irgendwann drei Milliarden Euro im Spendentopf liegen, ist das schon viel. Diese Summe ist kleiner als der Gewinn der Deutschen Bank in drei Monaten. Die Finanzwelt verspricht, griechische Anleihen nicht zu verhökern und Athen die Kredite nicht zu kündigen. Ferner wollen Ackermann & Co. der KfW Geld borgen. Einen besseren Schuldner als die Staatsbank gibt es nicht. Das Risiko des edlen Spenders ist minimal. Das trägt nämlich der Steuerzahler, der im Fall des griechischen Staatsbankrotts zahlen muss. Ackermann spielt Solidarität und will nur verhindern, dass die Politik den Spekulanten Fesseln anlegt. Darum geht’s.

Liebes Westfalen-Blatt. Kompliment, was da Morgen im Blatt steht. Da habt Ihr aber glasklar durchschaut, wie Josef “Joe” Ackermann tickt. Die nächste Party im Kanzleramt ist schon gebucht.

BI-Wohlfahrtsverbände fordern 6 Mio. €

Die Bielefelder Wohlfahrtsverbände fordern von der Stadt sechs Millionen Euro zur Armutsbekämpfung. Die gleiche Summe, die auch Arminia Bielefeld zur Abwendung der Insolvenz von der Stadt benötigt. Möglichst schon übermorgen solle der Rat über die Forderung entscheiden, sagte uns Erwin Adams von der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände Bielefeld. Quelle: NW online.

Charmante Forderung. Aber Bielefeld-Marketing würde durch Hans-Rudi H. sagen: “Arm. Bielefeld ist unverzichtbar für das ziemlich schlechte Image der Stadt. Wir wollen daran weiter anknüpfen”. W. Brinkmann, kommender Möchte-Präses der Almdudler würde ergänzen: “Ich war im Aufsichtsrat dabei und habe alles mit abgesegnet. Damit die Wahrheit nicht herauskommt, muß die Stadt den Kopf hinhalten”.

Ach ja. Schön, daß demnächst der halbrunde Millionenteure Hasenstall neben der Stadthalle die Kongresse der Welt und das Geld der Millionen Besucher wie ein Magnet anzieht. Das löst alle Probleme der Kapitale der Brachflächen. Wenn jetzt die A2-Blitzer doch noch stehenblieben, wäre es das Sahnehäubchen obendrauf.

Die nächste Spende “á la Mövenpick”

Die jüngste Parteienfinanzierungsaffäre der CDU hat die Aussichten auf eine Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition auf ein Minimum reduziert. Jetzt sorgt auch noch die FDP für schlechte Spendenschlagzeilen. Wie aus einer Mitteilung des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert an den Bundestag hervorgeht, erhielten die Freidemokraten im April als einzige Partei eine saftige Spende vom Verband der Metall- und Elektroindustrie NRW in Höhe von 60.000 Euro. Quelle: taz online.

Ach herrjeh, damals waren es die Mövenpicker, jetzt die Kupferdrahtwickler. Gehts bei der FDP eigentlich nie ohne die unappetitlichen Klientelspenden? Das ist sowas von stupid doof. CDU-General Krautscheid versucht es kurz vor Toresschluß noch per Eil-Brief mit “Mobilisierungsaktionen”. Soviele alte Mütterken könnt Ihr gar nicht zum Wahllokal schleppen, damit die CDU-gesteuert ihr Kreuzerl für Euch machen.

Jetzt spricht Poldi

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Norbert Leopoldseder ist im Hauptberuf Steuerberater in der Wacholderenklave Steinhagen vor den Toren der Metropole. Und Aufsichtsrats-Chef der Arm. Bielefeld. Heute erklärt er in der NW, wie ein kotzendes Pferd einen Oxer von 12 Millionen Euro unterspringt. Alles schön und gut, Poldi. Angehörige Eurer Zunft haben ja ebenso wie Advocaten und Banker die Eigenart, gradezu über dem Wasser schweben zu können. Ihr könnt alles, wisst alles, habt immer schon alles gewußt und spart nicht mit Vorwürfen, wenn es mal nicht so eintrifft wie erwartet. Schuld habt Ihr an nichts. Verantwortung schließt Ihr per Mandatenunterschrift aus. Immer ist es der Mandant oder Klient, der aber fast nie solche hellseherischen Fähigkeiten hat wie Ihr. Dann ist natürlich das Wetter schuld, die allgemeine Lage oder sonst etwas.

Mit keinem Wort erwähnt die Aufsichtsperson Leopoldseder, daß sie im Falle Arm. Bielefeld wohl ein paar Jahre lang entweder tief geschlafen oder sich vom Schlitzohr Kentsch hat übertölpeln lassen. Aber das kann ja jetzt alles nicht mehr passieren, denn mit dem stellvertretenden Tiefschläfer Brinkmann tritt jetzt einer an, der “keine persönlichen Fehler gemacht hat ” (außer tief pennen und nicht hingucken) und will sogar Präsident des Skandalclubs werden. Halleluja. Das wär so, als ob einer, der reihenweise Häuser ansteckt, Feuerwehrchef werden will.

Wie stehts eigentlich mit der persönlichen Haftung, wenn man schon eine Bürgschaft über 6 Millionen von einer Pleitemetropole wie Bielefeld “verlangt”? Die Kernfrage, wo die Mehrmillionen für den Protztribünenbau gelandet sind, hat Poldi allerdings nicht beanwortet…