Archiv für den Monat: April 2010

Die Stunde der GIPSI-Kings

Griechenland kapituliert vor den Finanzmärkten: Die Regierung in Athen hat bei ihren Euro-Partnern und beim Internationalen Währungsfonds einen Antrag auf Milliardenkredite gestellt. Auch auf Deutschland kommen nun hohe Kosten zu.

Da haben wir den Salat und die Kaiserin darf ins Steuersäckel greifen, wo die Mäuse durch sämtliche Löcher kichern. Schön, dann tanzen wir eben ab diesem Wochenende zur Musik der GIPSI-Kings (GIPSI = GriechenlandIrlandPortugalSpanienItalien). Wenn unser Stardirigent Kurt Masur („Held von Leipzig“) nicht auch noch vom Pult gefallen wär, könnten wir ja mit aktuell 1,7 Billionen Miesen den Takt schlagen.

Komisch. Immer am Freitag kommen die Finanzhorrormeldungen.

Metropolenansichten

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Jauche läßt wachsen. Noch mehr Jauche noch mehr. Was jetzt nicht auf den tobenden Wahlkampf gemünzt ist. An manchen Orten im Speckgürtel der Glitzermetropole am Teuro haben die Trecker die trockene Erde geplättet.

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„Du Mama“, sagt grad Jungschaf Elli zu Mutterschaf Angela, „essen wir auch Vulkanasche vom Eyjafjallajökull?“. Mutter Schaf ist erstaunt, woher das Minischaf den Namen schon so flüssig kann. „Elli. hast Du schon Eruptionen im Darm?“. „Ja Mama, die Köttel poppen nur so raus“. „Na dann ist gut. Das macht nichts. Passiert demnächst bei denen, die Dich schlachten wollen, auch“.

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In der Gütersloher hängt noch der Stolz der Malocher, ihr Arbeiterführer. Ganz knapp unter „Pur“. Gut, daß Otti Doetker nichts mit „Pur choc“ aufgehängt hat. Aber die Purs singen ja auch „Komm mit ins Abenteuerland“. Ob die damals schon ahnten, was der Typ zusammen mit dem gelben Pinki für eine Politik machen wird? Ziemlich hoch haben sie ihn ja schon gehängt, die schwarzen Bodentruppen. Vorahnung oder Schutz?

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Final schließlich noch in der Waschfabrik dicht hinter BI-NE durch den Bürstenslalom. Sie würdigte das mächtige Fahrzeug hinter sich keines Blickes und versuchte, per iPhone ihren Liebsten zu erreichen. Ging nicht. Heaven must waite. Aber beim Fußmatten ausklopfen, kam der Anruf. „Bring Pampelmusen“ mit, muß er wohl gesagt haben, ihrem Gesichtsausdruck zufolge.

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Rosenfreitag

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Während die Rosen in der Diaspora allenthalben lustig treiben, läßt sich die besagte Kamelie Zeit. Auf der Windelsbleicher Straße in Brackwede kocht die Minarett-Diskussion jetzt so richtig hoch. Arm. Bielefeld hat auf Geldsuche bei der armen Stadtverwaltung angeklopft, aber die werden wohl eher den Karstädtlern die Gewerbesteuer erlassen, damit Goldman Sachs so richtig genüßlich fleddern kann. Heute läuft die Frist ab, bis zu der Angebote für die Verkaufsbuden beim Insolvenzverwalter vorgelegt werden konnten. Auf der Bahnhofstraße werden sie heute eher mit zittrigen Händen die Galanteriewaren in die blauen Tüten tun. Nochmal Arm. Bielefeld: sie können erst am Sonntag im Heimspiel gegen Ebenfallsnichtaufsteiger Fortuna Düsseldorf ärgern.

So richtig aber ärgert das hier. Die unheimliche Datenkrake scheint sich wirklich allem und jedem zu widmen, woraus man heimlich Kapital schlagen könnte. Ein gesetzgeberisches Machtwort ist schon lange überfällig:

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Brackwede-Minarett darf gebaut werden

Die Klage eines Nachbarn gegen die Baugenehmigung eines Minaretts für die Moschee in Bielefeld-Brackwede wurde am Donnerstag vom Verwaltungsgericht Minden abgewiesen. So ist der Weg für den Bau eines 16,22 Meter hohen und 1,59 Meter breiten Minaretts nun frei. Das berichtet NW online heute. Mehr darüber hier.

Die ersten Stimmen im Forum zu der Entscheidung schwanken zwischen Ablehnung und Zustimmung. So schreibt z.B. Forist „Paul“ nicht unklug:

Im Namen des Volkes – für mehr Toleranz und Freiheit in Brackwede, Bielefeld und Deutschland. Gut so! Meine Bitte an den türkisch-islamischen Kulturverein: Zeigt auch Ihr Toleranz und Offenheit, lasst uns (Christen) an Eurer Religion teilhaben, macht sie „greifbar“ für uns und nehmt uns so „die Angst“ vor einem uns noch viel zu fremden Glauben.

Hoffnung durch Goldman-Sachs?

Die 26.000 Mitarbeiter von Karstadt können wieder ein wenig Hoffnung schöpfen: Die US-Investmentbank Goldman Sachs erwägt die Übernahme der insolventen Warenhauskette. Am Freitagnachmittag läuft die Frist für Interessenten ab. Die Bank, die sich ebenfalls nicht offiziell äußern wollte, ist indirekt einer der größten Gläubiger sowie der Vermieter von Karstadt. Der Goldman-Fonds Highstreet hatte 2006 die Warenhaus-Immobilien gekauft und an die Kette zurückvermietet. Die hohen Mieten, die er dabei vereinbart hatte, gelten als eine Ursache der Pleite von Karstadt und als eine der größten Hürden für eine Übernahme.

So fluffig-leicht liest sich das, wenn etwas unreflektiert auf die Presseticker geworfen wird. Die Karstädtler an der Bahnhofstraße reagieren da schon drastischer: „Vom Regen in die Traufe“. Eine „Hoffnung“, wie von Middelhoff gemeißelt.

Die ahnen eben, was hinter der weltgrößten Gaunerbank steckt, die ihre dreckigen Finger überall drin hat.

Nicht alle sahen Robben

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Meine Herrn, war das gestern ein Abend. Alle guckten Champions League. Oder? Nö, kann nicht sein. Denn einige ergaben sich auch dem Suff nach Riberys Frustfoul aus fast leerer Flasche, stehen sie doch nur international auf der Bayern-Fanliste…

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… und in der Glitzermetropole brummte derweil das politische Geschäft. FDP-Pinki war da und schwadronierte was von medizinischer Fakultät für die Uni. Derweil hatte der ehemalige Arbeiterführer, Aufträger der Dritten von Inge Meysel und laut heutiger NW „Landesvater“, Jürgen „Lispeli“ Rüttgers, Probleme, die Stadt wo nicht gibt überhaupt zu erreichen. Sie fuhren von der Ortschaft Jöllenbeck im hohen Norden an, verhaschpelten sich dann in Brackwede, blieben im Heeper Wald verzweifelt stehen und hatten in der Senner Sandwüste kein GPS-Signal. Dann griff der Landesvater zur List. Rief über das geheime NRW-Polizeinetz den CDU-Kreisführer Bernd Landgraf an und der schickte eine Reiterstaffel mit Fackeln auf Rixe-Fahrrädern (ehemalige CDU-Sturmreserve) und Barabara Sommer sturmuntost an der Spitze, den Landesvater zu geleiten. Als er endlich in der Ravensberger Spinnerei ankam (siehe NW-Bild) tobte der Saal, erhob sich zum Stoßgebet und Jürgen hub an, 5 Jahre schwarzgelben Regierungstrott so zu loben, daß der grüne Klee im Raspi-Innenhof schlagartig verdorrte.

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(Hier hat NW-Fotograf Frücht -berühmt auch für Collagen und Montagen – die entscheidende Szene eingefangen. Der Landesvater in typischer Manier („Zsschähne sind nosch im Glas“), flankiert vom jugendlichen Rebellen Landgraf und der in ihrer Paraderolle als „Ich bin die Schul-Hermi“ glänzenden Barbara. Links zeigt MdL Lux mit dem Daumen, wo es nachher raus geht.

Das war aber nicht alles an diesem Schicksalstag der Metropole am Teuro. Von Hannover aus hörte man spitze Schreie eines Besuchers in Messe-Verzückungsextase. „Kuka (Abkürzung für „Kuckma“) Mein Gott, ein leibhaftiger Roboter“. Das hatte OBPit, der spitz Schreiende, wohl vom Besuch der Berliner Kaiserin auf einer Bielefelder Robotorpräsentation (wir deuteten gestern schon an) abgeguckt. So mußte er den Landesvater am Teuro allein lassen.

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Hier der Moment, als OBPit versucht, den rasenden Roboter zu stoppen. „Ich halt Dich ganz fest, Du Miststück“. Ja, jetzt hätte es der Hilfe der Ampel bedurft.

Ach so, ja. Big Brother-Eva ist wieder aus dem RTL-Menschenzoo entlassen und erzählt nun in der Metropole, wie das so war vor den Dauerkameras. Zum Brüllen spannend.

Derweil schoß Robben das Siegtor für Bavaria Munic.

Olderdissen, eine „besondere Leistung“

Der Heimat-Tierpark Olderdissen hat einen Sicherheitsdienst beauftragt, der ab sofort nachts während der dienstfreien Stunden des eigenen Personals den Tierpark gegen Beschädigungen und Manipulationen schützen wird.

Der Tierpark ist rund um die Uhr geöffnet, nicht umzäunt und erhebt kein Eintrittsgeld. Dies stellt eine besondere Leistung des Umweltbetriebes der Stadt Bielefeld an seine Bürgerinnen und Bürger dar. Ein Besuch des Heimat-Tierparks Olderdissen ist auch zu Nachtzeiten ein besonderes Erlebnis, das mittlerweile von vielen Menschen gerne wahrgenommen wird. Bislang befand sich während der Nachtzeiten kein Personal in der Anlage. Das ändert sich nun, weil immer wieder Automatenaufbrüche, Zerstörungen an den Einrichtungen oder sogar aufgeschnittene Zaunanlagen von Gehegen verzeichnet wurden.

Die Gehegeumfriedungen sind zwar bei allen Tierarten so konstruiert, dass eine selbstständige Flucht der Tiere unmöglich ist. Gegen eine Manipulation von Dritten, die zum Beispiel mit schweren Geräten anrücken, sind die Zäune jedoch nicht gefeit. In der Vergangenheit ist es vorgekommen, dass Gehege beschädigt wurden und die jeweiligen Tiere den Weg nach draußen fanden. So wurde Ende Oktober an zwei Stellen das Damwildgehege durch Unbekannte aufgeschnitten. Es gelang rechtzeitig den Zaun wieder zu schließen, so dass kein Tier entweichen konnte. Der Wachdienst wird nun nachts für Sicherheit im Tierpark sorgen. Besucher sind auch weiterhin in den Nachtstunden herzlich willkommen. In diesem Zusammenhang bittet der Tierpark darum, die Tiere nicht mit Taschenlampen anzustrahlen und sich unbedingt an das Fütterungsverbot zu halten.

Eigentlich war alles klar in dieser Pressemeldung der aufregenden Glitzermetropole am Teuro. Wenn da nicht dieser charmante Satz gestanden hätte: Dies stellt eine besondere Leistung des Umweltbetriebes der Stadt Bielefeld an seine Bürgerinnen und Bürger dar. Was bitte bietet denn die Stadt Bielefeld seinen genug Steuern abdrückenden Bürgern, Bürgerinnen und Unternehmen sonst noch kostenlos? Und zahlen nicht letztlich alle dafür?

Ohne Scheiß

Kassenzettel von toom Wer im toom-Baumarkt am Brackweder Tüterbach einkauft, braucht ob der übersichtlichen Warenanordnung und des hilfsbereiten und kompetenten Personals schon mal ein wenig länger. Gut also, dass der Branchenriese jetzt freitags bis abends um zehne die Tore öffnet. Der WDR-„Markt“ berichtete bereits über die peinliche „ohne Scheiß“-Werbung und führte sie durch einen Guano-Kauf ad absurdum. Wie der Kenner sieht,  hat die Konzernleitung  die neue Durchhalteparole zudem bisher nur halbherzig in die eigenen Computerkassen eingespeist.

Sie machen es für Gutti. Soso.

Doch er ist zurück. Der Primus will es allen zeigen. Nicht nur der jüngste, sondern auch der beste Verteidigungsminister in der Geschichte der Bundesrepublik will er sein. Mindestens aber der Beste seit Helmut Schmidt. Der Boulevard gibt ihm Deckung. „Bild“ berichtet von der Front: Die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan feierten Guttenberg „wie einen Rockstar“. Man zitiert einen Leutnant: „‚Wir machen diesen Job für ihn.'“

Aus einer Eloge auf Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auf Spiegel. online.

Was bin ich doch für ein Dussel. Dachte immer, es gehe um Verteidigung der südlichsten Grenze Deutschland am Hindukusch. Nein. Sie machen es für „ihn“, der „wie ein Rockstar gefeiert wurde“. Sterben sie denn dann auch „für ihn“? Vielleicht ist es aber auch nur pure Satire, was die gehobene BILD da über den Verteidigungsminister losgelassen hat. Mein Gott, der Mann macht einen gut bezahlten Job und weiß, wie man immer, zu jeder Zeit trotz Vulkanstaubwolke und fehlender Flieger PR und Fotos für und über sich bekommt, die von willfährigen Handlangerjournalisten veröffentlicht werden. Was La Kanzleuse übrigens immer noch besser kann.

Nicht wichtig ist, wie regiert wird sondern wie man „rüberkommt“. Function follows form, um es mal in Umkehr des Satzes eines berühmten Designers zu sagen. Wenn da nicht in einem Forum dieser stahlharte, zäh wie Leder, schnell wie ein Windhund und flink wie ein Wiesel „in deutscher Tradition“ gebaute Satz wäre:

Danke Herr Guttenberg
Dieser Mann ist genau das, was Deutschland braucht. Ausstrahlung, Souveränität, Zuverlässigkeit, preußische Tugenden in einer Gesellschaft, die sich immer mehr als unzuverlässig, egoistisch und unsolidarisch zeigt. Weiter so Herr Guttenberg.

Ach ja. Das brauchen sie eben, die „preußischen“ Deutschen. Zumindest ein Teil von ihnen. Allerdings hat es gleich zweimal mit Deutschland und trotz der besagten Tugenden so gar nicht klappen wollen.

Der Himmel so weit

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So. Der Himmel über Deutschland, der Glitzermetropole, Paderborn Airport ist wieder frei und die schönere und bessere Hälfte fragt sich, wie lange es jetzt noch dauert, bis wichtige Luftfracht aus Istanbul hier eintrudelt.

Um 13:11 Uhr Entwarnung: Die Fracht ist da. Darauf einen richtigen westfälischen Weizenkorn. Brrrrrrrrrrrrrrrr.

Geniale Ideen für die Alm

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Am heutigen Dienstag gab die Deutsche Fußball Liga (DFL) die ersten Entscheidungen im Lizenzierungsverfahren für die kommende Saison 2010/2011 bekannt.

Danach muss Arminia Bielefeld bis Anfang Juni Bedingungen erfüllen, die die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Vereins betreffen. Heinz Anders, kaufmännischer Geschäftsführer des DSC Arminia Bielefeld: „Die Erfüllung der uns gestellten Lizenz-Bedingungen bedeutet ein ganz hartes Stück Arbeit. Es wird uns nur dann gelingen, wenn alle Kräfte im Umfeld von Arminia Bielefeld für dieses große Ziel mobilisiert werden können. Mitentscheidend für unsere Zukunft werden die geplante Strukturänderung innerhalb des Vereins sowie unser neues Finanzierungskonzept sein. Wir werden in allen Bereichen Einsparungen vornehmen, außerdem sind wir darauf angewiesen, neue Einnahmen in erheblicher Höhe zu generieren.“

So steht das ganz zierlich auf der Heimseite des gescheiterten Aufsteigers in die 1. Liga, Arm. Bielefeld. Aus gewöhnlich völlig uninformierten Kreisen hört man von 6 Mio. Euro, die da eingespart werden müssen und sollen. Da macht eine glänzende Idee die Runde. Die Alm soll nach den Plänen einer Investorengruppe aus „Der Wirtschaft“ unter heimlicher Anführung und Beratung durch den Erbauer der historischen Wegen-Größenwahn-Meist-Halbleer-Tribüne und jetzigen Finanzverweser des MSV Duisburg in einen Art Erlebnispark umgewandelt werden. Am Mittelkreis wird ein Roulettekessel aufgestellt und der kommende Trainer gleichzeitig als Croupier eingesetzt. Die Himmelsbüros des Tribünentorsos werden in Billiggeschäfte a la „KikundKuk“ mit Waren aus Drittland-Kinderhänden umgewandelt und Gerry Weber eröffnet in den Waschschkauen der Ballrastellis einen weiteren Werksverkauf nach Brockhagener Muster. Oetker richtet eine Puddingkoch – und Pizzabratküche für Schulspeisungen ein und der Schüco-Herr über die Werkself verlost jeden Tag drei Sonnenpaneele.

So sollte es wohl gehen, die fehlenden 6 Mio. zu stemmen. Arm-Oberfan OBPIt hat sich bereit erklärt, zusammen mit seinen regierenden Beisitzern von GelbGrün jeden Tag eine bezahlte Autogrammstunde am Eingang im Kassenhäuschen an der Melanchthon-Road zu geben. Das soll an die historisch unvergessenen, weil nie stattgefundenen Duelle in der Champignon-Liga gegen Manchester Vereinigt erinnern.

1 Mrd./anno für den Hindukusch

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Das muß man sich mal reinpfeifen, was die NW da heute prominent neben der Meldung von der Detmolder Hupfdohle bei Klums GNTM bringt: 1 Milliarde jährlich kostet die Verteidigung der deutschen Südgrenze am Hindukusch und der Schutz der Mohnanbaufelder für die Heroinproduktion. Eingefädelt von RotGrün mit freudiger Akklamation von SchwarzGelb soll diese Summe sogar noch aufgestockt werden. Milliarden, die hier dringend benötigt würden, werden im Wüstensand verballert.

Wie zu Zeiten der Schweinegrippe

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Der Posten des Bundesverkehrsministers wird traditionell mit gelinde gesagt „unkonventionellen Typen“ besetzt. Das ist beim amtierenden Ramsauer aus dem lieblichen Bayern auch nicht anders. Neulich wollte er noch für Millionen Euro in ganz Deutschland Schilder austauschen, bis ihm die pleiten Gemeinden die Rechnung aufmachten und er eine Pirouette rückwärts dreht. In der Aschediskussion verhält er sich auch nicht anders. Folgt man heute Morgen den Pressetickern, überschlagen sich die Ereignisse. Kaum hat die Flugsicherung per Meßflug festgestelt, daß die Asche in der Luft ungefähr die Konzentration eines Sandsturmes aus der Sahara – nicht selten über Europa – erreicht, soll blitzschnell im Tagesverlauf wieder „normal“ geflogen werden.

Aber wenn politische Hysterie und unfähige Politiker Hochzeit feiern, zeitigt das eben solche Ergebnisse. Man fragt sich, warum die Luft nicht schon wenige Stunden seit dem Eintreffen der Vulkanaschewolke gemessen werden konnte.

Bielefelder Ampel im Blitzwahn

Geht es nach der Bielefelder Politik, so reicht ein Blitzer auf dem OWD nicht aus. Das Ampelbündnis für Bielefeld macht sich für einen weiten Blitzer stark. SPD, Grüne und FDP wollen heute einen entsprechenden Antrag im Umweltausschuss einbringen. Der zweite Blitzer soll nach den Vorstellungen auf dem OWD in Richtung stadtauswärts blitzen. Liest man grade auf NW online.

Diese Koalition der farbigen Pfeifen ist wirklich im Blitzwahn und dennoch nicht konsequent. Man könnte vor Karstadt/Kaufhof Blitzanlagen montieren. Motto: Wer nicht schnell genug shoppt, kriegte ein Knöllchen. Blitzer auch auf dem Jahnplatz. Blitzer, Blitzer, Blitzer. Offensichtlich blitzt es in den Köpfen am häufigsten und führt zu ständigem Blackout.

Warten

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Warten. Aber die Kamelie will dieses Jahr ihr Blütenkleid wohl nicht zeigen. Kein Wunder nach dem Winter. Draußen in Heepen und Eckendorf sagen die Agronomen enorme Mengen an Gülle für die Felder an. Dabei beginnt der Maisanbau mit richtig deftigen Fuhren des Gebräus erst Anfang Mai. Heinrich Dingerdissen, Oberbauer des Kreisverbandes Landwirtschaft in der kleinen Weltstadt, nimmt das gelassen: „Einen Tag am Jahnplatz stehen ist schlimmer“. Nun ja. Wer steht schon einen ganzen Tag lang auf dem architektonischen Kleinod mit der Alcina-Uhr. Es sind nicht viele.

Ne, wat niedlich

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Jetzt dürfen wir doch mal überlegen, was das in der Glitzermetropole kognitierte und robotierte Roboter-Puddinggesicht da mit der Kaiserin auf der Hannovermesse scherzt. Sprechen kann er ja nicht, der Messeliebling. Aber bald ist die Regentin ja in Bethel, vielleicht begleitet ihn „Vanillepudding 1“ in Gadderbaum.

Der reißerische Medienhype

Der Ausbruch des Eyjafjalla-Vulkans hat am Wochenende nicht nur Europas Flugverkehr lahmgelegt, sondern weltweit auch die Titelseiten vieler Zeitungen und Nachrichtenportale dominiert. „Viele der sehr reißerischen Titel sind aus wissenschaftlicher Sicht bedenklich“, warnt Birger-Gottfried Lühr im pressetext-Interview. Lühr ist Experte für Erdbeben und Vulkanismus am Geoforschungszentrum Potsdam http://www.gfz-potsdam.de und wird in dieser Funktion bei Katastrophen immer wieder zur Anlaufstelle für Medienanfragen.

Gelesen auf „pressetext„. Schwer, sich an den überbordemnden medialen Hype zu gewöhnen. Unvergessen das Thema „Schweinegrippe“ mit „Hunderrtausenden Toten“. Verwunderlich aber nicht, wenn drittklassige Zeilenschinder „Qualitätsjournalismus“ abliefern und die Blättken sich gegenseitig in der Überbietung der BLÖD überbieten. Ist ja in der hiesigen Medienlandschaft auich nicht anders. Die

Jau. Und die flogen

Übung Brilliant ARDENT 10 (BAT 10) ist ein groß angelegtes NATO Response Force (NRF) Air Live Übung (Air LIVEX) gehostet werden, von Deutschland über den Zeitraum 12-22 April 2010. Air Forces from the Czech Republic, France, Germany, Italy, Poland, Turkey and the USA will participate in the exercise. Air Forces aus der Tschechischen Republik, Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, der Türkei und den USA werden an der Übung teilnehmen. BAT 10 will be directed and controlled from Izmir, Turkey by Commander Allied Air Command Izmir. BAT 10 wird geleitet und kontrolliert werden aus Izmir, Türkei von Commander Allied Command Air Izmir. Google-Übersetzung über ein derzeit laufendes Nato-Luftmanöver im norddeutschen Raum.

Ja nun, wenn Nato will, reicht ein Vulkanausbruch….. Unvergesslich aber der Auftritt des bayerischen Verkehrsministers Ramsauer im ARD-Brennpunkt gestern Abend zum Vulkanthema. Unvergesslich. Solche Männer aus der Zeit Luggi des Zweiten braucht das Land. Fernglas umgedreht. Kappen vorne drauf. So konnte auch Bush die Welt destabilisieren. Bayern hat aber auch solche Supermänner. Gell, Seehofer, Hosrt?

Die Pfalz stark gespielt

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Eine Halbzeit lang hielten die Almdudler mit dem kommenden Meister der Liga 2 mit, dann kam der Einbruch. Nur noch eine Winzigkeit und dann ist Kaiserslautern da, wo Arminia hin wollte um die Niederlagen der nächsten Saison gegen Bayern, Bremen, Dortmund, Schalke, Leverkusen und Stuttgart abzuholen. Da werden weder der gute Pälzer Woi noch Saumagen helfen. Siehe den Schatten Hoffenheim trotz Sponsormillionen.

Süße Verführung

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Ein Besucher vom Wochenende hat Trüffel aus Belgien dagelassen. Wie weit muß man das Kistchen ungefähr von Schreibtisch und Rechner entfernen, damit Aufstehen und Fressen unterbleiben? Ratschläge werden gerne angekommen, die Kiste bleibt aber hier.

Dagegen ist Mafia Seniorenkaffee

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Kein Tag vergeht, an dem die London/Gütersloher Visage nicht in Zusammenhang mit Gaunereien und Staatsanwaltschaften in den Blättern auftaucht. Kleiner Tip an IHK-Goldbeckchen: Es ist Spargelsaison und man könnte doch Finanzrastelli Thommy wieder nach Ummeln ins Kasino einladen. Gäbe sicher genügend Halbseidene, die begierig lauschen würden, wenn er aus dem Nähkästchen des höheren Ganoventums plaudert. Außer Money hat er wohl nichts in der Birne.

Sach ma‘, Siechmar …!

BILD am Sonntag v. heute:

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Siechmar, alte Speckbacke, das glaubst Du doch nicht wirklich. Oder?

Da hat die Frau Wagenknecht neulich auf’m Siegfriedsplatz aber ganz andere Sachen erzählt.

Und das ist ja wohl ’ne ganz stramme Linke.

Aber Du musst es ja wissen.

Dann fangen die aber bestimmt mit deinem XXL-Dienstwagen an, der ist allemal größer als eine Currywurstbude.

Siechmar, im Ernst, du willst uns doch nur verscheißern, oder? …

Keine Kraft für Jürgen

Wegen Abwesenheit am Wahlsonntag sind drei Stimmen per Briefwahl abgegeben worden. Nein, nicht fürs Hannelörchen und nicht für den Mann mit dem Schprachfehler. Vielleicht hilfts was. Pinki, das Grinsen kannst Du einstellen. Du hast auch keine gekriegt.

Scho wieder Weihnachten?

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Diesmal, so hört man aus gewöhnlich überhaupt nicht unterrichteten Kreisen, tritt StadtMarketeter Hans-Rudi himself als „Nachtwächter“ auf. Mit Zipfelmütze, Hellebarde, tragbarer Kerze aus Armeebeständen des Rathauses und mit dem von OBPit entliehenen Bollerwagen. Der wird vollgepackt sein mit „Pur Choc“, ausgedienten Arminia-Devotionalen „Eine Saison wie keine“ und Stadtplänen, die die Stadt so zeigen, wie sie ist: Ein weißer Fleck.

Friedlicher Morgen

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Der blaue Himmel ohne Kondensstreifen aus Paderborn-Lippstadt, Dortmund oder Münster liegt friedlich über diesem Herrgottswinkel mit der Glitzermetropole mittendrin, von dem Goethe in einem Anflug von Begeisterung bei den Arbeiten zu seinem Frühroman „Fliegender Pickert mit Rosinen“ einmal gesagt hat: „?ähhh, hmmmm“. Keine mögliche Heimniederlage der Almdudler gegen den kommenden Aufsteiger, 1. FC Kaiserslautern, könnte die Laune senken, die Arbeiten im Garten hinterm Haus gehen flott von der Hand, die gestrigen Besuche aus nördlichen Gefilden und am Abend von der Cote d´Azur brachten leckeres Essen und fröhliche Gespräche mit sich. Mit keinem Wort, keiner Geste dachten wir an das herzzereißende Schicksal der Pfarrerstochter aus dem Osten. Die deutsche Kaiserin ist seit ihrem Abflug aus Hollywood wirklich vom Pech verfolgt. Oder zieht sie es an? Da platzte doch am Regierungsbus bei Tempo 90 in der Toskana ein Reifen. Was wiederum nahtlos zu ihrer Politik passt.

Die Airlines unterdessen werden saurer und saurer. Wohl nicht ganz zu Unrecht, liest man auf dem Ticker, was die verantwortlichen Wetterheinis da wieder mal angerichtet haben. Seit sie Kachelmann festhalten, ist die Wetterprophetik auch nicht mehr das, was sie zu seinen Zeiten war:

Bei der Deutschen Lufthansa hieß es: „Wir haben heute zehn Überführungsflüge von Großraumjets der Typen Boeing 747 und Airbus 340 von München nach Frankfurt durchgeführt. Dabei sind unsere Maschinen bis auf 24.000 Fuß, also rund 8000 Meter Höhe, gestiegen“, so Konzernsprecher Klaus Walther zur Zeitung. „In Frankfurt wurden die Maschinen von unseren Technikern untersucht. Weder auf den Cockpitscheiben, an der Außenhaut noch an den Triebwerken fanden sie auch nur den kleinsten Kratzer.“ Walther weiter: „Durch das Flugverbot, das ausschließlich auf Computerberechnungen beruht, entsteht ein volkswirtschaftlicher Schaden in Milliardenhöhe. Darum fordern wir für die Zukunft, dass vor einem Flugverbot verlässliche Messungen vorliegen müssen.“

Erfährt man dann, das nicht ein einziger Wetterballon aufgestiegen ist, das „Forschungsflugzeug“ nicht startklar ist und nur ein einziges Lasermeßgerät einsatzbereit, aber lassen wir das. Europa und Deutschland hatten schon mal eine ganz andere Performance. Immer noch keine Kondensstreifen.

Tag der Asche

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Was für ein Samstag im April 2010. Thermometer am Morgen um Null, Asche in großer Höhe und eine Zeitungssensation bei der NW: Headline über Seite 2 und 3. Das schafften nicht mal die Schweinegrippe, Merkels Wahl zur Kanzlerin, Kachelmann (ja, was ist da nun eigentlich los?) und Pits Triumpf als OB der Glitzermetropole.

Schön, wenn die Natur mal ganz locker wieder zeigt, wie schnell Höhenflüge auf der Welt doch am Boden bleiben müssen. Da genügen ihr simple Zutaten:

– ein Vulkan
– günstige Winde
– viel Asche

Begegnungen im Outback

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Wenn man die Reifen eines der Fahrzeuge im westlichen Outback wechseln läßt, bleibt immer ein wenig Zeit zu gucken, was sich so tut. Die Brötchen unseres backenden Arminia-Sponsorgroupmitglieds Bürenkemper werden immer größer. Wo nehmen die bloß die Luft her?

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Ein landwirtschaftlicher Lohnunternehmer findet immer wieder schleppende Schätzchen wie dieses rote Ding hier. Hat schon einige Jährchen auf dem Buckel und FAHRT immer noch.

Viel zu schnell war der Herr über Hebebühne, Auswuchtgewichte und preiswertes Tun fertig. Da blieb dann nur noch der Blick auf einen chicen Damensattel, der seine betagte Herrin trägt und trägt und trägt und trägt.

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Arminia-Artisten. Ratlos

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Da saßen sie nun gestern auf dem Podium beim Arminia-Supporterstreffen den Fans und Mitgliedern gegenüber. Die Auserlesenen, Unwirklichen, ja Gottgleichen aus der Führung des schlingernden Fußballclubs. Die Mienen hingen in den Kniekehlen, die Stimmung suppte um den Nullpunkt herum, die Nachrichten ungut. Statt Aufstieg in die 1. Liga wie St. Pauli, 1. FCK oder wahrscheinlich FC Augsburg dümpeln in Liga 2 und hoffen, daß es gutgeht. Wäre mal ganz spannend, die Rolle eines gewissen Herrn Kentsch zu klären, und welches Mittel er den Schwicks, Leopoldseder, Lämmchen, Dammi in den Morgenkaffee schüttete, damit die den Nebel nicht sahen, der die einsamen unseligen Entscheidungen des Herforder SPDlers und jetzigen Hoffnungsträgers des MSV Duisburg (warum nur, warum?) umgab.