Seit Tagen wird Bielefeld vollplakatiert mit Leipzigreklame, aber nun reagieren die Flaneure
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NW-Fotomontage: Andreas Fahl (und fahl sieht sie auch aus)
Griechenland kapituliert vor den Finanzmärkten: Die Regierung in Athen hat bei ihren Euro-Partnern und beim Internationalen Währungsfonds einen Antrag auf Milliardenkredite gestellt. Auch auf Deutschland kommen nun hohe Kosten zu.
Da haben wir den Salat und die Kaiserin darf ins Steuersäckel greifen, wo die Mäuse durch sämtliche Löcher kichern. Schön, dann tanzen wir eben ab diesem Wochenende zur Musik der GIPSI-Kings (GIPSI = GriechenlandIrlandPortugalSpanienItalien). Wenn unser Stardirigent Kurt Masur (“Held von Leipzig”) nicht auch noch vom Pult gefallen wär, könnten wir ja mit aktuell 1,7 Billionen Miesen den Takt schlagen.
Komisch. Immer am Freitag kommen die Finanzhorrormeldungen.
Jauche läßt wachsen. Noch mehr Jauche noch mehr. Was jetzt nicht auf den tobenden Wahlkampf gemünzt ist. An manchen Orten im Speckgürtel der Glitzermetropole am Teuro haben die Trecker die trockene Erde geplättet.
“Du Mama”, sagt grad Jungschaf Elli zu Mutterschaf Angela, “essen wir auch Vulkanasche vom Eyjafjallajökull?”. Mutter Schaf ist erstaunt, woher das Minischaf den Namen schon so flüssig kann. “Elli. hast Du schon Eruptionen im Darm?”. “Ja Mama, die Köttel poppen nur so raus”. “Na dann ist gut. Das macht nichts. Passiert demnächst bei denen, die Dich schlachten wollen, auch”.
In der Gütersloher hängt noch der Stolz der Malocher, ihr Arbeiterführer. Ganz knapp unter “Pur”. Gut, daß Otti Doetker nichts mit “Pur choc” aufgehängt hat. Aber die Purs singen ja auch “Komm mit ins Abenteuerland”. Ob die damals schon ahnten, was der Typ zusammen mit dem gelben Pinki für eine Politik machen wird? Ziemlich hoch haben sie ihn ja schon gehängt, die schwarzen Bodentruppen. Vorahnung oder Schutz?
Final schließlich noch in der Waschfabrik dicht hinter BI-NE durch den Bürstenslalom. Sie würdigte das mächtige Fahrzeug hinter sich keines Blickes und versuchte, per iPhone ihren Liebsten zu erreichen. Ging nicht. Heaven must waite. Aber beim Fußmatten ausklopfen, kam der Anruf. “Bring Pampelmusen” mit, muß er wohl gesagt haben, ihrem Gesichtsausdruck zufolge.
Während die Rosen in der Diaspora allenthalben lustig treiben, läßt sich die besagte Kamelie Zeit. Auf der Windelsbleicher Straße in Brackwede kocht die Minarett-Diskussion jetzt so richtig hoch. Arm. Bielefeld hat auf Geldsuche bei der armen Stadtverwaltung angeklopft, aber die werden wohl eher den Karstädtlern die Gewerbesteuer erlassen, damit Goldman Sachs so richtig genüßlich fleddern kann. Heute läuft die Frist ab, bis zu der Angebote für die Verkaufsbuden beim Insolvenzverwalter vorgelegt werden konnten. Auf der Bahnhofstraße werden sie heute eher mit zittrigen Händen die Galanteriewaren in die blauen Tüten tun. Nochmal Arm. Bielefeld: sie können erst am Sonntag im Heimspiel gegen Ebenfallsnichtaufsteiger Fortuna Düsseldorf ärgern.
So richtig aber ärgert das hier. Die unheimliche Datenkrake scheint sich wirklich allem und jedem zu widmen, woraus man heimlich Kapital schlagen könnte. Ein gesetzgeberisches Machtwort ist schon lange überfällig:



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