Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Mi
21
Apr '10

Olderdissen, eine “besondere Leistung”

Der Heimat-Tierpark Olderdissen hat einen Sicherheitsdienst beauftragt, der ab sofort nachts während der dienstfreien Stunden des eigenen Personals den Tierpark gegen Beschädigungen und Manipulationen schützen wird.

Der Tierpark ist rund um die Uhr geöffnet, nicht umzäunt und erhebt kein Eintrittsgeld. Dies stellt eine besondere Leistung des Umweltbetriebes der Stadt Bielefeld an seine Bürgerinnen und Bürger dar. Ein Besuch des Heimat-Tierparks Olderdissen ist auch zu Nachtzeiten ein besonderes Erlebnis, das mittlerweile von vielen Menschen gerne wahrgenommen wird. Bislang befand sich während der Nachtzeiten kein Personal in der Anlage. Das ändert sich nun, weil immer wieder Automatenaufbrüche, Zerstörungen an den Einrichtungen oder sogar aufgeschnittene Zaunanlagen von Gehegen verzeichnet wurden.

Die Gehegeumfriedungen sind zwar bei allen Tierarten so konstruiert, dass eine selbstständige Flucht der Tiere unmöglich ist. Gegen eine Manipulation von Dritten, die zum Beispiel mit schweren Geräten anrücken, sind die Zäune jedoch nicht gefeit. In der Vergangenheit ist es vorgekommen, dass Gehege beschädigt wurden und die jeweiligen Tiere den Weg nach draußen fanden. So wurde Ende Oktober an zwei Stellen das Damwildgehege durch Unbekannte aufgeschnitten. Es gelang rechtzeitig den Zaun wieder zu schließen, so dass kein Tier entweichen konnte. Der Wachdienst wird nun nachts für Sicherheit im Tierpark sorgen. Besucher sind auch weiterhin in den Nachtstunden herzlich willkommen. In diesem Zusammenhang bittet der Tierpark darum, die Tiere nicht mit Taschenlampen anzustrahlen und sich unbedingt an das Fütterungsverbot zu halten.

Eigentlich war alles klar in dieser Pressemeldung der aufregenden Glitzermetropole am Teuro. Wenn da nicht dieser charmante Satz gestanden hätte: Dies stellt eine besondere Leistung des Umweltbetriebes der Stadt Bielefeld an seine Bürgerinnen und Bürger dar. Was bitte bietet denn die Stadt Bielefeld seinen genug Steuern abdrückenden Bürgern, Bürgerinnen und Unternehmen sonst noch kostenlos? Und zahlen nicht letztlich alle dafür?

Ohne Scheiß

Kassenzettel von toom Wer im toom-Baumarkt am Brackweder Tüterbach einkauft, braucht ob der übersichtlichen Warenanordnung und des hilfsbereiten und kompetenten Personals schon mal ein wenig länger. Gut also, dass der Branchenriese jetzt freitags bis abends um zehne die Tore öffnet. Der WDR-”Markt” berichtete bereits über die peinliche “ohne Scheiß”-Werbung und führte sie durch einen Guano-Kauf ad absurdum. Wie der Kenner sieht,  hat die Konzernleitung  die neue Durchhalteparole zudem bisher nur halbherzig in die eigenen Computerkassen eingespeist.

Sie machen es für Gutti. Soso.

Doch er ist zurück. Der Primus will es allen zeigen. Nicht nur der jüngste, sondern auch der beste Verteidigungsminister in der Geschichte der Bundesrepublik will er sein. Mindestens aber der Beste seit Helmut Schmidt. Der Boulevard gibt ihm Deckung. “Bild” berichtet von der Front: Die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan feierten Guttenberg “wie einen Rockstar”. Man zitiert einen Leutnant: “‘Wir machen diesen Job für ihn.’”

Aus einer Eloge auf Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auf Spiegel. online.

Was bin ich doch für ein Dussel. Dachte immer, es gehe um Verteidigung der südlichsten Grenze Deutschland am Hindukusch. Nein. Sie machen es für “ihn”, der “wie ein Rockstar gefeiert wurde”. Sterben sie denn dann auch “für ihn”? Vielleicht ist es aber auch nur pure Satire, was die gehobene BILD da über den Verteidigungsminister losgelassen hat. Mein Gott, der Mann macht einen gut bezahlten Job und weiß, wie man immer, zu jeder Zeit trotz Vulkanstaubwolke und fehlender Flieger PR und Fotos für und über sich bekommt, die von willfährigen Handlangerjournalisten veröffentlicht werden. Was La Kanzleuse übrigens immer noch besser kann.

Nicht wichtig ist, wie regiert wird sondern wie man “rüberkommt”. Function follows form, um es mal in Umkehr des Satzes eines berühmten Designers zu sagen. Wenn da nicht in einem Forum dieser stahlharte, zäh wie Leder, schnell wie ein Windhund und flink wie ein Wiesel “in deutscher Tradition” gebaute Satz wäre:

Danke Herr Guttenberg
Dieser Mann ist genau das, was Deutschland braucht. Ausstrahlung, Souveränität, Zuverlässigkeit, preußische Tugenden in einer Gesellschaft, die sich immer mehr als unzuverlässig, egoistisch und unsolidarisch zeigt. Weiter so Herr Guttenberg.

Ach ja. Das brauchen sie eben, die “preußischen” Deutschen. Zumindest ein Teil von ihnen. Allerdings hat es gleich zweimal mit Deutschland und trotz der besagten Tugenden so gar nicht klappen wollen.

Der Himmel so weit

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So. Der Himmel über Deutschland, der Glitzermetropole, Paderborn Airport ist wieder frei und die schönere und bessere Hälfte fragt sich, wie lange es jetzt noch dauert, bis wichtige Luftfracht aus Istanbul hier eintrudelt.

Um 13:11 Uhr Entwarnung: Die Fracht ist da. Darauf einen richtigen westfälischen Weizenkorn. Brrrrrrrrrrrrrrrr.

Geniale Ideen für die Alm

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Am heutigen Dienstag gab die Deutsche Fußball Liga (DFL) die ersten Entscheidungen im Lizenzierungsverfahren für die kommende Saison 2010/2011 bekannt.

Danach muss Arminia Bielefeld bis Anfang Juni Bedingungen erfüllen, die die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Vereins betreffen. Heinz Anders, kaufmännischer Geschäftsführer des DSC Arminia Bielefeld: „Die Erfüllung der uns gestellten Lizenz-Bedingungen bedeutet ein ganz hartes Stück Arbeit. Es wird uns nur dann gelingen, wenn alle Kräfte im Umfeld von Arminia Bielefeld für dieses große Ziel mobilisiert werden können. Mitentscheidend für unsere Zukunft werden die geplante Strukturänderung innerhalb des Vereins sowie unser neues Finanzierungskonzept sein. Wir werden in allen Bereichen Einsparungen vornehmen, außerdem sind wir darauf angewiesen, neue Einnahmen in erheblicher Höhe zu generieren.”

So steht das ganz zierlich auf der Heimseite des gescheiterten Aufsteigers in die 1. Liga, Arm. Bielefeld. Aus gewöhnlich völlig uninformierten Kreisen hört man von 6 Mio. Euro, die da eingespart werden müssen und sollen. Da macht eine glänzende Idee die Runde. Die Alm soll nach den Plänen einer Investorengruppe aus “Der Wirtschaft” unter heimlicher Anführung und Beratung durch den Erbauer der historischen Wegen-Größenwahn-Meist-Halbleer-Tribüne und jetzigen Finanzverweser des MSV Duisburg in einen Art Erlebnispark umgewandelt werden. Am Mittelkreis wird ein Roulettekessel aufgestellt und der kommende Trainer gleichzeitig als Croupier eingesetzt. Die Himmelsbüros des Tribünentorsos werden in Billiggeschäfte a la “KikundKuk” mit Waren aus Drittland-Kinderhänden umgewandelt und Gerry Weber eröffnet in den Waschschkauen der Ballrastellis einen weiteren Werksverkauf nach Brockhagener Muster. Oetker richtet eine Puddingkoch – und Pizzabratküche für Schulspeisungen ein und der Schüco-Herr über die Werkself verlost jeden Tag drei Sonnenpaneele.

So sollte es wohl gehen, die fehlenden 6 Mio. zu stemmen. Arm-Oberfan OBPIt hat sich bereit erklärt, zusammen mit seinen regierenden Beisitzern von GelbGrün jeden Tag eine bezahlte Autogrammstunde am Eingang im Kassenhäuschen an der Melanchthon-Road zu geben. Das soll an die historisch unvergessenen, weil nie stattgefundenen Duelle in der Champignon-Liga gegen Manchester Vereinigt erinnern.

1 Mrd./anno für den Hindukusch

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Das muß man sich mal reinpfeifen, was die NW da heute prominent neben der Meldung von der Detmolder Hupfdohle bei Klums GNTM bringt: 1 Milliarde jährlich kostet die Verteidigung der deutschen Südgrenze am Hindukusch und der Schutz der Mohnanbaufelder für die Heroinproduktion. Eingefädelt von RotGrün mit freudiger Akklamation von SchwarzGelb soll diese Summe sogar noch aufgestockt werden. Milliarden, die hier dringend benötigt würden, werden im Wüstensand verballert.

Wie zu Zeiten der Schweinegrippe

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Der Posten des Bundesverkehrsministers wird traditionell mit gelinde gesagt “unkonventionellen Typen” besetzt. Das ist beim amtierenden Ramsauer aus dem lieblichen Bayern auch nicht anders. Neulich wollte er noch für Millionen Euro in ganz Deutschland Schilder austauschen, bis ihm die pleiten Gemeinden die Rechnung aufmachten und er eine Pirouette rückwärts dreht. In der Aschediskussion verhält er sich auch nicht anders. Folgt man heute Morgen den Pressetickern, überschlagen sich die Ereignisse. Kaum hat die Flugsicherung per Meßflug festgestelt, daß die Asche in der Luft ungefähr die Konzentration eines Sandsturmes aus der Sahara – nicht selten über Europa – erreicht, soll blitzschnell im Tagesverlauf wieder “normal” geflogen werden.

Aber wenn politische Hysterie und unfähige Politiker Hochzeit feiern, zeitigt das eben solche Ergebnisse. Man fragt sich, warum die Luft nicht schon wenige Stunden seit dem Eintreffen der Vulkanaschewolke gemessen werden konnte.