(Da hat Bielefeld aber nochmal Glück gehabt)
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Künftig würden bei deutsch-französischen Regierungskonsultationen “wahrscheinlich drei Challenger statt eines Airbus fliegen”, sagte ein Berliner Minister heute. Bislang säßen auf Reisen zu solchen Treffen alle deutschen Kabinettsmitglieder in einem Flugzeug.
Verehrter Herr/Frau von Steuerzahlers Gnaden (der Name ist nicht bekannt), schon mal was davon gehört, daß die Schienen der Bahn von Berlin Hauptbahnhof bis Paris Gare de Nord reichen und man sogar 1. Klasse mit Sitzplatzbuchung fahren kann? Oder ist Ihr Hinter so etwas Besonderes, daß er des Abhebens in die Luft in min. 3 Fliegern nach Paris und retour bedarf? Wir meinen, das Abheben haben Sie doch jeden Tag. Stündlich, erhabener Herr/Frau.
Da kommt eine ganz harmlose Meldung aus dem Ticker. Regt die Phantasie an und könnte das entstandene Schweinegrippeimpfverweigerungsloch füllen:
Forscher des Exzellenzclusters Entzündungsforschung der Kieler Christian-Albrechts-Universität warnen vor Durchfallerkrankungen. “Wir stellen einen starken Anstieg von Erkrankungen mit dem Norovirus fest”, sagte der Virologe Helmut Fickenscher am Dienstag in Kiel. Die Zahl der aktuell gemeldeten Fälle “liegt über den Durchschnittswerten der letzten fünf Jahre”.
Ja nun. Was gibt es da zu lachen? Schließlich heißt der Mann so und wir haben den Hund für die bevorstehende Dänemark-Reise auch impfen lassen (müssen). Einfach so. Der Tierarzt freute sich.
Sie müssen auch auf der chicen fast leeren Haupttribüne mit Kaviarschnittchen und dem bekannt coolen gelangweilten Blick des “Ich habe ja keine Ahnung, tu aber so als hätte ich sie” Blick bei Arm. Bielefeld gesessen haben, die Nadelstreifler von der Unternehmensverratung McKinsey. Jetzt haben sie eine – wie immer bei Untersuchungen der ehemaligen DDR-Plattmacherbude – knackige Studie vorgelegt, die exakt so ausgefallen ist, wie die Deutsche Fußballliga als Auftraggeber sich das vorgestellt hat. Aber das ist ja normal bei McK.
“Rund 110.000 Arbeitsplätze im Zusammenhang mit Profifußball”
“Wertschöpfung 5,1 Milliarden”
“1,5 Mrd, an Steuern und Abgaben”
Starker Tobak von denen, die für Plattmacherei, hohle Sprüche, Personalabbau nach dem Besuch von Unternehmen bekannt sind. Und hier geht es jetzt im Vorfeld um die Polizeieinsätze, die die Liga weiterhin kostenlos haben will. Da wiehen ja die Pferde.
Werfen wir mal die Gegenrechnung in den Ring, trifft auch für Arminia Bielefeld zu. Jeder, der einen Schwertransport polizeilich begleiten lassen muß, wird zur Kasse gebeten. Die Profibetriebe der Clubs sind betriebswirtschaftlich gesehen steuerpflichtige Unternehmen und keine gemeinnützigen Vereine deren Tätigkeit dem Allgemeinwohl dient.
Was also hindert, den Polizeiapparat angesichts der tollen Renditen bezahlen zu lassen? Die Polizeigewerkschaft spricht übrigens von “um die 300 Millionen pro Jahr”, die die Polizeieinsätze kosten sollen.
Überhaupt McKinsey. Es gibt da eine alte, aber immer noch schöne Schote zur “Kompetenz” der Truppe, zu der unendlich viele Unternehmer wie zu indischen Tempelgurus aufblicken, wenn der Odenwaldschule-gestählte Jungspund im 1. McK-Lehrjahr seine PP-Show abzieht:
...Es fährt ein McKinsey-Berater über das Land und sieht einen Schäfer auf der Weide.
Steigt aus und spricht zu dem guten Mann: “Ich kann Dir eine Analyse erstellen, in der ich Dir genau sage wieviel Schafe Du hast. Wenn ich richtig liege darf ich mir ein Schaf als Provision aussuchen”.
Der Schäfer zögert, stimmt aber schliesslich zu. Der MecKi holt seinen Laptop raus und lässt stundenlang Computerprogramme laufen, schreibt ein Powerpoint- Management-Summary und präsentiert es dem Schäfer. “Du hast genau 193 Schafe”. “Stimmt” sagt der.
Der McKinsey Mann nimmt sich freudig seine Provision und zieht von dannen.
Ruft ihm der Schäfer hinterher: “Eigentlich hast Du mir gesagt was ich ohnehin schon wusste und würdest Du mir bitte meinen Schäferhund wieder zurückbringen”.
Hier gehts allerdings nicht um die Stimmbandakrobatik des als Pubertierender zu kurz gekommenen Führers der gelben Mövenpickfront sondern um ein Betonwerk in Herford, das ein seltsamen Gebahren an den Tag legt. Mitarbeiter wehren sich gegen einen Stundenlohn von 8 statt 12 – 13 Euro/Stunde tariflich und und wollten einen Betriebsrat gründen. Stattdessen hagelte es seitens der Firmenleitung Abmahnungen und Kündigungen.
Man solte die Butze zwangsschließen.
Das war sicher eine unbeabsichtigte Spitze im ansonsten devoten Bericht der NW über den Größenwaihn des Billligstfleischhauers von Rheda-Wiedenbrück und seit Magaths Wirken auf Schalke seltsam stillen Herrn über die Tötungsbänder. Jetzt noch ein Phantasialand an die Autobahnauffhart knallen, Abend Musicals “Das Schwein und ich” oder “Königsblaue Oper” und die Chose ist geritzt. Perverse Vorstellung allerdings: Du sonnst Dich mit einem Tilmanns Toastie frisch geformt und getoastet am Pool und neben Dir sterben sie lautlos, um für 2 Euro fuffzig die Kunststoffschale bei Lidl/Aldi in der Kühltruhe zu kommen.
Oha. Da muß jemand in der Chefredaktion unserer NW als Kind des Boulevard aufgewachsen sein. Wie sonst ist ein Aufmacher mit der ehemaligen Stockholmer Partylöwin im Prinzessinstand zu erklären? Oder ist es doch der heimliche Wunsch nach Kaisers und Königs für dieses unser Land? Kann aber auch sein, daß der/die Verantwortliche immer nach dem Stillen in die BILD eingewickelt und neben die BUNTE gelegt wurde. Dabei hat das leuchtende pseudojournalistische Vorbild BILD heute nur Angela Dorothea zu bieten. Die “mächtigste Frau der Welt” schmiß anläßlich des superdupitollen Atomgipfels (Warum war eigentlich Atommacht Israel nicht dabei?) eine Party (“Wenn die Kanzlerin ruft, kommen sogar die Hollywoodstars! Der Bürgermeister von L.A. gibt heute ein Mittagessen zu Ehren von Merkel”, merkt das Regierungsblatt BILD an. Gabs Rouladen?). Ist ja auch lustiger, in den USA die Show zu machen als hier den Riesen-Müllberg der eigenen Politik zu entsorgen.
Bleibt die Frage, ob wir von der NW eine Sonderausgabe in royalem Hochglanz kriegen, wenn Kronprinsessa Victoria ihren etwas steif in den Hüften wirkenden Fitnesstrainer ehelicht.



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