Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

Themen anzeigen:

April 2010
M D M D F S S
« Mrz   Mai »
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
2627282930  

Autoren gesucht - jetzt mitbloggen über deine Stadt!

Di
13
Apr '10

Die Katze im Käfig

Katze  Röschen im Korb am Fenster
An einem sonnigen, wolkigen, windigen Frühjahrstag wurde Röschen in den Käfig gesperrt. Kurz zuvor lag sie noch ganz entspannt auf der Heizung, ließ ein Bein herunter hängen und schnurrte leise durch ihren riesigen Schnurrbart. Warum muss das sein?

Röschen wurde mit ihren beiden Geschwistern vor knapp einem Jahr in einem Gebüsch irgendwo in dem Ort Hiddenhausen nördlich von Herford geboren und dort von Mitarbeiterinnen der Tierrettung Herford gefunden. Ihre junge, schwangere Mutter hatte offenbar jemand dort ausgesetzt. Um die Kleinen zu retten, kastrieren zu lassen und in liebevolle Hände weiter zu vermitteln, sind damals von ihrer Mutter getrennt und bei meiner Frau in Pflege gegeben worden: ein kleiner Tigerkater mit dunkler Nase, ein schwarzes Kätzchen mit gelben Augen und ein getigertes Kätzchen, das kleinste der drei, dem meine Frau ihres rosigen Näschens wegen den Namen Röschen gab.

Röschen war die Scheueste der drei und hat uns am Anfang ständig angefaucht. Meine Frau gab sich besonders viel Mühe, Röschens Vertrauen zu gewinnen, und hatte es nach einem Monat geschafft: Röschen lief nicht mehr weg, sondern kaum laut schnurrend herbei, wenn meine Frau im Keller auftauchte, wo wir die drei untergebracht hatten. Leider konnten sie nicht frei im Haus herumlaufen, weil Motte, unsere alte Katze, sehr empfindlich ist gegenüber Störungen – und weil wir es gewohnt waren, unserer Motte alle Wünsche von den großen grünen Augen abzulesen.
Das Schicksal der drei Kätzchen nahm zeitweise einen dramatischen Verlauf, weil sich bei allen drei eine hartnäckige Darmentzündung monatelang hielt und die Kleinen deshalb ständig Durchfall hatten. Sie kletterten in unserem Kellerregalen herum, und manchmal tropfte ihnen der Durchfall auf meine Ordner, die dort standen. Doch nach langem Kampf kriegte meine Frau auch dieses Problem in den Griff.

Kätzchen  Röschen (links) und Luigi  zwei  Kätzchen im Wäschekorb  Kätzchen  Röschen im Drucker
Das kleine Röschen (jeweils links) mit ihrem Bruder Luigi

Noch hartnäckiger als der Durchfall war das Nein der Mitmenschen, die wir immer wieder fragten, ob sie eines unserer drei Kätzchen aufnehmen wollten. Das Jahr 2009 ging möglicherweise in die Geschichte ein als das Jahr, in dem in Deutschland die meisten Katzen abgegeben oder ausgesetzt und die wenigsten aufgenommen wurden. Eine Wirtschaftskrise traf auf einen zunehmend konservativen Zeitgeist, auf Wettbewerbsgeist, Mobilität, Härtekult, Sparappelle und permanente Globetrotterei – schlechte Zeiten für Tiere, die so ausgesucht nutzlos, unproduktiv, allürenhaft, liebesbedürftig, sanft, empfindlich, ortsfest, untransportierbar und kostenintensiv sind wie Katzen.

Nach vielen Monaten der Suche fand sich schließlich eine Interessentin für den Kater Luigi. Die schwarze, stets elegante Lillemoor mit ihrem Faible für dekorative rote Unterlagen konnte meine Frau schließlich ihrer Freundin und Kollegin anvertrauen, die sich gerade von ihrem langjährigen Freund getrennt hatte und über Einsamkeit in ihrem Haus klagte. Übrig blieb Röschen. Ja, Röschen ist ein bisschen schwierig; sie ist öfter mal ein bisschen fordernd. Ja, ihr Geschrei kann auch mal nerven. Ja, sie braucht viel Aufmerksamkeit. Seit ihre Schwester Lilly weg ist, ist sie völlig auf uns Menschen fixiert. Ja, sie fremdelt etwas. Ja, sie braucht auch einen Garten, eine Katzenklappe, stets freie Bahn im Haus (die sie bei uns nicht hat), und Liebe, Liebe, Liebe. Ja, sie ist schwer vermittelbar.

Katze  Röschen im Schnee

Katze Röschen im Schnee

Warum muss sie überhaupt weg? Weil sie unsere gute alte Motte verjagt, wo immer sie sie sichtet. Röschen duldet keine andere Prinzessin neben sich (was sich im Käfig vielleicht gerade ändert). Und sie ist inzwischen fast doppelt so schwer wie unsere zarte, wilde Motte.

Die Interessentinnen kamen und gingen. Sie gingen stets ohne Röschen. Sie fanden, dass sie Röschen nicht genug geben könnten. Dass sie vielleicht doch zu oft weg seien. Dass da doch noch Platz für ein zweites Tier sein müsse. Und dass man vielleicht doch nicht genügend Zeit habe, sich um die Tiere zu kümmern.

Deshalb brachte meine Frau unser Röschen, das eigentlich der Tierrettung Herford gehört, in eine Tierpension. Dort wird sie in einen Käfig gesperrt, zusammen mit zwei Katern. Wir hoffen, dass sie dort nicht allzu sehr leidet. Wir vermissen sie. Keine Katze ist so gesprächig wie sie; keine kann so gekonnt mit ihren Menschen schimpfen wie sie. Keine erbeutet so stolz die Maus an der Angel wie sie. Keine knurrt so kampfkatzenmäßig wie sie, wenn fremde Männer vor der Tür stehen. Keine schnurrt so laut wie sie. Keine hat so ein süßes Wabbelbäuchlein und so einen stattlichen Schnurrbart wie sie. Das ist Röschen. Röschen sitzt jetzt im Käfig. Jeden Tag. Bis du Ja zu Röschen sagst und sie rettest.

Bitte wende dich ggf. an die Tierrettung Herford. Kontaktformular

Angesichts der Gorleben-Lüge…

… können wir hier ja richtig froh sein, keine ausgeräumten Salzstöcke zu haben. Wer weiß, was uns die in den 90ern als Hilfsumweltminsterin von Kohls Gnaden Agierende auch eingebrockt hätte. Beruhigend zu wissen, daß heute eine Dipl.-Physikerin das Land regiert, die genau weiß, wieviele tausend Jahre das Zeugs noch strahlt. Man könnte der Dame ja einen ebenso strahlenden Empfang bereiten, wenn sie uns in Kürze hier heimsucht.

Grüner wird es noch

sn850371.JPG

…und das war jetzt keineswegs auf die kommenden Wahlen gemünzt. Gegen das von der FDP vorgelegte Steuer”konzept” wird ohnehin kein Kraut gewachsen sein. Es sei denn, man nimmt das arg abgemagerte Elaborat als das, was es ist: Ein verspäteter Aprilscherz der Klientelvertretung.

Die Schinkenkleber im Speckgürtel

p1050058.JPG

Bei Nuss- oder Lachsschinken muss das Fleisch vom Schwein aus einem ganzen Stück Rückenmuskel (Schweinelachs oder Nuss) hergestellt sein. Nur dann darf das Produkt die Bezeichnung Schinken tragen. Für “Markt” hat Professor Goetz Hildebrandt vom Institut für Lebensmittelhygiene der FU Berlin 13 verpackte Roh-Schinken aus dem Supermarkt unter die Lupe genommen. Sein Ergebnis: Sechs getestete Schinken waren nicht aus einem Stück hergestellt, sondern aus zwei bis drei Teilen. Darunter waren auch die Produkte namhafter Hersteller wie “Gutfried”, “Wiltmann” oder “Berschneider”. Beim Hersteller “Reinert”, der Lidl beliefert, besteht Verdacht auf Schinken-Schummel.

Diese Meldung lief über die Ticker und enthielt Namen hier aus unserer Gegend. Schnell mal an den Kühlschrank und den aktuellen Schinkenschnitt betrachtet. Sieht nichts geklebt aus. Ist aber auch nicht von den Genannten. Die ja auch irgendwie doof sind. Warum mühsam “Schinken kleben” anstatt einfach ein gutes Foto in die Packung zu legen und fertig. Materialaufwand 0,01%. Rendite 99,9%.

Ach ja, kennen Sie die “Gläserne Produktion” und die kolossal großen Sprüche über “Qualität” etc. pp. aus Versmold? Von geklebten Schinken steht da nichts.

Geschäftstüchtig

http://www.bielefelderberg.de/06-beratung/beratung-frames.html

Einfach mal in einer Suchmaschine “Bielefeld” eingeben und ein bißchen scrollen. Jaja, die “Verschwörung” kommt und noch ein paar andere Sachen und dann haben ein paar Cleverles “bielefelderberg” gekoppelt….