Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

Themen anzeigen:

April 2010
M D M D F S S
« Mrz   Mai »
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
2627282930  

Autoren gesucht - jetzt mitbloggen über deine Stadt!

Sa
10
Apr '10

Angrillung

_dsc2109.JPG

Da habt Ihr den Salat, der nachher zu den Würstchen aus dem Outback gereicht wird, wenn der Grill erstmalig in diesem Jahr angeworfen wird. (Hör ich schon die Wintergriller von der Schwedenschanze kreischen?). Ist ja scheißegal, ob der Grilleur auf der Rückseite bei gefühlten 4 Grad einseitig erfriert. Vorne wärmt ja der Grill. Und ich sag es gleich: Es geht weiter mit Gas. Noch schöner: Kein Arminen-Heimspiel stört. Bei denen ist ja Benno Möhlmann für die nächste Zweitligasaison heftigst im Gespräch. Van Gaal und Magath hatten dem Schüco-Werksclub ja schon ungefragt einen schönen Weidenkorb geschickt. Daß der nette Herr Möhlmann sich das noch antun möchte….

Übrigens: Die anderen Fußballwestfalen aus Gelsenkirchen verdaddeln grad bei Hannover 96 wertvolle Meisterpunkte.

Kurz vor Ausbruch des Frühlings …

kessel.JPG

Und wofür?

p1050055.JPG

Kein Hindukusch-Struck, Schröder, Fischer, Merkel, Jung, Guttenberg wird diese Frage ohne Lüge beantworten können.

GAZgerd wird sagen: Er sollte Brunnen bohren
Fischer wird sagen: Ja, hämmmm, Mohnblumen brauchen Schutz
Struck wird sagen: Unsere Grenze ist der Hindukusch
Jung wird sagen: Koch hat mich geschickt
Guttenberg wird sagen: Krieg ist Krieg. Da gibt es eben Tote.
Merkel wird sagen: Ich dachte in der DDR immer, Afghanistan ist der 51. US-Bundesstaat. Da sind wir als Kriegsverlierer schon
schuld daran, wenn wir den Amerikanern gehorsam vorauseilend gegen Millionen Teroristen nicht helfen würden. Wer soll sonst die bei uns lagernden Atomwaffen bewachen? Wir sind dafür nun wahrlich zu dumm, außer ich.

Wir sagen: Ihr alle habt Euch schuldig gemacht und macht es jeden Tag mehr. Weit über 65% der Deutschen will diesen Krieg nicht. Geht selbst hin und kämpft.

Aber passt Mutti in einen Schützenpanzer?

Was haben wir verbrochen?

p1050054.JPG

Ok, Ihr Barmherzigen von Gadderbaum. Laßt sie rein und dann schließt ab.

Der Biograph von Mutti

Wie sich Einseitigkeit, politische Verblendung und der Verlust der Sicht auf die Realität äußern können, zeigt eindrucksvoll das liebe Westfalen-Blatt mit einer Hommage des Merkel-Biographen im Gespräch mit der Zeitung. Voilá, unter den vielen Menschen, die wir kennen und die durchaus sehr unterschiedliche politische Positionen haben, ist nicht ein einziger, der Madame Merkel das abgewinnen kann, was wir lesen müssen:

Der Bonner Politikwissenschaftler und Merkel-Biograf Gerd Langguth erklärt im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT, warum die Bundeskanzlerin und CDU-Chefin beim Volk so beliebt ist, sie von der Partei zwar respektiert, aber noch immer nicht geliebt wird.

An diesem Samstag ist Bundeskanzlerin Angela Merkel zehn Jahre
Parteivorsitzende der CDU. Was wünschen Sie ihr?
Gerd Langguth: Dass Sie weiterhin mit viel Kraft agiert und mehr
Augenmerk auf den inneren Zustand der Partei legt.

Wie bewerten Sie die Arbeit der CDU-Chefin?
Langguth: Sie ist deshalb Parteivorsitzende geworden, weil sie
infolge des Spendenskandals als die Einzige schien, die die CDU
glaubhaft retten konnte. Das hat sie auch mit Bravour gemeistert. Sie
hat auch eine Modernisierung der Partei herbeigeführt und die CDU
interessant für neue Wählerschichten gemacht, zum Beispiel für
Frauen. Aber ihr ist es noch nicht gelungen, so etwas wie eine »Seele
der CDU« zu sein.

Was ist von »Kohls Mädchen« heute übriggeblieben?
Langguth: Nicht sehr viel. Sie ist ja in vielen Dingen ganz anders
als Kohl. Kohl war der Geschichtsdeuter, sie ist die unideologische
Problemlöserin. Sie hat zwar von Kohl das Aussitzen gelernt, aber sie
geht an die Dinge mit dem Willen heran, die Details der politischen
Themen erfassen zu wollen.

Hat Angela Merkel die Partei im Griff?
Langguth: Ja. Sie wird aber mehr respektiert als geliebt. Im Übrigen
ist unter Angela Merkel das Parteileben ähnlich eingeschläfert wie
bei dem späten Helmut Kohl.

Die Rivalen sind verstummt, aussortiert oder weggelobt. Stoiber,
Oettinger, Beckstein, Huber, Merz – fehlt eigentlich nur noch Horst
Seehofer. Wer kann Merkel die Stirn bieten oder sind mittlerweile
alle handzahm?
Langguth: Man müsste die Liste noch um Kohl und Schäuble ergänzen,
die sie im Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 22.
Dezember 1999 so gegeneinander aufgebracht hat, dass der eine den
Ehrenvorsitz verloren hat und der andere den Parteivorsitz. In der
Tat ist die Zahl ihrer Skalps enorm. Und es ist im Moment niemand da,
der ihr die Stirn bieten kann.

Viele werfen Angela Merkel vor, einen Kurs der
Sozialdemokratisierung der CDU zu fahren. Ist die Kritik berechtigt?
Langguth: Sie ist nur zum Teil berechtigt. Sie tut sich schwer, die
konservativen Wähler zu integrieren. Aber ohne einen Kurs der
Modernisierung wäre die CDU eben auch in Koalitionen nicht
mehrheitsfähig.

Die Kanzlerin ist beim Volk beliebt. Warum profitiert die Partei
nicht mehr vom Kanzlerbonus und auch nicht von der Schwäche der SPD?
Langguth: Das ist eine gute Frage. Bei Helmut Kohl war es genau
anders. Da war das Image der Partei viel besser als das des Kanzlers.
Dass die CDU nicht so davon profitiert, hängt damit zusammen, dass
die Menschen unideologischer geworden sind. Die Parteien haben nicht
mehr die starke Verankerung in der Bevölkerung, wie das früher der
Fall war. Das führt dazu, dass die Zahl der Mitglieder stark
zurückgegangen ist. Darunter leidet die Partei. Merkel ist beliebt,
weil die Menschen ihren Fleiß und ihre zurückhaltende Art schätzen.

Viele vermissen von Merkel eine Vision von der Gesellschaft, in
der wir leben. Kann sie die Rolle der Visionärin überhaupt ausfüllen?
Langguth: Nein. Sie ist ja Physikerin. Im Übrigen gibt es ja
inzwischen die Erkenntnis, dass der Staat sich übernimmt, wenn er
eine politisch-moralische Wende verspricht, wie das Kohl getan hat.
Das wird ein Staat oder eine Regierung selber nie einlösen können.
Das kann nur aus der Gesellschaft selbst kommen. Die
Regierungsvertreter müssen aber mit gutem Beispiel vorangehen.

Gegen die Konservativen hat Frau Merkel eine neue Familienpolitik
durchgesetzt, die Einführung eines Post-Mindestlohns trägt ihre
Handschrift und dann kritisierte Merkel sogar den Papst. Wieviel CDU
steckt eigentlich noch in der CDU?
Langguth: Die Frage ist berechtigt, genauso wie die Frage: Wieviel
SPD steckt noch in der SPD? Alle Parteien tun sich mit ihrer
Identität schwer. Ich denke, dass sich die CDU im Vergleich zur SPD
noch am deutlichsten für eine marktwirtschaftliche Orientierung
ausspricht. Die CDU steht auch dafür, dass der Staat nicht alles
regeln muss. Die Verteidigungspolitik und die innere Sicherheit sind
der CDU wichtig. Auf anderen Feldern hat Merkel erkannt, dass die CDU
nur dann mehrheitsfähig ist, wenn sie eine Sozialpolitik macht, die
auch bei Arbeitnehmern Unterstützung findet.

Wie lange wird sie Kanzlerin, wie lange Parteivorsitzende
bleiben?
Langguth: Sie wird so lange Parteivorsitzende sein, so lange sie
Kanzlerin ist. Sollte sie als Kanzlerin scheitern, würde sie sehr
schnell den Parteivorsitz abgeben. Sie weiß ganz genau, dass in
Deutschland die Quelle der Macht der Parteivorsitz ist. Ich sage
voraus, dass sie als Kanzlerin nahe an die Amtszeit eines Helmut Kohl
von 16 Jahren herankommen kann. Denn es ist in einem
Fünf-Fraktionen-System sehr schwer, gegen die stärkste Partei, die
zumal noch die Regierungschefin stellt, eine Mehrheit zu bilden.

Wie geht die NRW-Wahl am 9. Mai aus?
Langguth: Ich denke, dass sich die CDU nach der Sponsoringkrise etwas
stabilisiert hat, aber es dürfte ausgeschlossen sein, das alte
Ergebnis von 44,8 Prozent herbeizuführen. Rüttgers hat die Nase vorn,
in der einen oder anderen Koalition Ministerpräsident zu bleiben –
aber die Wähler in NRW sind unkalkulierbarer als in anderen
Bundesländern.

Was haben Sie als Merkel-Biograf eigentlich für ein Bild von Frau
Merkel als Mensch?
Langguth: Sie ist nicht nur ein Workaholic, sondern auch ein
»Politikaholic«, wie ich jene nenne, die sich ganz für die Politik
aufzehren. Merkel ist sieben Tage in der Woche und 24 Stunden am Tag
mit vollem Fleiß für die Politik tätig. Und sie ist jemand, die
sich durch Spitzenleistungen verwirklichen will. Das ist ihr
Lebensziel. Sie war schon so als Schülerin. Als Pfarrerstochter
musste sie besser sein als alle anderen. Nur dann konnte sie zur
Oberschule und auf die Universität gehen. Und dieses Besserseinwollen
als alle anderen, das versucht sie bis heute umzusetzen.

Herr Langguth, vollenden Sie!

Angela Merkels größte Stärke ist, …
… dass sie mit einem ziemlichen Charme insistierend gelegentlich
auch Leute überzeugen kann, die etwas anderes von ihr wollen.

Wenn Merkel den Namen Friedrich Merz hört, …
… dann denkt sie an eine schwierige Auseinandersetzung und
hoffentlich auch daran, dass sie einen der besten Politiker der Union
vergrault hat.

Merkels Schwäche ist, …
… dass sie zu wenig Führungspersönlichkeiten um sich schart, die
auch andere Positionen als sie vertreten.

Horst Seehofer würde Merkel am liebsten …
… auf eine längere Isarfahrt verbannen.

Merkel denkt über den konservativen Flügel ihrer Partei, …
… dass es ihn gibt, er aber nicht den Vorstellungen ihrer Politik
entspricht, dass vielleicht aber die Einsicht kommt, ihn stärker
pflegen zu müssen.

Merkels bitterste Niederlage war, …
… als sie 2002 nicht die Kanzlerkandidatur übertragen bekam.
Später stellte sich das als ihr großes Glück heraus, denn ob sie 2002
gegen Schröder gewonnen hätte, ist zweifelhaft.

Von Guido Westerwelle wünscht sie sich, …
… dass er sich manches Mal bestimmte Aktivitäten im Zusammenhang
mit seinen persönlichen Lebensumständen besser überlegt.

Ihr größter Sieg war, …
… dass sie Kanzlerkandidatin wurde und sie trotz eines schlechten
Wahlergebnisses Gerhard Schröder aus dem Rennen geschlagen hat.

Ihren Spitznamen »Mutti« findet sie, …
… sicherlich ganz putzig, wohl als ein Kunstprodukt von Journalisten

Respektiert, ja. Das ist dem Amt geschuldet. Aber “beliebt”? Erich Honecker oder Helmut Kohl hatten sicher auch gewaltige “Sympathiewerte”. Aber das hat mit der Lobhudelei und Hochschreiberei durch gewisse Völkische Beobachter und gesteuerter Demoskopie zu tun. Und da hat Mutti ganz sicher noch was voraus. Da ist sie geschult. Wer nichts tut und nichts beweget, der macht ja bekanntlich auch wenig falsch. Blöd nur, wenn man das Wenige dann doch noch so in den Sand haut.

Jetzt hat auch Bethel seinen Mißhandlungsskandal

In der letzten Woche berichtete kurioser Weise ein Blog, dass sich sonst eher mit eCommerce befaßt über Mißhandlungen im Bethler Krankenhaus Gilead. Der Fall ist genauso brisant wie ungewöhnlich. Diesmal prügelten keine katholischen Bischöfe sondern evangelische Diakonissen. Das Opfer: ein damals dreijähriges Kind.
Allerdings scheint sich für den Fall niemand zu interessieren. Die Presse greift den Blogartikel nicht auf und es wurde auch von seiten des Krankenhauses oder von der Teilanstalt Bethl nicht bekannt, dass man das Opfer der verjährten Misshandlung entschädigt. Vermutlich agieren die Leute dort, wie man es vom Papst gewöhnt ist: todschweigen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Sicher wissen die Leute, wenn man erst einmal anfäng zu suchen, dann würde sicher eine ganzer “Rattenschwanz” an Fällen bekannt. Auch bei dem beschriebenen Fall, reden wir vielleicht nur von der Spitze des Eisberges. Heute wären diese Dinge schwerer zu verbergen. Schließlich haben schon die kleinen Kinder Handys, mit denen sie heimlich alles mitfilmen könnten.