Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Do
18
Mrz '10

Bloß nicht nachdenken!

Ausschnitte aus einem NW-Artikel:

Klub-Präsident Hans-Hermann Schwick hat sich unterdessen dagegen gewehrt, für die zu optimistische Finanzplanung der laufenden Saison mitverantwortlich gemacht zu werden.

“Ich sage es ganz klar: Es ist nicht die Aufgabe, die Inhalte der Lizenzierungsunterlagen zu prüfen, sondern sie […] zu lesen. Es gab keinen Anlass, an dieser Bewertung zu zweifeln”, sagte der 62-Jährige, der trotz zunehmender Kritik nicht an Aufgabe denkt.

Und gute Nacht… als Präsident möchte ich auch mal nur „lesen“ und nichts entscheiden müssen!

Von der Leyen plant “zurück ins Leineweberzeitalter”

Trotz der stark zunehmenden Zahl von Kurzzeit-Jobs will die Bundesregierung die Liberalisierung des Arbeitsmarktes weiter vorantreiben. Laut einem Bericht der Zeitungen der “WAZ”-Gruppe feilt Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) an einem Gesetz, um die Befristung von Arbeitsverträgen zu erleichtern. Mehr Beschäftigte müssten dann damit rechnen, keinen unbefristeten Vertrag mehr zu erhalten, sondern Jobs mit Zeitbegrenzung auf beispielsweise zwei Jahre.

Ursula von der Leyen, die als Familienministerin so etwas idiotischbeklopptgrandioses wie ein “Stopschild” gegen Kinderpo im Internet erfand, anstatt simpel löschen zu lassen, ist immer für einen politischen Joke aus der rechten kackbraunen Ecke ihrer Familientradition gut. Und an was erinnert das in OWL? Richtig. Die Leineweber. Die nicht richtig leben konnten und ein ganz klein wenig zum sterben zuviel hatten. Aber neoliberale Geister ohne Charakter wie VdL, Merkel oder Westerwelle interessiert das nicht. Deren “Beruf” ist ja die gut bezahltze Beschäftigung mit dem, was sie hochtrabend “Politik” nennen.

Hier mal ein Auszug aus dem, was die “Leineweberzeit” ausmachte:

Vor allem die armen Heuerleute, die als landwirtschaftliche Kleinstpächter auf den Nebengebäuden der alten Höfe lebten, waren auf das Leinengewerbe angewiesen. Seit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges hatten sie sich im Kirchspiel überhaupt nur ansiedeln können, weil neben Landwirtschaft und Landhandwerk auch Garnspinnerei und Leinenproduktion einige Arbeit boten. Auf den Höfen arbeitete man mehr nebenher an Spinnrad und Webstuhl, um zusätzlich etwas zu verdienen. Den kleinen Köttern und Heuerlingen aber bot die Tätigkeit im Umfeld der Leinenerzeugung überhaupt erst die Chance, eine Familie und einen eigenständigen Haushalt zu gründen. Hier packte die ganze Familie vom 5jährigen Kind bis zum Greis mit an, um das schiere Überleben zu sichern. Wenn dann endlich ein Stück Leinen fertig gewebt war, musste es der staatlichen Leinenschauanstalt vorgelegt und dort bewertet werden.

Jetzt noch die Leinenproduktion ankurbeln, Kinderarbeit auch bei uns einführen und die Dreschflegel der schamlos Ausgebeuteten bekommen demnächst wieder gewaltig Arbeit.

Frühgermanische Dekadenz

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In Abwandlung des Satzes des grandiosen, großen Guido nimmt die Teutotragödie um den Schüco-Werksclub Arm. Bielefeld hier im Raum der Schlacht gegen die spätdekadenten Römer immer tragischere Züge an, sind die “Drohungen, Beleidigungen und Anfeindungen” gegen den ebenso wortlosen wie blassen und unscheinbaren ehemaligen Vizepräsidenten Frank Kottkamp (”Er kam, sah und schwieg”) irgendwie kaum zu glauben. Belege, Beweise? Nichts. Stattdessen sybillinische Sprüche des Pattex-Präsidenten H-HS: “Ich erinnere mich an den Selbstmord von Robert Enke….”. Tun wir das nicht alle und in einem völlig anderen Zusammenhang? Weinen wir nicht alle Tränen des Nachts um den Lokführer, der da unschuldig mit reingerissen wurde? Und nun Frank Kottkamp. Gewaltige Worte des präsidialen Mannes im dunkelblauen Dauerpullunder, der seine Heimat im Stadion gefunden hat. Neben dem Schwalben im First der Roland-Kentsch-Gedächtnistribüne, die zur Zeit ein garstig Lied flöten. Darin geht es um einen frechen Zweitligaaufsteiger aus einer nahen Bischofsstadt, der sich anschickt, das wackelnde spätdekadente Arminen-Imperium am Samstag zu überrollen. Weil die Vereinsführung des SCP trotz zeitweiliger Maleschen beim Stadionneubau dat Dingens wohl besser im Griff hat.

Am gestrigen Abend stellten sich dann GF Finanzen/GF Sport und der drollige Aufsichtsrat Leopoldseder ganzen 350 Fans. Nein, nein, keine Schlägerei. Nur die berechtigte Frage, warum die mit dem Nachlizenzierungsverfahren gegenüber der DFL beauftragten GF Anders und AR-Chef Leopoldseder die Zahlen ebenfalls “schönten”.

Aber das wird noch geklärt werden. Offen bleibt die Frage, ob Frank Kottkamp mit kugelsicherer Weste, hinter schußsicherem Glas in der Kaviarschnittchenloge und fünf Bodyguards zum Endspiel um die Ostwestfalenmeisterschaft aufkreuzt.