Archiv für den Monat: März 2010

Schwarzgelbbraun ist die Rütti-Nuß

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Dem Minipräses von NRW, Jürgen Rüttschers, muß angesichts der Umfragen vor der kommenden Wahl der Arsch dermaßen auf Grundeis gehen, daß er die letzten Ultrakonservativen aus ihren Löchern lockt. Jetzt gehts ums „Deutsche Liedgut“. Statt Hiphop sollen seine Landsleute wieder „Deutsches Liedgut“ schmettern. Mann, Mann. Und die Lehrerschaft soll mitziehen. Jürgen, laß stecken. Übertragen auf das Konzert von Eros Ramazotti in Halle, das sich über 6000 Leute anhörten, klänge dann sein „Adesso tu“ in der hochmittelalterlichen Rüttgers-Übersetzung textlich so:

Geboren an den Rändern der Peripherie
wo die Straßenbahn nicht mehr weiter fährt
wo das Lied volkstümlich ist
und es einfacher ist zu träumen
als der Realität ins Gesicht zu schauen.

statt:

nato ai bordi di periferia
dove i tram non vanno avanti più
dove l’aria è popolare
e più facile sognare
che guardare in faccia la realtá

Seltsam. Wenn Ultrakonservativen die ohnehin äußerst spärlichen Ideen vollends ausgehen, ziehen sie die völkische Karte. Dann ist plötzlich Deutsch angesagt und „heimisch“. Rütti, geh heim. Deine Zeit ist schlicht und einfach um. Darauf ein:

„Wenn wir erschwindeln klimmende Höhen
Zwergvagabunden sind wir, ja wir“.

(Was damals eine akademische Aufsichtsratperson aus dem Kunstbereich in den galoppierenden Wahnsinn trieb)

NW: Naive Birnensicht

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Helmut Kohl wird 80 und die NW widmet ihm eine Eloge in erschreckender Einfachheit. Die Folgen dieser 16 Jahre Strickjacken -, Bimbes – und Saumagenpolitik baden wir heute aus. Einschließlich dem Erbe des „Mädchens“, der Quantenphysikerin Dr. Angela Dorothea „IM Erika“ Merkel, die auf wundersame Weise Birne beerbte. Geistig wie durchtrieben moralisch mit Rouladen – Attitüde.

Stellvertretend für die Sicht jüngerer Menschen auf den Meister des Aussitzens und geistigen Stillstandes sei hier jemand aus einem Spiegel.online – Forum zitiert:

Ich empfand die Regierung Kohl während meiner Jugend als eine Art Konterrevolution, als eine Art Schritt zurück hinter jene gesellschaftlichen Freiheiten und Errungenschaften, die die sg. 68´er ihren Vätern abgetrotzt hatten. (bei aller notwendigen Kritik an den Exzessen). Nicht nur ich empfand die damals so genannte „Wende“, die neo- konservative Politik der CDU in den 80´er Jahren, als Fehlentwicklung, als Irrweg. Sie führte geradewegs in den politischen Stillstand und hätte beinahe in eine Erstarrung der Gesellschaft geführt. Es ist den Grünen zu verdanken, dass es soweit nicht kam.

Jetzt gegen die widerliche Helena

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Die widerliche politische Mischpoke, die sich parasitär und wie ein Schimmelpilz über alles ausbreitet, was es vom Bürger an Daten zu erfassen gibt, wird wieder mal vor das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gezerrt. Das ist völlig in Ordnung. Wird die Schwachmaten aber nicht hindern, das zu erwartende Urteil gegen Helena via Brüssel doch zu unterlaufen. Schon 1969 sagten die Verfassungsschützer: „Mit der Menschenwürde wäre es nicht zu vereinbaren, wenn der Staat für sich das Recht in Anspruch nehmen könnte, den Menschen zwangsweise in seiner ganzen Persönlichkeit zu registrieren und zu katalogisieren und damit wie eine Sache zu behandeln, die einer Bestandsaufnahme in jeder Beziehung zu gänglich ist“. Klare Worte, interessieren geistig und moralisch abgefahrenen Typen mit den dicken Pattexhintern auf den blauen Sesseln des Reichstages aber wenig. Man kann unseren Bielefelder FoeBuD nur nach allen Kräften unterstützen.

Euli macht jetzt den Dammi

Detlev Dammeier wurde am heutigen Dienstag als Geschäftsführer der DSC Arminia Bielefeld Management GmbH mit sofortiger Wirkung freigestellt. Die Freistellung erfolgte durch den Vorstand des DSC Arminia Bielefeld e.V. mit Genehmigung des Aufsichtsrates der DSC Arminia Bielefeld GmbH & Co. KGaA. Dammeier soll zukünftig einen neuen Tätigkeitsbereich bei Arminia erhalten. Quelle: Homepage Arm. Bielefeld.

Neuer Interimschefcoach mit Trainerlizenz (hat Dammi nicht) ist jetzt Frank Eulberg. Ihm berichtet Co-Trainer Jörg Böhme. Laßt uns die Spiele um die silberne Ananas feiern.

Da fehlen doch welche

Übersicht: Berufe, die die Deutschen auf keinen Fall ausüben wollen

1. Versicherungsvertreter (45 Prozent)
2. Politiker (30 Prozent)
3. Fernfahrer (29 Prozent)
4. Straßenkehrer (23 Prozent)
5. Landwirt (22 Prozent)
6. Grundschullehrer (22 Prozent)
7. Reinigungskraft (21 Prozent)
8. Bankkaufmann (15 Prozent)
9. Arzt (13 Prozent)
10. Journalist (12 Prozent)

Aus einer Pressemeldung von „Faktenkontor Hamburg“, die eine repräsentative Umfrage zu dem Thema versanstaltet hatten. Außer Konkurrenz liefen dann wohl „Manager“ vom Schlage eines Thomas M. oder Winkeladvokaten oder hochbezahlte Fußballer oder nach dem Maul redende „Experten“ oder Pharmavertreter oder Apotheker ….

Guido in BI verschollen?

Die Frage ob des beharrlichen medialen Schweigens des Lautsprechers der Nation tat sich auch hier auf: „Wo ist Guido?“. Die Antwort ist einfach, hängt sie doch mit Deutschlands unwirklichster, nicht vorhandenster Stadt zusammen:

„Hinter den Bergen.
Bei den sieben Zwergen.
Geht Pit grad zur Hand.
Ist in Bielefeld abgebrannt“

Damals, als TV-Reporter Bruno Moravetz bei den Olympischen Winterspielen 1980 in Lake Placid beim 15-km-Skilanglauf stundenlang einen gewissen „Jochen Behle“ suchte und verzweifelt immer wieder ins Mikro rief: „Wo ist Behle?“, begann die Legende. Dank Reihenuntersuchungen, Schleudertrauma-Serientests und Implosionsexperimenten an der rührigen aber unsichtbaren Uni Bielefeld haben wir heute klare Gewißheit. Behle bog damals einfach Richtung Bielefeld ab, weil ihm eine Fata Morgana am amerikanischen Himmel den Weg gen Sparrenburg wies: „Bei den drei Sparren, vorbei an den schwäbischen Maultaschen, da wirst Du Dein Glück erhaschen“. Man hätte einfach nur der Spur im frisch gefallenen Schnee folgen müssen, führte sie doch stracks zum Innenhof der Sparrenburg.

So war das auch mit Guido. Nachdem er eine Nation verbal bespuckt und Millionen Mitbürger beleidigt hatte, schickte OBPit ihm eine Depesche: „Kommen Sie her. Hier in der Ampel findet sie keiner“. Wer jetzt zwischen Jöllenbeck, Gadderbaum, Senne, Heepen und Brackwede intensiv sucht, wird Guido in einem geistigen Keller unterm Kesselbrink finden.

Nun müssen wir noch das Geheimnis um Jörg Kachelmann klären. Also verdächtig ist er ja schon mal. Sagt BLÖD, BUNTE pflichtet bei. Wer sein Privatleben nicht offenlegt ist immer verdächtig. Wer eventuell gar nicht angeklagt wird, ist noch verdächtiger. Das allein wär doch schon Grund, wegzusperren.

Oder Guido? Man wird ja in Deutschland wohl noch verdächtigen dürfen.

Westfalen-Blatt. Schweinegrippenaiv.

Laut Weltgesundheitsorganisation ist die Neue Grippe (»Schweinegrippe«) in mehr als 200 Ländern oder Regionen ausgebrochen. Die Zahl der Todesfälle weltweit wird auf 17 000 geschätzt. Es sollte also unstrittig sein, dass die Warnung vor einer solchen Gefahr angebracht war. Und wer die Menschheit vor einer hoch ansteckenden Krankheit schützen will, muss auch für rechtzeitige massenhafte Herstellung von Impfstoff sorgen. Wer heute sagt, er habe damals gewusst, dass das Virus sich als weit weniger gefährlich als angenommen herausstellen würde, handelt unseriös. Dieses Fehleinschätzungsrisiko besteht bei einem sich verändernden Krankheitserreger wie dem Influenzavirus nun einmal. Richtig ist, dass die Verträge mit den Herstellern offenbar in der Regel eher unternehmensfreundlich ausgefallen sind, was Lieferfristen und Abnahmemengen angeht. Doch hier sei an die Lage im Frühsommer 2009 erinnert, als jeder Staat versuchte, für seine Bürger das Beste herauszuholen – und die Pharmaindustrie am längeren Hebel saß. So ist das mit Angebot und Nachfrage in einer Marktwirtschaft. Die Alternative sind staatliche Zwangsmaßnahmen.

Ziemlich naiv, liebes Westfalen-Blatt. Da hat sich ein Industriezweig mit teilweise mafiösen Methoden mal ganz flott die passenden Politiker und einen Teil der stets willfährigen Medien mit erfundenen Horrormeldungen unter den Nagel gerissen. Was man aber nicht bedacht hat: der so zu manipulierenden Patient hat der Pharmaindustrie den Vogel gezeigt. Und was ist passiert? Nur das, was auch sonst durch Influenzaschübe passiert. Alles andere war Panikmache, um den Profit anzuschieben.

Die langen Finger von unserem Thommy

Da muß doch der immer so leicht grimmig dreinschauende Chef der Lampenabteilung von Karstadt an der Bahnhofstraße Schaum vor den Mund bekommen, wenn er sowas liest:

Der frühere Arcandor-Vorstandschef Thomas Middelhoff hat laut einem Zeitungsbericht nach seinem Ausscheiden bei dem Handelskonzern Karstadt-Quelle mehr als zehn Millionen Euro Beraterhonorar vom Bankhaus Sal.Oppenheim bekommen. Middelhoff habe von der Bank einen mit jährlich vier Millionen Euro pro Jahr dotierten Beratervertrag, der auf drei Jahre und ein Jahr Option abgeschlossen worden war, erhalten, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Der Vertrag sei dann allerdings nach wenigen Monaten vorzeitig wieder aufgelöst worden. Kurz vor der Insolvenz Millionen für Middelhoff Bei Vertragsauflösung von Middelhoff seien dann mehr als zehn Millionen Euro an den ehemaligen Chef des Medienkonzerns Bertelsmann und des Handelskonzerns Arcandor ausgezahlt worden. Arcandor hatte wenige Monate nach Middelhoffs Ausscheiden Insolvenz angemeldet. Das führte auch zu Problemen bei Sal.Oppenheim, da die Privatbank Großaktionär bei Arcandor war und der Arcandor-Mitinhaberin und Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz hohe Kredite gewährt hatte. Sal.Oppenheim wurde schließlich an die Deutsche Bank verkauft.

Wenn der geölte Bub eines kann, dann ist das labern, tricksen und abkassieren. Elisabeth Mohn könnte sicher nicht ihren Ansichten und den hohen „moralischen Zielen“ der Bertelsmann-Stiftung nachgehen, hätte man den nach eigener Ansicht Supermann nicht reichlichst abgefunden und aus dem Haus gewiesen.

Die Krönung der Doofheit

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War hier noch weiland die damalige Familienministerin UrsulavdL mit einem Kinderpo-Internetsperrgesetz auf die Nase gefallen, das dann doch – oh Wunder – vom Bundeshorst unterschrieben wurde (Im Delirium?), aber nicht in Kraft treten sollte, meldet sich jetzt die Krönung der Politik, die Brüsseler EU-Mischpoke. Dieser Entsorgungsapparat für hier abgehalfterte Politgrößen a la Oeddinga oder der unsäglichen FDP-Koch-Mehrin, setzt immer noch was drauf. Jetzt soll die ganz große Superlösung für das Web kommen und sogar „Nachschlagen nach einschlägigen Seiten“ bestraft werden. Hahahaahahaaha.

Da wäre ja wohl erst einmal das Nachschlagen in Etablissements der katholischen und „sonstigen“ Einrichtungen notwendig, oder?

Die Sorgen des Westfalen-Blattes

Je näher der Termin der nordrhein-westfälischen Landtagswahl rückt, desto aufgeregter werden die Debatten um denkbare und undenkbare Koalitionen. Da werden Wunschbündnisse lautstark bekräftigt und andere, rechnerisch auch mögliche Machtoptionen abgelehnt – mal halbherzig und mal ganz vehement. Der Kunst des Andeutens und Weglassens kommt in der Politik von jeher große Bedeutung zu. In Zeiten zunehmend schwieriger werdender Mehrheitsverhältnisse wägt der Politiker sein Wort besonders. Der Konjunktiv hat Konjunktur. Hessen lässt grüßen – die politische Klasse hat aus dem Ypsilanti-Desaster gelernt. Dennoch bleibt der Nutzen zweifelhaft. Zwar ist es richtig, dass die Parteien ihre Bündnispräferenzen deutlich machen. Das hilft dem Wähler, einzuschätzen, wieviele und welche Inhalte eines Programms gestutzt werden könnten, wenn eine Partei eine bestimmte Koalition eingeht. Auch müssen Parteien sagen dürfen, dass sie ein Bündnis ausschließen. Alles dazwischen aber ist Politklamauk. So schadet die in Nordrhein-Westfalen aufs Neue zu beobachtende Wortklauberei dem Ansehen der Parteien. Sie ist nicht ernstzunehmen, birgt jedoch ein gewaltiges Frustrationspotential. Dann nämlich, wenn Politiker nach der Wahl juristisch spitzfindig ausführen, dass sie diese oder jene Koalition zwar nicht gewollt, aber eben auch nicht ausgeschlossen hätten und nun eben nicht anders könnten. Das ist eine Strategie, die dem Wählerwillen erst auf undemokratische und unehrliche Weise vorgreift, um die Menschen später unter Umständen für das »falsche Wahlergebnis« in Haftung zu nehmen. Wie aber ist die Lage an Rhein und Weser wirklich? Sechs Wochen vor der Landtagswahl sind weiter sechs Koalitionsmodelle denkbar. Unbeliebt, aber immer möglich ist eine Große Koalition aus CDU und SPD. Unwahrscheinlich, aber mindestens bis zum FDP-Landesparteitag am 2. Mai nicht auszuschließen ist eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und Liberalen. Unproblematisch sind Schwarz-Gelb sowie Rot-Grün. Solange es dafür aber keine klare Mehrheit gibt, bleiben Schwarz-Grün und Rot-Rot-Grün gut möglich. Mehr noch: Für diesen Fall sind beide Modelle sogar besonders attraktiv. Für die SPD könnte Rot-Rot-Grün sogar zur einzigen Option werden, eine NRW-Regierung anzuführen. Und für die CDU wäre Schwarz-Grün allemal erstrebenswerter als die Oppositionsrolle – zumal die bundespolitischen Auswirkungen kaum problematischer sein dürften als bei einer Koalition mit der SPD. Handfeste Gründe für das
eine wie für das andere Bündnis gibt es also genug – allen verbalen Kraftmeiereien des Wochenendes zum Trotz.

Liebes Westfalen-Blatt. Da könnt Ihr chretten und rechnen wie Ihr wollt. An der medial-inszenierten Ypsilanti-Jagd und dem von Roland Koch höchstpersönlich mit Hilfe der dortigen gelben Nullen ausgekippten Dreck habt Ihr fleißig mitgeschrieben. Gegen das, was jetzt in Wiesbaden und im Bund abgeht sind alle anderen Koalitionen Kindergeburtstage. Oder seid Ihr so naiv, eine Koalition der Schwarzen mit den grünen neuen Gelben wäre besser? da ist doch Mord, Totschlag und „Hamburger Verhältnisse“ schon vorprogrammiert. Aber Grüne gehen wohl auch mit Jürgen Rüttgers ins Bett wenn es Pöstchen gibt.

Hasenzähnchens Rückkehr

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Neulich, als Stefan Raab und die ARD SängerIn und Lied für den Grand Prix in Oslo auswürfelten, fiel die Moderatorin durch außergewöhnliche Zähne auf. Heute legt „Poor & chic“ in einem den örtlichen Gazetten beigelegten Prospekt nach. Ist es Ostern geschuldet oder einfach nur „neuer Chic“, mit Hasenzähnchen in die Kameras zu lächeln? Stell Dir vor, sie lispelt Dir in einem ganz stillen Moment zu: „Liebssssst Du misss?“.

Ostern kann kommen.

Es geht eben nicht ohne Eros

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Über 6000 Leute in Gerry Webers Tennisbude. Eros Ramazotti, der Italobarde mit dem Kräuterbitternamen und der „Michelle“ – Vergangenheit, schwebte in einem Container auf die Bühne – und legte los. Dank „Silberpaket“ waren wir gestärkt von einem formidablen Vorspeisenbuffet, denn es donnerte gegen die harten Plastikschalen im Stadion, das – „geschlossene“ Dach bebte und die Leute riß es von von den Sitzen. Zum Abschluß seiner Tournee 2010 „Ali e radici““ gab der Römer noch mal Alles und den Ärmchen der schöneren und besseren Hälfte doch gewaltigen Auftrieb. Passt ja auch, heißt doch seine neueste CD „Ali e radici“ – „Flügel und Wurzeln“. Fast interessanter war aber die stundenlange Boebachtung eines Pärchens auf der Fläche vor der Bühne, wo sich der unvermeidliche Roberto Blanco unter die Leute gemischt hatte und huldvoll ins spärlich applaudierende Auditorium winkte.

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Besagtes Pärchen fiel auf: Er – anderthalb Kopf größer – umspielte sie, fiel fast auf die Knie, umarmte sie, wippte mit den Knien, knetete die Öhrchen, machte den eingedrehten Berlusconi – und sie blieb steif wie ein Stecken. Kurz bevor Eros zum Ende des Konzertes wieder im Container entschwebte, waren sie verschwunden. Ob die öffentliche Umspielung ihr Ziel erreicht hatte, wissen wir nicht.

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Nach einem letzten „Cose della vita“ war es aus. Ohren und Bauch summten noch und die schönere und bessere Hälfte meinte „Nenn mich aber jetzt bitte nicht Michelle“. Das ließ sich nur kontern mit „Dann nenne mich doch nicht bitte dauernd Eros“.

Un´emozione per sempre.

Am magischen Ort

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„Ich würde heute Vormittag gerne mal zu den Externsteinen bei Horn im Lippischen fahren“, meinte die schönere und bessere Hälfte zu mir. Nun geht man ja davon aus, daß Urbielefelder und – innen in der Schulzeit nicht nur einmal an die magischen Orte hier im Raume – Hermannsdenkmal, eben jene Externsteine, Sparrenburg, usw. – gescheucht wurden, um die Mäntel der Geschichte wehen zu sehen. Sie schaffte meine Mitnahme unter Abgabe des Versprechens, einen Kaffee nebst Apfelkuchen auszugeben und selbst zu fahren. Das Apfelkuchenversprechen hielt sie ebenso ein, hier der Beweis:

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wie die flotte Gangart bei zeitweise strömendem Regen über teilweise arg zerhackte Straßen der Gegend bei Detmold. Da, wo ein gewisser Landrat Heuwinkel das Regiment führt. Gefragt, warum die Externsteine ein Thema seien, meinte sie nur: „Ein magischer Kraftort“. Was man natürlich auch nachlesen kann.

Ob sie den ganzen Kraftakt nur startete, um ein chices neues Gewams auszuführen und heute Abend bei Eros Ramazotti mit VIP-Karte und Lunch durchhalten zu können? Hoffen wir mal, daß der Schneider aus Halle das Dach der Arena zu läßt.

Se bastasse una canzone….

Die geklaute Stunde

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Das war gestern Abend schon eine krude Mischung. Reichlich Caipi und dazu Adolf Hitlers beklopptes Leben auf einem sonst weniger beachteten Sender geguckt. Hatte aber nichts mit der Arminia-Klatsche zu tun. Ersparte das Zapping in Dieter Bohlens Schwachmatensangesdohlenschau. Die Frage „Wollen wir die Uhren schon vorstellen?“ beantwortete die schönere und bessere Hälfte lapidar: „Wag Dich“. Also wagte ich nicht. Ohnehin erschließt sich der Sinn von Sommer – und Winterzeit nicht mehr so ganz. Beim Bäcker war es leerer als sonst….

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Ausschreitungen am Bielefelder Bahnhof

Ist es schon soweit, dass wir bei solchen Meldungen zur Tagesordnung übergehen?
Bei einer Massenschlägerei  an der sogenannten „Tüte“ am Bielefelder Hauptbahnhof sind am Donnerstag Abend drei Polizisten verletzt und acht Personen in Gewahrsam genommen worden. Auslöser war die versuchte Festnahme eines Afrikaners, der mit einem anderen Mann in Streit geraten war. Der Afrikaner wehrte sich gegen die Polizisten so stark, dass die Beamten Verstärkung anfordern mussten. Daraufhin soldarisierten sich 30 bis 40 Mitglieder der Alkoholiker- und Junkieszene an der Tüte mit dem Mann. Sie versuchten die Festnahme mit Gewalt zu verhindern. Nachdem der Afrikaner schließlich festgenommen werden konnte, kollabierte er und wurde zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht.
Was ist los in Bielefeld, dass die Ordnungskräfte der Lage nicht mehr Herr sind? Jeden Tag liest man von Einbrüchen, Diebstählen und Überfällen, das meiste davon sind Beschaffungsdelikte, um die Drogen zu finanzieren. Die Herbert-Hinnendahl-Straße verkommt zu einem einzigen Dreckloch, man traut sich kaum noch, dort lang zu gehen.  Und der Drogenstrich ist auch nicht weit entfernt, vor den Augen von Kindern stehen die Damen am Parkplatz vor der Post. Irgendwas läuft hier aus dem Ruder.

Voll die Dramatik

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Es geht auf Ostern zu. 9 Grad zeigt mittlerweile das Thermometer für Ostwestfalen an. Zeit, mal die dramatischen Wolkengebilde zu bestaunen, die sich am Bielefelder Kamm des Teutoburger Waldes aufstauen und ab und an ihre ihre nasse Fracht über der Glitzermetropole entladen.

Der Tanz der weißen Ärsche

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Achten Sie mal auf die Truppe links unterm Baum. Erst standen sie neugierig zu Herr und Hund äugend und dann – zack, wie auf Kommando – drehten sie die weißen Ärsche zu den ebenso neugierigen Betrachtern. Komisch, haben jetzt auch die Rehe Politikerverhalten angenommen? Oder erfindet sich grad Guido Westerwelle neu als „Außenpolitischer Fachmann“? „Weißer Arsch“ alleine würde bei Deutschlands unbeliebtestem Politiker allerdings auch nichts mehr helfen.

Mißhandlungen in Augustdorfer Kaserne?

In der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne im benachbarten Augustdorf sollen drei Wehrpflichtige misshandelt worden sein. Oberstaatsanwalt Michael Kempkes, der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Detmold, bestätigte dem Westfalen-Blatt, dass die Bundeswehr in der vergangenen Woche Strafanzeige erstattet habe. Außerdem sei am Freitag die Anzeige einer Anwältin eingegangen, die eines der mutmaßlichen Opfer vertrete. „Bei den Vorwürfen geht es um Körperverletzung, Nötigung und möglicherweise auch um sexuelle Übergriffe“, sagte Kempkes. Er wies darauf hin, dass sich die Taten innerhalb von Mannschaftsdienstgraden abgespielt haben sollen: „Es geht wohl nicht darum, dass Vorgesetzte Untergebene drangsaliert haben.“ Hauptmann Udo Hagedorn, der Sprecher des Bundeswehrsstandortes Augustdorf, sagte dem Westfalen-Blatt, die Vorwürfe der Wehrpflichtigen würden sehr ernst genommen. „Der Brigadekommandeur hat eine lückenlose Aufklärung angeordnet. Wir führen bereits seit einiger Zeit interne Ermittlungen durch. Sollte sich das, was die Wehrpflichtigen geschildert haben, bestätigen, werden die Verantwortlichen aus der Bundeswehr entlassen.“ Der Brigadekommandeur habe erklärt, dass solche Männer in der Bundeswehr nichts zu suchen hätten. Bei den Tatverdächtigen soll es sich um fünf Zeitsoldaten handeln. In Augustdorf sind 3500 Soldaten stationiert, die unter anderem Kontingente für den Afghanistan-Einsatz stellen.

Tja, da schaun wir mal. Leicht sadistisch veranlagte Vorgesetzte und „Kameraden“ soll es ja beim Militär zu allen Zeiten gegeben haben.

Beige Windjacken und Vorurteile

Mein Schwiegervater ist 82 Jahre alt und sowas von rüstig.
Gartenarbeit zu normalen Uhrzeiten und kleine Reparaturen am und im Haus bereiten ihm keine Probleme.
Mehrmals im Jahr nimmt er die ihm gebotenen Möglichkeiten wahr und
begibt sich zusammen mit seiner Lebensgefährtin auf Fahrt.
Dabei handelt es sich um Fahrten, die von ungefähr gleichaltrigen Menschen
oder von ehemaligen Kollegen und jetzigen Pensionären organisiert werden.
Es fahren auch schon mal Leute mit, die keine direkte Beziehungen zu diesem „harten Kern“ haben.
Hauptsache, der Bus wird voll oder die Mindestanmeldezahl wird erreicht.
Eine ganz wichtige Überlegung dabei ist, die Kosten für die Reisen so zu gestalten,
dass niemand aus finanziellen Gründen absagen muss.
Ich habe dabei des öfteren das Vergnügen, meinen Schwiegervater und seine Lebensgefährtin
zu den Sammelstellen zu bringen bzw. nach der Reise von dort wieder abzuholen.
Ich bin immer wieder begeistert über den herrschenden Zusammenhalt
und der offensichtlichen Lebensfreude innerhalb dieser Clique, obwohl der Einen oder dem Anderen
sicherlich das eine oder andere Zipperlein plagt. Die Reisekluft ist jedesmal der Jahreszeit angemessen.
Während der Sommermonate überwiegt bei den Teilnehmern die beige Weste oder Windjacke.
Selbstverständlich trägt mein Schwiegervater auch so eine.

Während seiner aktiven Zeit als Berufstätiger hatte er mehrere Kolonnen mit ca. 40 Arbeitskräften unter sich, die er nach bestem Wissen und Gewissen angeleitet hat. Er war als harter, aber gerechter Mensch bei seinen Kollegen bekannt.

Genauso, wie für ihn die Erledigung der Aufgaben seines Arbeitgebers an oberster Stelle stand, konnte er nach Feierabend ohne Probleme auch mal Fünfe gerade sein lassen und es zusammen mit seinen Bautrupps mal so richtig krachen lassen.
Ebenso hatte weder er noch irgend sonst jemand aus seinem Trupp Probleme damit,
während der Eisregenkatastrophe, die irgendwann in den späten siebziger Jahre den Großraum Bielefeld im Griff hatte, tage- und nächtelang mit einem Minimum an Schlaf dafür zu sorgen, dass auch entlegenen Höfe und Siedlungen wieder Strom bekamen.

Die Bügelsäge war damals eines der wichtigsten Werkzeuge,  vielleicht erinnert sich a noch jemand daran…..
Dass er im Kollegenkreis beliebt war, zeigte unter anderem das äußerst großzügige Abschiedsgeschenk, welches ihm seine Kollegen zum Ruhestand machten.
Als Vierzehnjähriger musste er als Adolfs allerletzte Reserve den Viadukt in Altenbeken mitverteidigen und das ging auf seine Gesundheit.
Als Hobby hatte er in jungen Jahren unter anderem Motocross fahren. Er hatte als Bielefelder Lokalmatador etliche Platzierungen und 1. Plätze erfahren. Älteren Mitlesern hier wird die Galgenheide sicherlich ein Begriff sein.
Die Antriebskette seines Motorrades wurde Sonntags mit ähem Duldung der besseren Hälfte in der Küche ausgewaschen und wieder auf Vordermann gebracht.

Ich habe Fotos von ihm in typischer James Dean Manier mit entsprechender Lederjacke.
Ja, er war zu seiner Zeit auch ein wilder Kerl mit allem Drum und Dran.
Wenn es damals schon die Jeanswesten gegeben hätte, er wäre sicherlich auch ein begeisterter Träger derselben gewesen.

Warum schreibe ich das alles auf?
In diesem Forum wird die ältere Generation häufig als „beige Windjackenträger“ oder als „beige Westenträger“ bezeichnet.

Im entsprechenden Zusammenhang kommt mir das sehr oft ziemlich abwertend gemeint vor, wobei ich nicht ausschliesse, dass ich das eventuell völlig falsch verstehe.

Ich möchte mit diesen Anmerkungen einfach nur einmal darstellen, dass alle Alten meinen bedingungslosen Respekt haben und es mir nicht einfallen würde,

sie in irgend einer Weise abwertend in eine „beige“ Schublade zu stecken. Ich  habe absoluten Respekt vor der Lebensleistuung eines jeden einzelnen Rentners, einer Rentnerin, Pensionär oder Pensionärin. Ich mache das in keinster Weise vom privaten oder beruflichen Erfolg abhängig, sondern sehe jede Person als das, was sie jetzt gerade ist: Mehr oder weniger glücklich, mit einer einigermaßen zufriedenstellenden Gesundheit und mit dem Willen, die Aufgaben, die im Rahmen des Alters noch schaffbar sind, zu erledigen. Wenn dazu nunmal eine beige Windjacke gehört, dann ist das eben so.Und wenn dazu die ollen Kamellen vom Adolf gehören, dann ist das auch so! Einen Grund, diese Tatsache bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit hervor zu stellen sehe ich darin jedenfalls nicht.

Und wenn dazu gehört, den Rasen am Samstag um 07:30 Uhr zu mähen oder die Hecke zu schneiden, dann sage ich mir: Es gibt Schlimmeres!

Das bedeutet jetzt aber nicht, dass ich an der Einkaufkasse alle Rentner vorlasse :-))

Gruß witheboard

„Volk huldigt Sonnenkönig“

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Man kennt sie ja aus den PowerPoint-Demonstrationen. Die Organigramme. Sie zeigen den meisten, wie viele noch über ihnen stehen und denen die oben sind, wie viele sie unter sich haben. So ein Ding hat im Arminen-Forum der Diskutant „windlicht“ vor dem Hintergrund und der heftigen Diskussion der neuen kommenden „Organisationsstruktur“ des sensationellsten Profifußballclubs Deutschlands mal zusammengestellt. Richtig konsequent wäre es aber, Arm. Bielefeld schaffte seine Vereinsmitglieder ab und spielt nur noch vor Kaviar- und Schnittchenkabinen im Fernsehen. Dann hört das auch auf mit der leeren Roland-Kentsch-Gedächtnistribüne un d dem Gemeckere von Zuschauern im eckigen Rund der Schüco-Solararena.

Sche sche :-)

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Es gibt ja immer noch Leute, die nach dem „Hanky Panky“ in Bielefeld-Altenhagen fragen. Seit Dezember 2008 ist da allerdings ein chinesisches Restaurant beachtlicher Größe drin. Das „Phönix“. Ein Medienbeileger zeigt heute die ganze Vielfalt der „Tausend Köstlichkeiten“.

Und „Sche sche“ heißt „Dankeschön“, wie ein Kurzkurs in chinesisch zeigt.

Jemand mit Erfahrungen da?

Roland „Gaga“ Koch

Autofahrer dürfen auf hessischen Autobahnen künftig schneller fahren. Das Land hob nach Untersuchungen auf einer Strecke von insgesamt rund 80 Kilometern die Geschwindigkeitsbeschränkungen auf, wie Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) gestern in Wiesbaden sagte. Quelle: Frankfurter Rundschau.

Der Gaga-Mann im Regierungschefsessel des Bundesländchens nebenan ist immer für einen Joke gut. Weil die „Unfallquoten gesunken sind“, hebt Roland Gaga also Geschwindigkeitsbegrenzungen auf. Fahren wir also zukünftig auf der A 33 Richtung hessischer Staatsgrenze und dann dürfen wir auf hessischem Boden „rasen“? Von einem Mann, der auch schon mal verdiente Steuerfahnder per beknacktem Finanzminister für verrückt erklären läßt, in einer beispiellosen Schlammschlacht per wohldienender Medien eine mißliebige SPD-Konkurrentin diffamierte und immer noch „jüdische Vermächtnisse“ in Liechtenstein? liegen hat, ist wohl nichts anderes zu erwarten.

Aber offensichtlich gibt es ja noch genügend Gönner aus dem Kreise der Bankster und beklopptes Wahlvieh, die „König Dicklippe“ lieben. Ach so ja. Die Klientelmafia in gelb stützt ihn ja auch. Lasset uns Gas geben.

Kohlklops des Morgens

Anlässlich des bevorstehenden 80. Geburtstags von Helmut Kohl sprechen sich einflussreiche CDU-Politiker dafür aus, dem Altkanzler erneut den Ehrenvorsitz anzubieten. Es sei Zeit, alte Konflikte zu beenden, hieß es. Wegen der Parteispendenaffäre verlor der langjährige Parteichef 2000 seinen Ehrenvorsitz. Quielle: Welt online.

Unglaublich. Der Mann mit der dunklen Spendenvergangenheit, 16 Jahren untätigen Rumhockens auf dem Kanzlerstuhl und einer völlig vergeigten deutschen Einigungsorgie soll wieder Ehrenvorsitzender werden. Wahrscheinlich muß das aber auch so sein. Denn die gelbe Klientelpartei, Regierungs“partner“ derzeit, hatte ja auch einen verurteilten Gaunergrafen als „Ehrenvorsitzender“. Nicht zu glauben, was diese charakterlose Politikmischpoke sich so leistet. Aber mit gesundem Menschenverstand wird man dem unsympathischen Volk auch nicht gerecht, das sich da in den Parteien an den dampfenden Kesseln mit der dicken Korruptisuppe mit den Fleischbrocken rumdrückt.

Wie nennt man diese Typen eigentlich bei der ehrenwerten Gesellschaft Mafia?

Generation dööfer sprayt dann mal so

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„Ker Ker, Ker“ meinten die beiden beigen Windjacken vorm Aldi in Quelle gestern, „dat hätten wa mal mit zwölf machen solln“ und meinten damit die Leerung einer Pfefferspraydose („Gegen Hundeattacken“) durch einen Zwölfjährigen in der Gesamtschule Brackwede, die wo in Quelle liegt. Was wiederum einen gigantischen Großalarm des Großbielefelder Rettungsdienstes auslöste. Nun ja, Generation dööfer hat das nicht so gemeint. Was sollen denn all die Chantal-Heidis und Kevin-Ronnies auch sonst tun? Mama Doof karrt sie fest eingepackt in Wetterresistente Watte im Wir-zeigen-es-dem-Reihenaus-Nachbarn im 2,5-Tonner zur Schule, gibt 2 Euro für Marsriegelspeisung und holt die lieben Kleinen Mittags wieder ab, um sie vor dem Flachbildner oder dem Notebook zu plazieren. Da degeneriert schon mal das Hirn. Generation Doof hatte halt wenig zu vererben.

Nein, nein, früher war „nicht alles besser“. Aber es gab Dinge, die machte man eben einfach nicht. Zum Beispiel in Schulen mit Pfeffer sprayen. Wie sagte einer der beiden Queller Windjacken gestern vorm Aldi? „Wird Zeit dat da wieder mal´ Chriech kommt. Bein Adolf hätten se die anne Hammelbeine gechriecht“. Jawoll. Und wer nicht schnell wie ein Windhund, zähl wie Leder oder hart wie Kruppstahl war, wurde halt aus Versehen standrechtlich erschossen. Auch ne Lösung für soziale Probleme.

Second Place is first loser

Bielefeld hatte es bis ins Finale im Wettbewerb „Stadt der Wissenschaft 2011“ des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft geschafft. Leider konnte sich Bielefeld am Ende nicht gegen den stärksten Konkurrenten Mainz durchsetzen. Statt 250.000 Euro bringen die Bielefeld-Vertreter aber immerhin 50.000 Euro für ein ausgewähltes Projekt mit nach Hause.

Als die hochkarätig besetzte Jury des Stifterverbandes am Donnerstagmittag den Gewinner im Deutsche Bank Forum in Berlin verkündet, wird die Stimmung bei der 30-köpfigen Delegation aus Bielefeld rund um Oberbürgermeister Pit Clausen, Uni-Rektor Gerhard Sagerer, Boge-Chef Wolf Dietrich Meier-Scheuven, Stadtmarketing-Chef Hans-Rudolf Holtkamp und Wissenschafts-büroleiterin Dr. Annette Klinkert ein bisschen getrübt. „Schade“, sagt Hans-Rudolf Holtkamp. „Wir wären sehr gerne Stadt der Wissenschaft 2011 geworden.“ Auch der Oberbürgermeister ist etwas enttäuscht. „Aber ein Querdenker lässt sich nicht entmutigen“, sagt er überzeugt. „Bielefeld ist und bleibt eine Stadt der Wissenschaft – auch ohne den Titel.“

Von den drei Finalisten präsentierte Bielefeld als Erstes morgens um 9 Uhr das Bewerbungskonzept mit dem Titel „DenkWerkStadt Bielefeld – von Querdenkern, Querköpfen & Querulanten“, das das Wissenschaftsbüro der Bielefeld Marketing GmbH entwickelt hat. „Wir freuen uns, dass wir mit dem Preisgeld von 50.000 Euro immerhin ein ausgewähltes Projekt des Konzeptes umsetzen können“, sagt Projektleiterin Dr. Annette Klinkert.

Vor der Jury stellten zunächst die drei Vertreter von Stadt, Wissenschaft und Wirtschaft – Pit Clausen, Gerhard Sagerer und Wolf Dietrich Meier-Scheuven – während einer 30-minütigen Präsentation das Konzept mit sechs geplanten „WerkStädten“ vor. Quasi als „Vernetzer“ der drei Gesellschaftsbereiche agierte WDR-Moderator Michael Thamm auf der Bühne. Von Stadtentwicklung zwischen Campus und City über Wissenschaft trifft Stadtkultur bis Denker im Dialog zeigen die einzelnen Kapitel, dass Bielefeld starke Netzwerke hat und dass Bildung einen hohen Stellenwert im städtischen Leben einnimmt.

Gleichzeitig entstand neben der Bühne ein Kunstwerk. Akrobat Walter Moshammer vom Zirkus Meer erstellte eine fünf Meter hohe Pyramide aus Karten. Am Ende machte er einen Handstand auf der Spitze. Das Kartenhaus sollte Vernetzung, Aufbruch und Bewegung symbolisieren. Im zweiten Teil der Bewerbungspräsentation stellte die Jury Fragen zum Konzept. Als weitere Podiumsgäste kamen Projektleiterin Dr. Annette Klinkert und Dr. Annemarie von der Groeben von der Bildungsinitiative TABULA e. V. auf die Bühne.

Trotz der enttäuschenden Entscheidung der Jury setzt Unternehmer Wolf Dietrich Meier-Scheuven weiter auf die Qualifizierung von Mitarbeitern. „Bildung ist die entscheidende Voraussetzung für die Zukunft. Wir leben in einem rohstoffarmen Land – deshalb ist Bildung unser Rohstoff“, sagt der Geschäftsführer von Boge-Kompressoren und Urenkel des Firmengründers. Auch Annette Klinkert will die Arbeit des Wissenschaftsbüros mit vollem Elan weiter führen. Und mit der zweiten Auflage des Wissenschaftsfestivals GENIALE im August 2011 steht das nächste Groß-Projekt bereits vor der Tür. Außerdem entsteht im nächsten Jahr der neue Hochschulcampus „Lange Lage“. Deshalb ist Bielefeld so oder so eine Stadt der Wissenschaft mit vielen Querdenkern, Querköpfen und Querulanten, die etwas in der Stadt bewegen. Quelle: Bielefeld-Marketing

Wer des kleinen Verwaltungschefs sonore Stimme in WDR regional heute Abend hört, meinte, hier spreche der Sieger. War aber nicht so. Aber OBPit redet auch Heimniederlagen der Schüco-Werkself stark. Dafür hat er einen ganzen Baukasten an Plattitüden. Muß man wohl haben als ehemaliger Arbeitsrichter. Vielleicht war sein Herzenswunsch bevor er Bollerwagenpilot wurde ja auch, Pfarrer zu werden. Da läßt sich auch gut predigen.

Halten wir uns an die Fakten. Das ziemlich kleinere Mainz mit seiner viel bekannteren Uni wird „Stadt der Wissenschaft“. Basta!

Wenn Leidensgucke zum Druck wird

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Ein gewisser sanfter Druck durch beharrlich rehäugiges Leidensgucken (Gucken Rehe eigentlich hellblau?) seitens der schöneren und besseren Hälfte steht schon dahinter, diese Utensilien nicht nur anzuschauen sondern auch anzuwenden. Die Bäume und Sträucher freuen sich, sperriges Gut los zu werden, die weiße Mauer an der Terasse, deren Putz den strengen Minusgraden des Winters zum Opfer fiel, wird auch gerichtet.

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Da kann ein Blick auf das gesammelte Fahrradgut nur hinderlich wirken. „Du willst doch wohl nicht?“ mißbilligt die Dame des Hauses allein schon den Blick Richtung Räder. Nein, ich will nicht. Geht auch nicht mit immer noch nicht perfektem linkem Knie. (Ob der knochenheilendende Sponsor der Arminia im Klinikum Mitte hätte aufgesucht werden sollen?) Egal, ob die ostwestfälische Sonne den hektisch ihr Auto enthauptenden Cabrioleten noch länger Lust schenkt. Es steht ein Termin im Raum, an dem der Teil hinterm Haus zumindest herrschaftlich präsentabel sein muß: Wenn der schöneren und besseren Hälfte Damenclique aus dem Norden der Republik einfällt zur alljährlichen Plünderung der Modeetablissements der hiesigen Region.

Die Baumärkte der Region dürfen sich noch auf einige Käufe freuen. Das Projekt ist da, jetzt muß es nur umgesetzt werden. Machen wir unser Ding.

So läuft das beim gelben Klüngel

Was genau Westerwelle für seinen Beiratsposten tun musste, ist nicht bekannt. Der liberale Politiker schweigt beharrlich zu solchen Details seines Geschäftstriebs. Auch TellSell-Geschäftsführer Frank Baumgärtner will auf telefonische Nachfrage von sueddeutsche.de öffentlich nicht Stellung nehmen. Doch auf der Internetseite seiner Firma lässt sich nachlesen: „Unsere Beiräte öffnen für Sie Türen und bringen Sie mit relevanten Ansprechpartnern zusammen.“

Was er tun mußte, bedarf keiner großen Phantasie. Klientelpolitik miesester Sorte. Unverblümt, offen und charakterlos wie eine Partei nun mal ist, die Klientelbedienung zum Geschäftszweck hat. Was sonst. Kommentator „und weg“ machte ja hier schon mit einem zur Süddeutschen Zeitung vernetzten Artikel aus der Callcenter-Branche aufmerksam. Grad mal knapp 1,4 Millionen Parteimitglieder zählen die größeren Parteien in Deutschland. Und 80 Millionen wohlfeiles Wahlvieh, für dessen Kreutze die Verarscher auch noch von Staats wegen Steuergelder kassieren, lassen sich nach allen Regeln der primitiven „Politikkunst“ von ihnen verarschen. Aber so offenen wie der gelbe Klüngel hat es bisher kaum einer getrieben.

Guck mal Pit: Sexsteuer!

Angesichts knapper kommunaler Kassen planen immer mehr nordrhein-westfälische Städte die Einführung einer sogenannten Sex-Steuer. Wie die WAZ-Gruppe (Heutige Ausgabe) berichtet, wollen sich die Städte Oberhausen, Dorsten, Gladbeck und Sprockhövel die Erhebung der Sex-Steuer durch das zuständige nordrhein-westfälische Innenministerium genehmigen lassen. Dem Vernehmen nach können die Kommunen davon ausgehen, dass Innenminister Ingo Wolf (FDP) grünes Licht geben wird. Auch die Städte Essen, Duisburg und Dortmund erwägen, Prostituierte und Clubbesitzer künftig stärker zur Kasse zu bitten.

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Nebulös, verschwommen, unklar: Steuerideen der Bielefelder Ampel

„Wir sind durchaus kreativ“, behauptet OBPit heute in einem Interview mit der NW. Kreativ? Nö, olle Kamellen für die Steuererhöhungsorgie in Städten und Gemeinden, die nach dem Steuergeschenkexzessen der Berliner Schwachmatentruppe um die Templinerin und den Aussenministeramateur die Kommunen ausbluten. Kreativ, das wäre ja nicht nur Sexsteuer – schafft Arbeitsplätze, weil es nach Länge, Dauer, Häufigkeit kontrolliert und Vorratsgespeichert werden muß, sowie vom TÜV überwacht – sondern auch „1 mal einatmen, 1 Euro. Ausatmen mit CO2 Aufschlag eineurofuffzig“. Gehwegmaut, Zuschlag, wenn die hochgeklappten Bürgersteige umgangen werden, Ampelsteuer. Ach, die Liste ließe sich beliebig erweitern. Man könnte aber auch ganz einfach Schwarz-Geld oder Rot-Gelb-Grün davonjagen und durch – vielleicht gibt es die ja? – vernünftige, nicht korrumpierbare, nicht Lobbygesteuerte, also Kopfgesteuerte Politiker ersetzen. Was wiederum die Sexsteuer ersetzen würde, denn die ist ja nicht grad Kopfgesteuert.