Bielefeld-Blog: Das Weblog von Bielefeldern für Bielefelder

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Feb '10

Nachgetreten: Jetzt schlagen sie sich selbst

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Ja, Ghosti hat schon recht. Ach komm geh. Irgendwie guckt man ja doch, was die Almdudler machen und zu lesen “Niederlage für Arm. Bielefeld” hat eben nicht den Charme eines “Bayern unterliegt Arm. Bielefeld”. Aber es ist Realität: Den Aufstiegsbalkon braucht ihr zur Zeit nicht zu fegen. Sacht mal OBPit Bescheid, damit er da oben nicht zur jeden vollen Stunde seine Sambatänzchen vollführt. Wirkt nur peinlich.

[D]ie [S]uper [C]haoten haben zugeschlagen …

… und sich mal zur Abwechslung selbst besiegt. Auch wenn der Sturm nicht trifft, man sollte denen mal sagen, das Eigentore für den Gegner zählen. 1:2 Toll, wirlich toll, jetzt ist das WE doch noch versaut. Vielen Dank, lieber DSC, meine Omma (ja, mit doppel “m”), Gott hab’ sie seelig, hatte mehr drauf. Die hat wenigstens noch gekämpft und an etwas geglaubt.

Was rege ich mich eigentlich so auf, ist doch nur Fußball, genau, ruhig, gaaaanz ruhig, so etwas muss man wegatmen.

EDIT: Ich kann es nicht wegatmen, habe es probiert, wirklich … ganze 5 Minuten, im Gegenteil, der Zorn wurde immer größer. Ich will Autos brennen sehen, oh Moment. Das war ja etwas anderes, der Aufruf war für die obligatorische Jahnplatzuhr-Montags-bis-Mittwoch-aber-nicht-vor-9-Uhr-Demo. Egal, irgendwas muss passieren, ach, ich hab’s, ich geh schlafen.

So reden sie uns in den nächsten Krieg

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Ruprecht Polenz (CDU), hat den Iran vor einer Ausweitung
seines Nuklearprogramms gewarnt und angekündigt, Deutschland werde sich an einer Verschärfung der Sanktionen maßgeblich beteiligen. “Der Iran spielt mit dem Feuer”, sagte er dem “Kölner Stadt-Anzeiger” (Morgige Ausgabe) mit Blick auf eine mögliche Eskalation des Konflikts. “Man muss von einer Gefährdung der Weltsicherheit sprechen. Der Sicherheitsrat ist aufgefordert, geeignete Konsequenzen zu ziehen und die Sanktionen zu verschärfen.” Diese Sanktionen müssten vor allem das iranische Atomprogramm und die ökonomischen Aktivitäten der Revolutionsgarden treffen. Polenz betonte: “Die Sanktionen müssen hart und effektiv sein. Und sie kommen nur dann an, wenn niemand sie unterläuft. Deutschland wird sich an all dem maßgeblich beteiligen.”

Der nächste idiotische Schwätzer. Das nächste Thema. Die Heimat der Wilhems I. und II. und “Arbeitsgebiet” eines braunen Anstreichers aus Austria wird doch wohl endlich irgendwo ganz vorne mit Schellenspiel und Panzerfaust zeigen können, woran die Welt diesmal genesen kann. Oder? Als ob das afghanische Abenteuer und die Lügen zum Irak nicht reichen würden. Im Kriegsfalle wäre die ostdeutsche Plage ja Oberbefehlshaber und Gutti Adjudant. Schöne Aussichten.

Allerdings: Murkels Anblick an der Spitze einer Invasionsarmada würde auch Ahmadinedschad in die Flucht schlagen. Denn über angeblich vorhandene Bomben, Chemische Waffen, biologische Bomben wurde uns ja sogar vor der UN so einiges vorgelogen, was zum Krieg “berechtigen” sollte. Und wer hier Arbeitslosenzahlen und Hartz 4-Zusemanhänge so tzurechtbiegt,. daß sie ins Weltbild der ewig Gestrigen vom rechten Lager passen, der kriegt auch eine Powerpointpräsentation über virtuelle Atombomben hin. Locker.

Bundesminister für Entwicklungshilfe

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Das ist ein Bild von einem echten Durchblicker. Einer, der zackig seinem Entwicklungshilfeministerium vorsteht, was er ja vor der Wahl der schlechtesten aller jemals in der Bundesrepublik installierten Juntas abschaffen wollte. Das Bild stammt vom Blog des Spiegelfechter, der noch feinere Pretiosen zu bieten hat. Niebel. Dirk. Ein Mann mit Durchblick. Richtigem Durchblick. Wie die ganze gelbe Truppe. Die Kabarettisten schlagen sich vor Vergnügen auf die Schenkel und Angela M. atmet ein wenig auf, gibt es doch einige, die noch mehr Stoff für Lachsalven liefern.

Hier in der Metropole sind sie im Rat allerdings ein wenig traurig. So einer wie Niebel, der fehlt ihnen. Der würde den konzeptionellen Nebel in der Butze am Niederwall schon durchtrennen wie einst Clausen, ähm Moses, die Lutter. Ein Bild sagt eben mehr als eine Torte. Bis man sie mal geworfen hat. “Blaue Brille an Schwarzwälder”. Na? Wer wirft zuerst?

Der “nette” Herr Pinkwart und die braunumrandete Brille

Wenn man den Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie, stellvertretenden Ministerpräsidenten von NRW, Stellvertreter und Busenfreund des FDP-Schnellsprechgewehres (“Nicht Inhalte zählen sondern Lautstärke”) und altrömischen Romanzünders (“Burn Baby, burn”) Westerwelle so sieht, spürt man, warum die StudentInnen ihn so anhimmeln, daß sie am liebsten einen Kübel über dem Hochschulprofessor auskippen würden.

Überhaupt komisch, seine Art zu reden. Nicht, daß ihm immer die Haare zu Berge stehn. Nein, es ist die unglaubliche Geschwindigkeit, mit der er seine Ansichten wechselt. Als die ziemlich klebrige Klientelpartei die Hotel-Mehrwertsteuersenkung schenkte, pöbelte er wie Rumpelstilzchen “Aussetzen, die Steuer”. Dann lehnte er sich 10 Millimeter gegen Guido Imperatorus Westerwellus auf “Gewaltenteilung an der FDP-Spitze”, um nach Rüffel durch den Verbalpöbler sofort wieder “ins Glied” hihihi zurückzutreten. Jetzt hetzt er zum Lieblingsthema “Hartz 4″: Wenn die Betreuung in den Jobcentern weiter verbessert werde, “müssen die Bezüge arbeitsfähiger Hartz-IV-Empfänger, die zumutbare Arbeit verweigern, auch konsequenter gekürzt werden”.

Jawoll, Herr Reichspinkwart. Wenn man mal Ihre Leistungen als Professor, Minister und Schreihals als Maßstab anlegt, wären erhebliche Kürzungen auch angebracht. Und zwar zum nächsten Zahlungstermin der Besoldung. “Zumutbare Arbeit”. Aha. Braucht er nicht dringend eine Maniküre für 3 Euro die Stunde, die ihm mal die langsam breiter werden braunen Ränder unter den Fingernägeln wegfeilt? Aber vielleicht erübrigt sich das, wenn der gelben Partei kurz vor der NRW-Wahl des Gütesigel “Rechteste Partei nach CDU/CSU und knapp vor NPD, verliehen wird?

Und überhaupt. Ich bin für Arbeitslager. Arbeitslager für Hartz 4-Gesockse und ein “A” vorne auf dem gestreiftem Arbeitsanzug. Sollen sie doch sehen, wo sie bleiben, wenn der nette Herr Pinkwart seine schwer verdienten Parteispenden nicht mehr für Hartz 4-Alimentationen ausgibt.

Wer stopft solchen Typen eigentlich mal so richtig das Maul und schickt sie in die Vorlesungen eines Rhetorik-Professors “Wie argumentiere ich ruhig und pragmatisch ohne Volksverhetzung und Diffamierung”? Da kann er dann gleich seinen Busenfreund aus Bad Honnef mitnehmen. Aber vielleicht kichern sie auch nur in der rechten Stuhlreihe und geben vorlaute Antworten auf ungestellte Fragen. Passiert öfter bei Parteien, die nur egoistische Eigeninteressen ihrer Finanziers mit Schweizer Konten als Programm haben. Für Angelegenheiten, die das ganze Volk betreffen, sind sie ja nicht zuständig.

Warum stinkts in Deppendorf?

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Wie ja schon die bösen Gerüchte sagen, soll jener Bielefelder Ortsteil der Flecken Erde sein, wo Gottes Füße am siebten Tag ungewaschen letztmals die Erde berührten: Deppendorf. Nun stinkts da angeblich. Wegen der Biogasanlage der Stadtwerke, die sie wohlweislich nicht im Rathaushof installiert haben, sondern da wo Fuchs und Hase gemeinsam “Nachti” sagen. Ob es stimmt, wird OBPIT am Wochenende gemeinsam mit den letzten SPD-Parteifreunden und angehängtem Bollerwagen erschnüffeln. Ulrich Deppendorf vom “Hauptstadtstudio Berlin”, Namensgeber des Örtchens, wird darüber wohl eine Reportage mit Guy d´Eau machen.

Aushilfsjob kann “mit Glück” Festanstellung werden?

Die OECD-Studie, die Sozialleistungen und Arbeitsanreize in Europa miteinander vergleicht, zeigt, dass die deutsche Debatte um Hartz-IV-Bezüge weitergeführt werden muss – und dass sich dabei ein Blick ins europäische Ausland mal wieder lohnt. So haben Franzosen schon ab dem ersten Euro Zuverdienst mehr Geld im Portemonnaie, in Schweden liegt die Schwelle bei 20 Prozent des Durchschnittslohns, damit sich die Aufnahme einer Beschäftigung lohnt. Deutschland hinkt hinterher. Wir geben zwar im Vergleich mehr für Sozialleistungen aus, schaffen aber weniger Anreize, Hartz-IV-Empfänger in Arbeit zu bringen. An dieser Stelle kommt mal wieder die Debatte um Zuverdienstgrenzen ins Spiel. Fest steht: Aus einem Aushilfsjob kann mit etwas Glück eine Festanstellung werden. Auf jeden Fall aber kann er der sprichwörtliche Fuß in der Tür der Arbeitswelt sein. Maßgeblich ist, dass ein Zuverdienst, der sich lohnt, Familien am Ende des Monats mehr Geld ins Portemonnaie spült und damit den Betroffenen
signalisiert, eine wichtige Rolle in der Gesellschaft zu spielen. Auch das sollte bei der Debatte berücksichtigt werden.

Und dann, liebes Westfalen-Blatt, solltet Ihr Euch mal eine überdimensionale Laterne kaufen und in die dunklen Ecken leuchten, wo die gigantisch vielen Stellen nur so lauern. Wenn Ihr dann noch Kraft habt, schickt einen Lichtstrahl auf die Aushilfsjob, die eben nicht zu festen Anstellungen führen und laßt den Strahl auch auf die in Mode gekommenen Praktika leuchten, die unbezahlt die Arbeitgeberkasse füllen. Wer unbezahlt Kaffee kocht, erbringt letztlich eben doch eine Leistung, die das Unternehmen nicht entlohnt. Dafür “lernen” sie ja was. Unvergessen die Worte des weiblichen Klons aus Helmut Kohl und Honecker, die es sich im Osten Deutschlands so richtig kuschelig gemacht hat und an ihrer Legende “Innerlich war ich ja schon als Baby dagegen” arbeitete: “Sozial ist, was Arbeit schafft”. Steht auch über dem Eingangstor des sowjetischen Archipel Gulag: “Prawda: Erst viel Rabotti, dann wenig Fressi”. Das neoliberal-pseudosozialistische Geschwafel hängt einem zum Halse raus. Es stinkt nicht im Staate Dänemark sondern gewaltig in diesem Lande.

Klaut Arm. BI den Zebras das Futter?

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Heute abend, wenn auf der Alm Arm. Bielefeld versucht, den Duisburger Zebras die wichtigen 3 Punkte zu klauen, müßte man sich eigentlich ins Auto setzen und unter vielmaligem Befahren des Ossidamms Radio Bielefeld und der kaskadierenden Stimme von Uli Zwetz lauschen. Da könnte man Höhe Johannisfriedhof nach einem Tor für die Almdudler mal so richtig bei 80 in die Hupe steigen.

Die Worte des Gauklers

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Hier läßt sich der zarte Mann aus dem schildaesken Rathaus am Niederwall den Schlüssel zum Eingangstor von DFB-Repräsentantin Steffi Jones entwinden. Vielleicht wäre es besser, sie behielte ihn? Attraktiver ist sie allemal und konnte richtig gut Fußball spielen. OBPit ist eher der Typ Gaukler, der ohne Ball losrennt und beim Torschuß merkt: “Da fehlt doch was?” Wenn die Artisten aus der Zirkuskuppel stürzen kommt bekanntlich die Stunde der Gaukler (früher: Clowns). Arg gegaukelt ist auch, was er entgegen der Argumentation der meisten Mitglieder des Rates zum komischen Deal des Klinikums – “Ich gebe Dir mit voller Hand aus meiner leeren Tasche, weil das, was ich Dir gebe, wahnwitzige Patientenzahlen erzeugt” – sagt:

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Und ebenjener OB, dessen gaukelndes Herz doch angeblich so heftig für den Fußball schlägt, meint dann das zum “Public viewing” in der Ravensberger während der Fußball-WM in Südafrika:

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Karneval ist durch, Herr OB! Dabei ist das doch ganz einfach. Das freigiebige Klinikum gibt sogenannte “Genußscheine” aus und sponsert das Ganze einschließlich Cheerleader in weißen Kitteln: Wer mit Maleschen anne Beine, deformierten Rippen oder ausgerenkten Gliedmassen zum Public viewing kommt, wird lebenslanges Mitglied des Klinikumförderkreises “Meine Wade ist mir heilig”. Dann wird es wohl noch einen Hunderttausender locker machen. Ich vergaß: der zarte Mann gehört ja der Partei an, bei der es chic ist, seine Meinung über die ganze politische Bandbreite zu dehnen. Das schafft Bürgernähe, bindet die Jüngeren eng an die Glitzermetropole und Hans-Rudi muß keinen Geldgeber suchen.

Une vraie métropole de nuit

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